Künstliche Intelligenz

Microsoft steigert Einnahmen weiter, aber Speicherkrise verteuert Rechenzentren


Microsoft konnte auch im vergangenen Quartal sowohl Einnahmen als auch Gewinne weiter steigern. Das Cloud-Geschäft verzeichnete wie gewohnt die höchsten Wachstumsraten, was Microsoft-Chef Satya Nadella auf die steigende Nachfrage nach KI-Diensten zurückführt. Die Schattenseite: Speicherpreise sind deshalb zuletzt deutlich angestiegen, was auch Microsofts Rechenzentren trifft. Die Investitionen für das laufende Jahr sollen deutlich höher ausfallen als erwartet, wobei ein großer Teil auf steigende Komponentenpreise zurückgeführt wird.

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Im dritten Quartal des fiskalischen Geschäftsjahres 2026, das Ende März abgeschlossen wurde, hat Microsoft einen Umsatz von 82,9 Milliarden US-Dollar geschrieben. Das ist eine Steigerung von 18 Prozent gegenüber dem selben Zeitraum des Vorjahres, als Microsoft einen höheren Gewinn als erwartet verzeichnet hatte. Das ist auch jetzt der Fall, denn Marktbeobachter hatten zuletzt mit 81,39 Milliarden Dollar gerechnet. Auch Microsoft selbst war Ende Januar aufgrund eines schwächeren Cloud-Ausblicks von maximal 81,75 Milliarden Dollar und einem Anstieg von knapp 16 Prozent ausgegangen.

Der Betriebsgewinn Microsofts ist in den ersten drei Monaten 2026 im Jahresabstand um 20 Prozent auf 38,4 Milliarden Dollar angestiegen, während der Nettogewinn sogar um 23 Prozent auf 31,8 Milliarden Dollar erhöht werden konnte. Die Geschäftsführung begründet dies mit dem KI-Boom. „Unser KI-Geschäft übertraf eine jährliche Umsatzrate von 37 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, erklärte Satya Nadella in der Firmenmitteilung. Das umfasst Cloud-Kunden, die KI-Dienste nutzen, sowie Umsätze der Microsoft-eigenen KI-Tools.

So ist dann auch das Cloud-Business weiterhin der Umsatztreiber des Konzerns. Microsoft konnte hier die Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um 29 Prozent auf insgesamt 54,5 Milliarden Dollar steigern. Der Umsatz der sogenannten „intelligenten Cloud“ einschließlich Azure ist sogar um 30 Prozent gewachsen und stellt mit 34,7 Milliarden Dollar den größten Teil des Cloud-Geschäfts dar.

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Zudem konnte Microsoft die Nutzerzahlen von Microsoft 365 Copilot, dem KI-Assistenten für das Cloud-Office, weiter steigern. Nachdem der Konzern im letzten Quartal erstmals berichtet hatte, dass 15 Millionen M365-Abonnenten die KI dazu gebucht hatten, sind es nun 20 Millionen Copilot-Nutzer. „Das wöchentliche Nutzungsverhalten ist mittlerweile auf dem gleichen Niveau wie bei Outlook, da immer mehr Nutzer Copilot zur Gewohnheit machen“, sagte Nadella laut CNBC im Gespräch mit Investoren. Und im laufenden Quartal soll die Zahl der Copilot-Nutzer weiter steigen.

Microsofts Investitionen in Infrastruktur sollen ebenfalls steigen, aber nicht nur freiwillig. Microsoft-Finanzchefin Amy Hood prognostiziert für das Gesamtjahr 190 Milliarden Dollar Investitionskosten, wobei sie mit Auswirkungen in Höhe von 25 Milliarden Dollar durch höhere Komponentenpreise rechnet. Branchenexperten hatten Jahresinvestitionen von 154,6 Milliarden Dollar erwartet.

Das Geschäft mit PC- und Gaming-Produkten stagniert dagegen weiter. Der Umsatz mit Windows-Lizenzen und -Geräten ist um 2 Prozent zurückgegangen, bei Xbox-Inhalten und -Diensten verzeichnet Microsoft sogar einen Rückgang um 5 Prozent. Das setzt die negative Entwicklung der Xbox-Sparte fort. Immerhin wurde der Umsatz mit der Internet-Suche (Bing) und News-Werbung um 12 Prozent gesteigert. Auch die Einnahmen des Karrierenetzwerks LinkedIn sind weiter gewachsen, nämlich um 12 Prozent, wobei Microsoft dies der Cloud-Sparte zurechnet.

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Für das laufende vierte Geschäftsquartal des fiskalischen Jahres 2026 prognostiziert Microsoft einen Umsatz zwischen 86,7 und 87,8 Milliarden Dollar, was etwas unterhalb der Erwartungen von Marktbeobachtern liegt. Allerdings soll das Wachstum der Azure-Cloud mit 39 bis 40 Prozent die von Analysten erwartete Steigerung von 37 Prozent übertreffen. Die Börse reagierte gemischt auf diese Zahlen. Zunächst ist der Aktienkurs von Microsoft nach Börsenschluss in die Höhe geschnellt, fiel dann aber schnell ins Minus. Zuletzt lag das Papier bei rund 0,3 Prozent unterhalb des Eröffnungskurses dieses Tages.


(fds)



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