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Nvidia GeForce RTX 5000: Hotspot-Monitor per Tool auslesbar (vielleicht)
Der Hotspot-Sensor auf den GeForce-RTX-5000-Grafikkarten ist seit dem Launch ein Thema. Denn Nvidia hat die Auslesemöglichkeit bei der aktuellen Grafikkarten-Generation gestrichen, bei den RTX-4000-Karten ist diese nach wie vor gegeben. Bis jetzt gab es keine Lösung dafür, was sich nun jedoch geändert hat. Eventuell zumindest.
Der GPU-Hotspot auf Blackwell – ein Geheimnis
Es ist sicherlich kein Zufall, dass quasi zeitgleich drei Tools erschienen sind, die sich mit dem Thema Hotspot-Temperatur auf Blackwell-Grafikkarten beschäftigen. Doch so viel schon einmal vorweg: Das, was die Tools als „Hotspot“ bezeichnen, ist, wie die Entwickler zugeben, nicht unbedingt Nvidias „offizielle Hotspot-Temperatur“. Denn diese gibt es durchaus auch auf Blackwell noch, aber nicht für den Endkunden. Mit dem Nvidia-eigenen Tool „MODS“ wird auch auf RTX 5000 eine GPU-Hotspot-Temperatur ausgegeben. Enge Nvidia-Partner haben darauf Zugriff, jedoch ist es untersagt, das Tool Endkunden zur Verfügung zu stellen.
IgorsLab hat jedoch Zugriff auf MODS und sich auch ausführlich mit dem Thema des GPU-Hotspots auf Blackwell beschäftigt. So liefert MODS mit „GPU_OFFSET_MAX“ einen offiziellen Hotspot-Wert, doch wie man an diesen kommt, ist nach wie vor unklar.
Ein erstes Tool und Erklärungen von IgorsLab
IgorsLab hat mit „IBHE“ nun ein Tool bereitgestellt, das zwar keinen Hotspot-Messwert auslesen kann, doch anhand Edge-Temperatur, Leistungsaufnahmen, Lüfterkurven und mehr eine Hotspot-Angabe schätzen kann. Entsprechend steht das Tool-Kürzel auch für „igor’sLAB Blackwell Hotspot Estimation“. Mit Hilfe einer Formel soll der berechnete Hotspot-Wert nahe an Nvidias Hotspot-Messung in MODS herankommen, weicht aber etwas von diesem ab. Das Tool soll mit der Zeit verbessert und damit nochmals genauer werden.
Die neueste Version von HWMonitor schätzt dagegen keinen Hotspot-Wert, sondern misst diesen. Wobei die Entwickler selbst zugeben, dass sie sich nicht sicher sind, ob es sich tatsächlich um den wirklichen GPU-Hotspot handelt. Wie IgorsLab mit Hilfe von MODS herausgefunden hat, hat es HWMonitor tatsächlich geschafft, einen der eigentlich nicht öffentlich verfügbaren Sensoren abzugreifen, die auch MODS auslesen kann. Jedoch entspricht der Hotspot-Wert von HWMonitor nicht dem von MODS, denn letzterer scheint ein Maximalwert verschiedener Sensoren zu sein, ersterer dagegen stets den Wert eines festen Sensors. Die Werte weichen laut IgorsLab „schon ein wenig voneinander ab“, auch wenn unklar ist, wie groß die Abweichung ist.
Wo HWMonitor ist, darf HWInfo dann natürlich auch nicht fehlen, wobei die Entwickler offenbar noch nicht ganz so weit sind. Denn auch die neueste Beta-Version des Tools hat noch keine Unterstützung für die Hotspot-Temperatur. Jedoch haben diese auf Discord eine frühe Version zum Download bereitgestellt, die ebenfalls einen GPU-Hotspot ausliest.
HWMonitor und HWInfo im „Hotspot-Vergleich“
ComputerBase hat sich die Hotspot-Angaben von HWMonitor und HWInfo auf einer Nvidia GeForce RTX 5080 Founders Edition unter Volllast einmal genauer angesehen und diese miteinander verglichen.
HWMonitor bescheinigt der GeForce RTX 5080 FE am Ende der Lastphase eine GPU-Edge-Temperatur von 74 Grad Celsius, der gemessene Hotspot-Wert beträgt maximal 94 Grad. Die Durchschnitts-Temperaturen während der 30 Minuten langen Testreihe liegen bei 74 respektive 91 Grad. HWInfo kommt mit 74 Grad Celsius auf exakt dieselbe Edge-GPU-Temperatur, die auch im Schnitt mit ebenso 74 Grad genau gleich ist. Leicht anders sieht es dagegen beim Hotspot-Wert aus, der mit 88 Grad beziehungsweise ebenso 88 Grad Celsius doch ordentlich abweicht – nämlich um satte sechs Grad Celsius beim Temperaturmaximum am Ende der Testsequenz und um immerhin immer noch drei Grad Celsius im Durchschnitt während der Sequenz.
Der genaue Blick auf die jeweiligen Verlaufsdiagramme der Messreihen zeigt dann auch, wie zumindest ein Teil der Unterschiede zustande kommen. Denn HWMonitor reagiert sehr erratisch bei der Hotspot-Temperatur, die Messreihe zeigt andauernde Schwankungen bei den Temperaturen im Bereich von bis zu sechs Grad Celsius. HWInfo hat dagegen ziemlich stabile Hotspot-Temperaturen, die viel mehr im Bereich von ein bis zwei Grad Celsius schwanken. Das kommt zu dem Fakt oben drauf, dass HWMonitor generell eben drei Grad höhere Temperaturen beim Hotspot anzeigt als HWInfo. Es wird also entweder ein anderer Sensor als Hotspot-Wert ausgelesen oder die Sensordaten werden von den Tools unterschiedlich interpretiert.
Das sind aber nicht die einzigen Unterschiede. Denn HWMonitor zeigt bei einer Polling-Rate von
einer halben Sekunde mehrmals hintereinander exakt denselben Messwert an, bevor es dann zu einer plötzlichen, größeren Temperaturänderung kommt, die dann wieder mehrmals hintereinander komplett gleich bleibt. HWInfo protokolliert dagegen durchweg leicht schwankende Temperaturwerte.
Es bleibt alles etwas unklar
Am Ende bleibt nach wie vor alles unklar – selbst die Entwickler der Tools wissen nicht, was sie da wirklich auslesen. Klar ist einzig: Die wirkliche GPU-Hotspot-Temperatur auf GeForce RTX 5000 ist es auch mit dem HWMonitor und HWInfo nicht. Aber es ist definitiv eine Annäherung, die mit weiterer Fortentwicklung der Tools vielleicht ziemlich nahe dran an der Wahrheit sein wird. Aktuell zeigen die Tools zumindest auf der getesteten GeForce RTX 5080 Founders Edition ziemlich unterschiedliche Hotspot-Werte an, die im Durchschnitt um drei Grad und im Maximum sogar um sechs Grad Celsius voneinander abweichen. Wie man sieht, weiß man am Ende also immer noch nicht allzu viel.
Ob nun HWMonitor oder HWInfo näher an der Wahrheit dran sind, ist mehr geraten als gewusst. Der Vergleich mit dem IBHE-Tool von IgorsLab liegt genau in der Mitte der beiden Tools mit der Tendenz zum HWMonitor. Letzterer zeigt in der Messreihe aber nicht nur plötzlich schwankende Werte, sondern auch durchweg mehrmals exakt dieselben Werte hintereinander, bevor es zu einem größeren Unterschied kommt – was auch nicht gerade für Sicherheit sorgt.
HWMonitor und HWInfo stehen jedoch auch noch am Anfang der Entwicklung, was die GPU-Hotspot-Temperatur auf Nvidia Blackwell betrifft. Hier wird es hoffentlich noch entsprechende Verbesserungen geben. Noch besser, einfacher und vor allem klarer wäre es jedoch, wenn Nvidia schlicht selbst wieder den offiziellen GPU-Hotspot auf der aktuellen Grafikkarten-Generation ausgeben würde. Denn warum dieser überhaupt fehlt, bleibt weiterhin ein Geheimnis.
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4,5 Sterne
HWMonitor ist ein kleines Tool zum Überwachen sämtlicher im PC verbauten Sensoren.
- Version 1.65
- Version for ARM64 1.04