Künstliche Intelligenz
Glasfaser-Bestechung: Razzien in Nordrhein-Westfalen | heise online
Ein Mitarbeiter der DT-Tochterfirma Telekom Technik GmbH steht unter Verdacht, Bestechungsgelder angenommen zu haben. Daher hat das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen am Dienstagmorgen gleich 40 Hausdurchsuchungen hat durchgeführt und zusätzlich diverse Bankschließfächer öffnen lassen. Anlass sind Ermittlungsergebnisse nach einer Anzeige der Deutschen Telekom selbst.
Weiterlesen nach der Anzeige
Im Zuge des Glasfaserausbaus investiert die Deutsche Telekom viel Geld. Ihre Tochterfirma namens Telekom Technik GmbH hat immer wieder außenstehende Unternehmen mit Baumaßnahmen zu beauftragen. Ein dafür zuständiger 37-jähriger Mitarbeiter in Bonn soll wiederholt eine Duisburger Baufirma beauftragt haben, die ihm im Gegenzug heimlich drei Prozent der Auftragssumme zugesteckt haben soll. In Summe soll dabei ein mittlerer sechsstelliger Betrag zusammengekommen sein. Laut dpa wird insgesamt gegen zehn Personen, überwiegend aus der Baubranche, ermittelt, nämlich wegen „Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr in einem besonders schweren Fall”.
Whistleblower gab Tipp
Nach Angaben der Telekom hat zunächst ein aufmerksamer Kollege anonym intern einen Hinweis gegeben. Sofern sich die Vorwürfe bestätigen, hat das Whistleblower-System des Konzerns also so funktioniert, wie es funktionieren soll. Der Verdacht hat sich jedenfalls erhärtet, weshalb der Konzern schließlich Anzeige erstattet hat.
Das Landeskriminalamt hat seit Herbst ermittelt [-] zunächst verdeckt, jetzt offen. Neben dem Arbeitsplatz des verdächtigen Telekom-Mitarbeiters wurden weitere Firmen- sowie Wohnimmobilien durchsucht. Die Beamten haben Unterlagen sichergestellt und zusätzlich Vermögen einfrieren lassen.
Stand Ende Februar waren Glasfaser-Kabel der Deutschen Telekom an 12,8 Millionen Haushalten, Firmen und Behörden in Deutschland verfügbar („homes passed”) – eine Million mehr als Ende September. Allerdings dürfte nur rund ein Sechstel das Angebot tatsächlich nutzen. Die Zahl der von der Deutschen Telekom betriebenen Breitbandanschlüsse insgesamt, also inklusive DSL, ist voriges Jahr sogar leicht gesunken.
(ds)