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G-Sync Pulsar: Neue Monitortechnik in Videos erklärt und getestet
In einem Video erklärt der G-Sync-Chefarchitekt Gerrit Slavenburg, was hinter der neuen Monitortechnik G-Sync Pulsar steckt. Diese soll die Bewegungsunschärfe in Spielen soweit reduzieren, dass die Darstellung einem 1.000-Hz-Display entspreche. Erste Tests überzeugen und die Resultate bieten selbst OLED die Stirn.
G-Sync Pulsar kurz erklärt
Im Grunde ist G-Sync Pulsar eine Weiterentwicklung des sogenannten Backlight Strobing, auch als Black Frame Insertion (BFI) bekannt. Dabei wird die Hintergrundbeleuchtung im schnellen Wechsel an- und ausgeschaltet. Das sorgt dafür, dass beim Übergang zwischen zwei Bildern nicht wie sonst ein Schatten vom vorherigen Bild stehen bleibt. Und so erscheinen Bewegtbilder viel schärfer und nicht so verschwommen (Motion Blur).
Bei G-Sync Pulsar wird aber nicht auf einmal die ganze Fläche der Hintergrundbeleuchtung an- und abgeschaltet, sondern diese in Streifen von oben nach unten schrittweise oder eben „pulsierend“ eingesetzt. In Kombination mit einer höheren Frequenz wird ein Flimmern minimiert.
Nvidia wirbt damit, dass die Darstellung mit G-Sync Pulsar effektiv einem Display mit über 1.000 Hz entspricht. Zudem funktioniert es gleichzeitig mit variablen Bildwiederholraten (VRR), was beim vorherigen Ultra Low Motion Blur (ULMB) nicht der Fall ist.
G-Sync Pulsar in ersten Tests
Der YouTube-Kanal Monitors Unboxed konnte sich bereits einen ersten Eindruck von G-Sync Pulsar verschaffen. Dabei kam der Asus ROG Strix Pulsar XG27AQNGV zum Einsatz, der neben Modellen von Acer, AOC und MSI zu den ersten vier Monitoren mit G-Sync Pulsar gehört, die zum Teil noch diesen Monat den Handel erreichen sollen.
Der Tester zeigt sich beeindruckt und findet, dass G-Sync Pulsar die derzeit beste Implementation von Backlight-Strobing darstellt. ULMB 2 sei zwar ähnlich effektiv, doch ist dies nur mit einer festen Bildwiederholrate nutzbar, während G-Sync Pulsar auch zusammen mit einer Variablen Refresh Rate (VRR) funktioniert. Selbst OLED-Monitore mit hohen Bildwiederholraten sind laut den im Video zu sehenden Aufnahmen kaum besser oder sogar schlechter bei der Reduzierung von Bewegungsunschärfe als das Pulsar-Display.
Übrigens steht der Kanal mit seinen positiven Eindrücken von G-Sync Pulsar nicht alleine da. Zum Beispiel zeigte sich PC Gamer von der CES-Demo ebenfalls sehr angetan:
Aber ich kann Ihnen sagen, dass ich als jemand, der schon vor Hunderten (wahrscheinlich mittlerweile Tausenden) von extrem guten Gaming-Monitoren gestanden hat , die Art und Weise, wie G-Sync Pulsar die Wahrnehmung schnell bewegter Bilder verändert, geradezu tiefgreifend ist.
Funktioniert es auch mit Radeon?
Eine Frage, die sich vielen bei den Meldungen über G-Sync Pulsar stellte, ist, ob G-Sync Pulsar nur mit GeForce-Grafikkarten funktioniert oder sich auch mit AMD Radeon verwenden lässt. Damit wird direkt ein Kritikpunkt der Tester angesprochen: Obwohl G-Sync Pulsar wie auch FreeSync auf Radeon mit dem offenen Standard Adaptive-Sync arbeitet, kann es nur mit Nvidia GeForce genutzt werden. Es wird nämlich in der derzeitigen Form eine Aktivierung über den GeForce-Treiber benötigt. Da G-Sync Pulsar ein neues Argument für den Kauf eines Monitors mit (teurem) G-Sync-Modul ist, ist sehr unwahrscheinlich, dass sich dies ändern wird.
Es ist aber nicht auszuschließen, dass Monitorhersteller ihrerseits eine ähnliche Technik umsetzen, sofern etwaige Patente dies nicht untersagen. Die Idee, das Backlight in Zonen zu unterteilen, um die negativen Effekte des Backlight-Strobing zu minimieren, hatten zuvor auch bereits andere, wie DyAc 2 von BenQ beweist. Jetzt muss dies noch mit FreeSync kombiniert werden, damit auch Radeon-Nutzer in den Genuss einer ähnlich effektiven Technik kommen.