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Jetzt auch bei Defense dabei: Earlybird startet 500-Mio.-Fonds


Earlybird schließt eine VC-Allianz mit AVP – und will damit den europäischen Rüstungsmarkt stärken.

Hendrik Brandis, Mitgründer der Wagniskapitalfirma Earlybird.
Earlybird

Eine deutsch-französische Allianz für mehr europäische Souveränität – das planen zumindest die beiden VCs Earlybird und AVP. Zusammen starten sie E2D: Einen 500-Millionen-Euro-Fonds, der ausschließlich in sogenannte Dual-Use- und Defense-Startups aus Europa investieren soll.

Das Besondere dabei: Der Fonds sei offiziell unabhängig von Earlybird – die VC-Firma agiere aber als aktiver Berater bei Deals. Zusammen mit dem französischen Investor AVP (ehemals Axa Venture Partners), wolle man so bis zu 20 Growth-Startups finanzieren und die europäische Fragmentierung im Rüstungs-Markt beenden.

Was es genau damit auf sich hat? Gründerszene hat bei Hendrik Brandis, General Partner und Gründer von Earlybird, nachgehakt.

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In der Vergangenheit seien Investments in Rüstungs-Startups bei Earlybird nicht möglich gewesen. Investoren des VCs hätten sich damals bewusst dagegen entschieden. „Unsere bestehenden Earlybird-Fonds durften wegen ESG-Vorgaben nicht in Defense investieren – deshalb brauchte es eine neue, separate Struktur“, sagt Brandis zu Gründerszene.

Wir glauben, dass Defense-Investments notwendig sind, um Europas Resilienz zu stärken.

Earlybird-Partner Hendrik Brandis

Mit E2D sei dies nun gelungen: Es handele sich um keinen klassischen Earlybird-Fonds, sondern um eine Eingliederung in eine unabhängige Luxemburger Gesellschaft. Earlybird und AVP würden dabei im Fonds offiziell beratend agieren.

Brandis unterstreicht dabei: „Wir glauben, dass Defense-Investments notwendig sind, um Europas Resilienz zu stärken – und dass wir als Deep-Tech-Investor hier einen echten Beitrag leisten können.“ Dabei sehe man Defense-Investments als gesellschaftlich sinnvoll – auch wenn es dazu unterschiedliche, auch kritische Perspektiven gäbe.

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Deutsch-französische Allianz für Europa

Warum dafür eine europäische Allianz nötig sei? Brandis hat hier eine klare Meinung: „Europa leidet massiv unter Fragmentierung – zu viele parallele Systeme. Deshalb war die deutsch-französische Zusammenarbeit für uns ein zentraler Ansatz.“

Ein besonderer Fokus liege dabei auf dem Growth-Segment. Also der Phase eines Startups, in der es besonders stark wächst. Hier sehe man besonders viel Potenzial, meint Brandis. Der Early-Stage-Bereich hingegen sei schon vergleichsweise gut finanziert.

Wir suchen gezielt nach Technologien an der Schnittstelle zwischen kommerziellen und Defense-Anwendungen.

Earlybird-Partner Hendrik Brandis

Wie dabei die genaue Struktur des Fonds sowie Earlybirds Rolle aussehen? Brandis sagt dazu: „Formal hat der Fonds seinen Sitz in Luxemburg – wir treiben aber das Sourcing und die Investmentprozesse.“ Bedeutet: E2D ist zwar kein klassischer Earlybird Fonds, der deutsche VC agiert aber regulär als Investor.

Dual-Use: kein Marketing, sondern Exit-Strategie

Für E2D ist der Dual-Use-Charakter entscheidend. „Wir wollen nicht nur vom Defense-Markt abhängig sein“, sagt Brandis. Deshalb suche man gezielt Unternehmen mit technologischer Alleinstellung, deren Lösungen sowohl kommerzielle als auch militärische Anwendungen haben und in großen Märkten skalieren können.

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Europäische DNA und Ziele des Fonds

E2D sei nur in Europa aktiv. Und das habe einen Grund, sagt Brandis: „Das ist für uns die Grundlage für technologische Souveränität.“ Für den Verkauf der Technologie gebe es aber keine Grenzen, betont er: „Es gibt keine Einschränkung, dass Portfoliofirmen nur an EU- oder NATO-Staaten verkaufen dürfen – im Gegenteil, globale Nachfrage ist ein Qualitätssignal.“

Staatliche Investoren sind aktuell noch nicht an Bord. „Bisher kommt das Kapital vor allem von Corporates und institutionellen Investoren“, meint Brandis. Deswegen gelte: Renditen hätten nach wie vor oberste Priorität als zentrale Verantwortung gegenüber den Investoren. Ein „sicherheitspolitischer Effekt“ entstehe laut dem Earlybird-Gründer automatisch – zur KPI würde man ihn deswegen nicht machen.





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