Künstliche Intelligenz
Minneapolis: ICE-Beamte tragen GoPros und Smart Glasses von Meta
Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE sollen während ihrer Einsätze in Minneapolis unter anderem GoPro-Kameras, Smartphones sowie Metas Smart Glasses getragen und zur Videoaufzeichnung genutzt haben. Das berichtet das US-Nachrichtenportal Gizmodo.
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Im Umfeld der andauernden Proteste gegen die ICE-Razzien in Minneapolis nutzen Beamte Gizmodo zufolge nicht nur die üblichen Bodykameras zur Videoaufzeichnung. Vielmehr kämen sowohl auf Helmen montierte GoPro-Kameras und Smartphones als auch die in Kooperation mit dem Brillenhersteller Ray-Ban entstandenen AI Glasses von Meta zum Einsatz. Unter anderem auf Bluesky kursiert ein Bild, das einen mutmaßlichen ICE-Beamten mit den Smart Glasses von Meta zeigen soll. Auf dem Bild sind die beiden am äußersten Rand der Brille sitzenden Objektivlöcher und die weiß leuchtende LED, die eine Videoaufzeichnung signalisiert, klar zu erkennen.
Die KI-gestützte Brille von Meta und Ray-Ban kann Videos und Fotos mittels Sprachbefehlen aufnehmen und direkt auf Facebook und Instagram streamen. Dafür ist die Brille mit fünf Mikrofonen ausgestattet. Außerdem verfügen die Smart Glasses über KI-basierte Fähigkeiten zur Bild- und Szenenerkennung. Mittels des Sprachassistenten Meta AI können Nutzer so Fragen zur unmittelbaren Umgebung stellen. Antworten gibt die smarte Brille über Knochenschall wieder. Auch Anrufe und Nachrichten lassen sich mittels der Smart Glasses beantworten.
Gründe für verstärkte Videoüberwachung unklar
Weshalb ICE-Beamte Personen auf den Straßen von Minneapolis überhaupt derart umfassend aufzeichnen, bleibt laut Gizmodo unklar. Eine offen zur Schau getragene konstante Videoüberwachung könne einerseits einschüchternd wirken, andererseits wie im Fall der KI-gestützten Smart Glasses von Meta ein tatsächliches Mehr an Informationen liefern. Offen sei auch, ob Geräte wie GoPros und Smart Glasses privat angeschafft worden seien oder infolge eines offiziellen Beschaffungsverfahrens zum Einsatz kämen, schreibt Gizmodo. Ob das aufgezeichnete Videomaterial ausgewertet wird und wo es gespeichert wird, bliebe ebenfalls fraglich.
Die aktuellen Beobachtungen sind nicht die ersten dieser Art. Bereits im August hatte das unabhängige US-Nachrichtenportal 404 Media von einem Beamten der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde CPB berichtet, der eine smarte Brille von Meta während einer Razzia in Los Angeles getragen haben soll.
Tödliche Gewalt bei ICE-Razzien
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Seit voriger Woche Montag führt die Bundesbehörde ICE eine großangelegte Operation in den US-Städten Minneapolis und St. Paul im Bundesstaat Minnesota durch. Nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums sollen mehr als 2.000 Beamte an den Einsätzen beteiligt sein. Auslöser der Aktion sei ein mutmaßlicher Betrugsskandal in einer Kindertagesstätte im Umfeld der somalischen Community, schreibt das Time-Magazin.
Bei ihren Razzien gehen ICE-Beamte mit teils außergewöhnlicher Brutalität vor. Immer wieder kommt es dabei zu Zusammenstößen mit Protestierenden. Erst am vergangenen Mittwoch war die unbewaffnete Aktivistin Renee Good von einem ICE-Beamten erschossen worden. In der Folge gingen tausende Menschen in Minneapolis auf die Straße. Die meisten Kundgebungen verliefen vonseiten der Demonstrierenden friedlich. Vergangene Nacht kam es in der Stadt erneut zu einem schwerwiegenden Vorfall. Ein ICE-Beamter schoss einem Venezolaner ins Bein, nachdem dieser sich der Festnahme widersetzte.
(rah)