Künstliche Intelligenz

„Keimzelle einer nationalen Industrie“: Mexiko präsentiert erstes Elektroauto


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Mexiko hat am Wochenende sein erstes Elektroauto aus nationaler Produktion vorgestellt. Unter Applaus fuhr Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo bei der offiziellen Vorstellung in einem der Hangars des Militärflughafens Santa Lucía im Norden von Mexiko-Stadt eine Proberunde mit dem „Olinia 1“. Einen entsprechenden Post teilte sie in den sozialen Netzwerken. Olinia ist ein Wort aus der indigenen Sprache Nahuatl und bedeutet Bewegung, sich fortbewegen. Das Auto soll laut einem Bericht der mexikanischen Tageszeitung La Jornada 150.000 Pesos (rund 7.500 Euro) kosten und ab dem Sommer nächsten Jahres auf den Straßen zu sehen sein.

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„Olinia ist viel mehr als nur ein Elektroauto“, würdigte Sheinbaum die Entwicklung des Fahrzeugs. „Es steht für den Keim einer neuen nationalen Industrie und eines neuen Innovationsökosystems“, das auf der Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Forschungszentren, dem Staat und der Privatwirtschaft basiert, so die Präsidentin.

Das Elektroauto Olinia ist das Ergebnis von 18 Monaten gemeinsamer Arbeit von Institutionen, Forschungszentren und öffentliche Universitäten wie dem Nationale Politechnische Institut IPN (Instituto Politécnico Nacional), sowie Spezialisten und Unternehmen aus China, den Vereinigten Staaten, Indien und Deutschland, schreibt La Jornada. Darüber hinaus haben auch mexikanische Firmen bei der Konzeption, Integration und Fertigung des Fahrzeugs mitgewirkt.

Das in Mexiko entwickelte Elektrofahrzeug breche mit der Vorstellung, so Präsidentin Sheinbaum, dass das Land nur Fahrzeuge montieren oder Innovationen aus dem Ausland adaptieren könne. Mexiko ist ein bedeutender Produktionsstandort der internationalen Autoindustrie. Viele Automobilkonzerne, darunter auch deutsche Hersteller wie VW, Audi, BMW und andere, betreiben Montagewerke im Land, wo sie vornehmlich für den US-amerikanischen Markt produzieren. Ende 2024 begann beispielsweise Audi im Bundesstaat Pueblo mit dem Bau seiner ersten Montagehalle für E-Auto-Akkus außerhalb Deutschlands. Elektroautobauer wie der chinesische Hersteller BYD oder der US-Konzern Tesla haben ihre Mexiko-Pläne vorerst auf Eis gelegt.

„Es geht nicht nur darum, ein Elektroauto zu bauen, es geht darum zu zeigen, dass wir in der Lage sind, zu imaginieren, zu entwerfen, zu entwickeln und zu verwirklichen“, so Sheinbaum. „Lange Zeit wurde von Mexiko als einem Land gesprochen, das dazu bestimmt sei, nur das zu produzieren, was andere sich ausgedacht hatten. Man sagte uns, Mexiko sei nur für die Fertigungsindustrie gemacht, unsere Rolle bestehe darin, Technologie zu empfangen, nicht sie zu entwickeln, Ideen zu empfangen, nicht sie zu erschaffen, aber das ist falsch.“ Sheinbaum zeigte sich überzeugt, dass das Olinia-Projekt in Mexiko neue Studiengänge, Fachrichtungen und Forschungsprojekte in Bereichen wie Batterien, Software, künstliche Intelligenz, moderne Elektronik, neue Werkstoffe und saubere Energien vorantreiben werde.

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„Der Aufbau einer nationalen Industrie bedeutet nicht, sich abzuschotten, sondern zu lernen, Kompetenzen zu integrieren und unser Wissen Schritt für Schritt auszubauen“, sagte Projektleiter Roberto Capuano Tripp vor den zahlreichen geladenen Gästen bei der Vorstellung. Bis zum Jahr 2030 sollen 75 Prozent der Komponenten des Autos aus nationaler Produktion stammen, gab Capuano als Ziel aus.

Olinia 1 ist ein kompaktes Plug-in-Elektrofahrzeug, das bis zu sechs Personen bietet und auch für den Transport von Rollstuhlfahrern ausgerüstet ist. Es verfügt über eine 14,7-kWh-Batterie mit einer Reichweite von 125 Kilometern. Das Fahrzeug ist auf niedrige Betriebskosten ausgelegt. Bei einer Fahrtleistung von 75 Kilometer pro Tag könne Olinia im Vergleich zu einem Benzinauto allein an Treibstoffstoffkosten bis zu 50.000 Pesos (2.500 Euro) pro Jahr einsparen, so die Entwickler.

Capuano kündigte zudem an, dass am Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gearbeitet werde, mit dem Ziel, bis 2030 Zehntausende von Ladestationen im Land zu installieren. Als ersten Schritt gebe es in Abstimmung mit dem Energieministerium und der Bundesstromkommission bereits ein Projekt zur Einrichtung von 2.000 Ladestationen im Bundesstaat Mexiko, in Mexiko-Stadt und in Puebla.


(akn)



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