Künstliche Intelligenz

Freitag: EU-Auflagen für US-Clouds, Robotaxi-Rückruf wegen Autobahnbaustellen


Den US-Cloud-Diensten AWS und Azure drohen höhere Auflagen der EU-Wettbewerbshüter, denn die Untersuchung der EU nach dem Gesetz über digitale Märkte steht vor dem Abschluss. Die Cloud-Angebote von Amazon und Microsoft sollen dabei als sogenannte Gatekeeper eingestuft werden. Derweil will die Alphabet-Tochter Waymo das Verhalten seiner Fahrzeuge im Bereich von Autobahnbaustellen verbessern und hat fast 4000 ihrer Robotaxis zurückgerufen. Das wird auf mehrere Vorfälle zurückgeführt, in denen KI-gesteuerte Taxis in für Bauarbeiten gesperrte Autobahnabschnitte gefahren sind. Die Deutsche Bank setzt ebenfalls auf KI, aber um Aufgaben zu beschleunigen und interne Arbeitsstaus abzubauen. Projektlaufzeiten würden sich dank KI von Jahren auf Monate reduzieren. Dabei hat das Geldinstitut aber auch die Kosten im Blick, schließlich wird zunehmend per Token statt pauschal abgerechnet – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

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Die EU-Kommission wird voraussichtlich nächste Woche das vorläufige Ergebnis ihrer Untersuchung der US-Cloud-Anbieter nach dem Digital Markets Act (DMA) bekannt geben, heißt es aus Insider-Kreisen. Demnach werden Amazon Web Services (AWS) und Azure von Microsoft als Gatekeeper eingestuft, sodass diese Cloud-Dienste in der Europäischen Union (EU) strengeren Regeln unterworfen werden. Anlass der Untersuchung waren Ausfälle bei den Cloud-Diensten mit teils erheblichen Auswirkungen auf andere Internet-Dienste, etwa beim Signal-Messenger nach einer AWS-Störung. Es wären die ersten Cloud-Dienste unter den Gatekeepern. Die endgültige Entscheidung über diese DMA-Bewertung soll bis Ende 2026 fallen, so der Bericht: EU stuft AWS und Azure bald als Gatekeeper laut Digital Markets Act ein.

Fast 4000 Robotertaxis sind von einer Rückrufaktion des US-amerikanischen Robotaxi-Unternehmens Waymo betroffen, um Probleme der Fahrzeuge im Bereich von Baustellen auf Autobahnen zu beheben. Einem Bericht zufolge erfolgt der Rückruf, nachdem Waymo mindestens 13 Fälle registriert hat, in denen seine Robotaxis in für Bauarbeiten gesperrte Autobahnabschnitte gefahren sind. Sechs dieser Vorfälle ereigneten sich demnach im April in Phoenix sowie sieben im Mai in San Francisco. Waymo stellte daraufhin Ende Mai die Fahrten auf Autobahnen in einigen US-Großstädten vorübergehend ein. Laut bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde eingereichten Unterlagen ist eine Lösung für das Problem „derzeit in Entwicklung“: Rückruf von 4000 Waymo-Robotaxis wegen Problemen mit Baustellen auf Autobahnen.

Künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht es der Deutschen Bank, Aufgaben, die früher Jahre in Anspruch nahmen, nun innerhalb von Monaten zu erledigen. „Wir beobachten, dass Aufgaben, die früher zwei Jahre dauerten, nun in drei bis sechs Monaten erledigt werden … wir wissen, dass die Produktivität dort [in der KI, Anm.] ist“, sagt ein leitender IT-Manager der Deutschen Bank. Genau beziffern wollte er die Auswirkungen allerdings nicht. Nur so viel: Rückstände, deren Abbau früher Monate dauerte, würden jetzt innerhalb von Wochen abgearbeitet. Er hofft, „mit diesen [KI-]Tools die Abläufe weiter zu optimieren“. Kostenkontrolle sei dabei eine Priorität, da Anbieter zunehmend von Abo- auf nutzungsbasierte Preismodelle umstellen: Künstliche Intelligenz steigert die Produktivität bei der Deutschen Bank.

Die Bundesbank hat ermittelt, dass in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals mehr als die Hälfte aller Einkäufe bargeldlos getätigt wurde. Nur bei 45 Prozent aller Bezahlvorgänge wurde Bargeld genutzt. Trotzdem kann Bargeld weiter unangefochten den ersten Platz halten. 26 Prozent aller Zahlungen wurden mit Debitkarten getätigt, mobile Alternativen – etwa mit dem Smartphone – wurden demnach in 10 Prozent aller Bezahlvorgänge registriert. Internetbezahlverfahren verdoppelten ihren Anteil gegenüber 2023 auf 6 Prozent. Doch eine vollständige Wahlfreiheit bei Zahlungsmöglichkeiten ist laut Bilanz nicht gegeben. In einer Befragung wurde die fehlende Akzeptanz von Bargeld ebenso kritisiert wie solche von bargeldlosen Zahlungsmitteln: Laut Bundesbank erstmals mehr als die Hälfte aller Bezahlvorgänge bargeldlos.

Smart Meter erfassen den Stromverbrauch viertelstundengenau und sind die technische Grundlage für dynamische Stromtarife. Die detaillierten Messwerte helfen, den eigenen Stromverbrauch an Börsenpreise anzupassen. Wer große Verbraucher wie E-Autos gezielt in günstigen Zeiten lädt, kann die Stromkosten senken. In Phasen mit Stromüberschuss sind sogar negative Börsenpreise möglich, bei denen man für den Strombezug Geld bekommt. Doch die Technik ist auf eine korrekte Zuordnung der Messstelle zum jeweiligen Haushalt angewiesen. Kommt es hier zu Problemen, zahlen Verbraucher unter Umständen die Zeche für den Nachbarn. Wie Verbraucher ihre Rechte gegenüber dem Messstellenbetreiber durchsetzen, klären wir im c’t-Verbraucherschutzpodcast Vorsicht, Kunde: Zu hohe Stromrechnung durch Smart-Meter-Fehler.

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(fds)



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