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Microsofts neues Kommandozeilen-Tool: Windows-Apps ohne Visual Studio entwickeln


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Microsoft hat ein neues Kommandozeilen-Tool für die Windows-App-Entwicklung vorgestellt. winapp CLI soll den Entwicklungsprozess für Anwendungen vereinfachen, die mit Frameworks wie Electron oder Sprachen wie Rust, C++ und .NET erstellt werden. Es verbindet plattformübergreifende Entwicklung mit der nativen Windows-Umgebung. Das Open-Source-Tool befindet sich derzeit in der Public Preview und ist auf GitHub frei verfügbar.

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Das zentrale Versprechen: Was früher zwölf manuelle Schritte erforderte, soll nun ein einziger Befehl erledigen. Der Befehl winapp init lädt die benötigten SDKs wie Windows SDK und Windows App SDK automatisch herunter, generiert Code-Projektionen wie C++/WinRT und konfiguriert Manifeste, Assets, Zertifikate sowie Abhängigkeiten. Das Tool ist bewusst so konzipiert, dass Entwickler ihre gewohnten Editoren – also VS Code genauso wie andere IDEs – weiterverwenden können. Mit winapp restore lässt sich die exakte Entwicklungsumgebung für gemeinsam genutzte Projekte oder in CI/CD-Pipelines wiederherstellen.

Besonders für Cross-Platform-Entwickler interessant ist die Funktion create-debug-identity. Sie fügt einer ausführbaren Datei temporär eine Package Identity hinzu, ohne dass die Anwendung vollständig als MSIX-Paket verpackt werden muss. Das beschleunigt den Entwicklungszyklus erheblich, da moderne Windows-APIs wie die Windows AI APIs, Benachrichtigungen, Shell-Integration oder Hintergrundaufgaben eine solche Identity verwenden.

Für Electron-Entwickler bietet Microsoft ein spezielles npm-Paket an: Mit npm install @microsoft/winappcli --save-dev lässt sich winapp in bestehende Projekte integrieren. Der Befehl winapp node add-electron-debug-identity injiziert die Package Identity direkt in den laufenden Prozess. Zusätzlich stellt das Paket @microsoft/winapp-windows-ai Node.js-Projektionen für Microsofts KI-APIs bereit, etwa für lokale Sprachmodelle oder Text- und Bildverarbeitung.

Das Tool übernimmt auch das Erstellen von MSIX-Paketen für die Distribution über den Microsoft Store oder Sideloading. Mit winapp pack ./my-app-files --cert ./devcert.pfx erzeugt es Store-fähige oder für manuelles Deployment vorbereitete Pakete. Entwicklerzertifikate lassen sich per winapp cert generate erstellen und optional lokal installieren. Auch das Aktualisieren von Manifest-Ressourcen funktioniert über die CLI, etwa mit winapp manifest update-assets C:\images\my-logo.png.

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Für Continuous-Integration-Workflows bietet Microsoft Actions für GitHub Actions und Azure DevOps an. Die setup-WinAppCli-Action installiert winapp automatisch in der Pipeline. Entwickler können damit konsistente Build-Umgebungen schaffen, ohne manuell SDKs oder Tools konfigurieren zu müssen.

winapp CLI ist laut Ankündigung explizit als Ergänzung für Entwickler gedacht, die außerhalb des Visual-Studio-Ökosystems arbeiten. Neben Electron und Rust unterstützt winapp auch C++ mit CMake, .NET, Dart und weitere Sprachen und Frameworks. Guides für diese Technologien sowie Beispielprojekte finden sich im GitHub-Repository.

Die Installation erfolgt wahlweise über WinGet mit winget install Microsoft.winappcli --source winget, als npm-Paket oder manuell über GitHub Releases. Während der Public Preview sammelt Microsoft Feedback über das GitHub-Repository. Welche Features Priorität erhalten und wann eine finale Version erscheint, ist aktuell offen. Für Entwickler, die auf alternative Cross-Platform-Frameworks setzen, bleiben Optionen wie .NET MAUI, Avalonia, Uno Platform oder React Native for Desktop bestehen.


(fo)



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