Entwicklung & Code

Linux-Kernel: Ein „Konklave“ entscheidet im Zweifel über die neue Leitung


Bei Bedarf entscheiden zentrale Programmierer von Linux zukünftig bei einem „Konklave“, wer die Entwicklung des Kernels fortan leitet. Zu so einer Versammlung soll es allerdings nur kommen, falls designierte Nachfolger den Posten nicht übernehmen können oder wollen.

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Dieser bislang ungeklärte Fall ist ab jetzt über einen Text in einer Datei namens „conclave“ geregelt, den Linus Torvalds Samstagnacht in die Dokumentation seines Linux genannten Kernels eingepflegt hat. Der Text betont, dass die Entwicklung zwar einerseits verteilt erfolgt, schlussendlich aber durch ein einzelnes Paar Hände geht. Das sind seit Anbeginn die von Linus Torvalds, wenn man von einer Schaffenspause bei Linux 4.19 absieht.

Diese hat auch gezeigt, dass andere Entwickler Zugriff auf den Hauptentwicklungszweig des Kernels haben und die Entwicklungsleitung im Fall der Fälle schnell übernehmen können. Sollten diese Personen das aber nicht können oder wollen, obliegt es fortan dem Organisator des letzten Kernel Maintainer Summit, ein Meeting einzuberufen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Dazu lädt er mindestens die Teilnehmer des letzten Summits und die Mitglieder des Technical Advisory Board (TAB) der Linux Foundation ein; alle von ihnen können aber weitere ins Boot holen.

Triebkraft hinter dem Text mit dem neuen Prozedere war Dan Williams, der seit Jahren zu den zentralen Linux-Entwicklern zählt und auch Mitglied des TAB ist. Er hatte die Nachfolgeregelung im Dezember beim letzten Maintainer Summit angesprochen und den Text zwischenzeitlich ausgearbeitet.

Den ratifizierte Torvalds keine 24 Stunden nach der Veröffentlichung, indem er ihn in die Quellen integrierte – womit er letztlich die sonst bei Kernel-Änderung übliche öffentliche Diskussionsphase nach kurzer Zeit abwürgte.

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Letztlich bleibt aber ohnehin abzuwarten, ob oder wann dieses Prozedere je angewendet werden wird: Das Ganze greift schließlich nur, wenn keiner von denen mit den nötigen Zugriffsrechten den Job übernehmen kann oder will. Einer von ihnen ist Greg Kroah-Hartman, der Torvalds bei der Entwicklung von 4.19 vertreten hat. Er gilt gemeinhin auch als designierter Nachfolger, wie wir im Herbst bereits näher erläutert haben: Missing Link: Wie es bei Linux ohne Linus Torvalds weiterginge


(dmk)



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