Künstliche Intelligenz
Marktforscher: Speicherkrise hält bis mindestens Ende 2027 an
„Es gibt kein Szenario, in dem sich die Speicherpreise in der zweiten Jahreshälfte korrigieren, da die Kaufabsichten der Hyperscaler ungebrochen sind.“ Zu diesem Ergebnis kommt der Marktforscher Counterpoint Research mit Kontakten in die Speicherindustrie.
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Counterpoint schätzt, dass Samsung, SK Hynix, Micron aus den USA und die vergleichsweise kleinen Konkurrenten CXMT aus China sowie Nanya aus Taiwan 2026 die DRAM-Produktion um 26 Prozent erhöhen. DRAM gibt es etwa in Form von DDR5-Arbeitsspeicher für Desktop-PCs, LPDDR5X für Notebooks und High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger. Die NAND-Flash-Produktion für SSDs soll um 24 Prozent steigen.
Neue Halbleiterwerke notwendig
Das reicht allerdings nicht, um die hohe Nachfrage zu bedienen, die vor allem Cloud-Hyperscaler mit ihren KI-Rechenzentren hochtreiben. Speicherhersteller erhöhen die Produktion dieses Jahr primär durch modernere Fertigungsprozesse, durch die mehr beziehungsweise dichter gepackte Speicherchips auf einen Silizium-Wafer passen.
Neue Halbleiterwerke benötigen Zeit, bis sie Speicherbausteine in Serie herstellen können. Selbst nach Bauabschluss dauert es typischerweise noch mindestens ein halbes Jahr, bis die Produktion anfahren kann. Bis aus einem Wafer fertige Speicherbausteine werden, vergehen dann noch einmal mehrere Monate.
Die Marktforscher resümieren laut einem Bericht von Business Korea auch: Mit einer Besserung der Speicherkrise ist erst gegen Ende 2027 zu rechnen.
Keine unmittelbare Helium-Katastrophe
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Unmittelbare Auswirkungen des Iran-Kriegs erwartet Counterpoint derweil nicht. Zwischenzeitlich war unklar, wie lange Südkorea ohne Helium aus dem Nahen Osten auskommt, da Katar als weltweit zweitgrößter Lieferant infolge des Kriegs seine Exporte eingestellt hat. Helium ist unter anderem zur Kühlung der Silizium-Wafer in der Chipproduktion wichtig.
Die Nachrichtenagentur Nikkei Asia gibt Zolldaten wieder, wonach südkoreanische Firmen 2025 rund zwei Drittel ihres Heliumbedarfs aus Katar importierten. Mehreren Berichten zufolge soll SK Hynix genug Reserve für ein halbes Jahr aufweisen und seine Lieferkette inzwischen besser diversifiziert haben.
Das südkoreanische Ministerium für Handel, Industrie und Ressourcen soll derweil Untersuchungen eingeleitet haben, wie sich das Land bei 14 Materialien vom Nahen Osten lösen könnte.
(mma)