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Künstliche Intelligenz

Palantir-Alternative Argonos: Verfassungsschutz bleibt Antworten schuldig


Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) verknüpft seine Datenbestände zu Beobachtungsobjekten künftig mit einer französischen Analyseplattform. In welchem Umfang und auf welcher Datengrundlage sie dort arbeiten soll, bleibt jedoch unklar – dazu verweigert die Behörde bis heute jede Auskunft. Völlig offen ist auch, was die Plattform Argonos leisten kann. Nicht nur die am Kauf der Software beteiligten Unternehmen verweigern die Auskunft – auch im Web finden sich keine Hinweise auf Funktionsumfang und Leistungsfähigkeit der Software.

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Gemeinsame Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung hatten bereits im Mai enthüllt, dass das BfV sich gegen Analysesoftware des US-Unternehmens Palantir und für eine europäische Alternative entschieden hatte. Die Sicherheitsbehörde wolle langfristige technologische Abhängigkeiten vermeiden und die europäische Souveränität stärken, hieß es damals.

Nun, Monate nach Bekanntwerden des Einkaufs von Argonos, gibt es noch immer keine Neuigkeiten, wann und in welchem Umfang die Software im BfV eingesetzt werden soll. Auf unsere Anfrage verwies das BfV Mitte August auf interne Arbeitsabläufe, zu denen es sich grundsätzlich nicht äußere. Auch eine Kleine Anfrage von Mitgliedern der Fraktion Die Linke im Bundestag ließ die Bundesregierung Anfang Juli größtenteils unbeantwortet. Die Bekanntgabe von Einzelheiten ließe Rückschlüsse auf die technischen Fähigkeiten und das Aufklärungspotenzial des BfV zu, so die Begründung. Ebenfalls unbeantwortet blieb eine Frage nach einer möglichen Verbindung zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und ChapsVision-Gründer Olivier Dellenbach: Merz war bis 2020 Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock in Deutschland. Dellenbach verkaufte sein Unternehmen eFront 2019 für rund 1,3 Milliarden Dollar an BlackRock.

Behörden dürfen Auskünfte verweigern, wenn dies ihre Funktionsfähigkeit erfordert – jedoch nur nach sorgfältiger Prüfung im Einzelfall. Das ergibt sich direkt aus dem presserechtlichen Auskunftsanspruch nach Artikel 5 des Grundgesetzes. Die Pauschalantwort des BfV lässt eine solche Prüfung nirgendwo erkennen. Schließlich blieben auch Fragen, die keine internen Prozesse betrafen, unbeantwortet – etwa zur Rolle des deutschen Partnerunternehmens rola Security Solutions oder zum Interesse anderer deutscher Sicherheitsbehörden an der Software.

Argonos ist eine KI-unterstützte Datenanalyseplattform, die vom 2019 gegründeten französischen Unternehmen ChapsVision entwickelt wird. Die Software soll Daten aus verschiedenen Datenbanken analysieren, miteinander in Beziehung setzen und komplexe Netzwerke und Personenzusammenhänge sichtbar machen. Neben der klassischen Datenbankanalyse soll die Software auch OSINT-Funktionen beherrschen, also in öffentlich zugänglichen Quellen suchen. Das BfV will die europäische Software künftig vor allem nutzen, um Terrorismus zu bekämpfen und Spionage abzuwehren.

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Substanzielle Informationen über Argonos gibt es aber kaum. Weder zur Leistungsfähigkeit der Datenanalyseplattform noch zu ihren Funktionen findet man Details im Internet. Selbst der Hersteller ChapsVision beschränkt sich auf seiner Website auf Marketingphrasen. Im Werbevideo zeigt das Unternehmen weder die Programmoberfläche noch Arbeitsabläufe.


Logo und Schriftzug "Argonos" über dem Text "Your one-stop Data & Agentic AI platform for Government and Enterprise"

Logo und Schriftzug "Argonos" über dem Text "Your one-stop Data & Agentic AI platform for Government and Enterprise"

ChapsVision vermarktet Argonos als Datenanalyseplattform für Regierungen und Unternehmen.

Den Informationen von WDR, NDR und SZ zufolge soll Argonos im BfV prinzipiell einsatzbereit sein. Ein erster Machbarkeitsnachweis mit dem eingekauften Produkt wurde bereits erfolgreich abgeschlossen. Noch wird die Software nur in einem rechtlich eng begrenzten Rahmen eingesetzt.

Der könnte sich allerdings bald weiten. Erst Mitte August hat die Bundesregierung eine umfassende Reform des Nachrichtendienstrechts beschlossen. Der Bundesnachrichtendienst (BND) und das BfV sollen künftig deutlich mehr Befugnisse erhalten, auch bei der Datenanalyse und -verarbeitung. Die Gesetzesnovelle sieht etwa vor, eine eindeutige Rechtsgrundlage für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Nachrichtendiensten zu schaffen. Die Reform muss noch vom Bundestag beschlossen werden, bedarf jedoch nicht der Zustimmung des Bundesrats.

Es bleibt derweil unklar, in welchen Einsatzgebieten und auf welcher Dateninfrastruktur das BfV Argonos einsetzen wird. Die Behörde verrät auch nicht, wann der Regelbetrieb von Argonos beginnen soll. Ebenso schweigt sie darüber, welche Datensätze, Falldokumente oder andere Grundlagen die positive Einschätzung im Machbarkeitsnachweis stützen.

Seit dem 15. Oktober 2025 ist das deutsche Unternehmen rola Security Solutions strategischer Partner von ChapsVision. Das geht aus einer Pressemitteilung auf der Website des Unternehmens hervor. Im Mittelpunkt der Kooperation steht demnach die „souveräne, offene Datenanalyseplattform Argonos“.

rola Security Solutions entwickelt Software für Polizei, Geheimdienste und Militär. Seit Jahrzehnten versorgt das Unternehmen den Polizeibereich nahezu exklusiv mit IT-Lösungen. Seit 2021 setzt der IT-Dienstleister zudem das „Einheitliche Fallbearbeitungssystem“ (eFBS) der deutschen Polizei sowie den „Polizeilichen Informations- und Analyseverbund“ (PIAV) um. 2014 wurde rola von T-Systems übernommen und gehört damit zur Deutschen Telekom AG, an der der Bund direkt und über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gut 28 Prozent hält.

Welche Rolle das deutsche Unternehmen bei der Einführung von Argonos in die IT-Infrastruktur des BfV spielt, bleibt unklar. Weder die Behörde noch rola äußerten sich dazu. Das Unternehmen reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf unsere Anfrage.

Auch ChapsVision und der französische Inlandsgeheimdienst „Direction générale de la sécurité intérieure“ (DGSI), der den Wechsel von der Palantir-Software zu Argonos nach Angaben von Wirtschaftsminister Roland Lescure voraussichtlich im Laufe des Jahres 2027 vollziehen will, ließen unsere Anfragen bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Von vier angefragten Stellen hat sich damit keine zur Sache geäußert.


(rah)



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Jetzt sind auch die Schrauben vergoldet: Neue Sony-Walkmans für bis zu 5000 Euro


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

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Sony hat neue portable Musikplayer seiner Signature-Luxusreihe vorgestellt, die Walkmans kosten bis zu 5000 Euro und sollen im November in den Handel kommen. Die digitalen Medienplayer sollen Musik in besonders guter Qualität wiedergeben können und folgen auf ähnlich teure Vorgänger, die es seit vier Jahren gibt. Die neuen Modelle tragen die nicht sehr eingängigen Bezeichnungen NW-WM1ZM3, NW-WM1AM3 und NW-ZX900, wobei im deutschen Sony-Store lediglich die ersten beiden angeboten werden – für 5000 beziehungsweise 2500 Euro. Dafür gibt es unter anderem 256 beziehungsweise 128 GByte an internem Speicher, ein großes Display und unterschiedlich große Mengen an sauerstofffreiem Kupfer (OFC) mit Goldüberzug.

Die WM-Serie vereine „die fortschrittlichsten Audiotechnologien von Sony“ und soll für eine „kompromisslose Audioqualität“ sorgen. Damit gebe man die ursprüngliche Intention der Künstlerinnen und Künstler wider, mit einem „detailreichen, hochauflösenden Klang“. Beim NW-WM1ZM3 sollen zudem vergoldete Schrauben für einen besonders guten Sound sorgen. Wie genau das funktionieren soll, lässt Sony offen. Weiterhin bewirbt Sony handgelötete OFC-Verkabelungen, „die für kraftvolle Bässe, außergewöhnliche Klarheit und eine weite, mitreißende Soundstage sorgen“. Beim NW-WM1AM3 ist das Hauptgehäuse dagegen aus Aluminium und lediglich die Rückseite besteht aus dem sauerstofffreien Kupfer.

Die Software der neuen Walkmans basiert laut Sony auf Googles Android in der Version 16, sie spielen Musik aus Streaming- und Musik-Apps sowie aus der eigenen Musiksammlung ab. Kopfhörer können per Klinkenanschluss oder Bluetooth verbunden werden. Steuern lassen sich die Musikplayer über ein 5,5 Zoll großes Display, das jetzt eine Full-HD-Auflösung unterstützt. Die Akkulaufzeiten sollen je nach Wiedergabeart zwischen etwa 30 und 40 Stunden liegen, für eine Komplettladung des Akkus soll man 4 Stunden einplanen. Wie ihre Vorgänger setzen die neuen Modelle auf Sonys Digitalverstärker S-Master HX. In der Stromversorgung baut Sony jetzt aber zwei große Hochpolymer-Kondensatoren statt eines einzelnen ein.


Update

16.10.2026,

11:19

Uhr

Die in der EU verkauften Geräte haben wie ihre Vorgänger eine hardwareseitige Lautstärkebegrenzung, die sich auch nicht einfach abschalten lässt.


(mho)



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Deutsch-französische Initiative soll Autoindustrie stärken


Deutschland und Frankreich bereiten nach Angaben von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil einen Vorstoß zur Unterstützung der europäischen Autoindustrie vor. Man sei dazu „auf den Schlussmetern einer Einigung“, was er mit vorantreibe und auch sehr begrüße, sagte der SPD-Chef auf eine entsprechende Frage am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Bangkok. Was aber auch dazugehöre, wenn man die Rahmenbedingungen für die europäischen Automobilkonzerne verbessere, sei, „dass es dann klare Zusagen gibt für Standortinvestitionen und auch für die Beschäftigten“.

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Klingbeil sagte, dazu liefen noch Gespräche. Er nannte als Aspekte des Pakets unter anderem „Schutzmechanismen im Umgang mit China“ und Kaufanreize für Elektroautos mit einem Fokus auf europäische Hersteller. Nach einem Bericht des Handelsblatts wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron außerdem das EU-weite Verbot von Verbrennungsmotoren noch stärker lockern als bisher geplant.

Die EU-Kommission hatte im Dezember 2025 vorgeschlagen, auch nach 2035 in der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen – eine Abkehr vom eigentlich ausgehandelten Verbrenner-Aus. Dafür hatte sich Deutschland eingesetzt. Ein deutsch-französisches Papier sieht laut „Handelsblatt“ jetzt unter anderem vor, dass die Hersteller ihre durchschnittlichen Emissionen ab 2035 nur noch um 90 Prozent reduzieren müssten, ohne die restlichen 10 Prozent kompensieren zu müssen. So könnten sie weiter neue Benzin- und Dieselfahrzeuge verkaufen, solange ihre Neuwagenflotte den Grenzwert einhält.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge verurteilt eine geplante deutsch-französische Vereinbarung zur Stützung der heimischen Autoindustrie als kontraproduktiv. „Bundeskanzler Friedrich Merz schafft mit dem Verbrenner-Deal einen zusätzlichen Bremsklotz für die deutschen Automobil-Standorte“, sagte sie der dpa in Berlin.

„Wir müssen nun mit voller Kraft in das E-Auto investieren, in Zukunftstechnologien, wie Batterietechnik, verbraucherfreundliches Laden, E-Autos als Speicher für unser Energiesystem oder autonomes Fahren“, argumentierte Dröge. Der deutsche Standort könne weiter mitspielen, wenn Merz aber so weitermache, entstünden die guten Jobs für Batteriezellen und Elektroautos anderswo. „Gerade einmal zehn Wochen nach dem heißesten Sommer und den größten Waldbränden in Europa opfern Merz und Macron die Klimaschutzziele im Verkehr.“

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(mfz)



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Straßen aus Asphalt mit recyceltem Kunststoff können länger halten


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Forscher der Pennsylvania State University (Penn State) haben herausgefunden, dass Asphalt, dem recycelter Kunststoff beigemischt ist, als Straßenbelag länger hält als herkömmlicher Asphalt. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der haltbarere Belag über die Nutzungsdauer enthaltende Kunststoffpartikel als Mikroplastik weniger stark freigibt.

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Die Forscher der Penn State versetzten Asphalt mit Polyethylen mit geringer Dichte (Low-density Polyethylene – LDPE), indem sie Kunststoff mit Gesteinskörnung, wiederverwertetes Asphaltmaterial (Ausbauasphalt) zusammen mit einem Bindemittel zum Zusammenhalt des Materials mischten. Die grundlegende Idee dahinter ist, Kunststoffe im großen Stil wiederzuverwenden und von Mülldeponien fernzuhalten. Außerdem könne der Kunststoff die Eigenschaften des Asphalts verbessern, wie die Wissenschaftler in der Studie „Microplastics release from recycled plastic modified asphalt: Detection, characterization, and environmental implications“ schreiben, die im Journal of Cleaner Production erschienen ist.

Im Labor führten die Forscher zwei Tests mit dem neuen Asphalt im Labor durch, um festzustellen, wie haltbar er bei einer andauernden Verkehrsbelastung ist. Ausprobiert haben die Forscher auch, inwieweit die Witterung dem Material zusetzt und ob die Plastikpartikel über die Nutzungsdauer als gesundheitsschädliches Mikroplastik wieder freigegeben werden. In dem „Hamburg Wheel Tracking Test“ rollen Stahlräder über Asphaltproben, die in heißem Wasser liegen. Damit soll eine Verkehrsbelastung zusammen mit Hitze und Feuchtigkeit nachgeahmt werden. In dem „Moisture-Induced Stress Tester“ wurde der Asphalt hoher Hitze, Feuchtigkeit und immer wieder hydrostatischem Wasserdruck ausgesetzt. Nach den Tests sammelten die Wissenschaftler die durch die Einwirkungen freigesetzten Partikel ein und untersuchten sie auf ihren Kunststoffgehalt.

Das dabei angewendete Untersuchungsverfahren ist aufwendig. Zunächst erstellten die Forscher aus den chemischen Signaturen der ursprünglichen Asphaltbestandteile eine Referenzbibliothek. Die Größe der Partikel des Abriebs vermaßen sie mithilfe von Infrarot-Bildgebungsverfahren und verglichen die Partikel mit den chemischen Referenzmaterialien. Das Team konnte so Partikel identifizieren, die dem im urspünglichen Asphalt enthaltenen LDPE ähnelten. Um die Proben miteinander vergleichen zu können, setzten die Wissenschaftler die Gesamtfläche der identifizierten, LDPE-ähnlichen Partikel ins Verhältnis zum Gewicht des untersuchten Asphalts.

Die Forscher der Penn State fanden heraus, dass der mit recyceltem Kunststoff versetzte Asphalt besser hielt und insgesamt weniger Abrieb erzeugte als gleicher Asphalt ohne LDPE. Die Wissenschaftler schließen aus dieser Eigenschaft, das auch grundsätzlich nur wenig Mikroplastik unter Belastung abgegeben wird. Die Forscher sehen allerdings die Notwendigkeit, eine Feldstudie mit Belastungstests unter realen Bedingungen durchzuführen, um genaue Aussagen treffen zu können. Ausschließen, dass doch mehr LDPE-Kunststoff in Form von Mikroplastik freigesetzt wird, können die Forscher deshalb bisher nicht.


(olb)



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