Digital Business & Startups
Das fordert Berlins Startup-Szene vom nächsten Bürgermeister
Kai Wegner von der CDU will doch nicht mehr Bürgermeister bleiben. Was braucht Berlin? Wir haben in der Szene nachgefragt.
Plötzlich ging es ganz schnell. Nachdem Kai Wegner, CDU-Bürgermeister von Berlin, die Kritik an seinem Krisenmanagement lange auszusitzen versuchte, kam am Freitag die Überraschung: Wegner kündigte an, dass er nicht mehr Spitzenkandidat sein will. Mit Stefan Evers rückte der aktuelle Finanzsenator als CDU-Spitzenkandidat nach. Ihm bleiben jetzt nur noch gut zwei Monate für den Wahlkampf.
Alles deutet auf eine spannende Wahl hin. Lange stand die CDU in Umfragen vorne. Zuletzt kam sie hinter Linken, Grünen und AfD nur noch auf Platz vier. In Berlin gibt es die einzigartige Situation, das vier Parteien an den zwanzig Prozent kratzen.
CDU-Slogan übrigens weiterhin: „Berlin wird“ – klingt ein bisschen nach Lückentext. Wir haben uns unter Startup-Leuten umgehört, was Berlin ihrer Meinung nach werden soll. Und was sich Gründerinnen und Gründer von der Person wünschen, die auf Kai Wegner folgen wird?
Auf die Szene zugehen
Christian Miele, Headline-Investor und nebenbei selbst Berliner CDU-Mitglied sowie prominenter Wegner-Kritiker sagt zu Gründerszene: „Stefan Evers hat jetzt die historische Chance den Anschluss an die Berliner Startupszene zu finden. Berliner Gründerinnen und Gründer gehören zu den wichtigsten Arbeitgebern der Stadt, ziehen Kapital und Talente an. Der neue Kandidat der CDU kann die Szene für sich mobilisieren, wenn er klug und entschieden auf sie zugeht. Ein Gespräch mit Verena Pausder sollte kurzfristig anberaumt werden.“
Verena Pausder aufstellen
Anna Alex, Gründerin von Outfittery und Planetly, schließt sich an und sagt: „Egal wer aufgestellt wird, Verena Pausder wäre die bessere Kandidatin.“
Skalieren mit öffentlichen Aufträgen
Anna Alex hat Yunus Social Innovation und Carbon Equity gegründet. Sie findet, Berlin habe nicht zu wenig Climate-Tech-Innovation, aber zu wenig Skalierung. „Berlin und seine Unternehmen sollten ihren milliardenschweren Investitionsbedarf nutzen, um innovative Lösungen offen und wettbewerblich zu erproben und erfolgreiche Piloten von Beginn an auf Anschlussbeschaffung auszurichten. Das reduziert Risiken, mobilisiert privates Kapital und macht aus Berliner Innovation industrielle Wertschöpfung. Climate Tech ist nicht nur Klimapolitik – es ist eine der größten wirtschaftlichen Chancen unserer Zeit.“
Kreativität als Stärke betonen
DJ und Unternehmer (CEO Green City Development) Martin Eyerer hätte gerne weniger Polarisierung und mehr Optimismus. „Ich wünsche mir auch, dass wir wieder mehr über Wirtschaft und etwas weniger über die ganzen sozialen Themen sprechen würden. Denn das ist, was Berlin aktuell auch etwas mehr braucht. Da sind wir schon auf einem guten Weg, aber das muss mehr in den Fokus gestellt werden. Denn nur wenn wir eine starke Wirtschaft haben, können wir die anderen Themen auch bedienen. Außerdem würde ich gerne persönlich die Themen Kreativität, Kreativwirtschaft, Gründerszene und Startups in den Vordergrund rücken, denn das ist eine der absoluten Stärken dieser Stadt.“
Chancen unabhängig von Geschlecht oder Herkunft
Berlin habe das Potenzial, Europas führender Startup-Standort zu sein, sagt Christine Rittner, Co-Vorsitzende des Investorinnen-Netzwerks Encourageventures. „Dafür wünschen wir uns von der nächsten Regierenden Bürgermeister/in vor allem drei Dinge: weniger Bürokratie und schnellere, digitale Prozesse, bessere Rahmenbedingungen für privates Wagniskapital sowie eine gezielte Förderung von Vielfalt im Startup-Ökosystem. Innovation entsteht dort, wo Talente unabhängig von Geschlecht oder Herkunft die Chance bekommen, Unternehmen aufzubauen und zu skalieren.“
Ambitionierte Grundlagenforschung
Oliver Pabst ist General Partner beim VC Redalpine und sagt: „Ein VC erwartet vom neuen Berliner Bürgermeister den Mut zur Exzellenz statt zur Gleichmacherei: Spitzenforschung, exzellente Universitäten und ambitionierte Grundlagenforschung müssen oberste Priorität haben. Nur aus Spitzenforschung entstehen die nächsten globalen Technologieunternehmen.“ Berlin brauche den Anspruch, Europas führender Tech-Standort zu sein, mit klaren Zielen, verlässlicher Umsetzung und einer Politik, die Leistung belohnt, statt Mittelmaß zu verwalten. „Dazu gehört auch, sich dem nationalen, dem europäischen und dem außereuropäischen Wettbewerb, inklusive USA, zu stellen, statt sich mit dem Status quo zufriedenzugeben.“
Moritz Holländer, Gründer von Almedia: „Als Unternehmer ist mein größtes wiederkehrendes Problem der Zugang zu den besten Talenten – und sie langfristig zu halten. Alles, was Berlin und der Regierende Bürgermeister tun können, um uns dabei zu unterstützen, wird der Tech- und Startup-Branche zugutekommen.“
Radikal digital
Der Gründer von Wefox und The Delta, Julian Teicke, hat gleich eine ganze Liste aufgestellt:
1. Tempo bei Verwaltung: radikal digital. Eine GmbH-Gründung darf keine Wochen dauern. Bürgeramt-Termine, Gewerbeanmeldung, Aufenthaltstitel – alles online, in Tagen statt Monaten. Berlin verliert Gründer und Talente nicht wegen fehlender Ideen, sondern wegen Warteschlangen.
2. Talente aus aller Welt willkommen heißen. Der größte Engpass für jedes Startup ist Talent. Ich will ein Ausländeramt, das internationale Entwickler und Gründer in Tagen einreisen lässt, nicht in Quartalen. Berlin sollte die Fast Lane für europäisches Tech-Talent sein.
3. Kapital anziehen statt vertreiben. Der Standort braucht mehr Wagniskapital – auch institutionelles Geld. Der Bürgermeister sollte Berlin aktiv als Kapital-Hub vermarkten und mit Fonds, Family Offices und internationalen VCs auf Augenhöhe reden.
4. Mindset: Unternehmertum feiern. Ich wünsche mir einen Bürgermeister, der Gründer nicht als Bittsteller behandelt, sondern als das, was sie sind – die Leute, die Jobs, Steuern und Zukunft schaffen. Weniger Skepsis, mehr Ambition.“
Dönerpreise runter
Nikita Fahrenholz, Co-Gründer von Delivery Hero und Fahrengold, hält es deutlich knapper: „Als 1. Forderung alle Poller weg. 2. Berlin als Forschungsstandort ausbauen für KI. 3. Dönerpreise runter.“ Da kann ja niemand was dagegen haben, oder?
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22-Jährige wollte KI-App für Bluttests bauen – dann kam das erste Problem
Sieben Stunden Nutzerinterviews und die Suche nach dem perfekten Produkt: So verlief Jolinas erste Woche im Startup-Camp.
Eigentlich wollte Jolina van Laaten eine KI-App entwickeln, die Bluttests verständlich macht. Nach nur einer Woche arbeitet sie bereits an einer zweiten Idee. Willkommen im Startup-Alltag.
Jolina gehört zu den acht Fellows unseres Startup-Camps „Gründerszene sucht die Supergründer“. Zehn Wochen lang entwickeln sie mithilfe von KI aus ihren Ideen marktreife Consumer-Apps. Schon in den ersten Tagen zeigt sich: Eine gute Startup-Idee ist selten in Stein gemeißelt.
„Gründerszene sucht die Supergründer“ ist ein zehnwöchiges Startup-Fellowship von Gründerszene. Acht ausgewählte Fellows entwickeln in Berlin mit Künstlicher Intelligenz Consumer-Startups – von der Idee bis zum ersten Produkt. Während des Programms arbeiten die Fellows gemeinsam im Axel-Springer-Hochhaus und werden von erfahrenen Unternehmern, Investoren und Experten begleitet. Partner wie OpenAI, Vercel, Dash0 und DHL unterstützen sie mit Technologie, Know-how und Mentoring. Gründerszene dokumentiert die gesamte Reise mit Artikeln, Videos und Social-Media-Inhalten – und zeigt hautnah, wie heute die nächste Generation von Startups entsteht.
Eine Gesundheits-App für Athleten
Zunächst zu ihrer ursprünglichen Idee: Jolina wollte eine KI-gestützte Gesundheits-App entwickeln, über die Nutzer Bluttests bestellen und ihre Ergebnisse anschließend mithilfe von KI verständlich erklärt und eingeordnet bekommen.
„Meine erste Zielgruppe waren ursprünglich Menschen mit chronischen Krankheiten, die sind für das Camp eventuell schwerer zu erreichen“, merkt Jolina an. Deshalb hat sie ihren Fokus angepasst. „Mein Ziel ist es deswegen erst mit Athleten zusammenzuarbeiten, spezifisch Ausdauerathleten. Der durchschnittliche Deutsche denkt, Gesundheit ist kostenlos. Und dementsprechend brauchen wir eine Zielgruppe, die bereit ist, extra für diesen Service zu bezahlen, weil sie spezifisch auf ein Ziel hinarbeiten.“
Die Idee: Wer sich auf einen Hyrox, Marathon oder Triathlon vorbereitet, kann seine Blutwerte mit einem Selbsttest regelmäßig analysieren lassen und mithilfe der KI konkrete Empfehlungen erhalten, um Training, Regeneration und Ernährung gezielt zu optimieren.
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Die ersten Schritte zur Health-App
Aber wie legt man eigentlich los, wenn dann die erste Idee steht? „Was für mich in den ersten drei Tagen im Fokus stand, war es, mit ganz vielen potenziellen Nutzern für meine Idee zu sprechen.“ Das sei total hilfreich gewesen, sagt Jolina. Denn: „Ich möchte nichts bauen, was nicht gebraucht wird.“ Sie habe sich einerseits in ihrem privaten Netzwerk umgehört, mit Freunden, Bekannten und wiederum deren Kontakten geschrieben und viel telefoniert. „Am ersten Tag war ich sieben Stunden in Calls.“
Mit vielen Menschen über die eigene Idee reden – diesen Tipp habe ihr bereits ein Professor an ihrer Uni gegeben. „Jetzt habe ich erst so richtig gemerkt, dass wenn man mit Menschen redet, viele Antworten für andere offensichtlich sind, aber für mich dann irgendwie doch nicht.“ Die Gespräche habe sie mit dem Handy aufgenommen und im Anschluss die Transkripte via ChatGPT ausgewertet. Ihr Fazit: Ihre Idee stößt bei den Athleten auf Begeisterung, es gebe viel positives Feedback. Es gibt jedoch auch ein großes Aber.
Kommt es wegen eines Bottlenecks zum Pivot?
Doch dann stieß Jolina auf ein Problem. Für ihre Gesundheits-App gibt es derzeit ein Bottleneck – also einen Engpass, der die Umsetzung erschwert und im schlimmsten Fall sogar verhindern könnte.
Der Grund: Die Blutproben der Nutzer müssen nach den Selbsttests in einem Labor ausgewertet werden. Dafür ist Jolina auf externe Partner angewiesen. Solange die Testing-Unternehmen, mit denen sie Gespräche führt, keine Zusage für eine Zusammenarbeit geben, fehlt ihrer Idee ein zentraler Baustein. Im Zweifelsfall könne sie die App nicht launchen, gibt sie selbst zu bedenken.
„Ich glaube sehr an das Thema, weil ich sehr positives Feedback bekommen habe“, sagt sie. Sie müsse nun die Rückmeldung der angefragten Anbieter abwarten.
Ganz ohne Plan B ist sie allerdings nicht. Parallel arbeitet sie bereits an einem zweiten Projekt. „Und zwar geht es um GLP-1, also die Abnehmenspritze.“ Bekannt sind die Medikamente vor allem unter den Markennamen Ozempic und Wegovy. Sie enthalten den Wirkstoff Semaglutid und werden zur Gewichtsreduktion eingesetzt. Aus Gesprächen mit Nutzern habe Jolina herausgehört, dass viele Betroffene Schwierigkeiten im Umgang mit den Medikamenten haben.
„Viele Menschen haben das Problem, dass sie starke Nebenwirkungen haben und es sehr viel Unklarheit dazu gibt, wie sie das Produkt richtig nutzen sollten.“ GLP-1-Medikamente unterdrücken das Hungergefühl künstlich, können aber auch Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Erbrechen auslösen. „Das ist ein großes Thema, weshalb Nutzer die Spritze häufig wieder absetzen und dann in einen Jojo-Effekt reinkommen und wieder zunehmen.“
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Jolinas neue Idee: Eine App bauen, die für GLP-1-Nutzer wie ein Tagebuch funktioniert und gleichzeitig typische Fragen und Arztvorbereitungen zusammenfasst. Ob daraus ein Pivot wird oder die Bluttest-App doch noch die nötigen Partner findet, dürfte sich in den kommenden Wochen des Sommercamps entscheiden.
Ein erstes Tech-Setup aufgebaut
Jolina bezeichnet sich selbst als „noch Non-Techie“. Sie absolvierte bisher ein VC-Praktikum bei Heartfelt, eine ESG-Beratung bei PwC, ein Marketing-/E-Commerce-Praktikum bei Medienwerft und übernahm die Leitung eines kleinen E-Commerce-Unternehmens.
Ihr technische Profil sei noch ausbaufähig, noch habe sie kein Produkt selbst entwickelt, erzählt sie. Mit ihrem Mentor Paul Elias, AI Engineering bei Axel Springer, legte sie in Woche Eins gemeinsam die Grundlagen für ihr technisches Setup und arbeitet seitdem hauptsächlich mit Codex in ChatGPT (Hinweis: OpenAI ist Partner von unserem Programm). All das sei für sie noch Neuland. „Aber ich habe echt Lust, das zu lernen.“
Jolinas Learnings aus der ersten Woche
Aus der ersten Woche des Sommercamps habe sie vor allem aus den Workshops – etwa mit Vercel – und den Fragerunden mit erfahrenen Gründern viel mitgenommen, sagt Jolina. Zwei Learnings sind ihr besonders hängen geblieben:
- Schnell bauen, schnell validieren, schnell iterieren und trotzdem auf Qualität achten: „Ich habe lieber ein vernünftiges Produkt, was Wert schafft, aber wenig Features am Anfang hat, anstatt etwas Aufwendiges lange zu bauen, das dann nicht perfekt ist und Verwirrung kreiert. Ich will sichergehen, dass ich etwas launche, das dann idiotensicher ist.“
- Mit vielen Menschen sprechen, um Feedback zu bekommen: „Mit vielen Menschen sprechen, die nah am Thema sind, ist immer total sinnvoll. Schließlich wissen die mehr über sich und ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse und Vorstellungen, als ich mir vorher überlegen könnte. Dabei haben mir die Tipps von Dash0-CEO Mirko Novakovic besonders weitergeholfen.“
Für die zweite Woche des Camps hat sich Jolina ein klares Ziel gesetzt: Sie will einen ersten Prototyp ihrer Tagebuch-App für GLP-1-Nutzer entwickeln und sich dazu mit potenziellen Partnern innerhalb des Axel-Springer-Konzerns austauschen. Anschließend soll die Anwendung möglichst schnell live gehen, um erste Nutzer zu gewinnen und Features zu testen.
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Diese 20-Jährige will das „Doctolib für Handwerker“ bauen
Ein Chatbot statt endloser Telefonate: Suna Tamboga baut im Gründerszene-Camp eine KI-App, die die Handwerkersuche einfacher machen soll.
250 Euro verlangt der Handwerker am Telefon – allein für die Anfahrt quer durch Berlin. Der Auftrag in Prenzlauer Berg liegt zu weit weg für ihn. Und wieder muss man weiter suchen und verliert wertvolle Zeit. Für Suna Tamboga ist das der Beweis: Die Suche nach Handwerkern scheitert oft daran, dass Kunde und Anbieter nicht zusammenpassen.
Mehr als 20 Betriebe ruft Suna an, will herausfinden, was falsch läuft bei der Handwerkersuche. Und wie sie die Probleme lösen kann. Denn Suna baut eine App: „Doctolib für Handwerker“, sagt sie uns.
Ihre These: „Kunden telefonieren herum, schreiben E-Mails und bekommen keine Rückmeldung.“ Gleichzeitig „erhalten die Betriebe viele E-Mails und Anrufe, die gar nicht zu ihnen passen. Die meisten Menschen wissen schlicht nicht, ob sie einen Elektriker, einen Klempner oder einen anderen Handwerker brauchen.“ Ein Chatbot, der direkt alle Infos abfragt und Kunden mit den richtigen Handwerkern zusammenbringt, das ist Sunas Idee.
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Seit einer Woche entwickelt sie das Projekt in unserem Startup-Sommercamp „Gründerszene sucht die Supergründer“. Zehn Wochen lang bauen dort acht Fellows mithilfe Künstlicher Intelligenz eigene Consumer-Apps. Dabei helfen ihnen Profis aus Tech und Business als persönliche Coaches.
„Gründerszene sucht die Supergründer“ ist ein zehnwöchiges Startup-Fellowship von Gründerszene. Acht ausgewählte Fellows entwickeln in Berlin mit Künstlicher Intelligenz Consumer-Startups – von der Idee bis zum ersten Produkt. Während des Programms arbeiten die Fellows gemeinsam im Axel-Springer-Hochhaus und werden von erfahrenen Unternehmern, Investoren und Experten begleitet. Partner wie OpenAI, Vercel, Dash0 und DHL unterstützen sie mit Technologie, Know-how und Mentoring. Gründerszene dokumentiert die gesamte Reise mit Artikeln, Videos und Social-Media-Inhalten – und zeigt hautnah, wie heute die nächste Generation von Startups entsteht.
Crashkurs im Gründen
Zur App inspirieren Suna ihre Eltern. Der Vater leitet eine Handwerkerfirma und habe immer wieder von Chaos-Absprachen berichtet zwischen Kunden und Dienstleistern. Die Mutter ist Ärztin. Als sie vor Jahren ihre Praxis gegründet hat, sei der organisatorische Aufwand „enorm“ gewesen: Termine koordinieren, Bürokratie bewältigen und Mitarbeitende organisieren. Dann habe sie die Software Doctolib eingeführt. Über das Programm buchen Patienten Termine bei passenden Ärzten. „Sie hat zu Hause ständig davon geschwärmt, weil plötzlich vieles online lief“, sagt Suna.
Als die Studentin während eines Praktikums in Berlin vom Gründerszene-Startupcamp hört, bewirbt sie sich und wird aus rund 200 Bewerbern neben sieben weiteren Teilnehmern ausgewählt. Jetzt entwickelt Suna bei Gründerszene ihre App mit KI-Modellen wie Codex von OpenAI, einem der offiziellen Partner des Programms.
Fünf Tage bis zum ersten Prototyp
Suna wollte anfangs möglichst schnell einen ersten Prototyp bauen. Das sollte helfen, die App anderen vorzustellen und den Bedarf zu validieren. Fünf Tage später hatte sie den ersten Prototypen erstellt: Er fragt die Probleme ab, stellt Rückfragen, gibt Tipps zur Reparatur. Später soll er einmal passende Handwerker in der Umgebung vorschlagen. Sobald die Nutzer sie auswählen und Termine vereinbaren, leitet der Chatbot die Daten weiter. Zwar funktioniere der Prototyp noch nicht ganz. Aber: „Ich kann bereits zeigen, wie ich mir die Lösung vorstelle. Das hilft enorm, um mit Menschen darüber zu sprechen und Feedback einzuholen.“
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Suna sagt, die größte Herausforderung werde später sein, die Handwerker davon zu überzeugen, ihre Abläufe umzustellen und auf eine neue Plattform zu wechseln. Der Weg sei schwierig. „Aber ich glaube, dass es machbar ist. Genau das macht für mich den Reiz aus. Diese Herausforderung motiviert mich.“
Sunas Top-Learning nach einer Woche
Sunas wichtigstes Learning: „Kurze Pitches halten. Wir mussten unsere Idee ständig in wenigen Sekunden erklären. Dadurch wird man automatisch besser.“ Außerdem „habe ich zum ersten Mal viele technische Begriffe wirklich verstanden. Am Anfang wusste ich überhaupt nicht, was Begriffe wie „deployen“, „lokal“ oder „pushen“ bedeuten. Ich dachte nur: Wovon reden die eigentlich?“, sagt sie. „Mir ist klar geworden, dass ich wahrscheinlich nie auf das technische Niveau vieler Entwickler kommen werde. Das muss ich aber auch gar nicht. Ich möchte genug verstehen, um gute Produkte bauen zu können und sinnvoll mit technischen Teams zusammenzuarbeiten.“
Das erste Fazit: „Ich bin die Jüngste und hatte anfangs das Gefühl, deutlich weniger Erfahrung mitzubringen als viele andere. Einige haben bereits gegründet oder einen technischen Hintergrund. Das hat mich zunächst beeindruckt.“ Und: „Wenn jemand anderes erfolgreich ist, macht mich das nicht schlechter und umgekehrt genauso. Ich finde alle unglaublich motivierend. Jede und jeder bringt eine spannende Idee mit.“
Ziel für die zweite Woche: „Ich möchte noch intensiver mit Handwerksbetrieben sprechen und tiefer in die Zielgruppe eintauchen. Ich habe sogar Lust, mich einfach auf die Straße zu stellen und Handwerker anzusprechen. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich schon so viele gesehen.“
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Helsing erhält 1,8 Milliarden – deutsche-startups.de
#DealMonitor
+++ #DealMonitor +++ DefenseTech Helsing erhält 1,8 Milliarden (Bewertung: 18 Milliarden) +++ ConTech Sodex sammelt 4 Millionen ein +++

Im #DealMonitor für den 13. Juli werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.
STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE

The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland
INVESTMENTS
Helsing
+++ Dragoneer Investment Group, Lightspeed Venture Partners, Disruptive, Iconiq, Goldman Sachs Alternatives, JPMorganChase, Canada Pension Plan Investment Board (CPP Investments), General Catalyst, Plural und Stepstone investieren 1,8 Milliarden US-Dollar (Series E) in Helsing. Die Bewertung des DefenseTechs steigt im Zuge dieser Rekordinvestmentrunde auf 18 Milliarden US-Dollar. Damit steigt das Unternehmen zum wertvollsten deutschen Startup überhaupt auf. Erst im Sommer 2025 stieg Helsing zum seltenen Decacorn (Bewertung: 12 Milliarden Euro) auf. Das Grownup aus München, 2021 von Torsten Reil, Niklas Köhler und Gundbert Scherf gegründet, setzt auf „KI-Fähigkeiten für den Sicherheits- und Verteidigungsbereich“. In den vergangenen Jahren flossen bisher rund 3 Millarden US-Dollar in Helsing. Mit dem frischen Kapital möchte das Unternehmen „seine Mission beschleunigen, vollständig neue KI-Plattformen zu entwickeln und in die Verteidigungsfähigkeiten einer wachsenden Zahl von Partnerländern zu integrieren“. Mehr über Helsing
Sodex
+++ Der Münchner B2B-Geldgeber Capmont Technology, Bloomhaus Ventures, Look AI Ventures, Superangels sowie die Altinvestoren SOSV, OMA Business Angels und 12 Rounds Capital investieren 4 Millionen Euro in Sodex – siehe Trending Topics. Das ConTech aus Lorüns in Österreich, 2021 von Bernhard Gantner, Raphael Ott und Ralf Pfefferkorn gegründet, kümmert sich um Baustellenvermessung. „Unsere SDX-Systeme werden direkt auf der Baumaschine montiert und scannen das Gelände kontinuierlich mit zentimetergenauer Präzision. Keine manuelle Vermessung, keine Verzögerungen“, teilt das Team mit. Mehr über Sodex
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): azrael74
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