Apps & Mobile Entwicklung
Outlook für macOS: Microsoft legt wichtige Funktion bei Beantwortung von Nachrichten lahm

Microsoft beweist bei Outlook weiterhin kein glückliches Händchen: Mit dem jüngsten Update hat der Softwarekonzern versehentlich eine wichtige E-Mail-Funktion außer Kraft gesetzt, wodurch beim Beantworten von Nachrichten der bisherige Verlauf nicht mehr übernommen wird und dadurch die Übersicht über Konversationen verloren geht.
Update sorgt bei Microsoft erneut für Probleme
Betroffen sind laut einem Bericht von „The Register“ Nutzer von Outlook für macOS, die in der vergangenen Woche auf Version 16.110 (Build 26061317) aktualisiert haben. Mit dieser Version hat Microsoft unbeabsichtigt die Anzeige der ursprünglichen Nachricht im Antwortfenster entfernt. Während zuvor der komplette bisherige Verlauf automatisch in die neue Nachricht eingebettet wurde, erscheint beim Antworten nun lediglich eine leere Nachricht ohne den vorangegangenen E-Mail-Inhalt.
Verläufe werden nicht mehr übernommen
Betroffene Nutzer berichten laut dem Artikel, dass durch den Fehler im Grunde keine durchgängigen E-Mail-Konversationen mehr möglich sind. Nutzer von Outlook erhalten dadurch zunächst eine Nachricht ohne Kontext und müssen selbst in älteren E-Mails nach dem Inhalt des Gesprächs suchen. Gerade bei größeren zeitlichen Abständen erschwert das die Einordnung erheblich. Wer sich und seinem Gegenüber die Kommunikation erleichtern möchte, muss nun den bisherigen Verlauf manuell in die neue Nachricht kopieren. Vor allem in Unternehmen, in denen täglich eine große Zahl an Nachrichten beantwortet wird, dürfte dies zu erheblichem Mehraufwand führen.
Nutzer äußerten zudem Unverständnis darüber, dass ein derart grundlegender Fehler offenbar die Qualitätssicherung passieren konnte.
Aktuell nur Downgrade als Lösung
Microsoft arbeitet zwar an einer Fehlerbehebung, kann derzeit als Übergangslösung allerdings lediglich ein Downgrade auf eine ältere Outlook-Version sowie die Deaktivierung automatischer Updates empfehlen. Gerade in Unternehmen, in denen Macs zentral verwaltet werden, ist dieser Ansatz jedoch problematisch. IT-Abteilungen dürften daher mit zusätzlichem Support-Aufwand rechnen.
Vorgehen von Microsoft wird immer fraglicher
Der neue Vorfall wirft erneut Fragen zur Qualitätssicherung bei Microsoft auf. Zudem hat der Konzern mit dem neuen Outlook bei vielen Anwendern ohnehin einen schweren Stand, zahlreiche Nutzer greifen weiterhin lieber zum klassischen E-Mail-Client.
Das aktuelle Problem verdeutlicht darüber hinaus erneut ein grundlegendes Spannungsfeld: Einerseits fordert Microsoft regelmäßige Aktualisierungen und den Umstieg auf aktuelle Produkte, andererseits bergen gerade diese Updates das Risiko, zentrale Funktionen unbeabsichtigt außer Kraft zu setzen. Verstärkt wird dieser Eindruck dadurch, dass der Konzern in der vergangenen Woche angekündigt hatte, Office 2019 ab Juli auf Apple-Hardware in einen Modus mit eingeschränkten Funktionen zu versetzen. Für viele Kunden bleibt damit faktisch nur noch der Umstieg auf neuere Versionen.