Künstliche Intelligenz

Nach Metas Kurswechsel: So geht es weiter mit dem Metaverse


Meta entließ vergangene Woche rund 1.500 Angestellte der VR-Sparte. Der personelle Einschnitt entspricht etwa zehn Prozent der Reality-Labs-Abteilung, die VR-Brillen und Smart Glasses entwickelt. Meta erklärte, dass man Investitionen vom Metaverse in Richtung KI-Brillen und Wearables umverteilen werde. Ein Geschäftsbereich, der derzeit deutlich stärkere Wachstumssignale zeigt als Virtual Reality.

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Eine Woche später bezog Reality-Labs-Leiter Andrew Bosworth erstmals Stellung zu Metas Kurswechsel. Er legte dar, warum es zu den Einschnitten kam und wie die neue Metaverse-Strategie aussieht. Meta hat im Einklang mit dieser noch in der gleichen Woche Änderungen an Horizon OS angekündigt, dem Betriebssystem der VR-Brille Meta Quest.

„Virtual Reality wächst offensichtlich langsamer, als wir hofften“, räumte Bosworth im Gespräch mit dem Tech-Newsletter Sources ein. Meta halte an gewichtigen Investitionen in das Metaverse fest, wolle jedoch sicherstellen, dass die Aufwendungen angemessen seien.

Während Meta mehreren Berichten zufolge weiterhin an neuer VR-Hardware arbeitet, findet der eigentliche Umbruch auf der Softwareseite statt.

Die neue VR-Strategie trifft das Herzstück von Metas Metaverse-Wette: die eigene Metaverse-Plattform Horizon, auf die das Betriebssystem und das Nutzererlebnis in den letzten Jahren zugeschnitten wurden. Horizon hätte das VR-Pendant zu Metaverse-Plattformen wie Roblox, Fortnite und Minecraft werden sollen, stieß bei vielen VR-Nutzern jedoch auf breite Ablehnung. Zudem konkurrierte Meta durch kostenlose Horizon-Inhalte direkt mit externen Studios, was heftige Kritik seitens der Entwickler nach sich zog.



Mark Zuckerbergs „Horizon“-Selfie, das 2022 für viel Häme im Internet sorgte.

(Bild: Meta)

Die Botschaft der Verbraucher und Entwickler ist mittlerweile bei Meta angekommen. In einem Interview mit dem US-Portal Axios auf YouTube erklärte Bosworth, dass man VR künftig „VR sein lassen“ und sich auf Inhalte externer Studios sowie das bestehende Ökosystem fokussieren werde.

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Horizon, das ursprünglich für VR-Brillen entwickelt wurde und seit längerem auch für Smartphones erhältlich ist, soll nun fast ausschließlich auf letztere Geräte ausgerichtet werden. „Wir haben unseren Fokus im letzten Jahr auf den Mobilmarkt verschoben, und das läuft wirklich gut. Deshalb möchten wir diesen Bereich jetzt weiter ausbauen“, sagte Bosworth.

Auf die Worte folgten Taten: Am Mittwoch kündigte Meta an, den von vielen VR-Nutzern verpönten Horizon Feed zu entfernen. Die Startseite, die sich unaufgefordert bei jedem Starten des Headsets öffnet, diente lange Zeit dazu, Nutzern kostenlose Inhalte aus Horizon aufzudrängen. Ersetzt wird der Horizon Feed durch eine neue Bedienoberfläche, die die App-Bibliothek und den Store ins Zentrum rückt.

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Kehrt Meta damit wirklich von seiner destruktiven Metaverse-Vision ab und wendet sich wieder stärker den Bedürfnissen unabhängiger VR-Entwickler zu? Die Abkehr von Horizon deutet zumindest darauf hin. Auch die Schließung fast aller First-Party-Studios stützt diese These: Bisher trat der Konzern mit millionenschweren Eigenproduktionen in direkten Wettbewerb zu externen Studios. Ein ungleicher Kampf, der nun beendet scheint.

Auf der anderen Seite bleibt unklar, wie viel Substanz Metas Bekenntnis zum Ökosystem tatsächlich hat. Gerüchten zufolge sollen Förder- und Inkubatorprogramme für externe Studios gestrichen worden sein. Zudem wird die weitverbreitete Quest-Piraterie von Meta weiterhin geduldet. Ob der Kurswechsel durchgehalten wird oder sich lediglich als eine weitere flüchtige Episode in Metas sprunghafter VR-Strategie erweist, bleibt abzuwarten.


(tobe)



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