Künstliche Intelligenz
Kommentar: Apple bindet sich bei KI an Google – und die User haben das Nachsehen
Apples Umgang mit dem Thema KI wirkt seit langem hilflos. Zur Erinnerung: Bereits im Sommer 2024 – und schon das war Jahre zu spät – hat der Konzern Apple Intelligence vorgestellt. Damals hieß es, die noch im gleichen Jahr in englischer Sprache verfügbaren Werkzeuge wie die Writing Tools oder die Bildgeneratoren (Genmoji und Image Playground) seien nur der Anfang, eine kontextsensitive Siri mit App-Steuerung sei auf dem Weg. Diese kam dann – trotz peinlicher Fernsehwerbung für unveröffentlichte Features – aber einfach nicht, weil das System Apples internen Qualitätskriterien nicht entsprach.
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Siri anbrüllen
Und auch heute, im Frühjahr 2025, arbeitet Siri immer noch so, als sei sie seit 2011 kaum verbessert worden. Regelmäßig ruft man sich dumm und dämlich, damit die Sprachassistentin simple Anfragen verarbeitet. Auf iPhone, iPad und Mac wurde es zwar durch die Integration von ChatGPT besser, doch solche Dienste möchte man von Apple direkt sehen. Doch wie es sich nun darstellt, kann der Konzern es einfach nicht. Er hat sich deshalb entschieden, zu Googles Gemini-Grundmodell zu wechseln – zumindest auf mittelfristige Sicht.
Nun könnte man sagen, dass das nur logisch ist. Apple arbeitet seit langem mit Google bei der Safari-Suche zusammen und verdient dadurch enorm viel Geld. Jetzt geht eben etwas Geld – oder ein anderes Gegengeschäft – an Google zurück. Apple hat bereits versichert, dass man Gemini auf eigener Cloud-Technik (plus wohl auch lokal auf iPhone & Co.) ausführen will und der Internetgigant keine Daten bekommt.
KI-Experten winken ab
Börsenbeobachter loben Apple dafür, sich nicht (oder nur wenig) an der aktuellen KI-Blase beteiligt zu haben, die Meta, Microsoft & Co. noch viel Geld kosten könnte, sollte sie platzen. Andere sagen wiederum, das sei doch alles Teil von Apples üblicher Strategie, zunächst abzuwarten, bis andere neue Technik einführen, um sie dann deutlich verbessert zu einem Massenprodukt zu machen.
Das mag grundsätzlich stimmen. Doch dazu passt nicht, dass Apple vollmundige KI-Ankündigungen in Sachen kontextsensitive Siri macht, nur um sie dann wieder einzukassieren. Gleichzeitig rumort es intern seit vielen Monaten. Apple verlor zahlreiche Experten im KI-Bereich bis auf die Managementebene hoch. Gut: Meta und andere ließen sich das auch verrückte Summen kosten. Aber solche Abgänge verraten immer auch eine Form von Leidensdruck. War Apple in Sachen KI einfach zu zögerlich? War John Giannandrea, der mittlerweile geschasste KI-Chef, trotz seiner Google-Wurzeln der richtige Mann?
Immerhin keine Verluste
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Die Antworten auf solche Fragen wird man erst in den kommenden Jahren haben. Dass Apple nun ganz offiziell zu Google Gemini greift, ist tatsächlich ein Armutszeugnis für einen Konzern, der sich Innovation auf die Fahnen geschrieben hat. Natürlich geht intern die Arbeit an eigener Technik weiter, einige Analysten glauben gar, Gemini sei nur ein Notnagel, ein „Holdover“, bis Besseres kommt. Doch das Grundmodell ist so gut, dass Apple vermutlich Jahre braucht, um aufzuholen, besonders mit einem weiteren zögerlichen Kurs.

Mac & i-Redakteur Ben Schwan schreibt seit 1994 über Technikthemen und richtet sein Augenmerk mittlerweile insbesondere auf Apple-Geräte. Er mag das Design von Mac, iPhone und iPad und glaubt, dass Apple nicht selten die benutzerfreundlicheren Produkte abliefert. Immer perfekt ist die Hard- und Software-Welt aus Cupertino für ihn aber nicht.
Immerhin: Finanzielle Verluste wegen KI schreibt Apple offensichtlich nicht. Im Gegensatz zu den Milliardensummen, die bei OpenAI, Anthropic, aber sicherlich auch bei Meta, Google und womöglich Microsoft verloren gehen, weil die Abogebühren für Chatbots und Co. nicht zur Gegenfinanzierung reichen, dürfte Apple Intelligence ein Schnäppchen sein.
(bsc)
Künstliche Intelligenz
Bandcamp-Betreiber verbieten KI-generierte Musik auf ihrer Plattform
Umarmen oder verbannen? Die Kreativindustrie ringt gerade um ihren Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Die Musik-Plattform Bandcamp hat für sich einen Weg gefunden: Die Verantwortlichen schließen KI-generierte Musik aus.
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Musik, die „vollständig oder zu einem wesentlichen Teil mit KI erzeugt“ worden sei, sei auf Bandcamp nicht erlaubt, schreibt das Team in einem Beitrag auf der Plattform Bandcamp. „Wir wollen, dass Musiker weiter Musik machen und Fans darauf vertrauen können, dass die Musik, die sie auf Bandcamp finden, von Menschen geschaffen wurde.“
Daneben untersagen die Betreiber, KI-Werkzeuge dazu einzusetzen, Musiker oder Musikstile zu imitieren. Nutzer werden aufgefordert, KI-generierte Musik oder Sounds zu melden. Musik, bei der der Verdacht bestehe, sie sei mit KI erstellt worden, könne von der Plattform entfernt werden.
Was tun mit KI?
Kreative aus den unterschiedlichsten Bereichen suchen derzeit einen Umgang mit KI. Diese kann die Arbeit erleichtern. Gegner befürchten jedoch eine Verflachung der Inhalte, also etwa dass KI-Generatoren gefällige, aber keine innovative Musik komponieren – auch deshalb, weil die Algorithmen anhand bereits vorhandener Werke trainiert werden.
Das wiederum wirft die Frage nach Urheberrechten auf. In den USA etwa haben Autoren eine Sammelklage gegen das KI-Unternehmen Anthropic eingereicht. In Deutschland hat das KI-Unternehmen OpenAI in erster Instanz gegen die Musik-Verwertungsgesellschaft Gema verloren. Schließlich kann der Einsatz von KI die Künstler schlicht überflüssig machen und ihnen so die Lebensgrundlage nehmen. Bereits 2023 streikten deshalb über 11.000 Drehbuchautoren in den USA.
Es gibt aber auch Unternehmen aus der Entertainment-Branche, die von sich aus den Einsatz von KI ausschließen. So hat etwa Kevin Rountree, Chef von Games Workshop, dem Hersteller des Tabletop Games Warhammer, seinen Angestellten den Einsatz von KI explizit untersagt. Rountree setzt auf menschliche Kreativität und hat mehr Kreative eingestellt. Das belgische Videospielstudio Larian hat auf die Kritik seiner Fangemeinde reagiert und beschlossen, bei der Konzeptentwicklung für das Spiel „Divinity“ keine KI-generierten Inhalte zu nutzen.
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(wpl)
Künstliche Intelligenz
Grafikkartenpreise schießen hoch, GeForce RTX 5070 Ti verschwindet
Alle Desktop-Grafikkarten mit mehr als 8 GByte Speicher sind in den vergangenen Wochen teurer geworden. Am stärksten trifft es Nvidias Topmodell GeForce RTX 5090, das nur noch vereinzelt für unter 3500 Euro erhältlich ist. Seit dem Sommer 2025 sind die Preise um mehr als 50 Prozent gestiegen.
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Das zweitschnellste Modell GeForce RTX 5080 kostet inzwischen mindestens 1180 Euro statt knapp über 1000. Bei der nahen verwandten RTX 5070 Ti sind die Preiserhöhungen noch nicht ganz so stark, allerdings dürfte das nur noch eine Frage der Zeit sein: Kartenhersteller sagten dem renommierten Youtube-Kanal Hardware Unboxed, dass Nvidia die RTX 5070 Ti einstellen will. In den kommenden Wochen würden demnach nur noch Lagerbestände abverkauft.
Aus Nvidias Sicht erscheint die Entscheidung nachvollziehbar: Die GeForce RTX 5070 Ti nutzt die gleiche GPU wie die RTX 5080, allerdings in einer beschnittenen Form. Die Ausbeute beim Chipauftragsfertiger TSMC sollte inzwischen aber so hoch sein, dass die Teildeaktivierung nur noch selten nötig ist und Nvidia lieber die teurere RTX-5080-Version verkauft.
8 GByte sollen wieder toll sein
Generell wollen AMD und Nvidia offenbar den Fokus auf Einstiegs- und Mittelklasse-Grafikkarten mit 8 GByte Speicher legen. Diese Behauptung von Hardware Unboxed haben wir uns von deutschen Händlern bestätigen lassen.
Passend dazu trotzt gerade die GeForce RTX 5060 dem Preistrend – die Preise sind zuletzt sogar gefallen (ab 279 €). Die RTX 5060 Ti mit 8 GByte zeigt sich stabil. Die 16-GByte-Versionen stiegen zuletzt und sollen wie die RTX 5070 Ti absehbar vom Markt verschwinden.
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Die GeForce RTX 5070 mit 12 GByte Speicher steht zwischen den Stühlen. Sie soll erhältlich bleiben, dürfte aber stärker im Preis steigen als die 8-GByte-Grafikkarten.
2023 noch verpönt
Der Fokus auf 8-GByte-Modelle lässt insbesondere bei AMD die Augenbrauen aufzucken. Schon im Jahr 2023 bewarb die Firma den Vorteil der eigenen 16-GByte-Grafikkarten gegenüber Nvidias Konkurrenz mit 8 und 10 GByte.
In einem Blog-Beitrag zum Bau eines High-End-PCs schrieb AMD: „Für diesen Enthusiasten-PC empfehlen wir Grafikkarten mit mindestens 16 GByte Videospeicher für ultimatives Gaming in 1440p und 4K. Für Grafikkarten der Mittelklasse, die auf 1440p ausgerichtet sind, bietet AMD Radeon-GPUs mit 12 GByte, die sich hervorragend für QHD-Displays eignen.“
Der Blog-Beitrag ist gelöscht, lässt sich aber noch archiviert finden.
Bei AMD steigen die Preise derweil durch die Bank. Eine Radeon RX 9070 XT kostet mindestens 650 statt knapp 600 Euro. Die RX 9070 steigt noch stärker von rund 520 auf 600 Euro. Eine RX 9060 XT ist nicht mehr unter 300 Euro zu bekommen.
(mma)
Künstliche Intelligenz
Australien: 4,7 Millionen Social-Media-Konten von Unter-16-Jährigen gesperrt
Um dem Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nachzukommen, haben die großen sozialen Netzwerke in Australien den Zugriff auf 4,7 Millionen Accounts gesperrt. Das hat die dort für die Sicherheit im Internet verantwortliche Behörde bekannt gegeben, und eSafety-Commissioner Julie Inman Grant zeigt sich dabei sehr zufrieden. Die Zahlen deuteten darauf hin, dass die großen Plattformen sinnvolle Maßnahmen unternehmen, um unter 16-Jährige daran zu hindern, Accounts zu unterhalten. Die Zahl macht außerdem die Reichweite der Maßnahmen deutlich. Erst Anfang der Woche hat Meta publik gemacht, dass auf Instagram, Facebook und Threads insgesamt 550.000 Nutzerkonten geschlossen wurden.
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Verstöße entwerten Gesetz nicht
Australien hat etwa 27,5 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen, 5,3 Millionen sind unter 16 Jahren alt. Vor allem die Jugendlichen sind einer vor einem Jahr vorgestellten Analyse zufolge auf sozialen Plattformen aktiv gewesen, nur eine Minderheit davon aber mit einem eigenen Account. Die meisten haben demnach Accounts ihrer Eltern oder Erziehungsberechtigten genutzt. Deshalb ist unklar, wie viele Kinder und Jugendliche durch die Maßnahmen wirklich aus den Plattformen ausgesperrt wurden. Dazu hat die Behörde auch keine Zahlen. Auch Geschwindigkeitsbegrenzungen seien kein Fehler, wenn sich nicht alle daran halten. Wichtig sei der Rückgang an Schäden und eine Änderung gesellschaftlicher Normen.
Am 10. Dezember ist in Australien das bereits im November 2024 vom Parlament verabschiedete Gesetz in Kraft getreten, das Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu sozialen Netzwerken verwehrt. Australien ist damit die erste Demokratie weltweit, die ein Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung einiger sozialer Netzwerke einführt. Die neue Gesetzgebung zielt vor allem darauf ab, Kinder und Jugendliche vor schädlichen Inhalten, Mobbing, Cybergrooming, sexualisierter Gewalt und Suiziden im Zusammenhang mit Online-Missbrauch zu schützen. Vom Verbot für Minderjährige unter 16 Jahren sind zehn Plattformen betroffen: Facebook, Instagram, Kick, Reddit, Snapchat, Threads, TikTok, Twitch, X und YouTube.
(mho)
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