Apps & Mobile Entwicklung
Matter 1.6 gestartet: NFC ersetzt QR-Codes im Smart Home

Die Connectivity Standards Alliance (CSA) hat Matter 1.6 freigegeben, so dass Hersteller die neue Version und ihre neuen Funktionen ab sofort in ihre Smart-Home-Produkte und in die Smart-Home-Plattformen integrieren können. Eine Neuerung ist beispielsweise die Einrichtung von Geräten per NFC statt über QR-Codes.
Anders als bei früheren Updates führt die CSA mit Matter 1.6 keine neuen Gerätekategorien ein, sondern verbessert das Einrichten und die Kommunikation untereinander über Matter.
Einrichten per NFC statt QR-Code
Dazu gehört das bereits erwähnte Einrichten neuer Geräte im Smart Home über NFC statt QR-Codes. Die QR-Codes, die oft auf den Geräten selbst oder in der Anleitung kleben, führen dazu, dass man die Geräte mitunter ins Smart Home integrieren muss, bevor man sie verbaut, um den Code noch scannen zu können, oder aber man die kleinen Zettel mit dem QR-Code aufheben muss, falls man das Gerät noch einmal verbinden muss. Mit Matter 1.6 erhält der Standard nun jedoch NFC-Based Commissioning, so dass sich Smart-Home-Geräte vollständig über NFC einbinden lassen – und das auch dann, wenn es noch nicht eingeschaltet oder verbaut wurde. NFC hat per se auch schon seit Matter 1.4.1 funktioniert, allerdings wurde die Verbindung zum Gerät während des Einbindens hier weiterhin über Bluetooth hergestellt und das Gerät musste aktiv sein.
Nun lassen sich Geräte also bequem einbinden, bevor man sie verbaut und mit Energie versorgt, was etwa bei Glühbirnen oder Wandschaltern vorteilhaft sein kann. Auch mehrere Geräte können vorab eingebunden und erst dann endgültig verbaut und aktiviert werden.
Ein Gerät in mehreren Systemen mit Joint Fabric
Matter bietet bereits die Option, ein Gerät über mehrere Systeme zu steuern. Matter 1.6 ergänzt das um Joint Fabric. Während bislang getrennte Netzwerke den Zugriff untereinander geteilt haben, ist mit Joint Fabric nun die gemeinsame Steuerung über ein gemeinsames Matter-Netzwerk möglich. Über einen zentralen Datastore ist jedes hinzugefügte Gerät für alle beteiligten Steuerungen erreichbar. In der Praxis bedeutet dies vor allem, dass ein Gerät in jedem System verfügbar ist, ohne dass es in jedem System separat eingerichtet werden muss.
Matter 1.6 mit Thermostat Suggestions
Änderung gibt es auch bei der Steuerung von Thermostaten. Bislang schicken Smart-Home-Systeme ihre Befehle direkt an den Thermostat, das diese sofort ausführt – egal, was der Nutzer möglicherweise kurz vorher am Thermostat selbst eingestellt hat. Matter 1.6 dreht das mit Thermostat Suggestions in gewisser Weise um: Ökosysteme übermitteln einen zeitlich begrenzten Vorschlag und das Thermostat prüft diesen anhand etwaiger Nutzer-Vorgaben und aktuellen Bedingungen, bevor es reagiert.
Hat der Nutzer das Thermostat kurz zuvor manuell bedient oder über ein anderes System die Vorgaben angepasst, wird ein automatisierter Befehl kurz darauf so künftig nicht mehr ausgeführt, da dies wahrscheinlich nicht das ist, was der Nutzer gerade möchte.
Bis die Neuerungen von Geräten umgesetzt und auch in den Smart-Home-Plattformen wie Apple Home, Amazon Alexa, Samsung SmartThings und Google Home verfügbar sind, wird es wie immer etwas dauern.