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„Kosten einer Niere“: Micron bemustert DDR5-RDIMM-9200 mit 256 GB pro Modul

Für kommende Serverprozessoren hat Micron neuen Speicher im Angebot: 256-GByte-Module nach DDR5-RDIMM-9200-Standard. Die Kosten? Immens! Im AI-Umfeld ist das derzeit aber weiterhin zweitrangig, hier zählt die Menge. Hinzu kommt, dass Micron auch am Stromverbrauch gearbeitet hat, der höhere Taktraten ermöglicht.
Geringer Stromverbrauch…
Einer der Vorteile von SOCAMM2 unter Nutzung von LPDDR5X-Chips ist ein vergleichsweise geringer Energiebedarf für die Speichermenge und die gebotene Bandbreite.
Neuere Fertigungstechnik in 1-gamma und Speicherchips mit höherer Kapazität können diesen Vorteil gegenüber klassischen DIMM-Modulen aber deutlich abschwächen: Micron erklärt, dass eines der neuen DDR5-RDIMM.Module mit 256 GB nur 11,1 Watt verbraucht, zwei bisherige 128-GByte-Module brachten es zusammen auf 19,4 Watt (9,7 Watt pro Modul).
Die verdoppelte Kapazität pro Modul maximiert dabei die Speicherkapazität je Server oder verhindert potenziell die sonst durch Vollbestückung deutlich sinkenden Taktraten, mit denen auch Server zu kämpfen haben.
…bei sehr hohem Takt
Die Besonderheit des neuen Serverspeichers liegt aber auch im sehr hohen Takt für den DDR5-Standard, der selbst viele reguläre UDIMMs übertrifft. 9.200 MT/s sind nicht nur 40 Prozent höher als bei aktuellem RDIMM für gängige Serverprozessoren mit bis zu 6.400 MT/s, es übertrifft sogar die erste Generation MRDIMM, der mit 8.800 MT/s arbeitet.
Kommende Prozessoren werden allerdings bereits die zweite Generation MRDIMM unterstützen, 12.800 MT/s werden erwartet. Das Problem bei MRDIMM war bisher aber die sehr hohe Leistungsaufnahme für die hohe Bandbreite – genau hier könnte schnellerer klassischer Speicher mit hoher Kapazität und geringerem Verbrauch punkten.
Der Preis wird lieber nicht genannt
Und was kostet ein 256-GB-DDR5-RDIMM-9200-Modul? Darüber redet öffentlich heute keiner. Zum einen handelt es sich ohnehin erst einmal nur um Samples, aber auch sonst wird der Preis in der Branche ungern an die ganz große Glocke gehängt. Das übernehmen dann die Partner.
Zur Einordnung: 64-GByte-RDIMM-Module nach Standard DDR5-6400 beginnen bei 35 Euro pro Gigabyte, auch 128-GByte-Module gibt es etwas grob in dieser Region.
256 Mal 35 Euro pro GB (9.275 Euro), die viel höhere Geschwindigkeit und die Tatsache, dass es 256-GByte-Module selbst mit 6.400 MT/s nur selten gibt, dürfte in der aktuellen Marktlage am Ende einen gut fünfstelligen Preis pro Modul bedeuten. Die Suche nach 256-GB-Modulen führt aktuell aber zum Teil auch zu Angeboten, die die 100.000-Euro-Marke übertreffen: