Künstliche Intelligenz

Fehmarn: Bahn will Fehmarnsundbrücke-Trasse elektrifizieren und erntet Kritik


Wird die Fehmarnbeltquerung noch einmal teurer? Weil der Bau des Tunnels zwischen der Insel Fehmarn und dem Festland verzögert, erwägt die Deutsche Bahn eine Zwischenlösung. Die hält der Bundesrechnungshof für zu teuer.

Weiterlesen nach der Anzeige

Da der 7 Kilometer lange Fehmarnsundtunnel, der auf deutscher Seite die Insel Fehmarn mit dem Festland verbinden soll, erst nach dem Fehmarnbelttunnel fertig wird, braucht die Deutsche Bahn eine Übergangslösung. Die sieht vor, den Bahnverkehr übergangsweise über die Fehmarnsundbrücke laufen zu lassen. Auf der Brücke verläuft eine zweispurige Straße und eine eingleisige, nicht elektrifizierte Bahntrasse. Für diese Übergangslösung müsste die Trasse jedoch elektrifiziert werden.

Dieses Konzept kritisiert der Bundesrechnungshof: Die Elektrifizierung werde mehr als 60 Millionen Euro kosten, ein späterer Rückbau mindestens weitere 7,5 Millionen Euro, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel unter Berufung auf einen Bericht der Behörde an mehrere Ausschüsse im Deutschen Bundestag, der als Verschlusssache eingestuft ist.

Es ist allerdings nicht gesichert, dass die Brücke aus den 1960er Jahren mit dem Spitznamen „Kleiderbügel“ den „Belastungen des künftigen Schienenverkehrs gewachsen“ sei, schreibt der Bundesrechnungshof in seinem Bericht. Er beruft sich dabei auf eine Machbarkeitsstudie der Deutschen Bahn, nach der es zu „weiteren Ermüdungsschäden am Tragwerk der Brücke“ kommen könne, „selbst wenn Schienenverkehr die Brücke nur übergangsweise und in reduzierter Form nutzt“.

Die Hinterlandanbindung aus deutscher Seite sollte 2029 fertig sein und 8,05 Milliarden Euro kosten. Inzwischen wird mit der Fertigstellung laut dem Bericht erst im Jahr 2032 oder 2033 gerechnet. Die Kosten könnten auf 10,7 Milliarden Euro steigen. Die Kosten seien „erheblich und steigen weiter“, kritisiert der Bundesrechnungshof.

Allerdings verzögert sich das ganze Projekt auf deutscher wie auch auf dänischer Seite. Der Fehmarnbelttunnel sollte wie der Fehmarnsundtunnel 20209 fertig sein. Inzwischen wird vom 2031 ausgegangen. Details wollen beide Seiten im Herbst klären.

Die Querung des Fehmarnbelts besteht aus zwei Teilen: dem Tunnel unter dem Fehmarnbelt von Dänemark zur Insel Fehmarn und der Hinterlandanbindung, die den Fehmarnsund zwischen der Insel und dem Festland quert. Die feste Verbindung soll die bisherige Fährverbindung ersetzen. Die Querung der Meerenge soll dann nur noch 7 Minuten mit dem Zug und 10 Minuten mit dem Auto dauern. Die Fähre braucht ohne Wartezeit etwa eine Dreiviertelstunde.

Weiterlesen nach der Anzeige

Der Fehmarnbelttunnel wird aus 89 Segmenten bestehen, die in einem 12 Meter tiefen Graben auf dem Grund der Ostsee versenkt werden. Ein solches Bauteil ist 217 Meter lang und 42 Meter breit. Es wiegt 73.500 Tonnen und wird zusätzlich mit 4500 Tonnen Ballast beschwert, damit es absinkt. Es umfasst vier Röhren, je zwei für den Zug- und den Autoverkehr sowie eine Rettungsröhre. Das erste Segment wurde im Mai dieses Jahres abgesenkt.


(wpl)



Source link

Beliebt

Die mobile Version verlassen