Künstliche Intelligenz
Mini-Quadrokopter: Potensic beginnt mit Vorverkauf der Atom 3
Der chinesische Drohnenhersteller Potensic hat mit dem Vorverkauf einer neuen Version seines Topmodells begonnen. Die „Atom 3“ ist einen Tick größer als das Vorgängermodell, das c’t im vergangenen Jahr getestet hatte, unterscheidet sich äußerlich aber sonst kaum. Dafür steckt In dem über drei Achsen stabilisierten Gimbal nun ein 1/1,3 Zoll statt eines 1 / 2 Zoll großen CMOS-Bildsensors. Dies verspricht eine bessere Bildqualität auch unter schlechteren Lichtverhältnissen. Das Sichtfeld liegt nun bei 84 Grad (Atom 2: 78 Grad) und ist damit nun nicht mehr enger bei vergleichbaren Modellen von DJI.
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Bei Fotos gibt der Hersteller eine Auflösung von 8K / 50 Megapixel (8192×6144 Pixel) an, Videos fängt Drohnenkamera wie die Atom 2 mit bis zu 4K-Auflösung ein, nun allerdings mit einer Bildwiederholrate von maximal 60 statt 30 fps. Aufnehmen lassen sich die Videos mit erhöhten Kontrastumfang (HDR) und im Log-Profil P-Log, um in kontrastreichen Szenen sowohl in den hellsten Lichtern als auch in den dunkelsten Schatten möglichst viele Bildinformationen und Farbdetails zu erhalten. Die maximale Bildrate wurde schließlich von 80 auf 120 Mbit/s erhöht.
Wieder mit an Bord ist zudem ein spezieller Nachtmodus, der die Bildqualität von Videos, die man auf Flügen in der Dunkelheit aufnimmt, bereits bei der Atom 2 deutlich erhöhte. Solche Flüge sind generell erlaubt, allerdings muss man bei der Drohne dafür ein grünes Blicklicht nachrüsten und gerät durch das zusätzliche Gewicht eventuell in die nächsthöhere Klasse mit Pflicht zum Kompetenznachweis (kleiner Drohnenführerschein).
Potensic bietet für die Atom 3 auch einen Akku an, mit dem die Drohne 50 statt 40 Minuten am Stück fliegen können soll. Allerdings wird sie damit so schwer, dass man für den Betrieb einen Kenntnisnachweis benötigt.
(Bild: Potensic)
In der Luft
Ab Werk hat die Atom 3 mit dem Standardakku ein Startgewicht von unter 250 Gramm, weshalb man sie ohne Führerschein fliegen darf, man nur eine Versicherung benötigt und sich – wegen der eingebauten Kamera – beim Luftfahrtbundesamt registrieren muss (siehe c’t 21/2022, S. 64). Als C0-Drohnen gilt für sie eine maximale Flughöhe von 120 Metern. Wie das Vorgängermodell erreicht die Armo 3 im Sportmodus laut Potensic eine Höchstgeschwindigkeit von 57,6 km/h. Unverändert ist auch, dass sie einer frischen Brise von Windstärke 5 (bis zu 38 km/h) widerstehen soll.
Apropos Akku: Laut Potensic ermöglicht das Standardmodell eine Flugzeit von zu 40 Minuten, nachdem der Akku der Atom 2 nur auf maximal 32 Minuten kam. Der Hersteller bietet aber auch noch einen Akku mit höherer Kapazität und einer Flugzeit von bis zu 45 Minuten an. Bei der Nutzung des größeren Akkus wird jedoch wiederum die 249-Gramm-Grenze überschritten, sodass die Atom 3 auch hier wieder in die nächsthöhere Klasse rutscht.
Unter Kontrolle
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Zur Drohne liefert Potensic abermals einen Controller mit, in den man mittig ein iPhone oder Android-Smartphone einklemmt und dieses über das beiliegende USB-Kabel anschließt. Der eingebauter Akku reicht laut Hersteller wieder für bis zu vier Stunden Betrieb. Die Drohne und ihr Gimbal werden über die (demontierbaren) Sticks und über Knöpfe und Drehregler am Controller gesteuert.
Die kostenlose Android und iOS-App namens Potensic Eve stellt das Live-Videobild der Drohne dar. Dabei setzt Potensic auf ein überarbeitetes Funksystem (PixSync 5.0), das nun nicht mehr nur auf 2,4, sondern auch auf 5,2 und 5,8 GHz arbeitet. Die Videos sollen nun in Full-HD (1080p) mit 60 statt 30 fps und über eine Distanz von bis zu 16 statt 10 Kilometer übertragen werden (in Europa voraussichtlich weniger), dafür hat sich laut Hersteller die Latenz von 120 auf 150 ms erhöht.
Wie bei den DJI-Drohnen bietet die Atom 3 verschiedene „QuickShots“, bei denen sie automatische Flugmanöver für Selfies absolviert – also etwa vom User wegfliegt oder ihn umkreist. Neu ist dabei der „Dolly Zoom“, ein Effekt wie aus der TV-Serie Severance. Hier fliegt die Drohne horizontal vom Nutzer weg, während sie in die Aufnahme hineinzoomt. Neu hinzugekommen ist laut Potensic ein Modus namens „Drift“.
Wie schon die Atom 2 bietet auch das neue Modell „AI-Folgen“. Damit kann sie etwa Personen oder Objekten automatisch folgen beziehungsweise neben diesen herfliegen kann. Eine solche Funktion ist bei Drohnen, die nur Sichtsensoren nach unten und keine weiteren Hindernissensoren haben, außergewöhnlich. Immerhin besteht die Gefahr, dass sie beim Folgen mit einem Hindernis kollidieren. Potensic begegnete dem bei der Atom 2., indem es eine Mindesthöhe von vier Metern für diese Funktion vorschreibt. An Bäumen führte der Weg dennoch besser nicht vorbei.
Die Atom 3 wird in mehreren Paketen mit unterschiedlich umfangreichem Zubehör angeboten, wobei der Startpreis im offiziellen Shop bei rund 414 US-Dollar (plus Versand und Steuern) liegt. Die Erfahrung mit der Atom 2 zeigt jedoch, dass die Modelle des Herstellers hierzulande oftmals mit recht hohen Preisabschlägen angeboten werden. Der Versand soll Anfang Juli starten.
(nij)