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Entwicklung analysiert: IDC sieht Anthropic auf dem Weg zum Enterprise-AI-Anbieter


Entwicklung analysiert: IDC sieht Anthropic auf dem Weg zum Enterprise-AI-Anbieter

Bild: Anthropic

Anthropic arbeitet laut IDC mit hoher Geschwindigkeit daran, vom reinen KI-Modellanbieter zum vollwertigen Enterprise-AI-Anbieter zu gelangen. Zwar gilt bislang kein Entwickler von Frontier-Modellen als ausgereifter Unternehmensanbieter, doch Anthropic erfülle die Anforderungen großer Unternehmenskunden besonders konsequent.

Anthropic auf gutem Weg zum vollwertigen Enterprise-AI-Anbieter

In einer Untersuchung mit dem Titel „The Transformation of Anthropic (and What to Do About It)“ hat das Marktforschungsunternehmen IDC die Entwicklung Anthropics in den vergangenen sechs Monaten analysiert. Demnach arbeite das Unternehmen „mit voller Geschwindigkeit“ daran, sich gegenüber Wettbewerbern wie OpenAI und Google als vollwertige Enterprise-Plattform zu etablieren.

Doch trotz der wachsenden Aufmerksamkeit ist Claude in vielen Unternehmen weiterhin vergleichsweise wenig bekannt und daher bislang deutlich schwächer vertreten als konkurrierende Modelle. Laut IDC nutzen derzeit lediglich 19 Prozent der Unternehmen Claude intensiv, weitere 25 Prozent evaluieren die Technologie aktiv. Zum Vergleich: OpenAI-Produkte erreichen rund 42 Prozent Nutzung, Googles KI-Angebote etwa 38 Prozent. IDC empfiehlt Unternehmen daher, bisherige Bewertungen von LLM-Anbietern zu überprüfen und Claude neu zu bewerten.

Verschiedene Maßnahmen von Erfolg gekrönt

Gleichzeitig ist Anthropic wirtschaftlich bereits stark vom Unternehmenskundengeschäft abhängig. Nach Angaben von The Information sollen rund 86 Prozent der Umsätze im Jahr 2025 aus Enterprise-Verträgen stammen. Zudem kam dem Unternehmen zugute, Ende 2025 die Abrechnung von Sitzplatzlizenzen auf ein nutzungsbasiertes Modell umgestellt zu haben. Seitdem hat Anthropic zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um seine Position im Unternehmensmarkt weiter auszubauen.

Bei OpenAI liegt der Anteil der Geschäftskunden hingegen bei lediglich rund 40 Prozent. Aufgrund der deutlich stärkeren Verbreitung erzielt das Unternehmen allerdings insgesamt höhere Umsätze mit Unternehmenskunden. Dennoch erwartet Anthropic, im zweiten Quartal 2026 trotz enormer Kosten erstmals die Gewinnzone zu erreichen – etwas, das dem direkten Konkurrenten OpenAI bislang nicht gelungen ist.

Anthropic setzt auf langfristige Bindungen

Zwischen Januar und Mai 2026 registrierte IDC nach eigenen Angaben mehr als 100 öffentliche Aktivitäten von Anthropic. Dazu zählen Produktankündigungen, Partnerprogramme wie etwa mit Google und Broadcom, Blogbeiträge, Personalentscheidungen, politische Initiativen sowie strategische Transaktionen. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehörte der Aufbau des Claude Partner Network. Die Initiativen sollen die Reichweite erhöhen, die Markenwahrnehmung stärken, den Kundenzugang verbessern und die langfristige Bindung von Unternehmenskunden fördern. Gleichzeitig investiere Anthropic in Support-Strukturen, branchenspezifische Angebote und zusätzliche Rechenkapazitäten, um große Unternehmenskunden zuverlässig bedienen zu können.

Allerdings musste Anthropic in diesem Zeitraum auch Rückschläge hinnehmen. So wurde das Unternehmen im Zuge einer Auseinandersetzung mit dem US-Verteidigungsministerium von der US-Regierung als Lieferkettenrisiko eingestuft, wogegen Anthropic weiterhin rechtlich vorgeht. Anfang März sah sich der KI-Spezialist zudem gezwungen, Drittanbieter-Agenten wie OpenClaw aufgrund von Engpässen bei den Rechenkapazitäten vorübergehend auszuschließen. Inzwischen können die Tools wieder genutzt werden.

Claude (nicht alleine) auf der Erfolgsstraße

IDC betont allerdings, dass die meisten Unternehmen weiterhin auf Multi-LLM-Strategien setzen und bewusst mehrere KI-Modelle parallel einsetzen. Claude werde daher nicht zwangsläufig als alleinige Plattform betrachtet, tauche jedoch zunehmend in strategischen Gesprächen von CIOs (Chief Information Officer) und CISOs (Chief Information Security Officer) auf.



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