Künstliche Intelligenz
heise meets … „Die KI wird eher den CIO ersetzen als den Zusteller“
Wenn es darum geht, wo und wie die Deutsche Post DHL Group künstliche Intelligenz einsetzt, denkt man zuerst an Packstationen und Zustellroboter.
Weiterlesen nach der Anzeige
Doch tatsächlich steckt in weit mehr Prozessen des Logistikriesen KI – auch dort, wo die wenigsten es vermuten.
Das fängt beim Kundendienst an, berichtet Bernd Gemein, seit 2019 als Chief Information Officer (CIO) verantwortlich für die IT von Post & Paket Deutschland, im Interview mit „heise meets“.

heise meets…. Der Entscheider-Talk – von Entscheidern für Entscheider – immer aktuell und nah am Geschehen.
Sie können uns auf allen Podcast Kanälen hören.
Wählen Sie Ihren Kanal aus.
Rund eine Million Anrufe pro Monat werden demnach von einem KI-gestützten Sprachbot namens „Jana“ bearbeitet – mit einer Lösungsquote von rund 50 Prozent.
Nur bei komplexeren Fragen werde an menschliche Mitarbeiter weitergeleitet – inklusive KI-gestützter Vorqualifizierung, damit sie die wichtigsten Eckdaten nicht nochmal erfragen müssen.
Automatisierte Sendungserkennung
Auch bei verloren gegangenen Paketen kommt verstärkt KI zum Einsatz. Bislang haben sich Mitarbeiter in den Logistikzentren händisch durch Warenkataloge und -listen gewühlt, um anhand des Paketinhalts die Empfängeradresse zu rekonstruieren.
Weiterlesen nach der Anzeige
Nun soll das eine KI übernehmen, die das Paket zunächst fotografiert und dann eigenständig in Katalogen abgleicht. In ersten Feldversuchen habe man damit die Erfolgsquote von 50 auf 90 Prozent steigern können.
Eine weitere Einsatzmöglichkeit für KI sieht Gemein in der Optimierung der Briefzentren, die auf die Beförderung von flachen, leichten Briefen ausgelegt sind.
Im Onlinehandel werden jedoch immer mehr kleine Päckchen verschickt. Sind diese zu sperrig, zu schwer oder zu unförmig, können sie Briefsortiermaschinen verstopfen oder im schlimmsten Fall beschädigen.
Alle eingehenden Sendungen werden bereits jetzt standardmäßig fotografiert. Anhand von Größe und Schattenriss soll eine KI nun vorhersagen, ob sich ein Päckchen auch für die Briefsortierung eignet oder nicht.
Ausstiegsinterviews und Insiderwissen
Der vielleicht spannendste Einsatz von KI bei der Deutschen Post hat jedoch weniger mit Paketen oder Briefen zu tun, sondern viel mehr mit den eigenen Mitarbeitern. Denn wie viele andere große Unternehmen steht die Deutsche Post vor einem großen Generationenwechsel.
Viele Mitarbeiter gehen in den kommenden Jahren in Rente – und mit ihnen droht wertvolles Wissen verloren zu gehen. Ihre Ortskenntnis sei „der Haupthebel“, sagt Gemein, der auch bei vielen anderen Prozessen eine große Rolle spiele.
Um dieses Wissen zu erhalten, führt die Deutsche Post mithilfe von KI-Bots Ausstiegsinterviews durch.
In diesen Gesprächen werden ausscheidende Mitarbeiter strukturiert und detailliert zu ihren Arbeitsabläufen und Erfahrungen befragt – auch zu Dingen, die in keiner offiziellen Prozessdokumentation stehen.
Trotz aller Automatisierung glaubt Gemein aber nicht daran, dass KI in absehbarer Zeit auch Paketzusteller ersetzen wird. „Der CIO wird eher durch KI ersetzt als der Zusteller“, sagt Gemein mit einem Augenzwinkern.
Dies sei Teil des Moravecschen Paradoxons, dass Tätigkeiten, die als hochintellektuell gelten, eher ersetzbar sind als praktische Tätigkeiten.
Stattdessen will die Deutsche Post mit KI-Unterstützung das Leben für Zusteller vereinfachen – etwa für Aushilfskräfte, die sich in einer neuen Zustellregion erst zurechtfinden müssen.
Ein vollständiges Transkript der aktuellen Podcast-Episode von heise meets gibt es unter den Shownotes bei Podigee zu lesen.
()
Künstliche Intelligenz
China: Bilder sollen elektromagnetische Drohnenkatapulte auf LKW zeigen
China arbeitet offenbar an militärischen Drohnenkatapulten, die elektromagnetisch betrieben werden und mobil auf Lastkraftwagen (LKW) zum Einsatz kommen. Im chinesischen Internet sind jetzt Bilder der Prototypen aufgetaucht, die drei Exemplare in der Hudong-Zhonghua-Werft im Osten Chinas zeigen sollen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Auf den Bildern sind drei achträdrige Lastwagen zu sehen, auf denen Startvorrichtungen für größere Drohnen montiert sind. Das Nachrichtenportal The War Zone vermutet, dass die Fahrzeuge so konstruiert sind, dass sie sich nahtlos zu einer Kette zusammenfügen lassen, was eine durchgehende ebene Fläche auf der Oberseite schaffen würde. Auf der Ladefläche von einem der Lastwagen ist eine Drohne zu sehen, deren Bugfahrwerk in einer Art Halterung der besagten Oberfläche zu stecken scheint.
Aufwendige Elektronik
Abgesehen von den Fahrerkabinen haben die Lastwagen weitgehend keine Seitenverkleidung und ermöglichen einen Blick auf ihre umfangreiche Elektronik mit zahlreichen schweren, freiliegenden Kabeln. Über jedem Rad befindet sich eine zylindrische Trommel.
Einiges deutet darauf hin, dass die Lastwagen Teil eines mobilen bodengestützten elektromagnetischen Katapultsystems sind. Die Zylinder und Kabel könnten Elektromagnete oder andere unterstützende Komponenten sein. Für einen reibungslosen Drohnenstart müsste ein solcher Lastwagen zudem selbstnivellierend sein. Auch dafür könnten die Zylinder und die sichtbare Elektronik dienen, spekuliert The War Zone.
Verbaute Technik wirft Fragen auf
Natürlich könnte es sich auch um reine Transporter handeln, doch die verbauten technischen Komponenten werfen Fragen auf. Das chinesische Unternehmen Tiantao Technology stellte im August Pläne für ein entsprechendes System vor. Die Renderings unterscheiden sich zwar deutlich von den Fahrzeugen in der Hudong-Zhonghua-Werft, allerdings könnte es sich auch noch um sehr frühe Prototypen handeln. Fraglich ist auch, woher der elektrische Antrieb für die mutmaßlichen Katapultvorrichtungen der gesichteten Laster kommen könnte. Laut Tiantao Technology soll das geplante System in der Lage sein, unbemannte Flugzeuge mit einem Gewicht von bis zu etwa 2,2 Tonnen zu starten.
Die Idee ist nicht ganz neu. Während des Vietnamkriegs kam beim US-Marinekorps das System Short Airfield für Tactical Support (SATS) zum Einsatz, das als „Flugzeugträger an Land“ mit Katapulten und Fangvorrichtungen fungierte.
Weiterlesen nach der Anzeige
Warum die mutmaßlichen militärischen Prototypen in der Werft waren, dafür gibt es keinen ersichtlichen Grund. Allerdings ist es in China laut The War Zone üblich, dass neue militärische Fähigkeiten zwischen Weihnachten und Neujahr bekannt werden, mit ausdrücklicher Zustimmung aus Peking – selbst wenn es nicht direkt über offizielle Kanäle geschieht. Das ist eine mögliche Erklärung dafür, warum die Behörden offenbar keine besonderen Maßnahmen ergriffen haben, um die Technik vor der Öffentlichkeit abzuschirmen.
(nen)
Künstliche Intelligenz
Vergleichs-Benchmark Cinebench 2026 kostenlos erschienen
Der Software-Entwickler Maxon löst nach gut zwei Jahren den Cinebench 2024 ab. Die Nachfolgeversion Cinebench 2026 soll jetzt noch bessere Vergleiche von Prozessoren und Grafikkarten ermöglichen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Cinebench 2026 bleibt ein Vergleichs-Benchmark, der eine virtuelle 3D-Szene rendert. Die neue Version verwendet eine überarbeitete Variante von Maxons Render-Engine Redshift. Hinzu kommen neue Kompilierer auf Basis von Clang 19. Der Benchmark teilt sich den technischen Unterbau mit Maxons Software-Suite Cinema 4D 2026.
Neuer SMT-Test
Den Singlethreading-Test teilt der Entwickler in zwei Varianten auf: einen Benchmark, der wie bisher einen einzelnen Thread auf einem einzigen CPU-Kern startet, und einen zweiten, der Simultaneous Multithreading (SMT) nutzt. Auf Prozessoren mit SMT startet Cinebench 2026 zwei Threads. Da Intel seine SMT-Implementierung (Hyper-Threading) bei den Core-Ultra-Prozessoren vorübergehend aufgegeben hat, ist die Option hauptsächlich für AMDs Ryzen-CPUs interessant.
Aufgrund des neuen Technikunterbaus sind die Ergebnisse vom Cinebench 2026 nicht mit vorherigen Versionen vergleichbar. Aktuelle Prozessoren erreichen im Singlethreading-Test etwa 500 bis 700 Punkte ohne SMT. Beim 2024er-Benchmark war bei etwa 150 Punkten Schluss.
Cinebench 2026 läuft standardmäßig 10 Minuten lang mehrfach durch, um Einflüsse der Temperaturentwicklung auf die Taktfrequenzen mitzumessen. Wer einen einzelnen Durchlauf starten möchte, muss oben auf „File“ klicken und „Advanced Benchmark“ anwählen. Dann erscheint oben links die Option „Minimum Test Duration“, die sich mit „Off“ ausstellen lässt.
Windows und macOS
Weiterlesen nach der Anzeige
Den Cinebench 2026 gibt es für Windows 11/10 (AMD, Intel), Windows on ARM (Qualcomm Snapdragon) und macOS (Apple Silicon). Die RAM-Mindestanforderung steigt unter Windows auf 16 GByte. Unter macOS funktioniert der Benchmark auch mit 8 GByte RAM, allerdings eingeschränkt.
Der GPU-Test lernt derweil den Umgang mit aktuellen Grafikkarten: AMDs Radeon-Serie RX 9000 und Nvidias GeForce RTX 5000. Erstmals läuft Cinebench auch mit Nvidias KI-Beschleunigern aus den Generationen Hopper sowie Blackwell. Der GPU-Benchmark setzt mindestens 8 GByte Grafikspeicher voraus.
Maxon bietet den Cinebench 2026 kostenlos an. Der Download umfasst rund 2,5 Gigabyte.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Beschädigtes Unterseekabel: Finnland vernimmt Besatzung auf verdächtigem Schiff
Die finnische Polizei hat Besatzungsmitglieder des verdächtigen Schiffes „Fitburg“ befragt. Laut einer Mitteilung sagte Risto Lohi von der Kriminalpolizei: „Die Vernehmungen haben den Handlungsablauf und die verschiedenen Rollen der Besatzungsmitglieder aufgeklärt.“ Die Ermittlungen dauern demnach an.
Weiterlesen nach der Anzeige
Finnische Behörden hatten das Schiff, das im Verdacht steht, Schaden an einem Unterwasserkabel in der Ostsee verursacht zu haben, am Mittwoch festgesetzt. Zwei der 14 Besatzungsmitglieder wurden festgenommen, gegen zwei weitere wurden Ausreiseverbote verhängt. Zur Nationalität und dem Rang der Verdächtigen wollte sich die Polizei nicht äußern. Sie hatte jedoch zuvor mitgeteilt, dass die Besatzung aus russischen, georgischen, aserbaidschanischen und kasachischen Staatsangehörigen besteht.
Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der schweren Sachbeschädigung, der versuchten schweren Sachbeschädigung sowie der schweren Störung des Telekommunikationsverkehrs.
Finnisch-estnisches Ermittlungsteam eingerichtet
Die „Fitburg“ war in Verdacht geraten, nachdem der Telekommunikationsanbieter Elisa am Mittwochmorgen einen Schaden an einem unterseeischen Datenkabel gemeldet hatte, das die finnische Hauptstadt Helsinki mit Estlands Hauptstadt Tallinn verbindet. Als das Schiff von den Behörden gestoppt wurde, ließ es die Ankerkette herunter. Der Fall erinnert an frühere Vorkommnisse, bei denen mutmaßlich Schiffe mit Verbindung zu Russland Unterseekabel mit ihrem Anker beschädigten.
Wie die finnische Polizei jetzt mitteilte, habe man gemeinsam mit den estnischen Behörden ein Ermittlungsteam eingerichtet. Die Spurensicherung am Meeresboden nahe dem beschädigten Kabel wurde demnach fortgesetzt.
Möglicher Verstoß gegen EU-Sanktionen gegen Russland
Weiterlesen nach der Anzeige
Am Donnerstag hatte die finnische Zollbehörde mitgeteilt, dass der Frachter möglicherweise auch gegen EU-Sanktionen gegen Russland verstoßen hat. Demnach hatte es die Besatzung versäumt, die Ladung ordnungsgemäß anzumelden. Ersten Erkenntnissen zufolge hat das Schiff Stahlprodukte aus Russland an Bord, die unter EU-Sanktionen gegen das Land fielen, hieß es in der Mitteilung der Zollbehörde weiter.
Die Ladung sei daher vorübergehend beschlagnahmt worden. Es werde nun geprüft, ob ein Verstoß gegen die Sanktionen stattgefunden habe. Das Schiff war unterwegs vom russischen St. Petersburg in die israelische Hafenstadt Haifa.
(nen)
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenIllustrierte Reise nach New York City › PAGE online
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenAus Softwarefehlern lernen – Teil 3: Eine Marssonde gerät außer Kontrolle
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenSK Rapid Wien erneuert visuelle Identität
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenNeue PC-Spiele im November 2025: „Anno 117: Pax Romana“
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommandozeile adé: Praktische, grafische Git-Verwaltung für den Mac
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenDonnerstag: Deutsches Flugtaxi-Start-up am Ende, KI-Rechenzentren mit ARM-Chips
-
UX/UI & Webdesignvor 2 MonatenArndt Benedikt rebranded GreatVita › PAGE online
