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Künstliche Intelligenz

Top 10: Beste NVMe-SSD für PC und Laptop im Test – Kingston vor Corsair & Co.


Kompakt, schnell und sparsam: NVMe-SSDs liefern bis zu 14.000 MB/s, lange Lebensdauer und passen in PC, Laptop und PS5.

Eine NVMe-SSD ist 2026 der Standard für jeden modernen Computer – schneller als jede Festplatte, deutlich flotter als eine SATA-SSD und in Sekundenschnelle eingebaut. Doch der Markt ist durch den KI-Boom und die enorme Nachfrage nach NAND-Speicher in Bewegung: Die Preise sind zuletzt spürbar gestiegen, die Auswahl reicht vom Einsteigermodell für 60 Euro bis zur PCIe-5.0-Spitzen-SSD für 900 Euro. Wir zeigen, welche NVMe-SSD sich für welchen Einsatz lohnt, worauf beim Kauf zu achten ist und wo die Unterschiede zwischen den vielen Solid-State-Drives liegen.

Im Ratgeber klären wir die wichtigsten Fragen: Was bedeutet NVMe überhaupt, warum gibt es M.2-SSDs mit PCIe und mit SATA, welche Kapazität passt zu welchem Einsatz und wie lange hält eine solche SSD eigentlich? Grundlage aller Empfehlungen sind die Messungen der c’t-Redaktion, die wir hier zusammenfassen und einordnen.

Welche ist die beste NVMe-SSD?

Unser Testsieger ist die Kingston Fury Renegade G5: Sie liefert Spitzentempo auf PCIe-5.0-Niveau, bleibt unter 7 Watt Leistungsaufnahme und kostet in der 2-TB-Version rund 280 Euro, mit 1 TB 199 Euro – deutlich weniger als die direkte Konkurrenz.

Als Technologiesieger empfehlen wir die Corsair MP700 Pro XT mit Phisons neuem E28-Controller und sequenziellen Raten bis 14,8 GB/s, die jedoch mit 1 TB 230 Euro und mit 2 TB rund 470 Euro kostet.

Preis-Leistungs-Sieger ist die Lexar NM790 ab 114 Euro mit 512 GB oder 155 Euro mit 1 TB – eine schnelle PCIe-4.0-SSD für Gamer und Alltagsnutzer zu einem fairen Preis pro Terabyte.

KURZÜBERSICHT

Die Kingston Fury Renegade G5 liefert Spitzentempo bei deutlich niedrigerem Stromverbrauch als viele Konkurrenten – und das zu einem fairen Preis: Bereits ab rund 199 Euro für 1 TB ist sie zu haben, die 2-TB-Variante kostet rund 280 Euro. Damit ist sie unser Testsieger in der PCIe-5.0-Spitzenklasse: Die rein technisch leicht überlegene Corsair MP700 Pro XT kostet bei 2 TB fast das Doppelte – ein Aufpreis, den die Renegade G5 für die meisten Käufer überflüssig macht.

VORTEILE

  • Spitzentempo auf PCIe-5.0-Niveau
  • niedriger Stromverbrauch unter 7 W
  • faire Preise bei hoher Endurance

NACHTEILE

  • Lastverhalten schwächer als bei MP700 Pro XT, P51 oder PV593
  • Tempo beim Dauerschreiben fällt deutlich
  • 8-TB-Variante sehr teuer

Wer eine schnelle PCIe-5.0-SSD für aktuelle Spiele-, Workstation- oder Content-Creation-Systeme sucht, bekommt mit der MP700 Pro XT ab rund 230 Euro (1 TB) eines der derzeit besten Pakete am Markt. Sie kombiniert Spitzentempo mit überraschend genügsamer Leistungsaufnahme – damit ist sie auch für Mainboards ohne dicken M.2-Kühler interessant.

VORTEILE

  • Top-Tempo bei sequenziellen Transfers und IOPS
  • beim Verbrauch genügsamer als bisherige PCIe-5.0-Modelle
  • stabile Performance auch unter Dauerlast

NACHTEILE

  • sehr hoher Preis durch KI-bedingte Marktlage
  • kein 2230-Format für Handhelds
  • maximaler Tempo-Vorteil nur an PCIe-5.0-Mainboards spürbar

Wer eine sparsame, schnelle NVMe-SSD für den Alltag im PC sucht und dabei nicht das letzte Quäntchen Spitzenleistung braucht, bekommt mit der NM790 ein rundes Paket. Besonders Notebook-Aufrüster profitieren vom geringen Stromhunger – ohne große Abstriche bei der Performance. Preislich beginnt sie bei 114 Euro (512 GB) oder 155 Euro für 1 TB.

VORTEILE

  • niedriger Stromverbrauch
  • gutes Dauerschreibverhalten bis ca. 80 Prozent Füllstand
  • im Vergleich zur Konkurrenz weiterhin attraktiv positioniert
  • breite Auswahl an Kapazitäten von 512 GB bis 8 TB

NACHTEILE

  • Schreibrate bricht bei vollem Laufwerk stark ein
  • kein eigener DRAM-Cache
  • absolut betrachtet durch die Speicherkrise spürbar teurer

Ratgeber

Was ist eine SSD (Solid State Drive)?

Eine SSD (Solid State Drive) ist ein Speichermedium, das Daten elektronisch auf Flash-Chips ablegt – im Gegensatz zur klassischen Festplatte, die magnetische Daten auf rotierenden Scheiben speichert. Der Name verrät bereits das entscheidende Prinzip: „Solid State“ bedeutet wörtlich „fester Zustand“ und beschreibt elektronische Bauteile ohne bewegliche Mechanik. Während eine HDD mit rotierenden Magnetscheiben und schwebenden Schreib-Lese-Köpfen arbeitet, besteht eine SSD ausschließlich aus festen Halbleiterbauelementen. Daraus ergeben sich die typischen Vorteile: lautloser Betrieb, geringer Energieverbrauch, kurze Zugriffszeiten und hohe Unempfindlichkeit gegen Stöße und Erschütterungen.

Im Inneren einer SSD arbeiten drei zentrale Komponenten: der Controller als Steuerzentrale, der Flash-Speicher als eigentlicher Datenspeicher und in vielen Modellen ein DRAM-Cache als Zwischenspeicher. Je nach Bauart und Schnittstelle unterscheidet man interne SSDs (NVMe oder SATA) und externe Lösungen im USB-Gehäuse. Die Lebensdauer hängt vom Flash-Typ ab: MLC, TLC und QLC unterscheiden sich darin, wie viele Bits pro Speicherzelle abgelegt werden – mehr Bits bedeuten mehr Kapazität, aber weniger Schreibzyklen. Heutige NVMe-SSDs und SATA-SSDs setzen überwiegend auf TLC-Flash, der einen guten Kompromiss aus Preis, Tempo und Haltbarkeit bietet.

Was bedeutet NVMe bei einer SSD?

NVMe steht für „Non-Volatile Memory Express“ und ist ein Protokoll, das speziell für Flash-Speicher entwickelt wurde. Eine NVMe-SSD kommuniziert direkt über die PCIe-Schnittstelle mit dem Prozessor, statt den langsameren SATA-Standard zu nutzen. Das verkürzt die Wege, reduziert die Latenz und bringt spürbar mehr Tempo.

Der entscheidende Vorteil liegt in der Parallelverarbeitung: NVMe kann bis zu 65.535 Warteschlangen gleichzeitig bearbeiten, SATA dagegen nur eine einzige. Für moderne Mehrkern-CPUs ist das NVMe-Protokoll daher ideal, weil mehrere Kerne parallel auf die SSD zugreifen können. Ältere Protokolle wie AHCI bremsen hier aus. NVMe-SSDs kommen meist im M.2-Format, das direkt auf dem Mainboard verbaut wird – ohne Kabel und ohne Rahmen. Das Betriebssystem startet so in Sekunden, Spiele und Programme laden deutlich schneller als von klassischen Festplatten.

M.2-SSD mit NVMe oder SATA – der wichtige Unterschied

Hier sorgt die Bauform regelmäßig für Verwirrung: M.2 ist nur ein physischer Steckplatz, kein Tempo-Versprechen. Es gibt M.2-SSDs mit PCIe-Anbindung (das sind die echten NVMe-SSDs) und M.2-SSDs mit SATA-Anbindung. Beide stecken im selben Slot und sehen nahezu identisch aus – die Geschwindigkeiten unterscheiden sich aber massiv.

Eine M.2-SATA-SSD erreicht maximal rund 560 MB/s, also dasselbe Tempo wie eine klassische 2,5-Zoll-SATA-SSD. Eine M.2-NVMe mit PCIe 4.0 kommt auf 7.000 MB/s, Gen5-Modelle auf über 14.000 MB/s. Warum es M.2-SATA überhaupt noch gibt: Viele ältere Notebooks und Mini-PCs haben zwar einen M.2-Slot, aber nur mit SATA-Anbindung.

Acemagic V1 – M.2-SATA-SSD mit B+M-Key

Wer auf Kompatibilität achten muss, prüft im Mainboard-Handbuch oder Notebook-Datenblatt, welches Protokoll der Slot unterstützt. Auf der Verpackung sollte klar „NVMe“ oder „PCIe“ stehen – sonst droht beim Einbau einer falschen Art von SSD eine böse Überraschung: Eine PCIe-NVMe läuft nicht in einem reinen SATA-M.2-Slot und umgekehrt.

Eine NVMe-SSD ist in praktisch jeder Disziplin schneller als eine SATA-SSD. Während SATA bei rund 560 MB/s an die Grenze der Schnittstelle stößt, erreichen moderne NVMe-SSDs Geschwindigkeiten von 7.000 MB/s bis über 14.000 MB/s. Das sind Faktor 10 bis 25.

Im Alltag spürt man den Unterschied vor allem beim Kopieren großer Dateien, beim Starten von Programmen und bei Spielen mit kurzen Ladezeiten. NVMe-SSDs bieten durch die PCIe-Schnittstelle deutlich höhere Übertragungsraten als vergleichbare SATA-Modelle, was sie besonders für Gaming und professionelle Anwendungen geeignet macht. Eine SATA-SSD bleibt nur dann sinnvoll, wenn das Mainboard keinen NVMe-fähigen M.2-Slot bietet.

Wann lohnt sich eine SATA-SSD heute noch?

Trotz NVMe-Dominanz hat die SATA-SSD weiterhin ihre Berechtigung – vor allem in drei Szenarien: beim Aufrüsten alter Rechner, als günstige Zweit-SSD und in Systemen, die keinen freien M.2-Slot mehr bieten. Die SATA-Schnittstelle ist seit über 20 Jahren etabliert und sitzt praktisch in jedem PC, jedem älteren Notebook und vielen NAS-Geräten.

Der Geschwindigkeitsnachteil ist im Alltag oft kleiner, als die nackten Zahlen vermuten lassen. Beim Booten von Windows oder beim Start gängiger Programme spielt die maximale Übertragungsrate kaum eine Rolle – entscheidend sind die Zugriffszeiten, und die liegen bei modernen SATA-SSDs nahe an denen einer NVMe SSD. Für Office-PCs, ältere Gaming-Rechner oder als Datengrab im Desktop-PC ist eine SATA SSD daher weiterhin eine sinnvolle und günstige Wahl. Gute 1-TB-Modelle wie die Crucial MX500 oder die Samsung 870 Evo gibt es regelmäßig im Angebot für unter 80 Euro. Wer dagegen ein modernes System mit freiem M.2-Slot besitzt, sollte direkt zur NVMe greifen – der Preisunterschied ist marginal, der Tempovorteil bei großen Dateien deutlich.

Solid State Drive oder HDD: Was ist besser?

Eine SSD schlägt jede HDD in Geschwindigkeit, Geräuschentwicklung und Stoßfestigkeit. Eine moderne Festplatte erreicht rund 300 MB/s in den Außenzonen, NVMe-SSDs sind um ein Vielfaches schneller. Der einzige Vorteil der HDD ist der Preis pro Terabyte: Große Kapazitäten sind deutlich billiger.

Eine Festplatte speichert Daten magnetisch auf rotierenden Scheiben, eine SSD nutzt Flash ohne bewegliche Teile. Daraus ergeben sich die bekannten Vorteile der SSD: kürzere Zugriffszeiten, weniger Energieverbrauch, lautloser Betrieb. Für Betriebssystem und Programme gehört heute zwingend eine SSD in den Computer. Im NAS bleibt das Hard-Disk-Drive die sinnvollere Lösung – die nötigen Kapazitäten von 8, 12 oder 24 TB sind mit SSDs noch immer zu teuer.

Alternative Speichermöglichkeiten

Neben der NVMe-SSD gibt es weitere Möglichkeiten zur Datenspeicherung, die je nach Einsatz sinnvoll sein können:

  • 2,5″-SATA-SSDs: klassische Bauform für ältere PCs und Laptops ohne M.2-Slot. Maximal 560 MB/s, aber günstig und weit verbreitet.
  • HDDs: klassische Festplatten mit hoher Speicherkapazität zum kleinen Preis. Erste Wahl für Datenarchive und NAS-Systeme, nicht mehr für Betriebssystem oder Programme.
  • USB-Sticks: für den schnellen Transport kleinerer Datenmengen praktisch. Moderne USB-Sticks nutzen teils M.2-SSD-Technik, liegen im Tempo aber meist deutlich unter internen Laufwerken.
  • Speicherkarten (SD und microSD): vor allem in Kameras, Smartphones und Handhelds wie dem Steam Deck als Erweiterung sinnvoll. Als Haupt-Laufwerk im Computer aber zu langsam und zu unzuverlässig.
Die USB-Sticks gibt es mit unterschiedlichen Anschlüssen und in stark abweichenden Designs.

Für den modernen Desktop-PC oder Gaming-Rechner ist die NVMe-SSD konkurrenzlos. Als Zweit-Laufwerk im selben System oder als Backup-Lösung machen HDDs und externe Datenträger weiterhin Sinn.

Externe NVMe im SSD-Gehäuse

Wer eine interne SSD zusätzlich oder alternativ extern nutzen will, greift zu einem SSD-Gehäuse. Darin steckt eine M.2-NVMe, das Gehäuse verbindet die SSD per USB mit dem Computer. Die erreichbare Geschwindigkeit hängt vom USB-Standard ab:

  • USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s): bis rund 1.000 MB/s – Standard bei günstigen Gehäusen
  • USB 3.2 Gen 2 × 2 (20 Gbit/s): bis rund 2.000 MB/s – nur mit kompatiblem Host
  • USB4 / Thunderbolt 3⁄4 (40 Gbit/s): bis rund 3.800 MB/s – aktuell das Maximum
  • USB4 v2 (80 Gbit/s): theoretisch bis 8.000 MB/s – noch selten am Markt
Icybox-Gehäuse für NVMe-SSD

Für Backups und den Transport großer Videos reicht ein USB-3.2-Gen-2-Gehäuse. Wer eine schnelle externe Arbeitsplatte für Videoschnitt sucht, greift zu USB4 oder Thunderbolt – entsprechende Gehäuse kosten allerdings ein Vielfaches. Wichtig: Der schnellste Gehäuse-Standard nützt nichts, wenn der Computer ihn nicht unterstützt. Vor dem Kauf lohnt sich der Blick auf die Schnittstelle am eigenen Gerät.

PCIe-Generationen: Gen3, Gen4 oder Gen5?

Die Generation der PCIe-Schnittstelle bestimmt die maximale Geschwindigkeit. Gen3 erreicht bis zu 3.500 MB/s, Gen4 bis zu 7.500 MB/s und Gen5 über 14.000 MB/s. Jede Generation verdoppelt grob die Bandbreite.

Für die meisten Nutzer ist PCIe 4.0 heute die beste Wahl. Die Preise sind gefallen, die Kompatibilität ist auf aktuellen Mainboards gegeben, die Leistung reicht für alle Spiele und fast alle professionellen Applikationen. PCIe 5.0 lohnt sich nur für Benutzer mit speziellen Anforderungen – etwa im Videoschnitt mit 8K-Material oder bei großen Datenbanken. PCI Express ist abwärtskompatibel: Eine Gen-4-SSD läuft auch in einem Gen3-Slot, allerdings nur mit Gen-3-Geschwindigkeit. Umgekehrt bringt eine Gen4-SSD im Gen5-Slot keinen Vorteil, da sie die Vorteile des moderneren Slota nicht ausnutzen kann. Wer Geld sparen will, prüft die Schnittstelle seines Mainboards, bevor er zur teuersten Generation greift.

Welche Kapazität braucht eine NVMe-SSD?

Unter 500 GB lohnt sich eine neue NVMe kaum noch. Allein Windows belegt rund 30 GB, moderne AAA-Spiele gerne mal 100 GB und mehr pro Titel. 1 TB ist heute der vernünftige Einstieg, 2 TB der Sweetspot für Gamer und Anwender mit größeren Projekten.

  • 500 GB: nur noch für Zweitgeräte oder als reine System-SSD
  • 1 TB: aktueller Standard, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • 2 TB: Sweetspot für die meisten Anwender
  • 4 TB und mehr: für Videoschnitt, Steam-Bibliotheken, professionelle Programme

Je größer die Kapazität, desto niedriger oft der Preis pro Gigabyte. Der Aufpreis von 1 auf 2 TB ist meist moderat, bei 4 TB wird es deutlich teurer. Alle Solid-State-Drives verlieren etwas an Geschwindigkeit, wenn sie sich dem Füllstand-Limit nähern. Der Grund liegt im SLC-Cache: Die SSD nutzt einen Teil ihres Speichers als schnellen Pseudo-SLC-Cache, der bei voller interner SSD schrumpft. Ergebnisse aus den c’t-Messungen zeigen, dass manche SSDs ab 90 Prozent Befüllung dramatisch einbrechen, andere halten ihre Schreibgeschwindigkeiten länger. Faustregel: 10 bis 20 Prozent Speicherplatz sollten immer frei bleiben.

Einbau und Kühlung einer NVMe-SSD

Die Installation einer M.2-NVMe ist in wenigen Minuten erledigt. SSD schräg in den Slot stecken, herunterdrücken, mit einer kleinen Schraube fixieren – fertig. Das Betriebssystem wird anschließend wie gewohnt von einem USB-Stick installiert. Das System erkennt die neue interne SSD nach dem Einschalten automatisch.

Lexar NM790 – Bilderstrecke

Bei Gen4- und Gen5-Modellen ist ein Kühlkörper nahezu Pflicht. Schnelle NVMe-SSDs werden unter Last heiß und drosseln bei Überhitzung ihre Leistung – viele Mainboards liefern daher passende Kühlbleche mit. Moderne Controller wie der SM2508 oder Phison E28 bleiben zwar deutlich kühler als ältere Designs, profitieren aber ebenfalls von passiver Kühlung.

Wer ein Notebook aufrüstet, sollte auf die Bauhöhe achten: Hier passen oft nur flache Kühlkörper, andernfalls bleibt die SSD ohne zusätzliche Kühlung. Vor dem Kauf lohnt sich zudem ein Blick auf die unterstützten M.2-Längen des Mainboards. Standard ist M.2 2280 (80 mm), für Handhelds wie das Steam Deck kommen aber auch kürzere Formate zum Einsatz.

Wie lange hält eine NVMe-SSD?

Moderne NVMe-SSDs halten typischerweise 5 bis 10 Jahre bei normaler Nutzung. Die Zuverlässigkeit hängt vom verwendeten Flash-Typ ab: TLC-Speicher ist haltbarer und schneller als QLC-Speicher. Ältere MLC-SSDs sind noch robuster, werden aber kaum noch hergestellt.

Hersteller geben die Haltbarkeit in TBW an (Terabytes Written). Eine 1-TB-SSD kommt je nach Modell auf 600 bis 1.200 TBW – das entspricht mehreren hundert Jahren typischer Heimnutzung. Die Kingston Fury Renegade G5 liegt bei der TBW-Angabe im oberen Bereich, die Sandisk WD Black SN8100 kommt auf 1.200 TB über fünf Jahre Garantie, die Corsair MP700 Pro XT auf 1.400 TB. Die meisten SSDs halten deutlich länger als ihre Garantiezeit.

Wichtiger für die Lebensdauer als die reine Anzahl der Schreibvorgänge ist oft die Temperatur: Eine gut gekühlte SSD altert deutlich langsamer als eine, die dauerhaft am Temperaturlimit arbeitet.

Was passiert, wenn eine SSD kaputtgeht?

Geht ein Datenträger kaputt, verhält sich eine SSD grundlegend anders als eine klassische Festplatte. Eine HDD fällt bei einem mechanischen Defekt häufig schlagartig aus – etwa bei einem Headcrash, bei dem der eigentlich knapp über der Magnetscheibe schwebende Schreib-Lese-Kopf diese berührt und beschädigt. Die Daten sind in solchen Fällen ohne professionelle Datenrettung meist verloren.

Bei einer SSD kündigt sich das Lebensende dagegen langsam an. Moderne Controller überwachen die Schreibzyklen jeder einzelnen Speicherzelle und melden rechtzeitig, wenn der Verschleiß kritisch wird – über die sogenannten SMART-Werte, dazu gleich mehr. Erreicht die SSD ihr Limit, schalten viele Modelle in einen Notfallmodus: Sie lässt sich dann nur noch lesen, aber nicht mehr beschreiben. Das gibt Anwendern Zeit, die Daten in Ruhe auf ein neues Laufwerk zu kopieren – ein entscheidender Vorteil gegenüber HDDs.

Trotzdem gilt die alte Regel: Ein Backup auf einem zweiten Datenträger ist Pflicht. Auch SSDs können durch Controller-Fehler oder Firmware-Probleme schlagartig ausfallen, ohne dass vorher Warnsignale auftauchen. Wer wichtige Daten dauerhaft sichern will, nutzt zusätzlich eine externe Festplatte, ein NAS oder einen Cloud-Speicher.

SSD im Blick behalten: SMART-Werte und Tools

SMART steht für „Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology“ – ein in jeder modernen Solid State Drive integriertes Selbstüberwachungssystem. Der Controller protokolliert kontinuierlich Betriebsdaten wie die Anzahl geschriebener Terabytes, die Temperatur, die Zahl der Einschaltvorgänge und den Zustand der Speicherzellen. Diese Werte lassen sich jederzeit auslesen und geben einen verlässlichen Hinweis auf die verbleibende Lebensdauer.

Für die Auswertung gibt es kostenlose Programme: CrystalDiskInfo ist das bekannteste Tool und zeigt die wichtigsten Werte übersichtlich an, inklusive einer Gesundheits-Ampel. Hersteller wie Samsung (Samsung Magician), Crucial (Storage Executive), Kingston (SSD Manager) oder Sandisk bieten zudem eigene Programme, die zusätzlich Firmware-Updates und Optimierungen anbieten. Wer regelmäßig einen Blick auf die SMART-Werte wirft, erkennt einen drohenden Ausfall meist Wochen oder Monate im Voraus – Zeit genug, ein Backup zu machen und eine neue SSD zu beschaffen. Besonders relevant ist der Wert „Verbleibende Lebensdauer“ (oft als Prozentangabe), der den prozentualen Restverschleiß angibt.

Preisklassen und aktuelle Angebote

Der Markt ist durch den KI-Boom in Bewegung: Hyperscaler kaufen NAND-Speicher in gewaltigen Mengen, die Straßenpreise sind spürbar gestiegen. Für 1 TB Speicherplatz muss man aktuell folgende Preise einkalkulieren:

  • PCIe 3.0 ab rund 122 Euro: Einstiegsklasse, etwa die PNY CS1030. Reicht für Office-PCs, ältere Systeme und als Zweit-SSD. Sequenzielle Raten bis rund 2.400 MB/s.
  • PCIe 4.0 ab rund 129 Euro: Der Sweetspot für die meisten Nutzer, etwa die Patriot P400 Lite. Solide Alltagsleistung, oft ohne DRAM-Cache, aber mit HMB. Für Gaming und die meisten professionellen Programme mehr als ausreichend.
  • PCIe 5.0 ab rund 146 Euro: Der Einstieg in die aktuelle Spitzenklasse beginnt mit der Kioxia Exceria G3. Für volle Geschwindigkeiten jenseits der 14.000 MB/s führt an Modellen wie der Kingston Fury Renegade G5 oder der Corsair MP700 Pro XT aber kein Weg vorbei – hier liegen die Preise für 1 TB bei 219 bis knapp 300 Euro.

Der Aufpreis von PCIe 4.0 auf 5.0 ist bei den Einstiegsmodellen überschaubar, bei den echten High-End-NVMes aber deutlich. Wer den Sprung auf Gen5 macht, sollte sicherstellen, dass das Mainboard den Standard auch unterstützt – sonst verpufft der Mehrpreis. Professionelle Anwendungen profitieren von High-End-NVMe-Modellen mit DRAM-Cache, für den typischen Heim-PC reicht die PCIe-4.0-Klasse völlig aus.

Wer nicht sofort kaufen muss, sortiert Preisvergleichsseiten nach Preis pro Terabyte und wartet auf Neuheiten-Rabatte. Zum Black Friday fallen die Preise erfahrungsgemäß um 20 bis 30 Prozent – angesichts der aktuellen Marktlage allerdings von hohem Ausgangsniveau. Kurzfristig ist eher mit weiter steigenden als mit fallenden Preisen zu rechnen.

Testverfahren: So wurden die NVMe-SSDs getestet

Die Messergebnisse stammen aus dem Testparcours der c’t-Kollegen, die SSDs seit Jahren konsistent vermessen. Die Einordnung als Testsieger, Technologie- oder Preis-Leistungs-Sieger ist unsere eigene redaktionelle Bewertung auf Basis dieser Daten – sie spiegelt nicht zwangsläufig die Wertung der c’t wider.

Jede NVMe prüft die c’t-Redaktion mit mehreren Benchmarks: Crystaldiskmark dient der ersten Geschwindigkeitskontrolle, mit Iometer messen die Kollegen der c’t sequenzielle und zufällige Zugriffe bei verschiedenen Anfragetiefen (QD=1 bis QD=256) und ermitteln so auch die IOPS-Werte. Der PCMark-10-System-Drive-Test bewertet die Eignung als Startlaufwerk, der Drive Performance Consistency Test prüft die Ausdauer unter Dauerlast über viele Stunden.

Zusätzlich füllt H2testw die SSD komplett, um die durchschnittliche Schreibrate und die Größe des SLC-Caches zu ermitteln. Aktiv gekühlte Modelle landen in der schallarmen Kammer, dort misst die c’t den Geräuschpegel aus 25 cm Abstand. Auch die Leistungsaufnahme im Leerlauf fließt in die Bewertung ein – ein wichtiger Wert für Notebooks.

Fazit

Eine NVMe-SSD ist 2026 der Standard für jeden modernen Computer. Der Sweetspot liegt bei einer 2-TB-Gen4-SSD mit DRAM-Cache – hier bekommt man dauerhaft hohe Lese- und Schreibgeschwindigkeiten, gute Zuverlässigkeit und genug Speicherplatz für Spiele und Videos. Unser Testsieger Kingston Fury Renegade G5 liefert in der PCIe-5.0-Spitzenklasse das beste Gesamtpaket aus Tempo, Effizienz und Preis. Die Lexar NM790 ist der klare Preis-Tipp, die Corsair MP700 Pro XT das Technologie-Flaggschiff für alle, die das Maximum wollen.

PCIe 5.0 lohnt sich aktuell nur für professionelle Anwender mit hohem Datenaufkommen. Für den typischen Heim-PC reicht eine gute Gen-4-NVMe-SSD völlig aus. Wer ein älteres System ohne NVMe-fähigen M.2-Slot aufrüstet, greift zur SATA-SSD – die höhere Geschwindigkeit einer NVMe ist dort nicht nutzbar.

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NVMe-SSD Kingston Fury Renegade G5 im Test: Top-Tempo, kaum Stromhunger

Schnell, sparsam, ausdauernd – und deutlich günstiger als die Topkonkurrenz: Die Kingston Fury Renegade G5 ist unser Testsieger unter den aktuellen PCIe-5.0-SSDs.

VORTEILE

  • Spitzentempo auf PCIe-5.0-Niveau
  • niedriger Stromverbrauch unter 7 W
  • faire Preise bei hoher Endurance

NACHTEILE

  • Lastverhalten schwächer als bei MP700 Pro XT, P51 oder PV593
  • Tempo beim Dauerschreiben fällt deutlich
  • 8-TB-Variante sehr teuer

Schnell, sparsam, ausdauernd – und deutlich günstiger als die Topkonkurrenz: Die Kingston Fury Renegade G5 ist unser Testsieger unter den aktuellen PCIe-5.0-SSDs.

Mit der Fury Renegade G5 hat Kingston seit rund einem Jahr ein etabliertes Topmodell für PCIe 5.0 im Programm, das sich an Gamer und Power-User richtet, die maximale Bandbreite suchen, ohne ihr System unnötig aufzuheizen. Im Inneren steckt mit dem Silicon Motion SM2508 ein moderner Controller, der bei PCIe-5.0-SSDs den Ton angibt. Die zentrale Frage: Wie schlägt sich die Renegade G5 ein Jahr nach Marktstart gegen die neue Phison-E28-Generation – etwa die Corsair MP700 Pro XT – sowie gegen Schwergewichte wie die Samsung 9100 Pro?

Technik & Aufbau

Kingston kombiniert den SM2508-Controller von Silicon Motion mit TLC-NAND von Kioxia – eine Paarung, die sich seit dem Marktstart der SSD als Effizienz-Standard im PCIe-5.0-Segment durchgesetzt hat. Der SM2508 gilt als kühlerer Gegenspieler zu den heißeren Phison-E26-Designs der ersten Stunde und erlaubt damit auch Builds ohne überdimensionierte Kühlkörper. Beim Random Access mit hoher Warteschlangentiefe spielt die Renegade G5 ihre Stärken aus und liegt teils sogar leicht vor Samsungs 9100 Pro.

Tempo & Schreibverhalten

Die folgenden Messergebnisse stammen aus dem standardisierten c’t-Testparcours. Sequenziell nutzt die Renegade G5 den PCIe-5.0-Bus weitgehend aus: Mit knapp 14.800 MB/s beim Lesen liegt sie an der Spitze des Testfelds, knapp vor der Crucial T710. Auch bei zufälligen Zugriffen mit hoher Last spielt sie ganz vorne mit. Im PCMark 10 Full System Drive landet sie mit einer soliden Wertung im oberen Drittel.

Bei stundenlanger Dauerschreiblast und im anspruchsvollen Consistency Test fällt sie hinter die neue Corsair MP700 Pro XT mit Phison E28 sowie hinter SK Hynix P51 oder Patriot Viper PV593 zurück. Für klassische Gaming- und Alltagsnutzung spielt das aber kaum eine Rolle.

Stromverbrauch & Haltbarkeit

Hier liegt einer der entscheidenden Vorteile: Trotz Spitzentempo bleibt die Renegade G5 unter 7 W beim Lesen und Schreiben. Konkurrenten wie die Samsung 9100 Pro oder die Lexar NM990 überschreiten 8 W deutlich. Nur die neue Corsair MP700 Pro XT mit Phison-E28-Controller ist mit rund 5,5 W noch einen Hauch sparsamer. Dazu kommt eine hohe Endurance, die die SSD auch für hohe Schreiblasten qualifiziert.

Preis

Die Fury Renegade G5 ist in vier Kapazitäten erhältlich. Stand April 2026 kostet das 1-TB-Modell rund 199 Euro auf, die von den Kollegen getestete 2-TB-Variante liegt bei etwa 280 Euro. Wer mehr Platz braucht, zahlt für 4 TB rund 480 Euro – die 8-TB-Version schlägt mit happigen 1689 Euro zu Buche.

Anmerkung: Die SSD-Preise haben in den vergangenen Monaten infolge des KI-Booms und der stark gestiegenen Nachfrage nach NAND- und DRAM-Speicher deutlich angezogen. Selbst Mittelklasse-NVMe-SSDs kosten heute teils doppelt so viel wie noch vor einem Jahr. Wer ein gutes Angebot findet, sollte zugreifen – kurzfristig ist eher mit weiter steigenden als mit fallenden Preisen zu rechnen.

Fazit

Die Kingston Fury Renegade G5 ist auch ein Jahr nach dem Marktstart unser Testsieger der aktuellen PCIe-5.0-SSDs. Sie landet zwar nicht in jeder Einzeldisziplin auf Platz 1, überzeugt aber im Gesamtpaket: Tempo, Lastverhalten, Effizienz, Endurance und Preis sind hier am besten austariert.

Sequenziell und beim Random Access spielt sie in der Spitzengruppe mit. Mit knapp 7 W bleibt sie zudem deutlich genügsamer als Samsung 9100 Pro, SanDisk SN8100 oder SK Hynix P51 – und kostet dabei spürbar weniger.

Technisch liegt die Corsair MP700 Pro XT mit Phisons neuem E28-Controller je nach Disziplin zwar einen Hauch weiter vorn. Bei fast doppeltem Preis für die 2-TB-Version siegt am Ende aber die Vernunft: Das rundere Gesamtpaket liefert klar Kingston. Wer maximale Bandbreite sucht, ohne gleich die Gesetze der Thermodynamik im eigenen PC-Gehäuse auszureizen, fährt mit der Renegade G5 im Alltag besser.

Angesichts der KI-bedingt stark gestiegenen Speicherpreise lohnt es sich, Angebote genau zu vergleichen. Die Renegade G5 dürfte in den nächsten Monaten eher teurer werden statt günstiger.

Hinweis: Die hier zusammengefassten Messergebnisse stammen aus dem ausführlichen Testparcours der c’t-Kollegen, die das Testfeld seit Jahren konsistent vermessen – die Wertung als Testsieger ist unsere redaktionelle Einordnung von Heise Bestenlisten.

Corsair MP700 Pro XT im Test: Eine der schnellsten NVMe-SSDs ist auch effizient

Die Corsair MP700 Pro XT zeigt im Test, was Phisons neuer E28-Controller leistet: hohes Tempo, viele IOPS – und endlich eine vernünftige Leistungsaufnahme.

VORTEILE

  • Top-Tempo bei sequenziellen Transfers und IOPS
  • beim Verbrauch genügsamer als bisherige PCIe-5.0-Modelle
  • stabile Performance auch unter Dauerlast

NACHTEILE

  • sehr hoher Preis durch KI-bedingte Marktlage
  • kein 2230-Format für Handhelds
  • maximaler Tempo-Vorteil nur an PCIe-5.0-Mainboards spürbar

Die Corsair MP700 Pro XT zeigt im Test, was Phisons neuer E28-Controller leistet: hohes Tempo, viele IOPS – und endlich eine vernünftige Leistungsaufnahme.

Corsair hat sich im Markt für High-End-SSDs als verlässliche Größe etabliert und positioniert die MP700 Pro XT klar im Enthusiasten-Segment. Sie ist eines der ersten Modelle mit Phisons neuem PCIe-5.0-Controller E28, der den thermisch berüchtigten Vorgänger E26 ablösen soll. Die zentrale Frage des Tests: Liefert der neue Chip endlich Spitzenwerte, ohne thermisch aus dem Ruder zu laufen und ins Thermal Throttling zu rutschen?

Wir fassen hier die wichtigsten Ergebnisse der Kollegen aus der c’t zusammen, die seit vielen Jahren Dutzende SSDs gegeneinander antreten lassen, und ergänzen sie um eigene Eindrücke. Der vollständige Test und weitere Alternativen finden sich im Artikel: 19 M.2-SSDs mit PCIe 4.0 und 5.0 im Test (Heise+).

Technik & Aufbau

Im Inneren arbeitet Phisons aktueller E28 – ein in 6 nm gefertigter Controller mit acht NAND-Kanälen, dediziertem DRAM-Cache und Anbindung an Sandisks 218-Layer-TLC-Flash (BiCS8). Damit tritt Phison direkt gegen den gängigen Silicon Motion SM2508 an, der etwa in der Transcend MTE260S oder der Patriot Viper PV593 steckt.

Auf dem Papier setzt sich der E28 durch schnellere NAND-Anbindung und etwas höhere IOPS leicht ab, in der Praxis liegen beide Controller-Lager nahe beieinander. Das Modul ist zwar einseitig bestückt, mit dem Format M.2 2280 aber zu lang für Handhelds wie das Steam Deck. In Desktops und ITX-Builds ist das unkritisch.

Tempo & Schreibverhalten

Die c’t-Kollegen haben die MP700 Pro XT durch ihren bewährten Benchmark-Parcours geschickt – mit beeindruckenden Resultaten: Beim sequenziellen Lesen erreicht die SSD rund 14,8 GB/s, beim Schreiben 14,0 GB/s und führt damit das gesamte PCIe-5.0-Feld an. Auch in praxisnahen Anwendungstests und bei zufälligen Zugriffen mit hoher Warteschlangentiefe liegt sie an der Spitze des aktuellen Testfelds, vor Samsung 9100 Pro und Kingston Fury Renegade G5.

Im Dauerlast-Test reichen andere Modelle allerdings noch etwas weiter – wer überwiegend riesige Datenmengen am Stück schreibt, sollte das berücksichtigen. Auch im Consistency Test bleibt das Tempo stabil – das spricht für einen robust dimensionierten Pseudo-SLC-Cache und ein gutes Thermomanagement.

Stromverbrauch & Haltbarkeit

Der größte Sprung gegenüber der vorherigen Controller-Generation: Mit 5,6 W beim Lesen und 5,4 W beim Schreiben bleibt die MP700 Pro XT klar unter den Werten vergleichbarer Topmodelle wie der Samsung 9100 Pro (rund 8 W) und liegt sogar minimal unter SM2508-Modellen. Damit kommt sie auch ohne klobigen Zusatzkühler aus. Die garantierte Schreibleistung liegt mit 1400 TB (TBW) auf solidem Niveau für eine 2-TB-TLC-SSD; Corsair gibt fünf Jahre Garantie.

Preis

Aktuell kostet die MP700 Pro XT rund 230 Euro (1-TB-Variante), etwa 470 Euro (2 TB) und rund 720 Euro (4 TB). Das ist deutlich mehr als noch vor wenigen Monaten und macht den Kauf einer aktuellen Top-SSD zur teuren Angelegenheit – betrifft aber das gesamte Marktsegment, nicht nur Corsair.

Hintergrund: Die Preisentwicklung bei NAND-Flash hat sich infolge des KI-Booms massiv verschärft – Hyperscaler kaufen Speicher in nie gesehenen Mengen, was sich direkt im Endkundenpreis niederschlägt.

Fazit

Die Corsair MP700 Pro XT ist nach den Messungen der c’t-Kollegen eine der überzeugendsten PCIe-5.0-SSDs im aktuellen Testfeld. Sie liefert Spitzenwerte bei sequenziellen Transfers und zufälligen Zugriffen, ohne die Hitze- und Verbrauchsprobleme des E26-Vorgängers zu erben.

Gegen die starke SM2508-Konkurrenz von Transcend, Patriot oder WD setzt sich der neue Phison-Controller bei IOPS und Effizienz leicht ab. Im Alltagstempo bewegen sich beide Lager auf ähnlichem Niveau. Empfehlenswert ist die SSD für alle, die ein modernes Mainboard mit PCIe-5.0-M.2-Slot besitzen und maximale Performance ohne thermische Probleme suchen. Technisch wäre damit eine noch bessere Wertung im c’t-Test drin gewesen – der deutliche Aufpreis gegenüber WD Black SN8100 und Kingston Fury Renegade G5, die jeweils nur etwa die Hälfte kosten, kostet im Verhältnis aber einen Stern.

Generell sollte man die aktuelle Preisentwicklung im Blick behalten: Durch die KI-bedingt hohe Nachfrage nach NAND-Speicher sind die Straßenpreise zuletzt deutlich gestiegen – wer warten kann, sollte das auch tun.

NVMe-SSD Lexar NM790 im Test: Bis zu 8 TB, ohne DRAM-Cache & 5 Jahre Garantie

Die Lexar NM790 mit 8 TB verzichtet auf DRAM-Cache, bleibt sparsam und liefert solide Leistung. Eine spannende Alternative im High-End-Segment.

VORTEILE

  • niedriger Stromverbrauch
  • gutes Dauerschreibverhalten bis ca. 80 Prozent Füllstand
  • im Vergleich zur Konkurrenz weiterhin attraktiv positioniert
  • breite Auswahl an Kapazitäten von 512 GB bis 8 TB

NACHTEILE

  • Schreibrate bricht bei vollem Laufwerk stark ein
  • kein eigener DRAM-Cache
  • absolut betrachtet durch die Speicherkrise spürbar teurer

Die Lexar NM790 mit 8 TB verzichtet auf DRAM-Cache, bleibt sparsam und liefert solide Leistung. Eine spannende Alternative im High-End-Segment.

Lexar gehört zu den Speicherspezialisten, die im hart umkämpften SSD-Markt vor allem über das Preis-Leistungs-Verhältnis punkten wollen. Mit der NM790 hat der Hersteller ein modernes M.2-Modell im Rennen um die Gunst der Käufer großer NVMe-SSDs. Die spannende Frage: Kann eine SSD ohne eigenen DRAM-Cache mit etablierten High-End-Konkurrenten wie der WD Black SN850X oder Adatas XPG Gammix S70 Blade mithalten? Die c’t-Kollegen, die seit Jahren regelmäßig SSDs durch ihren bewährten Testparcours schicken, sind dieser Frage in einem Vergleichstest nachgegangen.

Technik & Aufbau

Im Inneren arbeitet ein moderner Maxiotek MAP1602A, der mit nur vier NAND-Kanälen auskommt – ungewöhnlich im High-End-Umfeld, wo meist Acht-Kanal-Controller stecken. Auf einen DRAM-Baustein verzichtet Lexar komplett: Stattdessen nutzt der Controller per HMB (Host Memory Buffer) einen kleinen Bereich des PC-Arbeitsspeichers, um die Verwaltungstabellen des Flash-Speichers zu pflegen.

Als Speicher kommt moderner 3D-TLC-NAND mit 232 Layern zum Einsatz – also drei Bit pro Zelle, ein guter Kompromiss aus Geschwindigkeit, Haltbarkeit und Kapazität. Die Platine ist beidseitig bestückt, bleibt mit 4 mm Bauhöhe aber flach genug für die meisten Notebook-Schächte. Wer die SSD im Desktop oder in der Playstation 5 betreiben möchte, kann optional zur Variante mit vormontiertem Kühlkörper greifen – im Notebook bleibt dagegen nur die flache Ausführung. Lexar gibt eine Haltbarkeit von 6.000 TBW über fünf Jahre Garantie an.

Tempo & Schreibverhalten

In den Messungen der Kollegen landet die NM790 im Mittelfeld des Testumfelds: Sequenziell schreibt sie mit gut 6.200 MB/s, beim Lesen sind es knapp 7.000 MB/s – die schnellsten Konkurrenten liegen hier zwar etwas darüber, doch im Alltag ist der Unterschied kaum spürbar. Bei Crystaldiskmark messen wir 7121 MB/s (Lesen) und 6483 MB/s (Schreiben). Wirklich auffällig ist im Test der c’t das Dauerschreibverhalten: Über lange Strecken hält die SSD ein hohes Tempo durch, unterbrochen nur von kurzen Pausen. Erst ab rund 80 Prozent Füllstand bricht die Rate deutlich auf etwa 70 MB/s ein. Damit ist die NM790 für längere Schreiblasten besser gerüstet, als es die DRAM-lose Bauweise vermuten lässt.

Stromverbrauch & Haltbarkeit

Hier spielt die NM790 ihren größten Trumpf aus: Mit Leerlaufwerten im einstelligen Milliwatt-Bereich gehört sie zu den sparsamsten Kandidaten im Test – nur die WD_Black SN850X erreicht ähnlich niedrige Werte. Das macht sie besonders attraktiv für mobile Geräte. Die Garantie von fünf Jahren entspricht dem Branchenstandard.

Preis

Lexar bietet die NM790 in fünf Größen an: 512 GB für rund 114 Euro, 1 TB für 155 Euro, 2 TB für 229 Euro, 4 TB für 368 Euro und das getestete 8-TB-Modell für etwa 900 Euro. Optional gibt es Varianten mit vormontiertem Kühlkörper. Im Vergleich zu anderen High-End-NVMe-SSDs ist die NM790 damit weiterhin konkurrenzfähig positioniert.

Hinweis zur Preislage: Durch die anhaltende RAM- und Flash-Knappheit infolge des KI-Booms sind die SSD-Preise branchenweit deutlich gestiegen. Zum Vergleich: Im Sommer und Herbst 2025 war die 8-TB-Variante zeitweise für rund 580 Euro erhältlich, das 1-TB-Modell kostete im Juli 2025 noch 65 bis 69 Euro. Wer nicht dringend aufrüsten muss, sollte die Preisentwicklung im Auge behalten.

Fazit

Im Test der c’t überzeugte die Lexar NM790 mit ihrer sparsamen Auslegung, einem für DRAM-less-SSDs erstaunlich stabilen Dauerschreibverhalten und einem zum Testzeitpunkt fairen Preis-Leistungs-Verhältnis. Die krisenbedingt gestiegenen SSD-Preise relativieren diesen Vorteil zwar in absoluten Zahlen – im Vergleich zur Konkurrenz, die ähnliche Aufschläge verzeichnet, bleibt die NM790 aber auch aktuell eine attraktiv positionierte Highend-NVMe-SSD. Käufer sollten dennoch Tagespreise im Auge behalten. Wer konstant maximale Schreibraten auch bei nahezu vollem Laufwerk braucht, etwa für Videoproduktion mit großen Dateien, sollte zu einem Modell mit eigenem DRAM-Cache greifen. Für Gaming, Foto-Archive und den allgemeinen PC-Einsatz reicht die NM790 völlig aus und ist eine sparsamere Alternative zur WD Black SN850X.

Sandisk WD Black SN8100 im Test: NVMe-SSD mit PCIe 5.0 schafft fast 15 GB/s

Die Sandisk WD Black SN8100 gehört zu den Top-NVMe-SSDs für PCIe 5.0. Im Test zeigt sich, was sie leistet und für wen sie sich lohnt.

VORTEILE

  • sehr hohe sequenzielle Lese- und Schreibraten
  • hervorragende Praxisleistung im Benchmark
  • moderate Leistungsaufnahme für PCIe-5.0-SSD

NACHTEILE

  • hoher Preis pro TB, durch KI-Boom weiter gestiegen
  • TBW niedriger als bei einigen Konkurrenten
  • Schwächen bei langem Dauerschreiben

Die Sandisk WD Black SN8100 gehört zu den Top-NVMe-SSDs für PCIe 5.0. Im Test zeigt sich, was sie leistet und für wen sie sich lohnt.

Sandisk, seit Frühjahr 2025 wieder ein eigenständiges Unternehmen getrennt von Western Digital, schickt mit der WD Black SN8100 sein Spitzenmodell für Gaming und kreative Workloads ins Rennen. Die M.2-NVMe-SSD nutzt PCIe 5.0 und tritt gegen ein zwölfköpfiges Feld aktueller High-End-Modelle an. Die Frage: Wie gut ist sie im Alltag wirklich – und rechtfertigt sie den deutlichen Preisaufschlag gegenüber günstigeren PCIe-5.0-Konkurrenten?

Wir fassen hier die wichtigsten Ergebnisse der Kollegen aus der c’t-Redaktion zusammen, die SSDs seit Jahren in einem etablierten Testparcours systematisch vermisst. Den vollständigen Test gibt es im Artikel: 22 M.2-SSDs mit PCIe 4.0 und 5.0 im Test (Heise+).

Technik & Aufbau

Im Inneren arbeitet der weit verbreitete Silicon-Motion-SM2508-Controller mit acht NAND-Kanälen, kombiniert mit Kioxias aktuellem TLC-Flash der BiCS8-Generation und 2 GB DDR4 als DRAM-Cache. Die Hardware-Basis teilt sich die SN8100 mit mehreren Konkurrenten im Test – den Unterschied macht hier der gut abgestimmte Flash. Die Platine ist einseitig bestückt und passt damit auch in flache Notebooks oder die PS5. Verschlüsselung nach TCG Opal 2.02 ist an Bord.

Tempo & Schreibverhalten

Im c’t-Testparcours zeigt die SN8100 ihre Stärken vor allem beim Tempo: Sequenziell schreibt sie mit rund 14,9 GB/s und liest mit knapp 13,9 GB/s. Zum Vergleich: Die ersten PCIe-5.0-SSDs vor wenigen Jahren kamen nur auf etwa 10 GB/s.

Auch bei wahlfreien Lesezugriffen mit niedriger Warteschlangentiefe spielt sie ganz vorn mit. In der Praxis zeigt sich das im PCMark-10-Drive-Benchmark, in dem sie das beste Ergebnis im Testfeld erzielt. Schwächer fällt sie beim langen Dauerschreiben und im Konsistenztest aus – hier liegen andere Modelle vor ihr.

Stromverbrauch & Haltbarkeit

Der Energiebedarf bewegt sich im Mittelfeld der PCIe-5.0-Riege: rund 6,3 W beim Lesen, 6,7 W beim Schreiben. Damit bleibt die SN8100 deutlich unter den Spitzenwerten von SK Hynix oder Teamgroup. Im Leerlauf genehmigt sie sich 1,4 W. Die TBW von 1.200 TB über fünf Jahre Garantie ist solide, fällt im Vergleich zu Modellen wie der Kingston Fury Renegade G5 mit deutlich höherer Schreibhaltbarkeit aber zurück.

Preis

Die SN8100 ist in vier Kapazitäten erhältlich. Aktuell kostet die 1-TB-Version rund 219 Euro, die 2-TB-Variante etwa 329 Euro und die 4-TB-Ausführung 639 Euro. Ganz oben rangiert das 8-TB-Modell mit rund 1436 Euro. Wer auf die Versionen mit vormontiertem Kühlkörper setzt, zahlt deutlich mehr: 321 Euro (1 TB), 468 Euro (2 TB), 862 Euro (4 TB) bis zu 1607 Euro (8 TB).

Zu beachten ist die aktuelle Marktlage: Infolge des KI-Booms und der damit verbundenen enormen Nachfrage nach NAND- und DRAM-Speicher sind die Preise für SSDs in den vergangenen Monaten spürbar gestiegen – auch die SN8100 ist deutlich teurer als noch zum Testzeitpunkt. Die Straßenpreise können sich kurzfristig weiter verändern; ein Preisvergleich vor dem Kauf lohnt sich umso mehr.

Fazit

Die WD Black SN8100 ist nach den Messungen der c’t-Kollegen eine der schnellsten PCIe-5.0-SSDs und damit prädestiniert für Gaming-PCs, Content-Workstations und alle, die häufig große Anwendungen oder Spielwelten laden.

Im direkten Vergleich macht ihr vor allem die Corsair MP700 Pro XT mit dem neuen Phison-E28-Controller Konkurrenz – sie spielt in derselben Tempo-Liga und liegt aktuell preislich teils noch darüber. Bei der Schreibhaltbarkeit punktet die Kingston Fury Renegade G5 mit deutlich höherer TBW, beim Tempo schenken sich beide kaum etwas. Wer den Aufpreis akzeptiert und keine extremen Schreiblasten fährt, bekommt mit der SN8100 ein rundes High-End-Paket.

Hinzu kommt: Die durch den KI-Boom angeheizten Speicherpreise machen High-End-SSDs derzeit zu einer teuren Anschaffung. Sparfüchse greifen zu etwas langsameren PCIe-5.0-Modellen oder warten auf eine Entspannung am Speichermarkt.

NVMe-SSD Adata XPG Mars 980 Blade im Test: Schneller Dauerläufer mit Schwächen

Die Adata XPG Mars 980 Blade setzt auf den effizienten SM2508-Controller von Silicon Motion – und überzeugt vor allem beim Dauerschreiben.

VORTEILE

  • Spitzentempo bei sequenziellen Transfers
  • sehr hohe Dauerschreibrate
  • moderner SM2508-Controller mit acht Kanälen

NACHTEILE

  • doppelseitige Bestückung passt nicht in jedes Notebook
  • nur durchschnittliche Praxis-Konsistenz
  • Flash-Hersteller bleibt ungenannt

Die Adata XPG Mars 980 Blade setzt auf den effizienten SM2508-Controller von Silicon Motion – und überzeugt vor allem beim Dauerschreiben.

Adata gehört zu den bekannten Größen im SSD-Markt, die Gamer-Submarke XPG zielt traditionell auf Spieler und Enthusiasten. Mit der Mars 980 Blade greift der Hersteller im oberen PCIe-5.0-Segment an und nutzt als einer der ersten Hersteller den neuen Controller SM2508 von Silicon Motion. Die Kernfrage des Tests: Kann der frische Chip mit der etablierten Konkurrenz von Phison und Samsung mithalten – und liefert Adata ein rundes Gesamtpaket?

Wir fassen hier für unsere Bestenlisten die wichtigsten Ergebnisse der Kolleginnen und Kollegen der c’t zusammen, die seit vielen Jahren ausführlich und mit großer Erfahrung Dutzende SSDs durch denselben Testparcours schicken. Den vollständigen Test gibt es im Artikel: 22 M.2-SSDs mit PCIe 4.0 und 5.0 im Test (Heise+).

Technik & Aufbau

Im Inneren arbeitet der Silicon-Motion-Controller SM2508 mit acht NAND-Kanälen – eine performanceorientierte Kombination, die gegen Phisons E26/E28 (etwa in der Corsair MP700 Pro XT) und Samsungs hauseigenem Pascal-Controller (Samsung 990 Pro) antritt. Den Hersteller des verbauten TLC-Flashs verrät Adata nicht, die Chips tragen lediglich ein eigenes Logo. Auffällig: Die Mars 980 Blade ist beidseitig bestückt. Das ist im PCIe-5.0-Umfeld eher unüblich und kann in flachen Notebook-Slots zum Problem werden – als Desktop-SSD spielt es dagegen keine Rolle.

Tempo & Schreibverhalten

Sequenziell liefert die Mars 980 Blade Spitzenwerte: Mit rund 14,6 GB/s beim Schreiben und knapp 13,5 GB/s beim Lesen bewegt sie sich auf Augenhöhe mit der Sandisk WD_Black SN8100 und der Kingston Fury Renegade G5. Besonders auffällig ist das Dauerschreiben: Mit 2,35 GB/s im H2testw gehört sie zu den besten PCIe-5.0-SSDs im Feld und liegt damit klar vor der Kingston Fury Renegade G5 sowie der Sandisk WD_Black SN8100. Im PCMark-10-Consistency-Test fällt die Mars 980 Blade dagegen ins Mittelfeld zurück. Im praxisnahen Full System Drive arbeitet sie ordentlich, aber nicht herausragend. Die Werte stammen aus dem c’t-Testlabor, das SSDs seit Jahren nach einheitlichem Schema vermisst.

Stromverbrauch & Haltbarkeit

Beim Verbrauch bleibt die SSD im Rahmen ihrer Klasse: 1,4 W im Leerlauf, gut 7 W unter Last sind für eine PCIe-5.0-SSD üblich. Spürbar sparsamer sind allerdings die Sandisk WD_Black SN8100, die Kingston Fury Renegade G5 und die neue Corsair MP700 Pro XT. Für leise, kompakte Systeme ohne Kühlkörper ist die Mars 980 Blade damit weniger geeignet.

Preis

Adata bietet die Mars 980 Blade in drei Größen an. Die 1-TB-Version kostet aktuell rund 212 Euro, die von der c’t getestete 2-TB-Variante etwa 359 Euro und das 4-TB-Modell liegt bei rund 680 Euro. Mit einem Preis von etwa 170 bis 180 Euro pro Terabyte (ab der 2-TB-Größe) positioniert sich die Mars 980 Blade im aktuellen PCIe-5.0-Umfeld konkurrenzfähig – die Kingston Fury Renegade G5 startet bei ähnlichem Niveau, die Corsair MP700 Pro XT und die Sandisk WD_Black SN8100 sind in vergleichbaren Kapazitäten teils deutlich teurer.

Zu beachten: Die SSD-Preise sind infolge des KI-Booms zuletzt deutlich gestiegen, da NAND- und DRAM-Speicher für Rechenzentren knapp werden. Wer ohnehin eine Neuanschaffung plant, sollte den Markt aktuell besonders genau beobachten – kurzfristig ist eher mit weiter steigenden als mit fallenden Preisen zu rechnen.

Fazit

Die Adata XPG Mars 980 Blade ist eine schnelle PCIe-5.0-SSD mit einer der besten Dauerschreibraten im c’t-Testfeld – ideal für alle, die regelmäßig große Datenmengen am Stück bewegen, etwa Video-Cutter oder Backup-Szenarien. In der Praxis-Konsistenz und im Stromverbrauch bleibt sie zwar knapp hinter aktuellen Topmodellen wie der Kingston Fury Renegade G5 (Testbericht) und der Sandisk WD_Black SN8100 (Testbericht) zurück – preislich gleicht sie das aber zumindest teilweise wieder aus. Die doppelseitige Bestückung schränkt zudem die Notebook-Tauglichkeit ein. Wer einen Desktop-Rechner mit ordentlichem Slot-Kühler hat und Wert auf konstantes Schreibtempo legt, macht hier nichts falsch – Notebook-Nutzer schauen besser auf einseitig bestückte Alternativen wie die Lexar NM790 (Testbericht) oder die Sandisk WD_Black SN8100 (Testbericht).

Bei der Kaufentscheidung sollte man die aktuell durch den KI-Boom stark gestiegenen SSD-Preise im Hinterkopf behalten.

Samsung 990 Pro im Test: Eine der schnellsten NVMe-SSDs mit PCIe 4.0

Die Samsung 990 Pro zählt zu den schnellsten PCIe-4.0-SSDs – mit ausdauerndem Schreibverhalten und optional einem schickem Kühlkörper.

VORTEILE

  • Eine der schnellsten und ausdauerndsten PCIe-4.0-SSDs
  • Spitzenwert bei zufälligen Schreibzugriffen unter hoher Last
  • Heatsink-Variante passt direkt in die Playstation 5

NACHTEILE

  • hoher Leistungsbedarf
  • vergleichsweise niedrige zulässige Schreibmenge pro Tag
  • Kühlkörper bringt am PC kaum messbaren Performance-Vorteil

Die Samsung 990 Pro zählt zu den schnellsten PCIe-4.0-SSDs – mit ausdauerndem Schreibverhalten und optional einem schickem Kühlkörper.

Samsung gehört zu den wenigen Herstellern, die Controller, NAND-Flash und SSD aus einer Hand fertigen. Mit der 990 Pro positioniert der Konzern sein Topmodell für die PCIe-4.0-Generation – also für all jene, die noch kein Mainboard mit PCIe 5.0 besitzen oder den Aufpreis dafür scheuen. Die Kolleginnen und Kollegen der c’t haben die SSD im Rahmen eines großen Vergleichstests auf den Prüfstand gestellt – und prüfen mit ihrer langjährigen Test-Erfahrung, ob der etablierte Klassiker weiterhin mithalten kann.

Technik & Aufbau

Im Inneren arbeiten Samsungs eigener Pascal-Controller mit acht NAND-Kanälen und hauseigener TLC-Flash – eine seit Jahren bewährte Kombination aus einer Hand. Die 990 Pro ist in zwei Varianten erhältlich: mit und ohne Heatsink. Die c’t-Kollegen haben die Version mit Kühlkörper getestet – ein schmaler, edel verarbeiteter Streifen, der laut c’t-Labor der schönste ist, der ihnen bisher untergekommen ist. Technisch bringt der Kühler allerdings kaum messbaren Vorteil – mit und ohne liegen die Ergebnisse der c’t-Messungen nahezu gleichauf. Wer bereits einen Mainboard-Kühler nutzt, kann sich den Aufpreis also sparen.

Tempo & Schreibverhalten

In den Messungen der c’t reizt die 990 Pro die PCIe-4.0-Schnittstelle beim Lesen praktisch komplett aus – mehr ist über diese Generation physisch nicht drin. Auch im realitätsnahen Schreibtest und im praxisnahen PCMark 10 schlägt sie vergleichbare PCIe-4.0-Konkurrenten wie die WD Black SN770M deutlich. Die eigentliche Überraschung steckt aber in den Detailmessungen: Bei zufälligen Schreibzugriffen unter hoher Last hängt die 990 Pro sogar manche aktuelle PCIe-5.0-SSD ab – ein Szenario, das vor allem bei Datenbanken, Videoschnitt-Cache und parallelen Workloads zählt. Gegen die Top-Modelle der PCIe-5.0-Klasse kommt sie bei den reinen Sequenzwerten naturgemäß trotzdem nicht an.

Stromverbrauch & Haltbarkeit

Beim Stromverbrauch liefert die c’t für die 990 Pro keine eigenen Messwerte; Samsung selbst nennt unter Last bis zu 9,39 W – das ist mehr, als viele PCIe-4.0-Konkurrenten brauchen. Die zulässige tägliche Schreibmenge liegt mit 329 GB unter der vieler aktueller Modelle. Die Garantie beträgt branchenübliche fünf Jahre.

Preis

Die 990 Pro gibt es in zwei Ausführungen: mit oder ohne Heatsink und in beiden Fällen in den Kapazitäten 1, 2 und 4 TB. Die von den Kollegen getestete Variante mit Kühlkörper kostet in der 1-TB-Version rund 197 Euro. Die anderen Speichergrößen schlagen hier bei der Heatsink-Variante mit 309 Euro (2 TB) und 449 Euro (4 TB) zu Buche.

Ohne Kühlkörper liegen die Straßenpreise aktuell bei rund 185 Euro für die 1-TB-Version, 305 Euro für 2 TB und 550 Euro für 4 TB. Auffällig: Bei 2 und 4 TB ist die Version mit Kühlkörper damit derzeit sogar günstiger als die ohne – ein Blick auf beide Preisschilder lohnt sich also.

Einordnen muss man die Preise allerdings im Kontext der durch den KI-Boom ausgelösten Speicherpreis-Rallye: Gegenüber dem Sommer 2025 haben sich die Straßenpreise teilweise mehr als verdoppelt. DRAM und NAND-Flash gehen in riesigen Mengen in KI-Rechenzentren – das treibt die Preise im gesamten Markt hoch. Die 2-TB-Variante der 990 Pro kostete im August 2025 noch rund 140 Euro, mittlerweile sind es 290 Euro – mehr als eine Verdoppelung in wenigen Monaten. Wer jetzt nicht zwingend nachrüsten muss, sollte die Marktentwicklung beobachten und auf eine Entspannung warten.

Fazit

Die Samsung 990 Pro bleibt nach den Messungen der c’t-Kolleginnen und Kollegen eine Top-Wahl für PCIe-4.0-Systeme. Sie zählt zu den schnellsten Vertretern ihrer Generation, glänzt mit ausdauerndem Schreibverhalten und überrascht mit einer hohen Schreibleistung bei zufälligen Zugriffen unter Last. Die optionale Heatsink-Variante macht zudem optisch einiges her und passt direkt in die Playstation 5. Wer kein Mainboard mit PCIe 5.0 hat oder den Aufpreis scheut, bekommt hier ein rundes Paket. Gegen Modelle wie die WD Black SN850X oder die SN770M setzt sich die 990 Pro vor allem über das Dauerschreibverhalten ab.

Für PCIe-5.0-Käufer ist sie hingegen kein Thema – dafür gibt es in der Samsung-9100-Pro-Klasse deutlich schnellere, allerdings auch deutlich teurere Alternativen. Wer tiefer in die Messwerte einsteigen will, findet im alle Details zu Konkurrenz und Methodik im ausführlichen Artikel der c’t-Kollegen: 22 M.2-SSDs mit PCIe 4.0 und 5.0 im Test.

Der größte Wermutstropfen sind die gegenwärtig durch den KI-Boom enorm angestiegenen Preise.

NVMe-SSD Kioxia Exceria Plus G4 im Test: Solider PCIe-5.0-Einstieg mit Schwächen

Die Kioxia Exceria Plus G4 nutzt einen schlanken PCIe-5.0-Controller und hauseigenen Flash-Speicher. Im Test fällt ihre Sparsamkeit auf, beim Tempo aber wäre mehr drin.

VORTEILE

  • sehr niedrige Leistungsaufnahme
  • ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • schlanker, kühlbarer Aufbau

NACHTEILE

  • spürbar langsamer als PCIe-5.0-Top-Modelle 
  • mäßige Werte im PCMark-10-Consistency-Test
  • maximal 2 TB Kapazität verfügbar

Die Kioxia Exceria Plus G4 nutzt einen schlanken PCIe-5.0-Controller und hauseigenen Flash-Speicher. Im Test fällt ihre Sparsamkeit auf, beim Tempo aber wäre mehr drin.

Mit der Exceria Plus G4 hat NAND-Veteran Kioxia eine PCIe-5.0-SSD ins Mittelfeld, die weniger auf Bestwerte als auf eine ausgewogene Mischung aus Effizienz und Preis zielt. Sie setzt auf den kompakten Phison-E31T-Controller und hauseigenen Kioxia-Flash – eine bewusst schlanke Kombination für Einsteiger in die PCIe-5.0-Klasse. Wir fassen hier die wichtigsten Ergebnisse der Kolleginnen und Kollegen aus der c’t zusammen, die seit vielen Jahren mit großer Erfahrung dutzende SSD-Modelle durch ihren Testparcours schicken. Den vollständigen Test gibt es im Artikel: 22 M.2-SSDs mit PCIe 4.0 und 5.0 im Test (Heise+).

Technik & Aufbau

Im Inneren arbeitet der DRAM-lose Phison E31T mit nur vier NAND-Kanälen – ein bewusst schlanker PCIe-5.0-Controller, der über HMB (Host Memory Buffer, ein vom System-RAM abgezweigter Bereich als Cache-Ersatz) angebunden ist. Dazu kommt hauseigener TLC-Flash von Kioxia. Diese Kombination erklärt das gesamte Auftreten der SSD: kompakt, sparsam, einseitig bestückt – und ohne die Reserven, die achtkanalige Top-Controller mit DRAM-Cache aufbieten, wie sie etwa in der Sandisk WD Black SN8100 oder der Kingston Fury Renegade G5 stecken.

Tempo & Schreibverhalten

Beim sequenziellen Lesen liegt die Exceria Plus G4 bei gut 10.000 MB/s – sauber, aber weit entfernt von den knapp 14.000 MB/s, die Spitzenmodelle wie die Sandisk WD Black SN8100 erreichen. Im Dauerschreibtest mit H2testw fällt die Kioxia auf knapp unter 1 GB/s ab. Auch im PCMark-10-Consistency-Test landet sie weit hinter den Top-PCIe-5.0-Modellen. Bei zufälligen Zugriffen bewegt sie sich solide, aber nie an der Spitze des Testfelds. Die Messergebnisse stammen aus dem Testlabor der c’t, deren Redaktion seit vielen Jahren SSDs nach einem einheitlichen, gut vergleichbaren Testverfahren prüft.

Stromverbrauch & Haltbarkeit

Hier punktet die Kioxia-SSD deutlich: Mit 4,7 W beim Lesen und 4,3 W beim Schreiben ist die Exceria Plus G4 laut c’t-Messungen die sparsamste reine PCIe-5.0-SSD im aktuellen Testfeld – die schnellere Sandisk WD Black SN8100 mit Achtkanal-Controller liegt mit 6,3 bzw. 6,7 W spürbar darüber, die Kingston Fury Renegade G5 bei rund 6,5 W. Die TBW von 2000 TB über fünf Jahre Garantie liegt auf branchenüblichem Niveau.

Preis

Die Exceria Plus G4 ist in zwei Größen erhältlich. Aktuell liegt die 1-TB-Version bei rund 164 Euro, die 2-TB-Variante bei etwa 248 Euro – das entspricht rund 164 Euro pro TB bzw. 122 Euro pro TB. Damit lohnt sich der Griff zur größeren Kapazität deutlich, falls der Speicherbedarf es zulässt. Noch größere Kapazitäten bietet Kioxia in dieser Reihe nicht an – wer 4 TB will, muss sich anderswo umsehen.

Hinweis zur Preisentwicklung: Infolge des anhaltenden KI-Booms und der dadurch hohen Nachfrage nach NAND-Flash sind die SSD-Preise zuletzt deutlich gestiegen. Zuvor lag der Straßenpreis der 2-TB-Version noch bei rund 180 Euro – inzwischen sind es fast 65 Euro mehr. Die hier genannten Preise sind daher Momentaufnahmen und können sich kurzfristig weiter nach oben bewegen. Ein Preisvergleich vor dem Kauf lohnt sich derzeit besonders – und wer warten kann, sollte die Marktentwicklung im Auge behalten.

Fazit

Die Kioxia Exceria Plus G4 ist nach den Messungen der c’t-Kollegen eine grundsolide PCIe-5.0-SSD für alle, die Wert auf niedrige Leistungsaufnahme und einen fairen Einstiegspreis legen. Beim Tempo, vor allem bei längerer Dauerlast, muss sie sich klar geschlagen geben: Spitzenmodelle wie die Sandisk WD Black SN8100 oder die Kingston Fury Renegade G5 spielen hier in einer anderen Liga – kosten allerdings auch deutlich mehr und brauchen mehr Strom. Für Gamer und Office-Nutzer ist die Kioxia eine vernünftige Wahl, Kreativprofis und Power-User sollten direkt zu einer der genannten Top-SSDs greifen.

NVMe-SSD Gigabyte Aorus Gen5 14000 im Test: PCIe-5.0-Tempo mit Spitzenleistung

Die Gigabyte Aorus Gen5 14000 SSD liefert PCIe-5.0-Topspeed und hohe Dauerlast – zahlt das aber mit dem hohem Stromverbrauch.

VORTEILE

  • Spitzentempo unter PCIe 5.0
  • hohe Dauerlastfestigkeit auch bei langen Schreibvorgängen
  • sehr gute Eignung als Startlaufwerk

NACHTEILE

  • Stromverbrauch im Spitzenbereich des Testfelds
  • zweiseitig bestückt – nicht für jedes Notebook geeignet
  • im Vergleich sparsamere und teils günstigere PCIe-5.0-Alternativen verfügbar

Die Gigabyte Aorus Gen5 14000 SSD liefert PCIe-5.0-Topspeed und hohe Dauerlast – zahlt das aber mit dem hohem Stromverbrauch.

Mit der Aorus Gen5 14000 schickt Gigabyte die dritte Generation seiner PCIe-5.0-SSDs ins Rennen. Nach den 10.000er- und 12.000er-Modellen soll das neue Flaggschiff laut Namen 14.000 MB/s sequenziell schaffen. Im Test musste sich zeigen, ob das 1-TB-Muster diese Marke erreicht – und wie sich die SSD gegen die neue, sparsamere Controller-Generation schlägt.

Wir fassen hier für unsere Bestenlisten die wichtigsten Ergebnisse der Kollegen aus der c’t-Redaktion zusammen, die seit vielen Jahren mit großer Erfahrung und einem ausgereiften Testparcours zahlreiche SSD-Modelle messen. Den vollständigen Test gibt es im Artikel: 18 SSDs mit PCIe 4.0 und 5.0 im Test (Heise+).

Technik & Aufbau

Im Inneren werkelt der bewährte Phison-E26-Controller mit acht NAND-Kanälen, kombiniert mit Micron-TLC-Flash. Diese Kombination war beim Erscheinen die Performance-Referenz im PCIe-5.0-Segment, gilt aber inzwischen als nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit: Neuere Controller wie der Silicon Motion SM2508 oder Phisons Nachfolger E28 sind in moderneren Fertigungsprozessen entstanden und arbeiten deutlich sparsamer bei vergleichbarer Leistung. Das M.2-2280-Modul ist zudem zweiseitig bestückt, was in flachen Notebooks oder unter knappen M.2-Slot-Kühlern problematisch werden kann.

Tempo & Schreibverhalten

Die versprochenen 14.000 MB/s erreicht das 1-TB-Muster laut den Messungen der c’t-Kollegen nicht ganz; Gigabyte verweist auf die 2-TB-Variante, die das Tempo voll ausreizen soll. Trotzdem liegt die Aorus im Spitzenfeld der getesteten PCIe-5.0-Modelle, auch beim sequenziellen Schreiben über fünf Minuten. Im PCMark 10 bescheinigt die Redaktion ihr zudem eine sehr gute Eignung als Startlaufwerk – das Tempo kommt also nicht nur auf dem Datenblatt an, sondern auch im Alltag.

Ein wichtiger Hinweis aus dem c’t-Test: An Intel-Mainboards mit Arrow-Lake-CPUs (LGA 1851) können PCIe-5.0-SSDs derzeit nicht ihre volle Geschwindigkeit ausschöpfen – das gesamte Top-Segment ist davon betroffen. Wer das Maximum sehen will, braucht ein AMD-System.

Stromverbrauch & Haltbarkeit

Hier liegt der größte Wermutstropfen: Mit Werten an der Obergrenze dessen, was der M.2-Slot überhaupt liefern darf, holt sich die Aorus im c’t-Messlabor einen der Spitzenplätze beim Stromhunger. Die Ursache liegt im älteren Phison-E26-Controller, der in einem weniger effizienten Fertigungsprozess produziert wird als die neue Generation. Die Endurance von 700 TBW (1 TB) ist solide, aber kein Ausreißer nach oben.

Preis

Die Aorus Gen5 14000 SSD ist in drei Kapazitäten erhältlich. Aktuell bekommt man die 1-TB-Version ab 221 Euro, die 2-TB-Variante für etwa 334 Euro und die 4-TB-Ausführung ab 569 Euro. Pro TB gerechnet sind das zwischen 142 und 242 Euro – die größeren Kapazitäten bieten dabei wie üblich das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zu beachten ist generell: Die SSD-Preise sind in den vergangenen Monaten infolge des KI-Booms und der damit verbundenen Nachfrage nach NAND- und DRAM-Kapazitäten spürbar gestiegen. Allein im Vergleich zum Sommer 2025 haben sich die Straßenpreise teils deutlich erhöht – die 1-TB-Variante kostete damals noch rund 155 Euro. Schnäppchenjäger sollten den Preisverlauf im Blick behalten – kurzfristige Aufschläge sind keine Seltenheit mehr.

Fazit

Die Aorus Gen5 14000 SSD ist ein klassisches Enthusiasten-Produkt der ersten PCIe-5.0-Generation: maximale Geschwindigkeit, hohe Dauerlasttauglichkeit, aber auch ein Stromverbrauch im Spitzenbereich und in jeder Kapazitätsklasse ein hoher Preis. Sie gehört nach den c’t-Messungen weiterhin zur Spitzengruppe der PCIe-5.0-SSDs – die Empfehlung fällt im aktuellen Marktumfeld aber schwer.

Der Grund: Die Kingston Fury Renegade G5 (Testbericht) mit modernerem Silicon-Motion-SM2508-Controller bietet vergleichbares Tempo, deutlich geringeren Stromverbrauch, höhere TBW – und ist in allen Kapazitäten günstiger. Auch die Sandisk WD Black SN8100 ist sparsamer und teils günstiger. Wer das absolute Top-Tempo will – und wenn Geld keine Rolle spielt – heißt das Ziel Corsair MP700 Pro XT mit Phisons brandneuem E28-Controller; sie ist allerdings deutlich teurer.

Wer sparsamer und günstiger in PCIe 5.0 einsteigen will, findet mit der Kioxia Exceria Plus G4 eine attraktive Alternative – knapp die Hälfte des Aorus-Preises bei zwar geringerem, aber für den Alltag völlig ausreichendem Tempo. Wer auf PCIe 5.0 verzichten kann, bekommt mit der Samsung 990 Pro oder der Lexar NM790 sehr schnelle PCIe-4.0-Modelle zu einem deutlich besseren Preis-Leistungs-Verhältnis – die NM790 ist mit rund 149 Euro für 1 TB sogar der absolute Preis-Tipp.

In gut belüfteten Desktop-PCs ist die Aorus eine technisch starke Wahl; im aktuellen Wettbewerb steht sie aber überall im Schatten der moderneren Konkurrenz. Durch die KI-getriebene Preisrallye am Speichermarkt sind Aufpreise für Top-Performance derzeit besonders schmerzhaft – die rund 90 Euro Unterschied zur preislich attraktiveren Kingston bei 1 TB sind im aktuellen Umfeld ein echtes Gegenargument zur Gigabyte-SSD.

Teamgroup G70 Pro Aluminium im Test: Solide NVMe-SSD mit PCIe 4.0 & PS5-Kühler

Die Teamgroup G70 Pro Aluminium punktet im Test mit PS5-tauglichem Kühler und hoher Schreiblast – beim Tempo bleibt sie aber im PCIe-4.0-Mittelfeld.

VORTEILE

  • vormontierter PS5-tauglicher Kühlkörper
  • hohe garantierte Schreibleistung pro Tag
  • moderate Leistungsaufnahme

NACHTEILE

  • Performance nur PCIe-4.0-Mittelfeld
  • wechselnde Flash-Bestückung je nach Charge
  • gegen PCIe-5.0-SSDs preislich kein Schnäppchen

Die Teamgroup G70 Pro Aluminium punktet im Test mit PS5-tauglichem Kühler und hoher Schreiblast – beim Tempo bleibt sie aber im PCIe-4.0-Mittelfeld.

Teamgroup positioniert die G70 Pro Aluminium als gehobene PCIe-4.0-SSD mit vormontiertem Alu-Kühlkörper, der ausdrücklich auch in die PlayStation 5 passt. Das Modell kursiert seit vergangenem Jahr im Handel. Spannend ist deshalb die Frage, wie sich der Veteran heute im Vergleich zur direkten PCIe-4.0-Konkurrenz und aktuellen PCIe-5.0-Modellen schlägt – und ob die hohe garantierte Schreiblast die etwas konservativen Praxiswerte und den happigen Preis ausgleichen kann.

Wir fassen hier für unsere Bestenliste die wichtigsten Ergebnisse der Kollegen aus der c’t zusammen, die seit vielen Jahren mit großer Erfahrung und einem etablierten Testparcours zahlreiche SSD-Modelle vermessen. Den vollständigen Test gibt es im Artikel: 22 M.2-SSDs mit PCIe 4.0 und 5.0 im Test (Heise+).

Technik & Aufbau

Im Inneren arbeitet der bewährte Innogrit-Controller IG5236 zusammen mit TLC-Flash – in unserem Sample von YMTC. Teamgroup wechselt je nach Charge aber auch zu Micron oder SK Hynix, was zu spürbar abweichenden Performance-Profilen führen kann. Käufer wissen also nicht zwingend, welche Variante im Karton landet. Der vormontierte Aluminiumkühler ist flach genug, um in den M.2-Slot der PlayStation 5 zu passen, und macht eine zusätzliche Wärmeabfuhr im PC überflüssig.

Tempo & Schreibverhalten

Laut den Messungen der c’t-Kollegen schöpft die G70 Pro beim sequenziellen Lesen mit rund 6,8 GB/s die Möglichkeiten von PCIe 4.0 ordentlich aus, beim Schreiben sind es knapp 7,5 GB/s. Damit liegt sie auf Augenhöhe mit der Samsung 990 Pro, dem direkten PCIe-4.0-Konkurrenten aus unserer Bestenliste. Im praxisnahen PCMark-10-Drive-Test landet die G70 Pro mit ihrem Score allerdings nur im unteren Drittel des Testfelds und deutlich hinter der 990 Pro. Auch beim Dauerschreiben mit H2testw fällt sie auf knapp 1 GB/s zurück, während die 990 Pro mit 1,63 GB/s das Tempo besser hält. Heißt: Für Gaming, Office und Foto-/Videoarchive reicht die SSD locker, bei Videoschnitt mit anhaltend großen Dateien ist die Samsung-Konkurrenz die bessere Wahl.

Stromverbrauch & Haltbarkeit

Mit 5,0 W beim Lesen und 6,7 W beim Schreiben liegt die SSD im Mittelfeld des Verbrauchs – sparsamer als die schnellsten PCIe-5.0-Modelle wie die Kingston Fury Renegade G5 oder Sandisk WD Black SN8100, aber kein Effizienzwunder. Pluspunkt ist die garantierte Schreibleistung von über 800 GB pro Tag, ein Spitzenwert im Testfeld, der die SSD auch für Vielschreiber qualifiziert.

Preis

Die G70 Pro Aluminium ist in 1, 2 und 4 TB erhältlich. Aktuell kostet die 1-TB-Version rund 186 Euro, die getestete 2-TB-Variante liegt je nach Kühlkörper zwischen 263 Euro und 360 Euro. Der Preis pro Terabyte fällt damit höher aus als bei vielen Konkurrenten.

Im direkten Preisvergleich mit der Bestenliste fällt die Einordnung ernüchternd aus: Lexar NM790 (Testbericht) liegt bei nur 154 Euro für 1 TB und 225 Euro für 2 TB und ist damit deutlich günstiger. Die Samsung 990 Pro (Testbericht) startet bei 190 Euro für 1 TB – also nur minimal teurer als die G70 Pro – und liefert im Praxistest die bessere Performance. Noch erstaunlicher: Die Kioxia Exceria Plus G4 als PCIe-5.0-Einstiegsmodell ist mit 164 Euro (1 TB) sogar günstiger als die G70 Pro und nutzt bereits die neuere PCIe-Generation.

Zu beachten ist generell: Die SSD-Preise sind infolge des KI-Booms und der enormen Nachfrage nach NAND- und DRAM-Speicher zuletzt deutlich gestiegen. Wer kaufen will, sollte sich auf höhere Straßenpreise einstellen als noch vor wenigen Monaten – und ein Auge auf kurzfristige Schwankungen werfen.

Fazit

Die Teamgroup G70 Pro Aluminium ist – das zeigen die Messungen der c’t – eine grundsolide PCIe-4.0-SSD, die ihre Daseinsberechtigung im aktuellen Marktumfeld aber fast ausschließlich aus dem vormontierten PS5-tauglichen Kühlkörper zieht. Wer eine PlayStation 5 aufrüsten will und einen fertigen Kühler ohne Bastelei sucht, bekommt hier ein stimmiges Paket samt großzügiger TBW-Garantie.

Im PC-Einsatz lässt sie sich allerdings kaum noch empfehlen: Die Lexar NM790 ist für rund 40 Euro weniger pro Terabyte der Preis-Leistungs-Sieger im PCIe-4.0-Segment und im Alltag mindestens ebenbürtig. Die Samsung 990 Pro kostet nur minimal mehr, ist im PCMark-10-Praxistest und beim Dauerschreiben aber deutlich überlegen. Noch bitterer: Die Kioxia Exceria Plus G4 öffnet die Tür zu PCIe 5.0 sogar für weniger Geld als die G70 Pro – wer ein modernes Mainboard hat, fährt damit zukunftssicherer. Wer das absolute Top-Tempo braucht, greift zur Kingston Fury Renegade G5 oder zur Sandisk WD Black SN8100, die mit PCIe 5.0 deutlich schneller arbeiten.

Angesichts der durch den KI-Boom gestiegenen Speicherpreise lohnt sich derzeit ohnehin ein genauer Preisvergleich vor dem Kauf – und ein kritischer Blick auf die Frage, ob der PS5-Kühler den Aufpreis wirklich wert ist.

MSI Spatium M461 im Test: NVMe-SSD mit PCIe 4.0 und QLC-Flash

Die MSI Spatium M461 bringt 1 TB für unter 150 Euro – setzt dafür aber auf QLC-Flash. Im Alltag flott, bei Dauerschreiblast bricht sie deutlich ein.

VORTEILE

  • solide PCIe-4.0-Performance im Alltag (rund 5 GB/s lesend)
  • einseitige Bestückung, auch für flache Notebooks geeignet
  • Branchenübliche fünf Jahre Garantie

NACHTEILE

  • massiver Einbruch beim Schreiben großer Datenmengen (QLC-typisch)
  • geringere Haltbarkeit als TLC-Konkurrenten gleicher Größe
  • für Videoschnitt und Dauerlast-Workloads ungeeignet

Die MSI Spatium M461 bringt 1 TB für unter 150 Euro – setzt dafür aber auf QLC-Flash. Im Alltag flott, bei Dauerschreiblast bricht sie deutlich ein.

Die Spatium M461 ist MSIs Antwort auf den nach wie vor beliebten 2-TB-Sweetspot bei PCIe-4.0-SSDs – mit QLC-Flash, einem schlanken Phison-Controller und Verzicht auf DRAM-Cache. Eine bewusst kostenorientierte Bauweise, die im aktuellen Marktumfeld gegen starke Konkurrenz antreten muss. Die Kernfrage: Wie schlägt sich die NVMe-SSD im Alltag – und reicht das, um sich gegen Modelle wie die Lexar NM790 zu behaupten?

Technik & Aufbau

Im Inneren arbeitet ein Phison-E21T-Controller mit vier NAND-Kanälen ohne eigenen DRAM-Cache – eine schlanke, stromsparende Kombination, die typischerweise im Einsteiger- bis Mittelklassebereich auftaucht. Statt auf TLC-Flash setzt MSI auf QLC-NAND von Micron, der pro Speicherzelle vier Bits ablegt. Das senkt die Kosten pro Gigabyte deutlich, kostet aber Schreibtempo und Haltbarkeit. Die SSD ist einseitig bestückt und damit auch für flache Notebooks geeignet.

Tempo & Schreibverhalten

Bei kurzen Transfers liefert die Spatium M461 laut c’t-Messungen solide PCIe-4.0-Werte um die 5 GB/s beim Lesen und gut 4,4 GB/s beim Schreiben – auf Augenhöhe mit anderen NVMe-SSDs, die denselben Phison-E21T-Controller nutzen. Damit deckt sie das ab, was im Alltag wirklich zählt: schnelle Programmstarts, kurze Spiele-Ladezeiten und flotte Dateioperationen.

Beim vollständigen Beschreiben über die gesamte Kapazität zeigt sich die QLC-typische Charakteristik: Nach Füllung des schnellen SLC-Caches sinkt die Schreibrate auf rund 140 MB/s im Mittel. Wer überwiegend kleine bis mittlere Schreibvorgänge fährt, merkt davon nichts; für Videoschnitt mit großen Rohdaten ist das Modell hingegen weniger geeignet. Die direkte PCIe-4.0-Konkurrentin aus unserer Bestenliste, die Lexar NM790, hält dank TLC-Flash unter Dauerlast deutlich länger ein hohes Schreibtempo.

Stromverbrauch & Haltbarkeit

Die Garantie liegt bei branchenüblichen fünf Jahren, MSI gibt bei der 2-TB-Variante eine zulässige Schreibleistung von 247 GB pro Tag an – für Office-Nutzer und Gamer ein Wert, der bequem ausreicht. Der DRAM-lose Controller hilft zudem, die Leistungsaufnahme niedrig zu halten, was vor allem im Notebook-Einsatz von Vorteil ist. Die TBW-Angabe liegt allerdings deutlich unter der einer TLC-basierten Konkurrentin wie der Lexar NM790 (Testbericht), die mit rund 1.500 TB etwa das Dreifache verspricht.

Preis & Kapazitäten

Die Spatium M461 ist in vier Kapazitäten erhältlich, im Handel sind aktuell aber nur zwei davon verfügbar. Die 1-TB-Version kostet rund 150 Euro, die 2-TB-Variante etwa 249 Euro. Die 500-GB- und 4-TB-Modelle sind derzeit nicht lieferbar. Pro Terabyte ist die 2-TB-Version mit rund 125 Euro rund 17 Prozent günstiger als die 1-TB-Variante.

Im direkten Vergleich mit der Konkurrenz aus unserer Bestenliste ist das ein anspruchsvolles Umfeld: Die Lexar NM790 (Testbericht) kostet mit 2 TB nur rund 225 Euro und liegt damit etwa 25 Euro unter dem MSI-Preis. Die Samsung 990 Pro (Testbericht) startet mit 1 TB bei rund 190 Euro und spielt eine Klasse darüber. Wie der gesamte SSD-Markt sind auch diese Preise vom KI-Boom geprägt: Die enorme Nachfrage nach NAND-Flash für Rechenzentren hat die Endkundenpreise branchenweit deutlich nach oben gezogen. Ein tagesaktueller Marktcheck lohnt sich daher vor jedem SSD-Kauf.

Fazit

Die MSI Spatium M461 ist technisch eine grundsolide PCIe-4.0-NVMe-SSD: ordentliches Tempo im Alltag, 2 TB im klassischen M.2-Format und eine einseitige Bestückung, die auch flachen Notebooks entgegenkommt. Für Betriebssystem, Spiele, Office und Medien-Bibliotheken erfüllt sie ihren Zweck zuverlässig.

Im aktuellen Marktumfeld muss man aber ehrlich einordnen: Zum Listenpreis ist die Lexar NM790 aus unserer Bestenliste die rundere Wahl – schneller, ausdauernder, günstiger. Empfehlenswert ist die M461 daher vor allem in zwei Szenarien: Erstens für Käufer, die bewusst auf das MSI-Markenökosystem setzen und dafür einen kleinen Aufpreis akzeptieren – etwa, weil ihr Gaming-System konsequent aus einer Hand stammen soll. Zweitens als Schnäppchenkauf, wenn die SSD im Angebot deutlich unter ihren regulären Preis fällt. Wer hingegen rein nach dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, sollte sich die Lexar NM790 ansehen; wer eine etablierte Marken-SSD mit langfristiger Perspektive bevorzugt, ist mit der Samsung 990 Pro gut bedient. Wer ohnehin auf PCIe 5.0 setzt, findet mit der Kingston Fury Renegade G5 oder der Sandisk WD_Black SN8100 deutlich schnellere – wenn auch teurere – Alternativen.



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Künstliche Intelligenz

iPhone Fold: Erste Details zur angeblichen Akkukapazität des Falt-iPhones


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Mit dem erwarteten ersten faltbaren iPhone wird bei Apple im Herbst möglicherweise zum ersten Mal nicht das teuerste Modell das mit der größten Akkukapazität sein. Einem Gerücht aus China zufolge soll der Akku des iPhone 18 Pro Max deutlich größer ausfallen als der des ersten Falt-iPhones. Das iPhone Fold, das von vielen auch iPhone Ultra genannt wird, könnte durch Verwendung der neuesten energieeffizienten Chips trotzdem eine bessere Akkulaufzeit haben als heutige Geräte mit dieser Batteriekapazität.

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Die Angaben zum Akku gehen auf den chinesischen Leaker Digital Chat Station zurück, der schon verschiedentlich mit zutreffenden Angaben aus der Zuliefererkette Apples in China in Erscheinung getreten ist. Er behauptet, dass im iPhone Fold ein geteilter Akku verbaut sein wird. Statt einer Zelle soll es eine mit 1.921 Milliamperestunden und eine mit 2.962 mAh geben. In der Summe wären dies 4.883 mAh nutzbare Kapazität. Die Angaben sollen aus Zulassungsdaten aus der Lieferkette stammen. Eine unabhängige Bestätigung gibt es hierfür bislang nicht. Die Kapazität läge über der des Galaxy Z Fold 7 von Samsung und soll auch die erwartete seines Nachfolgers, des Galaxy Z Fold 8, übertreffen.

Das iPhone 18 Pro Max soll laut anderen Gerüchten über eine Kapazität von 5.567 mAh verfügen – also deutlich mehr. Der Leaker Ice Universe sieht die Laufzeit des Geräts, das für Herbst erwartet wird, auf Augenhöhe mit Android-Flaggschiffen, die einen 7.000-mAh-Silizium-Karbon-Akku eingebaut haben.

Gegenüber dem aktuellen iPhone 17 Pro Max läge das Fold mit diesem Akku leicht über dem des Pro Max: Das Pro Max hat eine Kapazität von 4.823 mAh. Es wird zudem damit gerechnet, dass der erwartete A20-Pro-Chip im Fold, der erstmals in 2-Nanometer-Bauweise entstehen soll, aufgrund höherer Energieeffizienz das 17 Pro Max in der Laufzeit spürbar übertreffen könnte. Analyst Jeff Pu hatte bereits früh auf den A20-Pro-Chip und weitere technische Details des iPhone Fold hingewiesen. Sollte überdies der Apple-eigene C2-Mobilfunkchip zum Einsatz kommen, könnte dies weitere Energie einsparen und für längere Laufzeiten sorgen. Laut Bloomberg soll das Gerät bei einem Preis von mindestens 2.000 US-Dollar starten – einen ausführlichen Überblick zu Preisen, Technik und Verfügbarkeit des iPhone Ultra bietet unser separater Bericht.

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(mki)



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Künstliche Intelligenz

Warum es ausgerechnet bei LinkedIn so viel KI-Slop gibt


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LinkedIn ist einer Untersuchung von Pangram zufolge die Social-Media-Plattform mit dem höchsten Anteil KI-generierter Texte. Besonders ausgeprägt ist das bei längeren Beiträgen: Mehr als 40 Prozent der längeren Posts wurden vom Erkennungssystem des Anbieters als vollständig KI-generiert eingestuft. Obwohl LinkedIn nur rund ein Drittel der analysierten Beiträge ausmachte, entfielen fast zwei Drittel aller als KI-generiert erkannten Inhalte auf die Karriereplattform.

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Für die Auswertung analysierte Pangram gut eine Million Beiträge, die Nutzer der Pangram-Chrome-Erweiterung zwischen April und Juli 2026 freiwillig zur Verfügung gestellt hatten. Berücksichtigt wurden Beiträge mit mindestens 50 Wörtern auf LinkedIn, Reddit, X, Medium und Substack. Wie bei allen Verfahren zur Erkennung KI-generierter Texte gilt allerdings: Ihre Zuverlässigkeit ist umstritten. Pangram verweist zwar auf eine sehr niedrige Fehlalarmrate, eine unabhängige Überprüfung der Ergebnisse gibt es aber nicht.

Warum aber ist die Quote bei LinkedIn so viel höher? Zum einen integriert die Plattform anders als viele andere soziale Netzwerke generative KI inzwischen an mehreren Stellen nativ. Nutzer können sich zum Beispiel beim Formulieren von Profiltexten unterstützen lassen, Unternehmen können Inhalte für ihre Seiten erzeugen oder Beiträge überarbeiten lassen. Entsprechend niedrig ist die Einstiegshürde für KI-generierte Texte im Vergleich.

Hinzu kommt offenbar ein psychologischer Effekt. Die Forscher Mona Birjandi und Derya Oktay haben untersucht, wie generative KI die professionelle Selbstpräsentation auf LinkedIn erleichtert – und zwar deutlich, so das Ergebnis. Nach der Einführung von ChatGPT stieg die Zahl veröffentlichter Beiträge messbar an. KI eignet sich wohl besonders dazu, scheinbare Kompetenz sichtbar zu machen und persönliche Markenbildung zu betreiben, so die Autoren. Diese Art der Texte unterscheidet LinkedIn von Plattformen wie Reddit oder X. LinkedIn hat auf diese Situation aber inzwischen reagiert und angekündigt, KI-generierte Beiträge algorithmisch erkennen und im Feed herabstufen zu wollen.

Auch die Art der veröffentlichten Inhalte dürfte eine Rolle spielen. LinkedIn wird von längeren Fachbeiträgen geprägt – etwa zu Management, Karriere, Projekten oder Branchentrends. Solche Texte folgen häufig ähnlichen Strukturen und einem sachlich-professionellen Stil. Genau diese Textgattung können große Sprachmodelle besonders gut erzeugen oder überarbeiten.

Auf Plattformen wie Reddit oder X entstehen viele Beiträge hingegen im direkten Austausch mit anderen Nutzern. Humor, spontane Reaktionen, Insiderwissen oder der Bezug auf vorherige Kommentare spielen eine größere Rolle. Diese Formen lassen sich zwar ebenfalls mit KI erzeugen, wirken aber häufig weniger natürlich.

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LinkedIn hat zudem im Gegensatz zu anderen Plattformen offengelegt, nach welchen Kriterien Beiträge im Feed bewertet werden. Wichtig ist nicht nur die Zahl der Likes oder Kommentare, sondern auch die sogenannte Dwell Time – also wie lange Nutzer einen Beitrag tatsächlich lesen. Hinzu kommen Signale zur fachlichen Relevanz und zur Wahrscheinlichkeit, dass ein Leser mit dem Beitrag interagiert.

Folglich ist es für Nutzer vergleichsweise einfach, Inhalte gezielt auf den Algorithmus zuzuschneiden. Große Sprachmodelle können Texte erzeugen, die typische Erfolgsmerkmale berücksichtigen: strukturierte Absätze, prägnante Überschriften, Aufzählungen oder persönliche Einleitungen. Inwiefern generative KI dann tatsächlich zu einer höheren Reichweite führt, ist zwar nicht belegt – bekannte Ranking-Kriterien führen aber trotzdem zu systematisch optimierten Inhalten.

Die Pangram-Auswertung deutet zudem darauf hin, dass generative KI auch über LinkedIn hinaus bevorzugt bei längeren Texten verwendet wird. Plattformübergreifend stufte die Analyse mehr als jeden vierten Beitrag mit mehr als 250 Wörtern als vollständig KI-generiert ein. Medium und X liegen wie LinkedIn über dem Durchschnitt, während Reddit und Substack deutlich darunter liegen. Bei kürzeren Beiträgen ist der GenAI-Anteil deutlich niedriger, wobei hier ebenfalls LinkedIn und Medium die Ausreißer nach oben darstellen – mit Reddit als Gegenpol.


(fo)



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Künstliche Intelligenz

Wirklich alles lokal: Hermes-Agent und Qwen 3.6


Agentische Systeme wie OpenClaw oder Hermes sind schwer angesagt; aber meist arbeiten diese mit Cloud-KI-Modellen — was nicht nur etliche Nachteile hat, sondern im beruflichen Umfeld sogar verboten sein kann. c’t 3003 hat deshalb ausprobiert, wie Hermes-Agent mit lokalen Modellen funktioniert, konkret mit Qwen 3.6 (Geschmacksrichtung 27B-UD-Q4_K_XL mit MTP).

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(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guckt mal hier, obwohl ich mein Internet gerade komplett abgeklemmt habe, baut mir mein KI-Agent gerade ein Spiel. Das Ding läuft nämlich komplett lokal. Anthropic, OpenAI und Co. lesen meine Daten nicht mit, ätschi. Und das Ding kann auch meine Linux-Installation komplett bedienen. Also ich sage einfach, such mir mal im Netz irgendwo ein Bild mit irgendwie strickenden Oktopussen und richte mir das als Desktop-Hintergrund ein. Ja, zack, fertig. Ich kann aber auch noch viel tiefer ins System gehen und sagen, richte mir mal eine andere Desktop-Umgebung ein. Ich will Cosmic statt KDE, zack, fertig.

Und ihr sagt jetzt vielleicht, ja, das gibt’s doch schon lange. Und dann sage ich, ja, aber nicht in dieser Qualität. Komplett lokal auf bezahlbare Hardware. Wir sprechen hier von einem Modell, was auf meiner SSD weniger als 17 Gigabyte einnimmt. Ganz ehrlich, ich habe mir zwar immer gewünscht, dass lokale KI aufholt gegenüber den großen, teuren, energiehungrigen Cloud-Modellen, die ja auch einfach deaktiviert werden können. Schöne Grüße an Fable. Aber ich war auch immer noch ein bisschen skeptisch. Und jetzt habe ich hier bei mir die Kombination aus dem KI-Agenten Hermes und dem großen Sprachmodell Qwen 3.6 27B laufen und denke jetzt zum allerersten Mal, okay, das will ich so benutzen. Das macht sinnvolle Dinge. Und guck mal bitte, wie schnell das antwortet. Das ist Originalgeschwindigkeit.

Ich war zwischendurch so verwirrt von den Fähigkeiten, dass ich gedacht habe, nee, ich glaube, ich habe da doch was falsch konfiguriert. Jetzt zapft da doch ein Cloud-Modell an. Das kann doch nicht sein. Und ich habe dann wirklich das Internetkabel aus meinem Router gezogen. Und ja, es lief weiter. Also wirklich komplett lokal. Ja, und das ist für mich jetzt wirklich mal wieder ein revolutionärer Moment, weil das System wirklich das kann, was ich mir unter agentischer lokaler KI vorstelle. Hier auch mal schöne Grüße an die kommerziellen Betriebssystemhersteller. Alles hier im Video ist Open Source und das ist Lichtjahre von dem entfernt, was ihr so macht.

Ja, und leider habe ich später dann auch gemerkt, wo die Kompromisse sind, die man hier eingehen muss und wo der Haken ist. Bleibt dran.

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Ja Leute, also zwei Sachen schreibt ihr uns ständig in die Kommentare. Macht doch mal was zu Hermes-Agent und macht doch bitte mal mehr über lokale KI-Modelle. Und ja, das machen wir jetzt und sogar beides in einem Video, in diesem hier nämlich. Und ich versuche jetzt mal wirklich alle von euch abzuholen, weil ich auch wirklich finde, dass das, was hier jetzt möglich ist, wirklich für alle relevant ist, die gerne mal einen Computer benutzen. Das Video ist so aufgebaut, dass es erstmal eher allgemein ist und dann zum Ende dann doch ein bisschen nerdig wird, weil das Thema lokale KI ist halt noch etwas fummelig, aber es lohnt sich auch wirklich.

Also erstmal ganz grob, was ist Hermes-Agent überhaupt? Ja, das ist ein KI-Agent und anders als ein Chatbot wie ChatGPT, das halt wirklich nur im Browser-Fenster lebt und mir da halt Text und vielleicht Bilder zurückgibt, kann so ein Agent selbst Dinge tun, also mir die komplette Computerbedienung abnehmen. Das heißt, ich kommuniziere mit dem Agenten in normaler Menschensprache, entweder per Kommandozeile oder auch per Sprachnachricht. Ich kann den nämlich auch an eine Messenger-App auf dem Smartphone ankoppeln und sage dem dann, was ich will oder was ich machen will und dann macht er das. Das können Programmierprojekte sein, zum Beispiel dieser Schneemann-Shooter hier, habe ich komplett ohne Cloud-Modell entwickeln lassen oder halt auch einfach Computer-Problemlösungen, wie zum Beispiel, ich kriege ComfyUI hier auf meiner AMD-Hardware nicht zum Laufen, installiere mir das mal bitte. Oder guck dir mal alle Bilder in diesem Ordner an und verschiebe alle YouTube-Thumbnails in Unterordner XY. Also alles, was ein Mensch so machen könnte, der Zugriff auf diesen Computer hat, auf dem Hermes-Agent läuft.

Am besten funktioniert das mit Dingen, die man im Terminal, also auf der Kommandozeile machen kann, also textbasiert. Mit grafischen Benutzeroberflächen und Websites kann Hermes-Agent auch arbeiten, aber bei Weitem nicht so gut. Agenten denken halt in Text und deshalb können sie am besten mit Text umgehen. Hermes-Agent läuft auf Linux, macOS und Windows und man kann es nicht nur auf der Kommandozeile verwenden, sondern es gibt auf Wunsch auch eine grafische Benutzeroberfläche, die sieht so aus. Ich habe im Rest dieses Videos Hermes aber über die Kommandozeile beziehungsweise über den Telegram-Messenger bedient.

Falls euch das jetzt bekannt vorkommt, ja genau, das gilt auch alles für OpenClaw, der Hype-Software aus Österreich. Naja, jetzt USA, der Entwickler Peter Steinberger arbeitet ja inzwischen bei OpenAI. OpenClaw ist zwar offiziell kein OpenAI-Projekt und bleibt Open Source, aber naja, viele Leute sehen die Software seit Steinbergers OpenAI-Gang ein bisschen skeptisch. Ja, und deswegen jetzt Hermes-Agent, das ist eine Alternative, ist auch Open Source, gleiche Lizenz, MIT und man muss aber wirklich sagen, dass sich die beiden schon wirklich sehr, sehr ähneln.

Meine Erfahrung ist, Hermes arbeitet vielleicht ein bisschen autonomer, kriegt Sachen besser selbstständig hin. Bei OpenClaw muss man öfter hin und her gehen, also sowas wie, versuch’s bitte nochmal, so und so. Hermes ist da oft hartnäckiger und Hermes ist auch mehr auf Tokensparsamkeit optimiert. Tokens, das ist ja die kleinste Einheit, mit der große Sprachmodelle arbeiten, das sind quasi Silben. Und das Ding bei diesen Agenten ist halt, dass die hinter den Kulissen einfach mit riesigen Prompts arbeiten, also da steht dann halt ein riesiger Roman drin, was sie gerade alles beachten müssen. Und deshalb verbrauchen Agenten mies viel Tokens. Das ist gut für Unternehmen wie Anthropic und OpenAI, die halt Tokens verkaufen, ist nicht so gut für Leute, die Agenten benutzen und Tokens kaufen müssen. Deshalb ist es ja auch so cool, dass ich hier komplett lokal arbeiten kann. Ich bezahle also nur meine Hardware, meinen Strom, aber keine Tokens. Dazu später mehr.

Kurz mal technisch zum Unterschied zwischen Hermes und OpenClaw. Hermes verwendet intern am liebsten Python, um Sachen zu scripten, OpenClaw TypeScript. Das ist eine JavaScript-Geschmacksrichtung. Außerdem bezeichnet Hermes sich als permanent selbstverbessernd. Das heißt, dass es sich automatisch Sachen merkt, wenn es was gut hinbekommen hat, zum Beispiel wie man bestimmte Werkzeuge konkret aufruft und es baut auch selbst solche Werkzeuge selbstständig. Das kann OpenClaw auch, macht es aber laut meiner Erfahrung nicht ganz so zuverlässig. Also das kann sein, dass sich OpenClaw einen abbricht, zum Beispiel in meinem Heimnetzwerk irgendwie Inhalte auf meinen Fernseher zu bringen. Und wenn man das dann später noch mal versucht, dann fängt er manchmal wieder von vorne an, statt sich an die schon mal gefundene Lösung zu erinnern, was super nervig sein kann. Bei Hermes ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es sich gemerkt hat, wie mein Fernseher ansprechbar ist. Dafür hat OpenClaw aber mehr vorgefertigte Skills in der eigenen Claw-Hub-Datenbank. Hermes schreibt sich die Skills lieber selbst.

Und was auch ganz klar sichtbar ist, Hermes-Agent verhält sich technischer als OpenClaw. Also Hermes zeigt auch mal irgendwelche Terminal-Aufrufe im Messenger, während OpenClaw solche Sachen eher versteckt und versucht, einen Menschen zu cosplayen. Und OpenClaw ist als privates Hobby-Projekt gestartet, wo es halt null um Security und sowas ging. Das hat sich inzwischen auf jeden Fall verbessert, aber ganz klar, bei Hermes-Agent wurde Security von Anfang an mitgedacht, einfach weil es das neuere Projekt ist. Hinter Hermes steckt Nous Research aus New York. Die kommen aus der Kryptowelt und sind schon lange in der lokalen LLM-Szene aktiv, haben zum Beispiel unzensierte Modelle veröffentlicht. Das ist eine recht kleine Firma, also noch jedenfalls.

Okay, das erst mal vorab. Und wie genau habe ich Hermes-Agent jetzt getestet? Also natürlich habe ich das nicht auf einem Produktivsystem installiert, wo irgendwelche wichtigen Daten drauf sind. Hermes hat nämlich Zugriff aufs ganze System. Da können also Sachen kaputt gehen. Das Thema agentische Systeme ist ja auch noch ziemlich neu. Ich persönlich würde euch deshalb immer empfehlen, probiert das nur auf Systemen aus, wo es nicht schlimm wäre, wenn a, alle Daten verloren gingen und b, wenn die Daten von diesem Rechner irgendwohin abfließen. Stichwort Prompt Injections, also versteckte Anweisungen an den Agenten, die irgendwo im Netz liegen können.

Deshalb habe ich es so gemacht, dass ich Hermes-Agent auf einem komplett blanken System getestet habe. In dem Fall CachyOS, also Linux und das auf einem Framework Desktop. Das ist ein Rechner, der selbst auch zusätzlich zu Hermes ein LLM hosten kann. Also auf dem nicht nur Hermes selbst läuft, sondern eben auch das lokale LLM obendrauf, wenn ich das will. Das muss aber nicht so sein, denn Hermes selbst läuft auch auf einem sehr viel langsameren Rechner. Es kann ein altes Notebook sein oder ein gemieteter VPS oder man kann das Ding auch in der virtuellen Maschine installieren. Ist alles egal. Wenn ihr aber keine Cloud-KI nutzen wollt, dann braucht ihr dann aber halt noch einen Rechner, auf dem ein LLM läuft.

Für mich ist der Sweetspot in Sachen Qualität und Aufwand zurzeit Qwen 3.6 mit 27 Milliarden Parametern in 4-Bit-Quantisierung. Da sind die Gewichte 17 Gigabyte ungefähr groß. Also man braucht dann also mit Puffer und mit Kontext und mit Sicherheitsreserve ungefähr 24 Gigabyte schnellen Speicher. Im besten Fall GPU-Speicher. Zur Not läuft das aber auch auf 24 Gigabyte normalem RAM. Bei meinen Tests habe ich Qwen von einem Gaming-PC mit RTX 4090 auf meinen Linux-Hermes-Rechner zugespielt, geserved sozusagen. Übrigens lief auf dem LLM-Rechner sogar Windows. Das würde aber mindestens genauso gut mit Linux gehen. Die Kombination fand ich aber ganz lustig. Also Linux wird von Windows geserved.

Aber bevor wir in die Details einsteigen, also wie man das Ding lokal einrichtet, ein paar Beispiele, was ich mit der Kombination Hermes und Qwen 3.6 27B so gemacht habe. Erst mal ganz allgemein zum Verständnis, denn auch wenn das LLM selbst nicht ins Internet kann, kann es Hermes und das ist eine gute Kombination. Also Intelligenz vom lokalen Modell und Internet vom agentischen System. Da kann man dann nämlich einfach auch so Sachen fragen, wie ist das Wetter zurzeit in Hannover? Und dann gibt es darauf eine Antwort. Und die Systeme halluzinieren dann auch nicht mehr so viel, weil es sich eben immer mundgerecht Informationen aus dem Internet holen kann.

Weil Hermes eben nicht nur über die Kommandozeile steuerbar ist, habe ich auch mein Handy verwendet mit Telegram. Nicht, weil ich so ein Telegram-Fan bin, sondern weil Telegram am einfachsten einzurichten ist mit solchen Agenten. Das dauert mit Telegram wirklich nur drei Sekunden. Damit kann ich dann den Hermes-Agent auch von unterwegs verwenden, ohne dass ich mein internes Netz irgendwie nach draußen öffnen muss. Geht, wie gesagt, alles über Telegram. Im Detail habe ich das ja schon im OpenClaw-Video gezeigt.

Ja, und mein erster praktischer Test, ob es Hermes mit dem lokalen Qwen schafft, hier im Browser meine jährlichen Mitarbeiterschulungen zu lösen. Das sind so Multiple-Choice-Fragen. Und da sind wir dann schon direkt im Territorium, das recht anschaulich zeigt, warum man lokale Modelle verwenden will. Da habe ich nämlich deutlich weniger Bauchschmerzen, so firmeninterne Websites zu verwenden. Bleibt ja schließlich alles auf meiner eigenen Hardware. Würde ich jetzt OpenAI oder Anthropic Cloud verwenden, würde halt ganz viel Zeug an US-Server geschickt werden. Will ich nicht.

Hier geht es zwar jetzt nur um so eine Sicherheitsschulung, die auch nicht direkt im heißen Intranet läuft, sondern auf einer externen Website. Also Firmengeheimnisse gibt es da eh nicht. Aber fühlt sich halt trotzdem deutlich besser an, weil halt alle Daten auf meinen Rechnern bleiben. Aber es geht ja nicht nur um mein Gefühl. Viele von euch sind ja auch beruflich an irgendwelche Zertifizierungen gebunden. Und da gibt es viele, die zum Beispiel verbieten, dass Daten außerhalb der EU verarbeitet werden. Und ja, da habt ihr dann ein Problem mit Claude und so.

Ich will aber jetzt auch nicht sagen, hey, mit lokalen Modellen ist das alles gar kein Problem. Also eure Daten werden natürlich nicht direkt irgendwo zu Drittanbietern geschickt, wo die Daten dann womöglich noch irgendwie zum Modelltraining oder so verwendet werden. Aber es besteht immer die Gefahr, dass euer Agent, wenn er eine Netzanbindung hat, über vergiftete Prompts irgendwo stolpert und womöglich Dinge tut, die ihr gar nicht wollt. Bedenkt das immer mit, wenn ihr wirklich Dinge verarbeiten wollt, die auf keinen Fall jemand sehen darf, dann benutzt eure agentischen Systeme komplett ohne Internetverbindung. Das geht schon auch. Bei meinen Tests hier hat es allerdings immer eine Verbindung nach außen und mir sind auch keine Prompt Injections untergekommen, zumindest nicht bewusst.

Ja und wie ist Hermes jetzt klargekommen mit den Schulungen, mit den Tests? Also am Ende hat es alle Prüfungen erfolgreich bestanden, aber der Weg dahin war extrem umständlich. Ich hatte ja gerade schon gesagt, dass es auf dem Terminal echt besser funktioniert als auf Websites, weil es da wirklich immer Screenshots machen muss, ans LLM schicken, analysieren, gucken, wo es hinklicken muss und so weiter. Und das verbraucht halt extrem viele Tokens, was also dann dazu geführt hat, dass Hermes ständig den Kontextspeicher, also quasi das aktuelle Kurzzeitgedächtnis, komprimieren musste. Und das dauert und macht auch die Arbeit nicht unbedingt besser, sage ich mal. Hermes hat also super oft neu angesetzt, obwohl es eigentlich schon fast fertig war. Es hat dann auch irgendwelche Skripte geschrieben, um das Kontextproblem zu lösen. Und ja, es tat schon wirklich ziemlich weh, das als Mensch zu beobachten, wie es sich da abgequält hat. Aber hey, aber am Ende hat es, wie gesagt, irgendwie geklappt.

Viel besser haben Sachen funktioniert, die sowieso komplett übers Terminal gingen. Also sowas wie installiere A-Step zur Musikgenerierung, generiere ein Lied über fliegende Oktopusse und spiele das auf meiner Sonos-Box ab. Und zwar natürlich ohne, dass ich Hermes mehr Details gegeben hätte. Der schafft das einfach. Der findet die Sonos-Box im Netzwerk und findet raus, wie man das da auch abspielt und macht das einfach.

Ja, und Coding geht natürlich auch. Hier ein Spiel, wo man mit warmem Wasser Schneemänner und -frauen zum Schmelzen bringt. Ich glaube, das hatte mit der Hitzewelle zu tun, dass ich auf die Idee gekommen bin. Und hier der 3003 Cyber Run, wo man mit diesem tollen Auto rumfährt und komischen Dingern ausweicht. Was ich hier beeindruckend fand, die Soundeffekte hat Hermes einfach lokal mit dem Tool Harmula generiert. Und ich hatte Harmula gar nicht selbst installiert oder installieren lassen.

Und klar, Hermes kann auch in Linux rumfrickeln, zum Beispiel mein Desktop-Hintergrundbild ändern und das Bild vorher auch lokal mit ComfyUI und zum Beispiel dem Bildgenerierer Flux generiert. Hier ein Oktopus vom Rechner. Also ich kann wirklich sagen, ich hätte gerne das und das auf meinem Desktop-Hintergrundbild und das war’s. Das macht er dann. Und das kann ich auch in mein Handy reinlabern als Sprachie. Und das wie gesagt komplett lokal, ohne dass Daten von mir irgendwo rausgehen. Ehrlich gesagt stelle ich mir genau so einen persönlichen Co-Piloten vor und kurioserweise hat das von den großen Betriebssystem-Entwicklern noch niemand geschafft. Das ist alles hier Open Source, wie ich am Anfang schon gesagt habe.

Aber ja klar, das funktioniert zwar, aber das ist auch noch nichts für den Massenmarkt. Könnt ihr zum Beispiel hier sehen, als ich gesagt habe, er soll ein weiteres Desktop-Environment installieren. Mein CachyOS hatte bis dahin nur KDE installiert und ich wollte Cosmic. Ja, das ging jetzt nur so halb gut, aber hey, am Ende hat es dann auch geklappt.

Aber auch wenn Hermes mit Qwen auf der Kommandozeile und beim Coding ganz gute Resultate abliefern, sieht das beim Sprachgefühl eher nicht so gut aus. Also wie es mit mir kommuniziert, da merke ich dann schon, dass das kein Mensch ist. Hier habe ich zum Beispiel gerade versucht per Telegram meinen LLM-Server zu benchmarken. Dann sagt Hermes mit Qwen so zu mir, ich schicke eine Anfrage und „timings sie selbst“. Ich dann so, was, „timings sie selbst“? Und dann sagt das System, ah, „guter Punkt, das war schwul formuliert“. Ich so, „wie schwul?“ Antwort, „haha, okay, fair. Ich meinte es eher als umständlich formuliert oder schlecht ausgedrückt.“ Lach, wein, Emoji. Also keine Ahnung, ob das Ding irgendwie mit Schulhofsprüchen aus den 90ern trainiert wurde, aber schwul für schlecht, das ist schon ziemlich hängen geblieben.

Und weil das eben so ein vergleichsweise kleines Sprachmodell ist, neigt es auch zu starken Halluzinationen, vor allem ohne Internetzugang. Hier sind zum Beispiel 20 Attraktionen in Hannover, die in keinem Reiseführer stehen und jede einzelne ist komplett zu 100 % halluziniert, aber zugegebenermaßen sind die auch ziemlich unterhaltsam. Leibnizens letzter Hausschuh im historischen Museum, Vitrine 14b. Hannovers erste Telefonzelle, die in einer Hauswand steckt und heute ein Briefkasten ist. Ja, klar, logisch. Oder hannoversche Himmelsstürmer-Ecke, daneben ein fast unsichtbarer Gummibaum aus den 50ern. Das grüne Herz, „vermodernde“ Skulptur, eine vergessene Umweltinstallation aus recycelten Fahrrädern im Stadtgarten, die langsam rostet und wirklich immer ganz toll bei Halluzinationen, wenn das LLM „ja, wirklich“ hinter offensichtlichen Quatsch schreibt.

Wichtig ist auch nochmal zu erwähnen, so ein klitzekleines Modell wie Qwen 3.6 mit nur 27 Milliarden Parametern, das ist auch anfälliger für zum Beispiel Prompt-Injections. Also zum wiederholten Mal: Nutzt das so komplett mit Vollzugriff nur auf Systemen, wo nichts Wichtiges drauf ist.

Kurzer Einschub: Ja, also besser mit Sprache umgehen kann auf jeden Fall das lokale LLM Gemma 4 von Google. Das habe ich in der Variante 26B A4B tatsächlich auf meiner brandneuen Steam Machine mit 8 GB GPU-Speicher und 16 GB normalem RAM laufen lassen und von Hermes als Intelligenz nutzen lassen. Das ging auch, guckt hier, diese 3003-Animationen habe ich davon coden lassen. Aber das hat nicht wirklich Spaß gemacht, weil das auf der Steam Machine wirklich extrem langsam läuft, eben weil das nicht komplett in die GPU passt und das immer wieder in den normalen RAM auslagern muss. Einschub Ende.

Jetzt geht es wieder um Qwen. Ich hoffe, ich habe euch nicht verwirrt, dass jetzt auf einmal von einem anderen Sprachmodell die Rede ist, aber ich wollte einmal zumindest Gemma 4 erwähnen, weil das auch ziemlich gehypt gerade. Aber in Sachen Computerbedienung und Coding schneidet Qwen 3.6 27B meines Erachtens besser ab. Deshalb habe ich mich jetzt darauf fokussiert.

Und jetzt endlich. Was braucht ihr, um das tolle Qwen von Alibaba laufen zu lassen? Also ich habe das auf drei Rechnern ausprobiert. Auf dem Framework Desktop mit 128 GB Unified-Speicher, beim Gaming-PC mit RTX 4090 und auf meinem MacBook Air M2 mit 24 GB Unified-Speicher. Mir ist klar, dass das alles schon so Luxushardware ist, die man nicht einfach irgendwo rumliegen hat. Aber 24 GB Speicher, die braucht man halt, damit man diese 17 GB Weights, also das 27-Milliarden-Parameter-Modell in 4-Bit plus Kontext plus Puffer irgendwo laufen lassen kann.

Also am besten ist das extrem schneller Speicher, also GPU-Speicher oder halt gemeinsamer GPU- und CPU-RAM, wie bei Apple-Rechnern und zum Beispiel auch dem Framework Desktop. Das Modell läuft auch auf 32 GB normalem DDR5-Speicher, aber das ist extrem lahm. Wenn ihr euch jetzt fragt, du hast doch gerade gesagt 24 GB reichen aus. Ja, aber wenn ihr insgesamt nur 24 GB habt, dann geht das eben nicht, weil das Betriebssystem ja auch noch irgendwo hin muss. GPU-Speicher reichen 24 GB, das kann ja dann nahezu komplett exklusiv vom LLM verwendet werden.

Zum Thema Geschwindigkeit gehen wir gleich noch ein bisschen tiefer ins Rabbit Hole. Erst mal ganz kurz, wie man Hermes Quick & Dirty ausprobieren kann. Betonung auf Quick & Dirty, das ist jetzt nicht der beste Weg, sondern ein einfacher. Und zwar installiert ihr Ollama, das gibt es für Linux, macOS und Windows. Und wenn das installiert ist, tippt ihr einfach „Ollama“ auf der Kommandozeile ein und dann wählt ihr aus „Launch Hermes-Agent (install)“ und dann fragt Ollama, welchen Provider ihr nehmen wollt, also welches LLM. Und da will euch dann Ollama irgendwelche Cloud-Modelle verkaufen und ein Abo. Aber das wollt ihr nicht, sondern ihr wählt dann z. B. wenn ihr den Speicher habt, Qwen 3.6 aus, es gibt aber auch noch andere kleinere. Damit wird Hermes nicht so gut laufen, aber könnt ihr auch ausprobieren. Und dann wird Qwen 3.6 auf eurem System runtergeladen, dann könnt ihr Hermes direkt damit benutzen, dann seid ihr schon fertig.

Aber Ollama ist ziemlich sicher nicht die beste Variante, um lokales LLM laufen zu lassen. Das hat ganz viele Gründe, aber wie ihr gerade gesehen habt, ist es extrem einfach. Ab jetzt müsst ihr auch nicht mehr Ollama starten für Hermes, ihr könnt einfach „Hermes“ eingeben. Und wenn ihr „hermes model“ eingebt, könnt ihr auch einfach andere LLM-Provider nutzen, z. B. meinen Rechner im Nebenraum mit RTX 4090. Einfach die IP-Adresse eingeben und da habe ich dann halt den Vorteil, dass Qwen 3.6 komplett im schnellen Grafikspeicher läuft. Und das ist, wie gesagt, wirklich sauschnell. Und zwar sowohl bei der Tokenberechnung, also dem Generieren von Tokens, als auch beim sogenannten Pre-Processing.

Ich hatte ja am Anfang erklärt, dass diese agentischen Systeme immer riesige Prompts ins Sprachmodell reinfüttern. Und die müssen halt immer erstmal bearbeitet werden, bevor es losgehen kann mit den Antworten. Und ich muss zugeben, dass ich in der Vergangenheit bei Tests von lokaler KI wirklich zu viel Fokus auf Tokengenerierung gelegt habe. Einfach weil ich nicht mit agentischen Systemen getestet habe. Ich habe einfach nur minikurze Prompts ausprobiert, also sowas wie erzähl mir eine Geschichte. Und ja, da ist dann das Prompt-Processing unwichtig, weil das Prompt ja nur so kurz ist. Ja, das ist in der Praxis nur die halbe Wahrheit, weil es bringt mir wenig, wenn mein System zwar in kurzer Zeit viele Tokens ausgeben kann, dafür aber vorher ewig auf dem Prompt rumkaut. Deshalb ist Prompt-Processing wichtig.

Guck mal hier, das sind die Benchmark-Ergebnisse auf den drei Rechnern, die ich hier nutze. PP512 ist erwähntes Prompt-Processing, also PP für Prompt-Processing und TG128 ist Token-Generation. Beides ist angegeben in Token pro Sekunde. Und ihr seht auf der RTX 4090 alles viel schneller als auf dem Framework Desktop und vor allem dem MacBook M2. Allerdings knallt der Rechner mit RTX 4090 im LLM-Betrieb auch über 500 Watt weg. Beim Framework sind es nur 140 Watt. Ermittelt habe ich die Zahlen übrigens mit LlamaBench. Das ist Teil von llama.cpp, der wohl zurzeit gebräuchlichsten LLM-Abzapf-Software-Bibliothek.

Ollama nutzt auch intern llama.cpp, will aber immer alles automatisch machen, was oft nicht das ist, was richtig ist. Zum Beispiel wollte es auf meiner RTX 4090 hier nicht komplett im GPU-Speicher laufen, sondern teilweise auf der CPU, was es dann elend lahm gemacht hat. llama.cpp ist etwas spröde in der Bedienung, aber wenn es erstmal läuft, dann läuft das.

Kleines Geständnis von meiner Seite, ich installiere llama.cpp eigentlich nicht mehr manuell, sondern nur noch per Coding-Agent, also mit Claude Code oder Codex. Also will ich einen Rechner ernster für lokale KI verwenden, dann gehe ich einmal kurz in die Cloud, wie gesagt mit Claude Code oder Codex. Oder auch GLM 5.2 aus China, auch ein Modell, was gerade gehypt und was damit gut funktioniert. Und dann sage ich dem, er soll auf diesem Rechner mal überlegen, welches lokale Modell für agentische KI da am besten laufen könnte. Und er soll dann Messreihen machen. Zum Beispiel sage ich dann, benutze mal die Modelle Qwen 3.6 und Gemma 4 mit unterschiedlichen Quantisierungen.

Dann probiere ich auch gerne nochmal die unterschiedlichen Varianten aus. Denn Qwen 3.6 und Gemma 4 gibt es einmal als sogenannte Dense-Varianten, aber auch als Mixture-of-Experts-Version, MOE. Bei MOE ist immer nur ein Teil der Parameter aktiv, weshalb es meist deutlich schneller läuft. Aber dafür ist die Qualität auch ein bisschen schlechter. Bei Dense-Modellen, da sind immer alle Parameter gleichzeitig aktiv. Ich muss sagen, dass ich mit dem Dense-Modell, also dem 27B von Qwen 3.6, bessere Erfahrungen gemacht habe. Das Mixture-of-Experts-Modell, das heißt Qwen 3.6 35B. Ich habe es euch gesagt, Rabbit Hole.

Das Ding ist nur, dass das lokale LLM nicht nur irgendwie laufen muss, sondern wenn ihr es mit Hermes-Agent verwenden wollt, braucht ihr auch ein großes sogenanntes Kontextfenster von mindestens 65.000 Token. Das ist wie gesagt so das Kurzzeitgedächtnis, also die Token, die das Ding im Gedächtnis, im Speicher behält. Je größer der Kontext, desto mehr Speicher wird zusätzlich benötigt und desto langsamer wird es auch. Deswegen, obwohl die Weights nur 17 Gigabyte groß sind, brauche ich trotzdem die 24 Gigabyte meiner Grafikkarte, wegen des großen Kontext.

Auf meinem MacBook Air M2 läuft Qwen 3.6 mit 27B und 4-Bit-Quantisierung übrigens maximal mit 16K-Kontext und das muss da dann auch schon ein bisschen was auf die SSD auslagern. Also mit Hermes kann ich es vergessen auf meinem MacBook. Wie gesagt, man braucht mindestens 64K-Kontext für Hermes. Aber damit Hermes wirklich Spaß macht, will man eigentlich sogar 100K oder im besten Fall genau 226.144 Tokens. Das ist das Maximum, was Qwen 3.6 beherrscht, weil auch schon bei kleineren agentischen Aufgaben und vor allem Programmierprojekten, werdet ihr sehen, dass euer Kontext vollläuft und Hermes dann immer wieder komprimieren muss. Mit 200K-Tokens, da kriegt ihr viele Sachen komplett ohne Kompressionen und Neuansetzungen.

Und wie gesagt, Kontext kostet zusätzlich Speicher. Was ihr deshalb machen könnt, wenn ihr mehr Kontext haben wollt, den sogenannten KV-Cache in den normalen RAM auslagern oder auch den KV-Cache quantisieren, also die Genauigkeit verringern. Genauigkeit verringern, das klingt erstmal schlimm, klappt aber bis zu einem gewissen Grad nahezu verlustfrei.

Sowieso quantisieren, ich habe ja in diesem Video schon häufiger von 4-Bit oder Q4 gesprochen. Das bedeutet, dass statt 16-Bit-Gleitkommagenauigkeit die Parameter nur in 4-Bit-Genauigkeit gespeichert sind, was natürlich extrem viel Speicher spart und da kann man dann jetzt auch richtig drüber obsessen. Es gibt nämlich nicht nur 4-, 5-, 6-Bit-Quantisierung, sondern es gibt auch noch Hybrid-Quantisierung, die unterschiedliche Layer unterschiedlich genau quantisieren, also Rabbit Hole.

Der Mainstream-Konsens ist, dass Qwen 3.6 27B meist in der Unsloth-Variante UDQ4_K_XL.GGUF mit MTP verwendet wird. Da passt das Ding nämlich nicht nur in 24-GB-GPU-Speicher, sondern da passt dann auch noch genug Kontext mit rein. Also das ist auf jeden Fall die Variante, die ich die ganze Zeit verwendet habe, aber ey, da kann man sich richtig reinnerden, es gibt wirklich so viele unterschiedliche Varianten. Es gibt auch unterschiedliche Leute, die die Modelle quantisieren und so. Das ist halt das Ding, wenn die Sachen offen sind und man damit Sachen machen darf, dann machen Leute auch Sachen damit. Und das ist ja auch cool, aber es ist ein bisschen schwierig, da den Überblick zu behalten.

Ich kann euch auf jeden Fall sagen, dass ich hier meine besten Erfahrungen mit diesem llama.cpp-Aufruf gemacht habe. Das ist das besagte 3.6-27B-Modell mit Flash-Attention und MTP, also Multi-Token-Prediction, was die Geschwindigkeit nochmal steigert. Und wenn ihr die multimodalen Fähigkeiten benutzen wollt, das heißt, wenn das Ding auch Bilder erkennen soll, das braucht ihr auch, um Websites zu benutzen, weil das geht ja über Bilder, müsst ihr auch noch die MMPROJ-Datei zusätzlich herunterladen bei Hugging Face.

Hey, ich habe euch gewarnt, das ist ein komplexes Thema. Wie gesagt, ich empfehle den ganzen llama.cpp-Kladderadatsch mit einem Coding-Cloud-Tool zu installieren. Ihr könnt dafür natürlich auch Hermes mit einem lokalen Modell verwenden. Habe ich auch ausprobiert, das funktioniert auch ganz gut, auch dass er diese Messreihen macht und ausprobiert, was auf eurem System am besten funktioniert. Aber da habt ihr halt ein Henne-Ei-Problem. Auf dem Rechner, wo ihr das lokale Modell installieren wollt, kann ja nicht schon ein lokales Modell laufen, beziehungsweise nur dann, wenn ihr wirklich extrem viel Speicher habt.

Ihr müsst aber dafür auch nicht sofort ein Anthropic- oder OpenAI-Abo abschließen. Zum Beispiel mit OpenRouter könnt ihr einige Cloud-Modelle auch komplett kostenlos verwenden.

Ja, puh, ich habe selbst gemerkt, dass das hier am Ende doch noch ziemlich komplex geworden ist. Aber ey, ich finde es halt auch nicht aufrichtig, wenn ich euch nur das Ergebnis zeige und nicht darauf eingehe, wie man das selbst nachbaut. Ich bin jedenfalls wirklich beeindruckt davon, wie brauchbar schon jetzt lokale Modelle mit Hermes sind. Und Qwen 3.6 und Gemma 4 werden nicht die letzten lokal lauffähigen Modelle sein. Das wird weiter besser werden. OpenAI und Anthropic werden es in Zukunft nicht leicht haben, meine Prognose.

Das Ding ist nur, Hardware, auf der sowas läuft, bleibt teuer. Aber alleine die Möglichkeit, auch interne, intime Daten zu verarbeiten, ohne Bedenken zu haben, dass die Daten sonst wohin abfließen, also von den Prompt Injections mal abgesehen, das ist schon Gold wert. Aber das muss ich auch nochmal betonen, sowas wie Qwen 3.6 ist brauchbar, aber das ist auch noch fehleranfällig. Und das ist auch noch nicht auf dem Niveau eines Anthropic-Cloud-Fable oder so. Das muss euch klar sein. Aber ich kann euch empfehlen, damit rumzuspielen. Es ist extrem faszinierend. Und mal sehen, wie das in einem halben Jahr aussieht. Ich bin auf jeden Fall gespannt.

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(jkj)



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