Künstliche Intelligenz

Elektroauto Lexus TZ vorgestellt: Großes E-SUV mit virtueller Gangschaltung


Alle bisherigen Vorgaben beim Flottenverbrauch konnte Toyota und die mit ihr bilanzierte Marke Lexus relativ problemlos einhalten. Toyota konnte sogar aus dem kostspieligen Pooling mit Tesla aussteigen. Doch die mittelfristig anstehenden CO₂-Vorgaben sind mit Hybridantrieben allein nicht mehr zu erreichen. Auch wenn der Konzern die Fahne des H2-Antriebs im Pkw weiterhin wacker hochhält, ist auch bei Toyota vollkommen klar, wohin die Reise beim Thema Fahrenergie geht: Ohne batterieelektrische Antriebe in allen Segmenten sind die Ziele beim Flottenverbrauch nicht zu erreichen. Deshalb finden sich immer mehr Elektroautos im Sortiment von Toyota und Lexus. Der neue Lexus TZ soll im Luxussegment reüssieren, doch das dürfte nicht ganz einfach werden.

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Spontan könnte manch einer vielleicht annehmen, der Lexus TZ wäre ein verfeinerter Toyota bZ4X Touring. Doch allein schon die äußeren Abmessungen widerlegen diese Vermutung, denn der Lexus ist mit 5,1 m erheblich länger. Sechs Einzelsitze sind untergebracht, und auch in der dritten Reihe gibt es Haken für Kindersitze. Ein Kofferraumvolumen nennt Lexus noch nicht und belässt es stattdessen mit der Aussage, auch bei aufgestellter dritter Sitzreihe sei Platz für vier 55- oder zwei 92-Liter-Koffer. Das Glasdach erstreckt sich über alle Sitze und lässt sich öffnen – ungewöhnlich für ein asiatisches Elektroauto.

Ungewöhnliche Feinarbeit nimmt Lexus auch in der Fürsorge für die Insassen für sich in Anspruch. Im Fahrmodus „Rear Comfort“ sollen sie weniger seitliche Kopfbewegungen erleiden müssen, was die Ingenieure durch eine dynamische Hinterachslenkung und eine optimale Bremskraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse erreicht hätten, heißt es im Beipackzettel für die Presse. Es mag nur eine These sein, aber vermutlich versucht der Techniker gerade hektisch den Verfasser dieser gewiss originellen Interpretation seines eigentlichen Vorhabens zu erreichen.


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Lexus verspricht eine feine Materialauswahl und eine überdurchschnittliche Geräuschdämmung. (Bild:

Lexus

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In der Entwicklungsabteilung von Lexus hat man den Verdacht, dass eine wesentliche Zahl von Kunden das Fahrgefühl eines Verbrenners vermissen könnte. Im Modus „Interactive Manual Drive“ werde deshalb das Gefühl eines Verbrenners an einem Getriebe mit Gangstufen vermittelt. Virtuelle Gangwechsel einer imaginären Achtgang-Schaltung werden anhand der Gaspedalbetätigung des Fahrers und des Tempos gesteuert. „Manual“ ist also insofern verwirrend, als es gar keinen Schalthebel gibt. Begleitet wird das unter anderem durch einen künstlich erzeugten Sound, der über die Lautsprecher des Soundsystems wiedergegeben wird. So entstehe ein „intensives, emotionales Fahrerlebnis“, das an die „Dynamik eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor“ und ein „schnell schaltendes Getriebe“ erinnere.

Interessant ist auch eine Assistenz, die sich im sogenannten Eco-Run-Modus versteckt. Der soll die Reichweite maximieren. Dafür wird in fünf Stufen bewertet, inwieweit das vorausfahrende Fahrzeug zur Verringerung des Luftwiderstands beiträgt. So könne, schreibt Lexus, der Fahrer erkennen, welchem Fahrzeug er für bestmöglichen Windschatten folgen müsse.

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Zwei Antriebe und zwei Traktionsbatterien soll es zum Verkaufsstart 2027 geben. Die Batteriezellen lassen sich vorkonditionieren, um auch im Winter die maximale Ladeleistung nutzen zu können. Es bleibt bei 400 Volt Systemspannung. In der Spitze kann mit bis zu 150 kW geladen werden. Das ist vergleichsweise wenig, und auch die durchschnittliche Ladeleistung verspricht keine Spitzenposition. Rund 35 Minuten dauere die Aufladung von 10 auf 80 Prozent, heißt es. Für die kleinere Batterie mit 77 kWh Energiegehalt bedeutet das in diesem Bereich eine durchschnittliche Ladeleistung von 108 kW, der größere Speicher mit 95,5 kWh würde demnach im Schnitt mit 134 kW laden.

Die Reichweiten im WLTP liegen zwischen 450 und 530 km, Verbrauchsangaben gibt es noch nicht. Zur Erinnerung: Aus Energiegehalt und Reichweite lässt sich nicht einfach der WLTP-Verbrauch errechnen – unter anderem, weil der die Ladeverluste inkludiert. Lobenswert ist die Entscheidung von Lexus, einen 22-kW-AC-Lader zu verbauen. Damit lässt sich die öffentliche AC-Ladeinfrastruktur bequemer nutzen als mit den gängigen 11-kW-Ladern.


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Die Auslieferung des Lexus TZ soll 2027 beginnen. Preise nennt der Hersteller noch nicht. (Bild:

Lexus

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Den Basisantrieb kombiniert Lexus mit beiden Batterien, das Spitzenmodell nur mit der großen. Viele Konkurrenten setzen bei der Verteilung der Antriebsleistung auf einen primären Heckantrieb. Im TZ-Einstiegsmodell ist das anders. Der vordere E-Motor leistet 167 kW, der hintere 88. Zusammen sind es 230 kW, die das mehr als 2,5 Tonnen schwere E-SUV in 6,4 (kleine Batterie) bis 6,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen. Im Spitzenmodell erstarkt auch der hintere Motor auf 167 kW, die Systemleistung liegt dann bei 300 kW. Im Standardsprint verspricht der Hersteller für dieses Modell 5,4 Sekunden.

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(mfz)



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