Künstliche Intelligenz
Mittwoch: Apple wegen Epic vor US-Höchstgericht, Aus für Frankreichs Paketsteuer
Im Streit um App-Gebühren hat Apple einem US-Gericht eine lange Nase gezeigt und Gebühren auch für Zahlungen fremder Apps außerhalb des eigenen App-Stores erhoben. Ein Bundesbezirksgericht hat dies als Missachtung des Gerichts eingestuft. Das wird nun vom US Supreme Court überprüft. In Frankreich wurden Gebühren für kleine Pakete aus Nicht-EU-Staaten fällig. Doch asiatische Händler haben diese Paketsteuer ausgetrickst, sodass die Einnahmen deutlich geringer ausfielen als erwartet. Jetzt verzichtet Paris darauf und verweist auf die ab heute geltende neue EU-Zollregel für Kleinsendungen. Ab heute gilt auch, dass Apotheken Patienten beim Einstieg in die medizinische Versorgung unterstützen und etwa bei Videosprechstunden assistieren können. Das richtet sich vorwiegend an Menschen, die Hilfe bei digitaler medizinischer Unterstützung benötigen oder dafür nicht ausgestattet sind – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Apple hat in seinem Spiel auf Zeit einen neuerlichen Etappensieg erzielt: Das höchste US-Gericht nimmt einen Teilaspekt des Komplexes Epic v Apple zur Überprüfung an. Grundsätzlich geht es in dem seit fast sechs Jahren laufenden Rechtsstreit um wettbewerbsfeindliche Praktiken in Apples App Store für iOS und iPadOS. Der vom Höchstgericht angenommene Teil dreht sich darum, dass Apple eine Entscheidung eines Bundesbezirksgerichts dem Geiste nach umgangen hat, indem es App-Anbietern prohibitive Gebühren verrechnet und andere nachteilige Auflagen macht. Das wurde zuvor als Missachtung des Gerichts eingestuft. Doch Apple argumentiert, Missachtung sei nur bei Umgehung sehr konkreter Gerichtsbefehle möglich, nicht bei Umgehung des grundsätzlichen Tenors einer Gerichtsentscheidung: Supreme Court überprüft Apples Missachtung des Epic-Gerichts.
Seit März dieses Jahres wurde in Frankreich eine Paketsteuer in Höhe von 2 Euro pro Kleinsendung aus Nicht-EU-Staaten erhoben, wenn der Warenwert unter 150 Euro liegt. Das sollte die Flut an Billigpaketen, vor allem aus Asien, eindämmen. Diese Regelung hat Paris gestern kurzfristig aufgehoben, ab heute wird diese Gebühr nicht mehr fällig. Denn asiatische Händler haben diese Paketsteuer erfolgreich umgangen, indem die Waren zunächst anderswo importiert und dann per Lkw nach Frankreich transportiert wurden. Dadurch sind die Einnahmen deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Offiziell verweist Paris auf die ab dem heutigen 1. Juli geltende neue EU-Zollregel für Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten als EU-weite Lösung: Frankreich streicht eigene Paketsteuer für Kleinsendungen nach geringem Ertrag.
Ebenfalls ab dem 1. Juli 2026 können Apotheken Patienten bei der Nutzung telemedizinischer Angebote unterstützen. Das soll Versicherten den Zugang zur medizinischen Versorgung erleichtern. Nach Abschluss aller gesetzlichen Verfahren startet die sogenannte assistierte Telemedizin bundesweit. Apotheken können künftig drei Leistungen anbieten und abrechnen: ein strukturiertes medizinisches Ersteinschätzungsverfahren, die Begleitung einer Videosprechstunde oder die Kombination aus beiden Angeboten. Die Leistung richtet sich vor allem an Menschen, die Unterstützung bei der Nutzung digitaler Gesundheitsangebote benötigen oder kein geeignetes Endgerät besitzen. Diese müssen dafür eine Vereinbarung mit der Apotheke unterschreiben – zunächst auf Papier: Apotheken dürfen assistierte Telemedizin anbieten.
Amazon.com bietet nun die vorübergehende Einbettung eigener Mitarbeiter bei großen Kunden der Amazon Web Services (AWS) an. Sie sollen bei den Kunden KI-Agenten zusammenstellen und installieren, die dann AWS-Dienste nutzen. Diese Hausbesucher nennt Amazon Forward Deployed Engineers (FDE), eine von Palantir übernommene Marketingbezeichnung. Ziel ist natürlich, den Absatz zu beschleunigen, aber auch Kunden an AWS zu binden. Sind die KI-Agenten erst einmal tief in die IT einer großen Organisation integriert, wird der Wechsel zu einem Mitbewerber aufwendig und damit teuer. Speziell in sensiblen Bereichen wie Behörden, Geldinstituten und streng regulierten Branchen wie dem Finanzwesen sollen die AWS-FDEs eingebettet werden: Amazons KI-ler machen Hausbesuche für Forward Deployed Engineering.
Seit rund 13 Jahren soll die Funktion UEFI Secure Boot Computer gegen Malware schützen. Wie der Name andeutet, soll Secure Boot verhindern, dass sich manipulierte Bootloader einnisten, die beispielsweise Passwörter belauschen. Secure Boot arbeitet mit kryptografischen Signaturen und Zertifikaten, die im nichtflüchtigen (Flash-)Speicher von PC-Mainboards und Notebooks hinterlegt sind. Weil die ursprünglichen Zertifikate aus dem Jahr 2011 nach 15 Jahren ablaufen, also 2026, tauscht Microsoft sie per Windows Update aus. Dabei gibt es jedoch Pannen, und es zeigen sich an mehreren Ecken grundsätzliche Schwächen des Konzepts. Manche ältere Computer starten plötzlich nicht mehr. Wo es hakt und was Betroffene nun machen können, besprechen wir im Bit-Rauschen, dem Prozessor-Podcast: Das Secure-Boot-Problem von Windows 11.
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- Cyborg-Kakerlaken sollen auch unter Wasser ihren Dienst verrichten. Ein Taucheranzug mit Sauerstoffgenerator sorgt für ausreichend Atemluft: Taucheranzug ermöglicht ferngesteuerten Cyborg-Kakerlaken das Atmen unter Wasser.
- Der Supreme Court hat die Unabhängigkeit der FTC für verfassungswidrig erklärt. Das droht, dem EU-US Data Privacy Framework die rechtliche Basis zu entziehen: US-Urteil erschüttert das Fundament des transatlantischen Datentransfers.
- Der Kampf gegen das Ozonloch gilt als ein großer Erfolg der Staatengemeinschaft. Laut einer Studie hat nicht FCKW die ersten Schäden verursacht am Ozonloch: Schädigung der Ozonschicht begann viel früher und durch anderen Stoff.
- Benziner, Diesel, E-Antrieb, PHEV und Brennstoffzelle: BMW fächert die Motorenauswahl beim X5 so weit auf wie nie zuvor. Doch das Rennen ist schon vorbei. Das zeigt sich bei der Vorstellung des BMW X5: Nie war das SUV technologieoffener.
- Viele Versicherte können die ePA-App auf älteren Smartphones bald nicht mehr nutzen. Verbraucherschützer kritisieren, wie die Krankenkassen informiert haben: Verbraucherschützer sehen Informationsdefizite beim ePA-Aus für ältere Smartphones.
- In der Nacht zum Dienstag hat Apple drei Betriebssystem-Updates und ein neues Safari für ältere macOS-Versionen publiziert. Apple fürchtet schnellere Angriffe: Wichtige Sicherheitsfixes für iOS 26.5.2, iPadOS 26.5.2 und macOS 26.5.2 wegen KI.
- Cyberkriminelle haben sich Zugriff auf interne Server von Tata Electronics verschafft, einem der wichtigsten Apple-Fertiger. Dabei sind offenbar Details zum iPhone 18 Pro entfleucht: Leak bei indischem Apple-Fertiger Tata.
- Um Angaben auf dem billigen USB-C-Kabel zu prüfen, lohnt der Kauf eines teuren USB-Testers meist nicht. Aber dafür gibts doch auch eine App, oder? Damit lassen sich Kabel testen: So gut ist Ihr USB-C-Kabel wirklich.
- Wer günstig online etwa bei Temu bestellt, musste bisher nicht mit Zollgebühren rechnen. Das ändert sich zum 1. Juli. Künftig werden mindestens 3 Euro fällig: Neue Zollregeln für Kleinsendungen aus Nicht-EU-Staaten ab Juli.
- Sony will seine Spielkonsolen grundsätzlich nicht mit erheblichen Verlusten verkaufen. Die Playstation 6 könnte teurer werden: Sony will Playstation 6 Konsolen nicht mit erheblichen Verlusten verkaufen.
- Die GeForce RTX 3060 soll es in der Mittelklasse richten. Für sie sprechen die 12 GByte Speicher, sonst aber nichts: Nvidia bringt 5,5 Jahre alte Grafikkarte zurück.
- Der ADFC beabsichtigt, einige seiner geführten Touren auf Komoot bereitzustellen. Die Touren enthalten Zusatzinformationen zur Strecke und Sehenswürdigkeiten: ADFC stellt ausgewählte Radtouren auf Komoot bereit.
(fds)