Künstliche Intelligenz
Maschinenbauer wollen junge Ingenieure mit KI-Kompetenz
Angehende Ingenieure können ihre Einstellungschancen mit Kenntnissen zur künstlichen Intelligenz deutlich verbessern. Laut einer Umfrage des Maschinenbauverbandes VDMA halten 86 Prozent der Unternehmen entsprechende Kompetenzen für wichtig.
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Gleichzeitig sind die Unternehmen sehr skeptisch, wenn es um die Qualität der Ausbildung an den Hochschulen in diesem Punkt geht: Nur 23 Prozent halten die Vorbereitung des Nachwuchses auf KI für gut, während 49 Prozent der Meinung sind, dass die Ausbildung schlecht oder eher schlecht sei.
Ein Jobgefährder sei KI in dem Berufsfeld nicht. Insgesamt 75 Prozent der Befragten sagten, dass der Ingenieurs-Bedarf durch KI stabil bleibt oder sogar steigt. „Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bietet mannigfache Chancen, auch für angehende Ingenieurinnen und Ingenieure, die wir gemeinsam realisieren werden“, erklärte Hartmut Rauen, Vize-Hauptgeschäftsführer des VDMA.
Große Firmen reduzieren eher Personal
Grundsätzlich bleibe der Maschinenbau ein attraktiver Arbeitgeber. Immerhin wollten 77 Prozent der kleineren Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten die Zahl ihrer Ingenieure halten und 17 Prozent sogar ausbauen. Bei den größeren Firmen zeigt sich ein anderes Bild: Jedes vierte Unternehmen rechnet hier mit einer rückläufigen Zahl, 56 Prozent gehen von einer stabilen Entwicklung aus und nur 18 Prozent wollen zusätzliche Ingenieure einstellen. Eine ähnliche Tendenz ergibt sich bei den Fachkräften.
Fast alle Unternehmen, die Personalabbau planen, gaben laut VDMA Auftragsrückgang beziehungsweise eine schwierige wirtschaftliche Lage als Grund an. Bei zwei von drei Unternehmen, die Personal reduzieren wollen, spielten auch gestiegene Personalkosten eine Rolle.
Rentenwelle rollt an
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Die rund 400 teilnehmenden Unternehmen berichten weiterhin mit großer Mehrheit (71 Prozent) von Engpässen bei der Suche nach geeigneten Kandidaten. „Eine wesentliche Basis unserer Innovationskraft droht zu erodieren“, kommentierte Rauen. Vor allem große Unternehmen planten den Ausbau von Forschung und Entwicklung zunehmend im Ausland.
Langfristig habe der Nachwuchs dennoch gute Aussichten, befindet der VDMA – dank demographischer Entwicklung: So schätzt der Verband, dass in den kommenden zehn Jahren etwa 20 Prozent der Ingenieurinnen und Ingenieure im Maschinen- und Anlagenbau in den Ruhestand gehen. Zusätzlich sinke die Zahl der Absolventen, insbesondere im Bereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik.
(axk)