Künstliche Intelligenz
Forscher identifizieren 45 Exoplaneten, auf denen Leben möglich sein könnte
Gibt es Leben dort draußen? Vor etwa 35 Jahren wurden die ersten Exoplaneten entdeckt. Seither suchen die Forscher nach fremden Welten, die der unseren ähneln. Eine US-Forschergruppe hat jetzt eine Liste mit bisher bekannten Exoplaneten zusammengestellt, die als lebensfreundlich gelten.
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Derzeit sind rund 6100 Exoplaneten bekannt. Davon sind etwa 220 erdähnliche Gesteinsplaneten. Das Team um Lisa Kaltenegger, Direktorin des Carl Sagan Institute der Cornell University in Ithaca im US-Bundesstaat New York, hat unter ihnen 45 identifiziert, die in der habitablen Zone ihres Sterns liegen. 24 davon halten auch einer strengeren Auslegung stand, wie viel Wärme ein Planet aufnehmen kann. Seine Ergebnisse hat das Team in der Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht.
Ein Diagramm, das die Grenzen der habitablen Zone für verschiedene Sternarten mit Gesteinsplaneten darstellt. Die habitable Zone verschiebt sich je nach Sternfarbe, da unterschiedliche Wellenlängen des Lichts die Atmosphäre eines Planeten unterschiedlich erwärmen.
(Bild: Gillis Lowry / Pablo Carlos Budassi (CC BY 4.0))
Als habitable Zone wird jener Bereich um einen Stern bezeichnet, in dem auf einem Planeten Bedingungen herrschen, die Leben ermöglichen. Das bedeutet, es muss warm genug sein, dass Wasser in flüssigem Zustand vorkommt. Das ist die Voraussetzung für Leben, wie wir es kennen.
Zehn besonders aussichtsreiche Kandidaten
Zehn der Planeten gelten nach Angaben der Forscher dabei als besonders aussichtsreich. Dazu gehört etwa Trappist-1e, einer von sieben Gesteinsplaneten, die Trappist-1 umkreisen. Trappist-1 ist ein Roter Zwerg, der rund 40 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Noch etwas näher sind Wolf 1069 b, der um einen 31 Lichtjahre entfernten Roten Zwerg kreist, sowie der rund zwölf Lichtjahre entfernte GJ 1061d.
Schließlich gehört Proxima b dazu, der um den Stern Proxima Centauri kreist. Der Stern Proxima Centauri ist der Sonne am nächsten und nur vier Lichtjahre von uns entfernt. Mit künftiger Technik könnte dieses System in wenigen Jahrzehnten erreichbar sein.
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„Unsere Studie zeigt, wohin wir fliegen sollten, um Leben zu finden, wenn wir jemals ein Hail-Mary-Raumschiff bauen sollten“, sagte Projektleiterin Kaltenegger in Anspielung auf den aktuellen Science-Fiction-Film „Der Austronaut – Project Hail Mary“. „Wie ‚Project Hail Mary‘ anschaulich darstellt, könnte das Leben deutlich vielfältiger sein, als wir uns das vorstellen können. Herauszufinden, auf welchem der 6000 bekannten Exoplaneten Außerirdische wie Astrophage und Taumoeba – oder Rocky – am ehesten zu finden sind, könnte deshalb von entscheidend sein, und zwar nicht nur für Ryan Gosling.“
Wo sollen wir hinschauen?
Es ging in der Studie aber nicht nur darum, Exoplaneten zu identifizieren, auf denen es möglicherweise Leben geben könnte, sondern auch jene, die gute Bedingungen für nähere Beobachtungen bieten. „Auch wenn es schwierig ist zu bestimmen, was Leben wahrscheinlicher macht, so ist doch der erste wichtige Schritt herauszufinden, wo man suchen muss [– ] Ziel unseres Projekts war deshalb sagen zu können: ‚Hier sind die besten Ziele für Beobachtungen’“, sagte Teammitglied Gillis Lowry.
Zu diesen zählt das Team unter anderem Trappist-1e und seine Nachbarn d, f und g oder LHS 1140 b. Diese Planeten ziehen vor ihrem Stern vorbei und erzeugen spektrale Signaturen in seinem Licht. Das ermöglicht es, die jeweilige Atmosphäre zu analysieren sowie nach Biosignaturen Ausschau zu halten.
(wpl)