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NASA verschiebt erste Mondlandung: Artemis III wird Testflug im Erdorbit
Die NASA hat die vierköpfige Besatzung für die Artemis III benannt: Statt der ursprünglich geplanten ersten bemannten Mondlandung seit Apollo 17 wird diese Raumfahrt-Mission zu einer rund zweiwöchigen Testmission im niedrigen Erdorbit (Low Earth Orbit, LEO). Ende 2027 soll dabei das Orion-Raumschiff erstmals Rendezvous- und Andockmanöver mit Testversionen der Mondlander von Blue Origin und SpaceX erproben. Die erste tatsächliche Landung am lunaren Südpol verschiebt sich damit auf Artemis IV, voraussichtlich im Jahr 2028. Die NASA hat bereits im Februar 2026 angekündigt, dass die Mondlandung auf Artemis IV verschoben und 2028 gleich zwei Missionen gestartet werden könnten.
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Ursprünglich sollte Artemis III zwei Astronauten in der Nähe des Mond-Südpols absetzen, wobei ein unbemannter Starship-HLS von SpaceX im Mondorbit gewartet hätte. Nach der erfolgreichen Mondumrundung durch Artemis II beschreibt die NASA das neue Vorgehen als Schritt zur Risikominderung. In einer kontrollierteren Umgebung im Erdorbit lassen sich Annäherung, Docking, Luken-Operationen sowie die Software- und Kommunikationsintegration zwischen Orion und den Landern unter Realbedingungen testen, bevor die volle Missionskomplexität mit Tiefraumstrahlung, Kommunikationsverzögerung und einem Wiedereintritt mit Mond-Rückkehrgeschwindigkeit dazukommt.
Erstmals zählt mit Luca Parmitano ein Astronaut der europäischen Raumfahrtagentur ESA zur Artemis-Crew. Er fungiert als Pilot; Kommandant ist Randy Bresnik (NASA), als Missionsspezialisten fliegen Andre Douglas und Frank Rubio (beide NASA) mit. Bob Hines steht als Ersatzmann bereit. ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher betont, dass Parmitanos Rolle die Tiefe der europäischen Expertise in der bemannten Raumfahrt widerspiegle. Die ESA liefert zudem das Europäische Servicemodul (ESM) für Orion, das Stromversorgung, Antrieb und Lebenserhaltung bereitstellt.
NASA-Administrator Jared Isaacman hebt die „beeindruckendste Koordination von Schwerlast-Raketenstarts der Geschichte“ hervor. Genau hierin liegt eine der zentralen technischen Herausforderungen: Die Architektur verlangt eine eng getaktete Serie von Starts – das Space Launch System (SLS) mit Orion plus mindestens ein, im Idealfall zwei große Lander-Testfahrzeuge. Alle Raumfahrzeuge müssen innerhalb weniger Tage in kompatiblen Orbits sein, was die Geometrie anfällig für Wetter und technische Verzögerungen macht.
Zwei Lander, ein Testflug
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Blue Origin und SpaceX übernehmen in der Testmission unterschiedliche Aufgaben. Beide Unternehmen stellen LEO-taugliche Testartikel (Pathfinder) ihrer HLS-Systeme (Human Landing System) bereit, inklusive funktionsfähiger Docking-Ports und Avionik-Schnittstellen zu Orion. Demonstriert werden sollen automatisierte Rendezvous-Navigation, Telemetrie und Dockingfähigkeit; an mindestens einem Lander will die Crew die Luke öffnen und Innenraumprozeduren für spätere Oberflächenmissionen durchspielen. Angestrebt ist, beide Systeme möglichst in einem Flug zu erproben.
Aus Sicht von Systemingenieuren unterscheiden sich die Architekturen deutlich. Blue Origins Blue Moon Mark 2 ist als eher klassischer Lander mit moderatem Massenregime und Fokus auf präzise Landung ausgelegt, ergänzt durch separate Frachtmissionen. SpaceX‘ Starship HLS hingegen ist ein voll wiederverwendbares Großfahrzeug mit enormer Nutzlastkapazität, das eine komplexe Betankungskette mit mehreren Tankern im Erdorbit voraussetzt – ein Ansatz mit hohem Risiko, aber auch hohem Potenzial für den späteren Aufbau einer dauerhaften Mondpräsenz. In den HLS-Unterlagen führt die NASA SpaceX als Provider für Artemis III sowie eine zusätzliche bemannte Landedemonstration bei Artemis IV, während Blue Origin mit seinem Blue‑Moon‑Lander ab Artemis V die erste bemannte Demonstrationslandung für das eigene System durchführt.
Die Verlagerung in den Erdorbit ist selbst Teil des Redundanzkonzepts: Bei Problemen ist eine relativ schnelle Rückkehr möglich, die Kommunikationswege sind stabiler und Rettungsszenarien überschaubarer. Hinzu kommt eine schrittweise Teststrategie mit umfangreichen Bodentests und unbemannten Vorabflügen. So hat der unbemannte Blue-Moon-Lander Mark 1 mit dem Namen „Endurance“ bereits thermische Vakuumtests bestanden und wird in Florida auf seine Kommunikationssysteme geprüft, wie heise in Blue Origins Mondlandefahrzeug Blue Moon MK1 besteht wichtigen Test der NASA berichtet hat.
Hardware nimmt Form an
Parallel wird notwendige Infrastruktur vorbereitet. Im Sommer verbinden Ingenieure das Orion-Crewmodul mit dem Servicemodul und integrieren erstmals das Dockingsystem; die Hitzeschild-Blöcke durchlaufen Ultraschallinspektionen und werden montiert. Beim SLS-Core wird die Triebwerkssektion mit dem Rest der Stufe verbunden, vier RS-25-Triebwerke sollen folgen. Alle Feststoffbooster-Segmente sind bereits am Kennedy Space Center eingetroffen, das Stapeln auf dem Mobile Launcher soll ebenfalls im Sommer beginnen. Artemis III bildet damit das Bindeglied zwischen der vergleichsweise einfachen Mondumrundung durch Artemis II und den anspruchsvollen Landemissionen Artemis IV und V, die den Aufbau einer Mondbasis vorbereiten sollen.
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(vza)