Künstliche Intelligenz

Mähroboter Roborock Rockmow Z120 Lidar im Test: Allrad, aktive Lenkung und LiDAR


Roborocks Erstlingswerk für den Garten soll mit Allrad, LiDAR und aktivem Lenksystem punkten. Wir haben im Test überprüft, wie gut das klappt.

Der Roborock Rockmow Z120 LiDAR zählt zu den auffälligeren Neuerscheinungen im Mährobotermarkt 2026. Das Modell kombiniert Allradantrieb mit einem aktiven Lenksystem, das die Vorderräder einzeln ansteuert. Dadurch kann der Mäher wie ein Pkw lenken oder die Räder gegeneinander drehen, um bodenschonend auf der Stelle zu wenden. Als Spitzenmodell von Roborock setzt der Z120 LiDAR auf ein LiDAR-System (Light Detection and Ranging) anstelle einer RTK-Antenne oder eines Begrenzungskabels.

Auffällig ist, dass die LiDAR-Variante in Deutschland auf der Produktseite als Rockmow Z1 LiDAR geführt wird, während Datenblatt, Anleitung und App die Bezeichnung Rockmow Z120 LiDAR verwenden. Wir haben im Test überprüft, wie sich das Erstlingswerk des Herstellers schlägt.

Design und Verarbeitung

Optisch unterscheidet sich der Rockmow Z120 LiDAR deutlich von vielen Konkurrenzmodellen. Charakteristisch sind die beiden Motorgondeln über den Fronträdern, die der Ansteuerung von Lenkung und Allradantrieb dienen. Das LiDAR-Modul sitzt ungewöhnlich weit hinten auf dem bulligen Gerät. Roborock gibt für die europäische LiDAR-Variante Abmessungen von rund 66 × 47,5 × 33 cm an. Das Nettogewicht liegt inklusive Akku bei knapp 22 kg, was theoretisch die Rasengesundheit beeinträchtigen kann. Zum Vergleich: Ein Mammotion Luba 3 AWD ist leichter, und bei dessen Vorgänger wurde das hohe Gewicht bereits kritisiert, da schwere Geräte weichen Boden stärker belasten.

Das grau-schwarze Design wirkt technisch und modern. Der Roboter macht einen soliden Eindruck, alle Formteile erscheinen robust. Das Gerät ist nach Schutzklasse IPX6 gegen Wasser geschützt – sowohl für den Roboter selbst als auch für die Ladestation. Die nach vorn abfallende Linie verleiht dem Mäher eine gewisse Dynamik, die jedoch durch die klobigen, mit LED-Leisten versehenen Motorgondeln über den Vorderrädern eingeschränkt wird. An der Vorderseite sind Kameras für Navigation und Objekterkennung installiert. Vier kräftige Räder, ein Dynamic Suspension genanntes Federungssystem mit hellorange gefärbten Spiralfedern hinten sowie ein schwebendes Mähdeck sollen den Kontakt zum Boden und die Schnitthöhe stabilisieren. Zusammen mit der Aufhängung und dem Allradantrieb soll der Z120 LiDAR Steigungen von bis zu 80 Prozent (39 Grad) bewältigen und Hindernisse von bis zu 8 cm Höhe überwinden können.

Praktisch ist das Display mit Statussymbolen für Akku, WLAN und Bluetooth auf der Oberseite des Geräts. Auch ohne App lässt sich so der Grundzustand schnell prüfen und der Mäher grundlegend bedienen. Die große Stopp-Taste dahinter ist sinnvoll platziert und im Ernstfall sofort erreichbar.

Unter dem Gerät befindet sich das schwebende Mähdeck mit einer Schnittbreite von 24 cm und sechs Messern samt einer Gleitplatte als Schutz. Beim Messerwechsel fallen daher einige zusätzliche Schraubarbeiten an. Die Klingen sollen laut Anleitung je nach Nutzung etwa alle ein bis zwei Monate gewechselt werden, wobei auch die Schrauben ersetzt werden sollten. Roborock empfiehlt zudem im englischsprachigen Handbuch, den Akku etwa alle zwei Jahre über den Service oder den Händler austauschen zu lassen – ein Selbsttausch ist nicht vorgesehen. Das Gerät soll regelmäßig auf Verschmutzung und Beschädigung kontrolliert werden. Ob Roborock hier übervorsichtig ist oder tatsächlich eine so kurze Akkulebenserwartung zugrunde liegt, konnte der Test nicht klären.

Das separat erhältliche PreciEdge-Modul ist nicht serienmäßig im Lieferumfang enthalten. Der Hersteller verspricht damit randnäheres Mähen bis auf 3 cm. Angesichts des recht hohen Preises des Z120 LiDAR ist es als Kritikpunkt zu werten, dass dieses Modul nicht zum Standardumfang gehört. Es kostet etwa 150 Euro, die Installation ist einfach und in wenigen Minuten erledigt. Die beiliegende Anleitung mit mehreren kleinen Bildern hätte jedoch etwas größer ausfallen dürfen.

Inbetriebnahme und App

Die Inbetriebnahme des Rockmow Z120 LiDAR erfolgt fast ebenso schnell wie bei einem Saugroboter. Die Ladestation kann laut Hersteller innerhalb oder außerhalb der Rasenfläche aufgestellt werden. Sie muss auf einer ebenen Fläche stehen, in guter WLAN-Abdeckung liegen und sich innerhalb von 10 m zum Ladegerät befinden. Im Umkreis von 2 m um die Station sollten möglichst keine Hindernisse sein, wobei weitere Testmuster direkt daneben den Mäher nicht störten. Das Gras in diesem Bereich sollte nicht höher als 9 cm sein – der Grund dafür wird im ersten Betrieb ersichtlich.

Die Verbindung zur App erfolgt anfangs über Bluetooth. Für den weiteren Betrieb wird ein 2,4-GHz-WLAN empfohlen, das Modell unterstützt jedoch auch 5-GHz-Netze. Anschließend steht der erste Kartierungsvorgang an. Eine automatische Kartierung gibt es noch nicht – dies ist jedoch nicht schwerwiegend, da automatisch erstellte Karten häufig nicht überzeugen. Die App führt durch den Prozess: Der Nutzer muss den Mäher per Joystick einmal entlang der zu mähenden Rasenbegrenzung steuern. Auch neue Bereiche, Passagen und No-Go-Zonen werden auf diese Weise manuell angelegt. Roborock bietet in der App einen einzelnen virtuellen Joystick an. Die Bedienung ist ausreichend präzise, jedoch ist eine Steuerung mit zwei separaten virtuellen Sticks für Lenkung und Vorwärts-/Rückwärtsfahrt – wie bei Mammotion – intuitiver. Beim Roborock-Modell ist der Übergang zwischen Vorwärts- und unbeabsichtigter Rückwärtsfahrt auf dem Smartphone-Touchscreen bei sehr langsamen und engen Kurven zu schwammig. Praktisch ist hingegen die Korrekturmöglichkeit während des Anlernens der Karte: Ähnlich wie bei Segway hält der Nutzer den Radiergummi-Button gedrückt, woraufhin der Mäher den zuvor gefahrenen Weg zurückfährt und dabei die gespeicherte Begrenzungslinie für diese Strecke löscht.

Die App ist funktional breit aufgestellt. Derzeit lassen sich bis zu 15 Zonen anlegen, wobei Roborock die genaue Zahl nicht eindeutig kommuniziert. Passagen zwischen Flächen können manuell gesetzt werden; sind mehrere Verbindungen vorhanden, wählt der Mäher automatisch den kürzesten und effizientesten Weg zur nächsten Zone. No-Go-Zonen lassen sich ebenfalls anlegen – eine maximale Obergrenze nennt Roborock nicht, solange die Sperrfläche innerhalb der gemappten Fläche liegt. Diese muss jedoch mindestens vier Quadratmeter groß sein. Für Pools, Blumeninseln oder heikle Stellen ist dies brauchbar; für sehr kleine Sperrflächen müssen sich Nutzer auf die selbstständige Erkennung durch den Roboter verlassen.

Die Planungsfunktionen gehen über einfache Zeitpläne hinaus. Hier lassen sich Zonen, Mähzeiten, Mährichtung und Effizienz (und damit die Geschwindigkeit) anpassen. Die automatisch wechselnde Mährichtung ist in der Praxis wichtig, da sie Spurenbildung verhindert. Das Echtzeit-Dashboard dokumentiert Mähfortschritt, wichtige Meilensteine (wie Zwischenladen oder Unterbrechung durch Wildtierschutz zu bestimmten Nachtzeiten) und die voraussichtliche Fertigstellung. Eine Funktion zum Fortsetzen der Aufgabe nach Unterbrechungen wurde ebenfalls implementiert, ebenso wie Erinnerungen an Messerwechsel und Reinigung.

Im Smart-Home-Bereich unterstützt der Roborock Z120 LiDAR Alexa, Google Home und Apple Siri. Die Sprachsteuerung ist über den Menüpunkt Profile und Smart Control erreichbar und ermöglicht zumindest Grundfunktionen wie Start und Stopp des Mähens. Eine Integration in Systeme wie Home Assistant gibt es derzeit noch nicht. Die bislang verfügbare Roborock-Integration unterstützt derzeit nur Saugroboter. Sicherheit gegen Diebstahl bieten hingegen eine PIN-Sperre, Ortungsfunktionen, ein akustischer Alarm und ein Extrafach für GPS-Tracker von Drittherstellern (z. B. AirTag). In der App lässt sich der Mäher orten oder per Ton auffinden. Zusätzlich kann ein Diebstahlalarm mit virtueller Grenze eingerichtet werden, wobei die Entfernung, ab der ein Alarm ausgelöst wird, in der App festgelegt werden kann. Praktisch ist auch, dass ein neuer Nutzer den Mäher nicht einfach übernehmen kann: Erst wenn der bisherige Besitzer das Gerät aus seinem Konto entfernt oder Zugriff gewährt, ist eine neue Kopplung möglich. Diese Funktion ist branchenüblich und stellt ein Hindernis für eine unbefugte Weiternutzung durch Dritte dar.

Im Netz finden sich Hinweise darauf, dass Roborock zum Marktstart mit der Software noch nicht vollständig fertig war. Bereits in den ersten Wochen lieferte der Hersteller einige Funktionen nach und korrigierte Fehler. Positiv ist das erkennbare Engagement von Roborock, negativ ist, dass manche Kunden anfangs den Eindruck haben konnten, Betatester zu sein.

Zum Testzeitpunkt Ende April 2026 fehlen mehrere Funktionen weiterhin, obwohl sie auf der offiziellen Produktseite mit Hinweis auf ein kommendes OTA-Update versehen sind. Dazu gehören bestimmte Hinderniskategorien, eine automatische Kartierung, Mähmuster und Teile der Mehrzonenverwaltung. Dass Hindernisse zwar eingezeichnet und anklickbar sind, dann aber nur mit einem Piktogramm und textlicher Benennung dargestellt werden, wirkt unfertig – die Darstellung erweckt den Eindruck, dass eigentlich ein Foto zu sehen sein sollte, da Kameras vorhanden sind.

Insgesamt ist die App bereits jetzt mächtig, logisch aufgebaut und stabil, ohne jedoch an den Umfang des Klassenprimus Mammotion heranzureichen. Am meisten vermisst wird eine Möglichkeit, eine bestehende Zone nachträglich zu korrigieren. Zonen können nachträglich nur umbenannt, zusammengeführt oder geteilt werden. Wer beim ersten Anlernen zu nah an den Rand gefahren ist, kann die Zone nur löschen und neu anlegen – ein Verfahren, das eher dem Stand von 2024 als von 2026 entspricht.

Navigation und Hindernisvermeidung

Die Navigation ist das Herzstück des Rockmow Z120 Lidar. Roborock setzt auf eine Kombination aus 360-Grad-3D-Lidar, VSLAM und Kameratechnik. Auf der Produktseite sind von 200.000 erfassten Punkten pro Sekunde und einer Erkennungsreichweite von 70 m die Rede. Ein externes RTK-Modul oder eine RTK-Antenne sind daher für eine genaue Navigation nicht erforderlich. Gerade für Gärten mit schwierigem Satellitenempfang – etwa durch viele Bäume oder nahe hohe Gebäude – ist die Lidar-Variante konzeptionell die bessere Wahl.

Zum Paket gehört auch der Antrieb: Allradantrieb, ein patentiertes aktives Lenksystem und das Dynamic-Suspension-System. Damit soll der Roboter Steigungen bis 80 Prozent (38,7 Grad) sowie Hindernisse bis 8 cm überwinden können – das ist außergewöhnlich viel und wird nur von wenigen Modellen wie dem Mammotion Luba 3 AWD oder dem Lymow One Plus erreicht oder übertroffen. Für Hanggrundstücke, Mulden, Bereiche mit hervorstehenden Wurzelausläufern oder wellige Flächen bietet dies einen echten Mehrwert, sofern der Garten nicht zugleich zu weich und matschig ist. Mit montiertem Kantenschnitt-Modul PreciEdge sinkt die überfahrbare Höhe vertikaler Hindernisse von 8 auf 5 cm. Eine testweise in den Weg gelegte Dachlatte mit 3,7 cm überwand der Roboter problemlos.

Für enge Passagen nennt Roborock eine Mindestdurchfahrtsbreite von 80 cm für die AWD-Modelle. Angesichts der Chassisbreite von knapp 50 cm ist dies ordentlich, aber nicht rekordverdächtig schmal. In sehr kleinteiligen Gärten mit schmalen Durchgängen oder dicht stehenden Gartenmöbeln kann dies eine Einschränkung sein. Im Test schaffte der Roboter auch 70 cm, wenn auch nicht kontaktlos.

Bei der Hindernisvermeidung spricht der Hersteller von einer Vision-Lidar-Fusion und unterscheidet zwischen statischen Hindernissen, Menschen und Tieren sowie überwindbaren Hindernissen. Einzelne Funktionen sind auf der offiziellen Seite mit Hinweis auf ein baldiges OTA-Update versehen. Die binokulare Kamera spielt eine wichtige Rolle bei der Umgebungserkennung, wobei Nebel, Regen und Nacht die Leistung der Kamera verringern. Mähen bei Nacht ist grundsätzlich möglich, wird aber aus Tierschutzgründen nicht empfohlen. In einigen Kommunen gibt es gar ein Nachtfahrverbot. Bei Zuwiderhandlung drohen etwa in Leipzig Bußen bis 50.000 Euro. Ein bundesweites Nachtfahrverbot für Mähroboter wird bereits diskutiert.

Im Test erkannte der Z120 Lidar willkürlich platzierte Hindernisse wie Gießkannen oder das durch das PreciEdge-Modul ersetzte Seitenteil zuverlässig. Die Hinderniserkennung ist sogar etwas überengagiert: Der Mäher erkannte wiederholt angebliche Personen und pausierte den Mähvorgang, obwohl keine Personen in der Nähe waren.

Zu Beginn navigiert der Z120 Lidar souverän auf der Fläche, mit zunehmendem Mähfortschritt wird das Verhalten jedoch unstrukturierter. Dann lässt er gelegentlich eine Bahn oder Ecke des Grundstücks aus, die er später nachholt. Dies führt zu vielen zusätzlichen Fahrmetern. Am Rand ist das Fahrverhalten erratisch: Der Roboter dreht oft auf der Stelle, teils stückweise und wieder zurück – obwohl die vorhandene Lenkung auch sanfte Rundungen ermöglichen würde. Zudem tauchen an Sträuchern immer wieder neue Hindernisse auf der Karte auf, um kurz darauf teilweise zu verschwinden. Büsche und Sträucher stellen aktuell die größte Herausforderung für den Rockmow Z120 Lidar dar.

Verbindungsprobleme oder sonstige Einschränkungen gab es im Test nicht – obwohl die Ladestation direkt an einer Hauswand unter einem breiten Dachüberstand stand und rechts und links daneben andere Mähroboter positioniert waren. Festgefahren hat sich der Z120 Lidar nur einmal, als er versuchte, direkt an einer Wand eine Drehung auf der Stelle zu vollführen, und sich anschließend mit dem nach innen eingelenkten Vorderrad an der Wand hochschob. Gelegentlich meldete der Roboter, dass er festgefahren sei, stand dann aber nur am Rand einer sehr kleinen Mähfläche und fuhr nach entsprechendem Befehl per App problemlos weiter. In schwierigen Umgebungen navigierte er selbstständig aus engen Situationen. Der Rasen wurde bis auf die genannte Wandaktion zu keinem Zeitpunkt in Mitleidenschaft gezogen. Eine Einschränkung betrifft die Höhe von Gras auf oder am Rand der Rasenfläche – darauf wird im nächsten Kapitel eingegangen.

Mähleistung im Alltag

Der Rockmow Z120 Lidar arbeitet nach dem klassischen Mulchprinzip: Kleine Stückchen der Grashalme werden oben abgeschnitten, fallen auf den Boden und dienen als Dünger. Die elektrische Verstellung der Schnitthöhe per App ist grundsätzlich angenehm, wird aber vermutlich selten verändert. Das schwebende Mähdeck passt sich dynamisch an Geländeänderungen an und fördert so einen gleichmäßigen Schnitt auf unebenen Flächen. Der Z120 Lidar erzeugt eine gleichmäßige Fläche mit gutem Schnittbild, alternativ fährt er präzise Bahnen. Die Lautstärke ist angenehm – vielleicht nicht der leiseste Mäher, aber dennoch zurückhaltend. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 0,6 m/s. Auch die Piep- und Sprachausgaben sind auf einem erträglichen Niveau: im Nahbereich gut hörbar, aber nicht in Nachbargärten.

Für hohes Gras ist der Mäher – wie fast alle Mähroboter – nicht ausgelegt. Die maximal verarbeitbare Grashöhe wird mit 12 cm angegeben; höheres Gras soll vorab manuell gekürzt werden. Dies liegt nicht nur an der Leistungsfähigkeit des Schneidwerks, sondern auch an der Navigation: Als im Test ein kleines Teilstück mit einzelnen hohen Halmen abgefahren wurde, erkannte der Roboter diese wiederholt als Hindernisse und wich aus. Das dürfte auch der Grund sein, warum Gras vor der Ladestation 9 cm Höhe nicht überschreiten darf, um eine verlässliche Rückkehr zu gewährleisten.

Das aktive Lenksystem des Rockmow Z120 Lidar wirkt sich positiv aus. Ein gezielt lenkender Vorderwagen schont die Grasnarbe mehr als ein Mäher, der das gesamte Chassis nur über unterschiedliche Radgeschwindigkeiten an der Hinterachse wenden muss. Die aktive Lenkung wühlt selbst bei Nässe weichen Boden grundsätzlich weniger auf als anders aufgebaute Modelle. Einschränkend wirkt sich jedoch das hohe Eigengewicht von fast 22 kg aus, das dazu führt, dass der Roboter stärker in weichen Boden einsinkt. Entsprechende Erfahrungen müssen zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht werden – zum Testzeitpunkt war das Wetter bereits so gut, dass Mähroboter problemlos fahren konnten.

Das größte Problem des Roborock Z120 Lidar betrifft den Randschnitt. Dies betrifft nicht nur das fehlende PreciEdge-Modul im Lieferumfang. Nur mit diesem Modul soll eine Präzision von 3 cm zum Rand erreicht werden. Ohne das Modul bleibt ein Streifen von etwa 10 cm stehen, sofern der Roboter nicht – etwa am Rand einer Terrasse – halb auf Stein ausweichen kann. Im Test mähte der Z120 mit dem Modul gut bis an den Rand. Doch auch das Randschnitt-Modul hilft nicht immer: Sobald der Roboter höhere Hindernisse wie Büsche in der Nähe des Randes erkennt, hält er einen deutlichen Abstand von teils mehr als einer Mäherbreite. Dies betrifft sowohl Büsche, die in oder über die Mähfläche ragen, als auch wandartige Büsche entlang der Grenze. Die Einstellung der Hindernisvermeidung (empfindlich oder ausgeglichen) hat darauf keinen Einfluss; eine vollständige Deaktivierung ist nicht möglich. Der Mäher fährt folglich auch nicht unter Büsche – selbst dann nicht, wenn die Grenze zuvor entsprechend angelernt wurde. An festen Steinwänden tritt dieses Problem nicht auf, was darauf hindeutet, dass der Roboter grüne Grenzen im Frühling, wenn Blätter noch nicht voll ausgewachsen sind und Büsche zu viele Lücken für den Lidar-Sensor aufweisen, noch nicht sicher genug erkennen kann.

An anderer Stelle arbeitet der Z120 Lidar zuverlässiger: Er besitzt einen Regensensor und kehrt bei Regen zur Ladestation zurück. Die Regenpause beträgt standardmäßig 180 Minuten und kann in der App angepasst werden. Fahrten bei Regen sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da der Schnitt dann weniger gut ist und der Mäher stärker verschmutzt.

Akku

Der Rockmow Z120 LiDAR soll bis zu 2.000 Quadratmeter pro Tag schaffen. Roborock verbaut einen Lithium-Ionen-Akku mit 21,6 V und 6 Ah Nennkapazität; geladen wird mit bis zu 5 A. Für einen AWD-Mäher dieser Größe wirkt das zunächst nicht übermäßig stark. Der Roboter punktet jedoch mit kurzen Ladezeiten von etwa einer Stunde, um von etwa 15 Prozent wieder auf rund 85 Prozent zu kommen. Im Testgarten schaffte der Z120 LiDAR in etwas über zwei Stunden rund 190 Quadratmeter und fuhr dann mit etwa 15 Prozent Restakku zum Laden. Hochgerechnet wären das rund 1.500 Quadratmeter in 24 Stunden (und auch nur mit Nachtfahrten). Die Herstellerangabe von 2.000 Quadratmetern pro Tag dürfte auf weniger verwinkelten und weitgehend hindernisfreien Flächen eher erreichbar sein als im Testgarten.

Die Anleitung empfiehlt weiterhin einen Akkuwechsel alle zwei Jahre, was stutzig macht.

Preis & Garantie

Die unverbindliche Preisempfehlung für Deutschland liegt bei 2699 Euro. Niedrigere Preise gab es im freien Handel zum Testzeitpunkt nicht (Stand: 04/2026). Die Garantie beträgt drei Jahre für den Mäher und zwei Jahre für den Akku.

Fazit

Der Roborock Rockmow Z120 LiDAR ist ein interessanter und in vielen Punkten überzeugender Premium-Mähroboter. Die Kombination aus Allrad, aktivem Lenksystem, LiDAR, VSLAM und gefederter Plattform ist technisch beeindruckend und für komplexe Grundstücke sinnvoll. Gerade bei Hanggrundstücken, unebenem Untergrund, verwinkelten Zonen und schwierigen Signalbedingungen setzt sich das Gerät konzeptionell von den meisten Wettbewerbern ab. Hinzu kommt eine grundsätzlich starke App mit guter Kartenlogik, Zonenverwaltung, Sicherheitsfunktionen und Bedienbarkeit.

Dennoch ist der Rockmow Z120 LiDAR noch kein perfektes Gerät. Der Mäher ist groß und schwer, was sich bei schlechtem Wetter und weichem Boden negativ auf die Grasnarbe auswirken dürfte. Ändern lässt sich das nicht. Anders verhält es sich beim fehlenden Randschnitt-Modul und bei den noch nicht vollständigen App- und Software-Features. Roborock könnte die Mähzonen mit einem Update editierbar machen und das Fahrverhalten am Rand so anpassen, dass der Mäher auch dort mäht, wo er angelernt wurde – und nicht nur dort, wo feste Begrenzungsmauern oder keinerlei Hindernisse in der Nähe des Randes vorhanden sind. Dann wären – abgesehen vom Preis – die beiden Hauptnegativpunkte entkräftet. Zum jetzigen Zeitpunkt stört dies jedoch noch, sodass der Mäher hinter seinen Erwartungen und Fähigkeiten zurückbleibt.

Hinweis: Die vergebene Bewertung von 3,5 Sternen ist vorläufig und bezieht sich ausschließlich auf den getesteten Zustand. Eine Anpassung erfolgt, sofern Firmware-Updates die wesentlichen Kritikpunkte adressieren.



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