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Nico Rosberg: „Ich habe so viel verloren und versagt. Das härtet ab“


Nico Rosberg hat in der Formel 1 alles erreicht – jetzt gibt er in der VC-Welt Gas. Im Gespräch mit Gründerszene gibt er Einblicke eines Quereinsteigers.

Nico Rosberg: „Ich habe so viel verloren und versagt. Das härtet ab“

Vom Formel-1 Fahrer zum Startup-Investor: Nico Rosberg.
Rosberg Ventures / Generative Illustration: Dominik Schmitt/Gründerszene

Von der Renn- in die VC-Arena: Nico Rosberg ist ehemaliger Formel-1 Weltmeister. Heute ist er mit seinem VC „Rosberg Ventures“ schnell unterwegs – rund 200 Millionen Euro Kapital verwaltet er inzwischen. Für die Fellows von „Gründerszene sucht die Supergründer“ hat er sich die Zeit genommen, um von seinem Quereinstieg zu erzählen.

„Gründerszene sucht die Supergründer“ ist ein zehnwöchiges Startup-Fellowship von Gründerszene. Acht ausgewählte Fellows entwickeln in Berlin mit Künstlicher Intelligenz Consumer-Startups – von der Idee bis zum ersten Produkt. Während des Programms arbeiten die Fellows gemeinsam im Axel-Springer-Hochhaus und werden von erfahrenen Unternehmern, Investoren und Experten begleitet. Partner wie OpenAI, Vercel, Dash0 und DHL unterstützen sie mit Technologie, Know-how und Mentoring. Gründerszene dokumentiert die gesamte Reise mit Artikeln, Videos und Social-Media-Inhalten – und zeigt hautnah, wie heute die nächste Generation von Startups entsteht. Alle daraus entstehenden Produkte gehören zu Axel Springer.

Der Rennfahrer im Konferenzraum

Dieser sei nicht immer einfach gewesen – Rosberg musste sich den Zugang zur VC-Welt erst hart erarbeiten. Denn: Als ehemaliger Rennfahrer sei er in der Welt der Startup-Investoren zunächst ein Außenseiter gewesen. Was das genau bedeute?

Zu Beginn sei er im Konferenzraum einer großen deutschen Unternehmerfamilie gesessen, ihm gegenüber ein rund 20-köpfiges Family-Office mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Finanzwelt. Rosberg hätte zehn Millionen Euro zum Investieren gefordert. Die Reaktion der Familie? Sie hätten ihn ausgelacht, meint Rosberg im Gespräch mit Gründerszene. Aber er machte trotzdem weiter und hätte sich mit kleinen Schritten das Vertrauen aufgebaut.

Ich habe im Sport so viel verloren und versagt. Das härtet ab.

Die Fähigkeit dabei, trotz hoher Wahrscheinlichkeit des Scheiterns zu starten, hält Rosberg für eine seiner größten Stärken. Der Rennstall habe ihn darauf vorbereitet. „Ich habe im Sport so viel verloren und versagt.  Das härtet ab, dadurch habe ich weniger Angst vor Niederlagen. Und das macht mich sehr mutig.“

Entscheidend sei für ihn immer der mögliche Gewinn, wenn eine Chance aufgeht. „Es gibt Chancen im Leben, bei denen die Wahrscheinlichkeit zu versagen vielleicht bei 80 oder 90 Prozent liegt. Aber wenn es funktioniert, ist der Outcome so groß, dass es sich lohnt, diese Chance wahrzunehmen.“

Kleine Details, großer Titel

Was ihm der Rennsport noch beigebracht hätte? Detailbesessenheit. In der Formel-1 würden oft winzige Unterschiede über Sieg und Niederlage entscheiden. Ein Kilogramm weniger Gewicht hätte ihn damals rund drei Hundertstel pro Runde schneller gemacht. Deshalb hätte Rosberg auch die Lackierung von seinem Rennhelm entfernt und stark auf sein Körpergewicht geachtet.

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Im Weltmeisterschaftsjahr 2016 hat sich die Arbeit dann ausgezahlt. Vier Rennen vor Schluss holte Rosberg die Poleposition – also die führende Position in der Formel-1 – mit zwei Hundertstelsekunden Vorsprung auf seinen Gegner Lewis Hamilton. Drei Rennen später war er dann Weltmeister – mit nur fünf Punkten Unterschied. „Während ich immer und immer weiter an den Details gearbeitet habe, konnte Lewis Hamilton, der vermutlich einfach mehr Talent hat, auch mal in die Diskothek in Los Angeles.“

War der größte Konkurrent von Nico Rosberg: Formel-1 Weltmeister Lewis Hamilton.

War der größte Konkurrent von Nico Rosberg: Formel-1 Weltmeister Lewis Hamilton.
picture alliance / Pressebildagentur ULMER | ULMER

Für Rosberg seien er und Hamilton dabei harte Arbeiter gewesen. Der Unterschied 2016 hätte aber darin gelegen, dass Rosberg noch viel mehr für den Titel gearbeitet hätte – an jedem Detail. Diese Versessenheit bringe Rosberg nun auch bei seinen Startup-Investments ein.

Erst eine Nische, dann der große Markt

Was Rosberg Gründern bei seinen Investments rate? „Die beste Strategie ist oft, eine kleine Nische vollständig abzuholen und zu begeistern“, meint er zu Gründerszene. Bedeutet: Man soll versuchen, nicht sofort alle Kunden erreichen zu wollen. Besser sei es, mit einer kleinen Zielgruppe zu beginnen und diese vollständig zu begeistern.

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Als Beispiel nennt er Scalable Capital. Die Fintech-Plattform habe zunächst gezielt Siemens-Ingenieure mit ihrem Produkt angesprochen. Diese wurden als vertrauenswürdige Multiplikatoren angesehen. Die Logik dahinter: Wer eine kleine Gruppe wirklich überzeugt, bekommt nicht nur erste Kunden. Er gewinnt Fürsprecher. Diese tragen das Produkt dann in die nächste Zielgruppe. „Das Wichtigste ist, die Bedürfnisse der Zielgruppe zu 100 Prozent zu verstehen“, meint Rosberg.

Die Gründer, die mir pitchen, erzählen nichts über sich selbst. Das ist der komplett falsche Pitch.

Wie ihr Nico Rosberg als Investor gewinnt

„Die Gründer, die mir pitchen, erzählen nichts über sich selbst. Das ist der komplett falsche Pitch.“ Für Rosberg sei viel spannender zu hören, wer der Gründer ist. Welche Erfahrungen hat er gemacht? Warum ist er der richtige Mensch für diese Idee?

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„Für mich wäre viel wichtiger zu wissen: Du warst Weltklasse-Schwimmer und deutscher Meister, weil du doppelt so viel trainiert hast wie die anderen.“ Das würde Rosberg wirklich überzeugen. Aber: Die wenigsten Pitches enthielten diese Informationen.

Ein zweites Startup-Leben?

Während des Gesprächs mit Gründerszene ist Rosberg im Urlaub. Er erzählt, dass er am Vorabend mit seiner Familie auf einem Boot die Sonnenfinsternis beobachtet habe. Solche Momente seien ihm heute wichtig. „Meine sportliche Weltmeisterschaft habe ich hinter mir. Meine Startup-Weltmeisterschaft ist Rosberg Ventures, da habe ich einfach einen enormen Impact.“

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Selber nochmal als Gründer einzusteigen könne sich Rosberg deshalb nicht vorstellen. Einen eigenen VC aufzubauen sei genug. „Gründertum heißt auch, dass man fast 24 Stunden am Tag arbeiten muss, um die beste Chance auf Erfolg zu haben,“ meint er.

Vor allem das Privatleben und die körperliche Gesundheit würden dabei leiden – nichtsdestotrotz seien seine Ziele mit Rosberg Ventures noch groß. „Finanziell habe ich nach meinem Sport ausgesorgt. Aber ich bin Wettkämpfer. Ich brauche immer meine Herausforderungen.“





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1KOMMA5° +++ Rabot Energy +++ Turn2x +++ Causa Prima +++ Gaius Capital +++ Bosch Ventures +++


Was gibt’s Neues? In unserem #Wochenrückblick liefern wir einen schnellen Überblick darüber, was in der deutschsprachigen Startup-Szene zuletzt wirklich wichtig war!

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

#Wochenrückblick – Was zuletzt wirklich wichtig war!

STARTUP-RADAR

Brandneu
+++ In den vergangenen Tagen haben wir folgende Startups vorgestellt: Skylance, TalkBeforeDate, VANEA Defence, Fusionality, Sonntag Energy, Kuro Technology, Kibundo, SAPIENTEC, BezLad, ZopaAI, Matchplan, yummy.world, Cantime, Listub und YLAB. Mehr im Startup-Radar

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+++ Im Startup-Radar-Newsletter, unserem kostenpflichtigen Newsletter, berichten wir über diese Startups: Fideno, DearBelly, Finches, gobonki, better bites, Dear Noah, Underheard, LawYeah, Abnoba, SymbioFlow, Hoosh, Swarmz, ApexSignal, CustomsMasters und Saymotive. 30 Tage kostenlos testen

INVESTMENTS

1KOMMA5°
+++ Der Schweizer Investor b2venture, der japanische CleanTech-Investor Marunouchi Innovation Partners (MIP), CalSTRS, eCapital, G2 Venture Partners und Eurazeo investieren 70 Millionen Euro in 1KOMMA5°. Mehr über 1Komma5°

Rabot Energy
+++ Der niederländische Growth-Investor Endeit, DeepTech & Climate Fonds (DTCF) sowie Altinvestoren wie HV Capital, High-Tech Gründerfonds (HTGF), Bosch Ventures, CNI, Acurio Ventures und vent.io investieren 50 Millionen Euro (Series B) in Rabot Energy, bislang als Rabot Charge bekannt. Mehr über Rabot Energy

Turn2x 
+++ Antwerpen Ventures (Kyon Energy-Gründer Florian Antwerpen), LEA Partners, First Momentum Ventures und Verve Ventures investieren 20 Millionen Euro (Series A) in Turn2X. Mehr über Turn2x

Causa Prima
+++ Der amerikanische Investor Base10 Partners, QED Investors, FJ Labs, Creandum, Kfund und Borusan Ventures investieren 20 Millionen US-Dollar (Seed) in Causa Prima. Mehr über Causa Prima

Ubitium 
+++ Der amerikanische Investor Ibex Investors, OpenOcean, KBC Focus Fund, Runa Capital, Inflection und Quantum Systems-Gründer Florian Seibel investieren 14 Millionen US-Dollar in Ubitium. Mehr über Ubitium

UniSieve
+++ Der französische Investor Orano Venture Fund (Supernova Invest), Amadeus APEX Technology Fund, Founderful, Zürcher Kantonalbank und Guenat Holding investieren 9 Millionen US-Dollar (Series A) in UniSieve. Mehr über UniSieve

Klarent
+++ Der Londoner Investor Mosaic Ventures, Moonfire Ventures und Business Angels wie Jürgen Galler, Harris Barton und AngelInvest Ventures investieren 7,13 Millionen Euro in Klarent (früher als fore ai bekannt). Mehr über Klarent

Besso
+++ Ein nicht genanntes Family Office investiert 4 Millionen Schweizer Franken in Besso. Mehr über Besso

OllyGarden
+++ Der amerikanische Investor Next Frontier Capital, Grand Ventures, ACTAI Ventures, DIG Ventures, Datadog, Grafana Labs und Dash0 investieren 4 Millionen US-Dollar in OllyGarden. Mehr über OllyGarden

MERGERS & ACQUISITIONS

Omikron – COPS 
+++ Das Kölner Unternehmen Omikron, das im Segment Transaction Banking unterwegs ist, und das Wiener Unternehmen COPS, das mit corima eine Software für das Finanz- und Treasury-Management größerer Unternehmen anbietet, schließen sich zusammen. Mehr über Omikron

Tokura – Clinica Vita
+++ Das Berliner HealthTech Tokura übernimmt die Berliner Klinik Clinica Vita (künftig: Tokura Klinik Berlin Wilmersdorf). Mehr über Tokura

Behavox – Apiax
+++ Das Londoner Unternehmen Behavox („The Unified AI Controls Platform“) übernimmt das Zürcher RegTech Apiax, das Regulierungen in binäre, maschinenlesbare Regeln umwandelt. Mehr über Apiax

VENTURE CAPITAL

Gaius Capital
+++ Nachschlag für die Nachfolge! Der Berliner Investor Gaius Capital schließt seinen ersten Fonds bei 50 Millionen Euro. Weitere 6 Millionen Euro kommen über ein Co-Investment-Vehikel hinzu. Mehr über Gaius Capital

Bosch Ventures
+++ Millionen für deutsche Startups! Der Technologiekonzern Bosch legt mit Spark einen neuen Fonds auf, der ausschließlich in deutsche DeepTech-Startups investieren soll. Das 100 Millionen Euro schwere Investmentvehikel geht Anfang Januar an den Start. Mehr über Bosch Ventures

Calibration
+++ VC mit Recruiting-Fokus! Levin Bunz und Bela Wiertz starten in Berlin den Frühphaseninvestor Calibration. Das Konzept: Kapital plus Tech-Recruiting. Mehr über Calibration

b:yond VC
+++ Ein neuer DeepTech-Investor! Manuel Yoon (früher unter anderem bei Roland Berger tätig) und Nils Berkemeyer (Founding Partner von Continental Ventures) starten mit b:yond VC einen Frühphaseninvestor für Themen wie KI-Infrastruktur, Robotik, Automatisierung und Dual-Use-Technologien. Mehr über b:yond VC

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock



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DHDL: 4 Löwen kämpfen um Startup – so ging es nach der TV-Aufzeichnung weiter


Mit 20 und 24 Jahren treten Charlotte Lieben und Mike Leon Lichtenberg mit Cropsta bei „Die Höhle der Löwen“ an und lösen ein Bieterduell um ihr Startup aus. So ging es nach dem Deal mit Dümmel weiter.

DHDL: 4 Löwen kämpfen um Startup – so ging es nach der TV-Aufzeichnung weiter

Mike Leon Lichtenberg und Charlotte Lieben pitchen ihr Startup Cropsta vor den Löwen und sorgen mit ihrem Auftritt für ein Bieterduell.
RTL

Mit 20 und 24 Jahren vor mehreren „Löwen“ zu stehen und zu pitchen, braucht Mut. Mike Leon Lichtenberg und Charlotte Lieben aus Kleinmachnow wagen genau das in der „Höhle der Löwen“ – und wollen mit ihrem Startup Cropsta gleich den Fashion-Markt erobern. Ihr Pitch überzeugt gleich mehrere Investoren – am Ende entscheidet sich das Paar für Ralf Dümmel.

Ihr Produkt, der Cropsta, ist ein verstellbares Band, mit dem sich Kleidungsstücke auf die gewünschte Länge bringen lassen. Pullover, T-Shirts, Kleider oder Blusen können damit ohne Knoten oder Abschneiden gekürzt werden.

Laut dem Gründerpaar komme das Produkt nicht nur bei jungen Leuten gut an. Auch Charlotte Liebens Oma gehöre zu den Kundinnen: Mit 82 Jahren könnte sie dabei sogar die älteste Cropsta-Nutzerin sein, erzählt sie in der „Höhle“.

Vom TikTok-Shop in die Höhle der Löwen

Seit Anfang 2025 ist Cropsta auf dem Markt. Rund 6000 Produkte haben die beiden nach eigenen Angaben bereits verkauft und damit etwa 61.000 Euro Umsatz erzielt. Der Verkaufspreis liegt bei 12,99 Euro, die Nettomarge liegt nach Angaben der Gründer bei rund 92 Prozent. Ein Teil des Umsatzes komme dabei über den TikTok Shop: Rund 25.000 Euro sollen darüber erwirtschaftet worden sein. Außerdem betreiben die Gründer einen eigenen Onlineshop.

Mike Leon Lichtenberg bringt bereits Kameraerfahrung mit: Er war in der Jugendserie „Spotlight“ zu sehen und doubelte Damian Hardung in „Maxton Hall“.

Mike Leon Lichtenberg bringt bereits Kameraerfahrung mit: Er war in der Jugendserie „Spotlight“ zu sehen und doubelte Damian Hardung in „Maxton Hall“.
RTL

Lichtenberg spielte in „Maxton Hall“ mit – jetzt will er Unternehmer sein

Für Aufmerksamkeit sorgen die beiden Gründer auch selbst, denn sie sind keine Unbekannten auf TikTok und Instagram: Zusammen kommt das Paar auf rund 600.000 Follower. Charlotte Lieben erreicht rund 100.000 Menschen, Mike Leon Lichtenberg etwa 500.000.

Lichtenberg bringt zudem Erfahrung vor der Kamera mit. Er war unter anderem in der Jugendserie „Spotlight“ zu sehen und arbeitete als Double für den Schauspieler Damian Hardung in der Netflix-Serie „Maxton Hall“. Sein langfristiges Ziel sieht allerdings nicht die Schauspielerei vor. In zehn Jahren wolle er Unternehmer sein.

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„Wir haben komplett alles alleine gemacht“

Während des Pitches kommen der jungen Gründerin die Tränen. „Ich wusste, dass es heute sehr emotional wird“, sagt sie. „Wir beide sind extrem jung. Wir haben komplett alles alleine gemacht. Das sind nur wir beide.“ Für das Paar sei der Auftritt deshalb ein besonderer Moment. Mike Leon Lichtenberg spricht von einem „Full Circle Moment“, denn er trägt ein Löwen-Tattoo auf dem Arm.

Maschmeyer verspricht einen Deal

Unternehmer und Investor Carsten Maschmeyer macht den beiden schon früh Hoffnung. Er sei zwar nicht der ideale „Löwe“ für das Produkt, doch „wenn euch hier keiner einen Deal geben sollte, dann gebe ich euch einen Deal“, sagt er.

Frank Thelen steigt zunächst aus. „Ich bin nicht der passende Investor. Aus dem Grund bin ich raus.“

Doch lange müssen die beiden nicht auf weitere Angebote warten, denn es beginnt ein regelrechtes Bieterduell.

Vier Löwen wollen Cropsta

Johannes Kliesch ist begeistert von den Gründern und ihrem Produkt. „Ich finde euch so sympathisch. Ich will euch helfen“, sagt er. Gemeinsam mit Judith Williams macht er den beiden ein Angebot: 70.000 Euro für 40 Prozent der Firmenanteile. Zusätzlich soll eine Umsatzbeteiligung fließen. Für jedes verkaufte Cropsta würden Williams und Kliesch zusammen einen Euro erhalten.

Doch Dümmel will nicht seinen Konkurrenten das Geschäft überlassen. „Das müsst ihr mit mir machen“, sagt er zum Gründerpaar. „Ich gebe euch die 70.000 Euro und gebe euch 30 Prozent. Ich muss das Ding machen.“

Williams und Kliesch verzichten auf Anteile

Das Gründerpärchen zieht sich also zur Beratung zurück. Doch während die beiden überlegen, legen Williams und Kliesch noch einmal nach. Ihr neues Angebot verändert die Ausgangslage deutlich: Die beiden Löwen wollen gar keine Unternehmensanteile mehr. Die beiden Gründer könnten ihre 100 Prozent behalten. Stattdessen soll lediglich die Royalty gezahlt werden, allerdings gedeckelt auf insgesamt 140.000 Euro.

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Cropsta entscheidet sich für Dümmel

Für Dümmel ist das kein Grund, sein Angebot zurückzuziehen: „Naja, ob das jetzt so ein großer Vorteil ist. Scheiß auf Royalty“, sagt er sinngemäß. Am Ende müsse das Herz entscheiden, mit wem die Gründer am Tisch sitzen und arbeiten wollen.

Lichtenberg und Lieben ziehen sich ein weiteres Mal zurück und entscheiden sich am Ende für Dümmel. Damit bekommt er für 70.000 Euro 30 Prozent an Cropsta.

So ging es nach der TV-Aufzeichnung weiter

Gründerszene hat nachgefragt, wie es nach dem Deal in der Show weitergegangen ist.

Mike Leon Lichtenberg sagt im Gepsräch mit Gründerszene: „Wir hatten den Deal mit Ralf Dümmel gemacht. Danach ging es relativ schnell in die Gespräche, und dann auch in die Arbeit mit dem Team von Ralf Dümmel und der DS Group.“

Die Gespräche dauern an, so Lichtenberg. „Wir sind jetzt noch in den Verhandlungen, weil wir mit dem Einzelhandel besprechen, ob und wie Cropsta Ende des Jahres in den Handel kommen kann.“

Parallel sei ihr Produkt weiterhin online erhältlich. Im eigenen Shop können Kunden die Produkte derzeit in verschiedenen Farben für 11,99 Euro bestellen. Bundles werden für 33,13 Euro angeboten.

Auch Ralf Dümmel ist nach wie vor von der Marke und dem Gründerduo überzeugt, heißt es auf Anfrage. „Charlotte und Mike haben ein echtes Fashion-Problem erkannt und daraus eine Lösung entwickelt, die verständlich ist, funktioniert und perfekt in den Alltag passt“, sagt er. Er sei beeindruckt davon, was die beiden bereits aus eigener Kraft aufgebaut hätten. „Ich bin mir sicher, Cropsta wird noch für richtig viel Aufmerksamkeit sorgen und hat für mich das Zeug zum nächsten großen Fashion-Item.“

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Startup erreicht mit KI-Firma 100 Millionen Dollar ARR – so soll es weiter wachsen


Microagi ist ein KI-Robotik-Startup aus München.

Microagi ist ein KI-Robotik-Startup aus München.
Microagi

Ein Formel-1-Ingenieur verlässt die Welt des Rennsports, um sich einer technisch viel größeren Herausforderung zu stellen: Robotern beizubringen, in Fabriken zu arbeiten. Das war im Herbst 2025.

Jetzt hat Bercan Kilics Startup Microagi einen Meilenstein geknackt: die 100-Millionen-ARR-Marke. Sprich, einen wiederkehrenden Jahresumsatz von 100 Millionen US-Dollar. Und das nur ein halbes Jahr, nachdem das Münchner Startup sein Produkt Shift gelauncht hat – eine KI-Plattform für reale Trainingsdaten, um Robotern Arbeitsprozesse beizubringen.

Erst im Sommer dieses Jahres hat Microagi einen Rekord aufgestellt und 55 Millionen US-Dollar in einer Seed-Runde eingesammelt – die bislang größte Seed-Finanzierungsrunde in Deutschland. Angeführt wurde die Runde von Hummingbird unter Beteiligung von Northzone, LocalGlobe, Village Global und Redalpine. Eine Unternehmensbewertung will Microagi nicht offenlegen.

Wer ist der Gründer?

2023 bekam Bercan Kilic seinen Traumjob als Aerodynamik-Ingenieur bei Red Bull Racing. Er stieß zum Formel-1-Team zu einer Zeit, als Red Bull die Rennserie noch beherrschte. Doch der Reiz ließ schnell nach.

Die Technik sei großartig gewesen, sagt er, aber er wollte seine Fähigkeiten für etwas Größeres einsetzen: Roboter in Fabriken bringen und so dazu beitragen, Waren und Dienstleistungen günstig und in großer Menge verfügbar zu machen.

Die Plattformen von Microagi

Wie genau? Microagi unterstützt Hersteller dabei, Roboter für bestimmte Aufgaben zu trainieren. Dafür werden Beschäftigte bei ihrer Tätigkeit mit Kameras und sensorbestückten Handschuhen aufgezeichnet. Diese Daten werden auf der Crowdsourcing- und Datensammelplattform Shift gesammelt. Anhand der Videoclips wird bestehenden Robotermodellen beigebracht, wie sie bestimmte Aufgaben in der Fabrik eines Kunden ausführen sollen. Das läuft über die zweite Plattform von Microagi namens Atlas.

Aber das Startup macht aus Videoclips nicht nur Trainingsdaten, sondern sucht auch passende Roboter für Fabriken aus und installiert sie in die Produktionslinie.

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Microagi sorgte diesen Sommer mit einer viralen Aktion bereits für Aufmerksamkeit. In New York bot das Unternehmen kostenlose Wohnungsreinigungen an. Im Gegenzug wurden die Reinigungskräfte aus ihrer eigenen Perspektive dabei gefilmt, wie sie Geschirr spülten, Böden wischten oder Wäsche falteten.

Die Finanzierungsrunde von Microagi fand zu einer Zeit statt, in der Investoren massiv in Robotik und physische KI investieren – angetrieben durch den Wandel der KI von Chatbots hin zu Maschinen, sinkende Hardwarekosten, Arbeitskräftemangel und den Druck, Lieferketten zurück ins Inland zu verlagern.

Gründer von Microagi: Bercan Kilic.

Gründer von Microagi: Bercan Kilic.
Microagi

Nehmen Roboter Arbeitsplätze weg?

Dass Microagi Arbeitsplätze der Menschen gefährden könnte, die heute beim Training der Roboter helfen, sieht Kilic nicht. Vielmehr seien Industrieroboter nötig, um den Arbeitskräftemangel in Europa und den USA abzufedern und bei der Automatisierung mit China mitzuhalten.

Laut einem Bericht der International Federation of Robotics wurden in China im Jahr 2024 rund 295.000 Fabrikroboter installiert, was 54 Prozent der weltweiten Gesamtzahl entspricht – im Vergleich zu 34.200 in den USA.

„Wer eine Fabrik betreibt, kennt die Rechnung längst“, sagt Kilic. „Die erfahrensten Mitarbeiter gehen noch in diesem Jahrzehnt in Rente, und es gibt schlicht nicht genug Nachwuchs, um sie zu ersetzen. Produktion zurück ins eigene Land zu holen, funktioniert nur mit Robotern.“

Warum es einen Wandel braucht

Microagi wurde im vergangenen Jahr in einem Münchner Hackerhaus mit dem Ziel gegründet, Roboter aus den Forschungslabors an die Arbeitsplätze zu bringen. Der Name des Startups spiegelt Kilics Überzeugung wider, dass KI-Modelle kleiner werden müssen, bevor Milliarden von Robotern eingesetzt werden können [Anm.d.Red.: micro bedeutet klein; AGI steht allgemein für Artificial General Intelligence]. Der Betrieb riesiger Modelle auf so vielen Maschinen würde zu viel Rechenleistung erfordern, sagt er.

Ursprünglich wollte sich Microagi ausschließlich darauf konzentrieren, bestehende Roboter und KI-Modelle bei Kunden zum Einsatz zu bringen. Dafür sollten die Modelle mit den Daten des jeweiligen Unternehmens trainiert und anschließend in dessen Betrieb eingesetzt werden. Doch das Team stellte bald fest, dass viele der verfügbaren Robotikmodelle noch nicht leistungsfähig genug waren, um dafür eine brauchbare Grundlage zu bieten.

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Kilic vergleicht das Problem mit der Einarbeitung eines neuen Mitarbeiters. Ein Erwachsener könne eine Tätigkeit in der Fabrik vielleicht in einer Woche erlernen, während ein Kind sie möglicherweise nie beherrschen würde, egal wie gut die Anleitung sei. Bestehende Robotikmodelle seien, so sagt er, noch immer eher mit Kindern vergleichbar. Diese Erkenntnis veranlasste Microagi dazu, Shift aufzubauen.

Laut eigenen Angaben von Microagi gebe es Shift mittlerweile in mehr als 15 Ländern und mehr als 25.000 Menschen würden dafür bezahlt, ihre Arbeitsabläufe aufzunehmen. Die Aufnahmen verkauft Microagi anschließend an KI-Labore und Robotikfirmen, die KI-Modelle für Roboter entwickeln.

Die Personen, die für Shift Daten sammeln, tragen Kameras am Kopf und zeichnen sich bei alltäglichen Tätigkeiten auf.

Die Personen, die für Shift Daten sammeln, tragen Kameras am Kopf und zeichnen sich bei alltäglichen Tätigkeiten auf.
Shift

Kilic wollte die Modellpartner von Microagi nicht namentlich nennen, doch zu den Unternehmen, die diese Art von Technologie entwickeln, gehören Physical Intelligence, Skild AI und Generalist AI. Microagi passt die Modelle seiner Partner anhand der Fabrikdaten jedes Kunden an und hilft anschließend bei deren Einsatz auf Robotern. Zu seinen Kunden zählen Unternehmen aus der Automobil-, Logistik- und Lebensmittelindustrie, sagt er.

„Wir stellen den Laboren Daten zur Verfügung, sie liefern uns Modelle, und dann ergänzen wir diese mit firmeneigenen Daten, um unsere Kunden zufriedenzustellen“, sagt Kilic.

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Shift ist Microagis Antwort auf einen der größten Engpässe in der Robotik. Große Sprachmodelle wurden anhand riesiger Mengen an Texten und Bildern aus dem Internet trainiert, doch für Roboter gibt es keinen vergleichbaren Datenschatz. Der Robotikforscher Ken Goldberg von der UC Berkeley hat dies als „100.000-Jahre-Datenlücke“ bezeichnet und damit auf die Diskrepanz zwischen den für Roboter und Chatbots verfügbaren Trainingsdaten hingewiesen.

Shift konkurriert mit Unternehmen wie Scale AI, Turing und Micro1, die ebenfalls Menschen dafür bezahlen, sich bei der Ausführung von Aufgaben zu filmen, die Roboter eines Tages übernehmen könnten.

Auf der Jagd nach einem „ChatGPT-Moment“

Kilic erklärt, Microagi werde die Millionen aus der Seed-Runde nutzen, um die für das Training von Robotikmodellen erforderliche Rechenleistung zu finanzieren, das Datenerfassungsnetzwerk von Shift auszubauen und seine Präsenz in den USA von New York aus zu stärken.

Er glaubt, dass die Robotik sich ihrem „GPT-2-Moment“ nähert. Bei Sprachmodellen war dies der Zeitpunkt, an dem Forscher feststellten, dass das Hinzufügen von mehr Daten und Rechenleistung zu vorhersehbaren Verbesserungen führen konnte. Robotikunternehmen seien noch dabei, diese Formel zu erarbeiten, so Kilic, doch er glaubt, dass die Branche nicht mehr weit von ihrem „GPT-3.5-Moment“ entfernt sei – dem Zeitpunkt, an dem die Technologie nützlich genug für einen breiten Einsatz wird.

Firat Ileri, geschäftsführender Gesellschafter von Hummingbird, der die Investition der Seed-Runde leitete, sagt, er sei bei einem Besuch in der Münchner Zentrale von Microagi von der Intensität des Unternehmens beeindruckt gewesen – dort schienen die Mitarbeiter das Büro kaum zu verlassen. Hummingbird war ein früher Investor beim KI-Coding-Startup Lovable, der Krypto-Börse Kraken und dem KI-Chip-Startup Etched.

Auch hier filmt sich ein Mitarbeiter bei seiner Arbeit.

Auch hier filmt sich ein Mitarbeiter bei seiner Arbeit.
Shift

Ileri erklärt, Microagi habe sich durch den Ehrgeiz von Kilic und seinen Mitbegründern sowie durch den Fokus des Startups auf die Automatisierung europäischer Fabriken angesichts der alternden und schrumpfenden Erwerbsbevölkerung auf dem Kontinent hervorgetan. Laut Eurostat lag das Durchschnittsalter in der EU im Jahr 2025 bei 44,9 Jahren, gegenüber 39,6 Jahren zwei Jahrzehnte zuvor. Die Europäische Kommission schätzt, dass die Erwerbsbevölkerung der Union bis 2050 um bis zu 18,8 Millionen Menschen schrumpfen könnte.

Kilics vier Mitbegründer sind der ehemalige Mercedes-F1-Ingenieur Yoan Iliev, der ehemalige Forscher am Alan-Turing-Institut Anton Poletaev, der Ingenieur der RWTH Aachen Nico Nussbaum und der Serienunternehmer Artjem Weissbeck.

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Die fünf Mitbegründer haben sich ein kühnes Ziel gesetzt: Microagi soll innerhalb von fünf Jahren zum weltweit größten Unternehmen werden und mit seiner Technologie den Einsatz von mehreren zehn Millionen Robotern ermöglichen, erklärt Kilic. „Wenn wir in fünf Jahren nicht mehr als 20 oder 30 Millionen Roboter im Einsatz haben, ist das ein großer Misserfolg“, sagt er.

Der Artikel erschien zuerst im Juli 2026 und wurde im Oktober 2026 aktualisiert.

 





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