Künstliche Intelligenz
Proxmox zentral steuern mit dem neuen Datacenter Manager
Die erste Version des neuen Proxmox Datacenter Manager ist freigegeben. Sie stammt ebenfalls von der Wiener Proxmox Server Solutions GmbH, bekannt durch ihr Proxmox Virtual Environment (VE), die aktuell in Version 9.1 vorliegt. Der Datacenter Manager bietet eine zentrale, einheitliche Web-Konsole, über die man alle eigenen Instanzen der Proxmox VE und des Proxmox Backup Servers sowie Cluster und Nodes organisationsübergreifend verwalten, überwachen und skalieren kann. Er soll im Endeffekt eine konsolidierte Sicht auf die gesamte Proxmox-Infrastruktur bereitstellen, Routineaufgaben auf ganze Gruppen von Clustern vereinfachen und zusätzliche Funktionen bieten. Passend dazu wurde vor kurzem auch der Proxmox Backup Server 4.1 freigegeben.
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Zentrales Datacenter-Management für alle Proxmox-Instanzen
Das zentrale Dashboard fasst die Status- und Leistungsdaten mehrerer angebundener Proxmox-Remotes zusammen, sodass der globale Zustand aller Proxmox-Instanzen – also VE Nodes/Cluster und Proxmox Backup Server – inklusive wichtiger Telemetriedaten (Key Performance Indicators, KPIs) wie CPU-, RAM- und Storage-I/O-Nutzung sofort ersichtlich ist. Durch einen lokalen Cache bleibt der zuletzt bekannte Zustand auch offline verfügbar, wodurch sich Engpässe und potenzielle Probleme besser erkennen lassen.
Über anpassbare, rollenbasierte „Custom Views“ lassen sich gezielt gefilterte Dashboards erstellen, die ausschließlich ausgewählte Systeme, Ressourcentypen oder operative Tags anzeigen. Dank der integrierten Zugriffskontrolle (RBAC) erhält jedes Team die jeweils benötigte Transparenz, ohne direkten Zugriff auf zugrundeliegende Maschinen oder Hosts haben zu müssen. So lässt sich in Multi-Tenant-Umgebungen sowohl ausreichend Sicherheit als auch gute Übersichtlichkeit gewährleisten.
Multicluster-Management für „geclusterte Cluster“
Das Multicluster-Management ermöglicht die nahtlose Anbindung und Verwaltung unabhängiger Proxmox-Cluster und einzelner Nodes über eine zentrale Oberfläche. Ein Highlight ist die Cross-Cluster-Live-Migration, mit der Administratoren VMs ohne Ausfallzeiten zwischen Clustern verschieben können. Das ist einerseits für die flexible Lastverteilung, als auch für unterbrechungsfreie Wartungsarbeiten gedacht.
Die Plattform bietet zentralisierte SDN-Funktionen mit EVPN-Support, sodass sich EVPN-Zonen und VNets über mehrere Remotes hinweg in einer einzigen Oberfläche konfigurieren lassen. Hierdurch lässt sich die Komplexität der Netzwerk-Overlays von den Hosts entkoppeln und die Administration in großen Umgebungen deutlich vereinfachen.
Das zentralisierte Update-Management bietet einen sofortigen Überblick über alle verfügbaren Updates der gesamten Proxmox-Infrastruktur. Hierzu gehört ebenfalls ein direktes Verteilen von Proxmox-VE- und Proxmox-Backup-Server-Patches sowie ein einheitlicher, sicherer Shell-Zugriff auf alle angebundenen Remote-Systeme über eine einzige Konsole.
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Debian GNU/Linux „Trixie“ 13.2 als standardisiertes Fundament
Genau wie bei der Proxmox VE setzen die Entwickler auch für den neuen Datacenter Manager 1.0 und den Backup Server 4.1 auf Debian GNU/Linux „Trixie“ 13.2 inklusive aktualisierter Pakete und Bugfixes als Basis. Zum Einsatz kommt dabei nicht der konservative Linux-Kernel von Debian, sondern ein angepasster Linux-Kernel 6.17.2. OpenZFS 2.3.4 ist für den Zugriff auf Massenspeicher zuständig. Alle Systeme lassen sich bequem über das WebGUI oder per apt(8) im Terminal aktuell halten.
Ein Problem, das auch im Proxmox-Forum angesprochen wurde: Der Proxmox Datacenter Manager bietet als allmächtiger Einstiegspunkt zur gesamten Proxmox-Infrastruktur ein lukratives Angriffsziel. Immerhin sind im Falle einer Kompromittierung nicht nur Nodes und Cluster betroffen, sondern perfiderweise auch gleich die Backups. Administratoren sollten jeglichen unnötigen eingehenden Verkehr zum Datacenter Manager blockieren, Backups auch clientseitig verschlüsseln und für Zugriffe über unsichere Netzwerke ein sicheres VPN einsetzen. Das dürfte nicht allzu schwierig sein, da der Datacenter Manager grundsätzlich die Proxmox-VE- und Backup-Server-Instanzen kontaktiert – und nicht umgekehrt. Bei der Proxmox Solutions GmbH ist man sich des Problems bewusst und will mittelfristig weitere Sicherheitsmaßnahmen verfügbar machen.
Verfügbarkeit und Preise
Der Proxmox Datacenter Manager 1.0 steht wie auch das Proxmox VE und der Proxmox Backup Server unter der GNU Affero General Public License v3 (GNU AGPLv3). Alle Produkte sind kostenlos einsetzbar und stehen frei zum Download bereit. Wie bei den anderen Produkten gibt es einen geringen Einstiegspreis für den Zugriff auf das Enterprise-Repository sowie gestaffelte Preise je nach Support-Level. Zugriff auf das Enterprise-Repository für den neuen Proxmox Datacenter Manager 1.0 kostet 540 Euro (netto) pro Jahr, zusätzlicher Support ist für 1080 bis 4320 Euro pro Jahr erhältlich.
Noch ein wichtiger Hinweis aus der FAQ zum Proxmox Datacenter Manager: Der Proxmox Datacenter Manager kann das Enterprise-Repository nur nutzen, wenn mindestens 80 Prozent der konfigurierten Remote-Systeme über ein gültiges Basic- oder höheres Abonnement verfügen.
Update: Proxmox Backup Server 4.1
Außerdem wurde der Proxmox Backup Server auf Version 4.1 aktualisiert. Er ist eine quelloffene, dedizierte Sicherungs- und Wiederherstellungsplattform, die für das gesamte Proxmox-Universum inkrementelle und verschlüsselte Backups erstellt.
Das neue Release erweitert die bestehende Traffic-Kontrolle um die Möglichkeit, Bandbreitenlimits jetzt auch benutzerbasiert festzulegen. Dadurch lassen sich Backup- und Restore-Workloads feiner priorisieren, etwa indem geschäftskritische Dienste mehr Bandbreite erhalten oder Produktions- und Testumgebungen klar getrennt werden.
Die neue Version erlaubt es, die Anzahl der Threads für das Lesen der Backup-Daten von der Festplatte und für die Prüfsummenberechnung in Verifizierungs-Jobs frei zu konfigurieren. Durch diese an die Hardware und den Workload anpassbare Parallelität lassen sich Verifizierungszeiten deutlich verkürzen und der Gesamtdurchsatz steigern.
Außerdem ergänzt der Proxmox Backup Server 4.1 die in Version 4.0 eingeführte S3-Unterstützung um die Option, die Bandbreite für Sicherungs- und Wiederherstellungsvorgänge zu S3-Endpunkten zu begrenzen. Dadurch lassen sich Netzwerkengpässe vermeiden, insbesondere in gemeinsam genutzten oder bandbreitenbeschränkten Umgebungen.
(fo)
Künstliche Intelligenz
BOE: Produktionsprobleme bei iPhone-OLEDs seit zwei Monaten
Der chinesische Display-Hersteller BOE soll seit November 2025 nicht mehr wie geplant OLED-Panels für verschiedene iPhone-Modelle liefern können. Wie die koreanische Branchenzeitung The Elec berichtet, halten die Produktionsprobleme mittlerweile seit zwei Monaten an. Im Dezember 2025 und Januar 2026 mussten daraufhin mehrere Millionen Einheiten an den südkoreanischen Konkurrenten Samsung Display übertragen werden.
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Betroffen sind primär Displays für ältere iPhone-Generationen wie das iPhone 15 und iPhone 16, die noch auf LTPS-OLED-Technologie setzen. Überraschend ist, dass BOE ausgerechnet bei dieser technisch weniger anspruchsvollen Variante Schwierigkeiten hat – das Unternehmen hatte diese Panels bislang stabil geliefert. Auch bei den neueren LTPO-OLED-Displays für das iPhone 17 gibt es Engpässe. Diese Technologie ermöglicht variable Bildwiederholraten zwischen 1 und 120 Hertz und kommt in den Premium-Modellen zum Einsatz.
Samsung profitiert vom BOE-Ausfall
Samsung konnte durch die Übernahme der ausgefallenen Produktionsvolumina seine Marktposition stärken. Das südkoreanische Unternehmen verfüge über deutlich größere Fertigungskapazitäten als LG Display und könne verschiedene iPhone-Modelle parallel bedienen, heißt es in dem Bericht. Branchenexperten schätzen, dass BOE 2024 weniger als 40 Millionen iPhone-OLED-Einheiten ausgeliefert hat – bei einem ursprünglichen Monatsvolumen von rund 3 Millionen Stück.
Besonders problematisch könnten die Ausfälle für das bereits erhältliche iPhone 16e und das für Frühjahr 2026 geplante iPhone 17e sein, die auf der Displaytechnologie des iPhone 14 basieren. BOE hatte für das iPhone 17e, das in der ersten Jahreshälfte 2026 erscheinen soll, den größten Zuschlag unter allen Zulieferern erhalten. Die anhaltenden Fertigungsprobleme gefährden nun diese Pläne.
Apples Lieferkette unter Druck
Für Apple bedeuten die Produktionsausfälle bei BOE eine Belastung der Lieferkette für die 2026er-Modelle. Das Unternehmen hatte BOE seit dem Jahr 2021 zunehmend in seine OLED-Versorgung eingebunden, um die Abhängigkeit von den etablierten südkoreanischen Herstellern Samsung und LG zu verringern. Die Hardware-Pläne für 2026 sehen neben den Standard-iPhones auch ein faltbares Modell vor, bei dem OLED-Displays eine zentrale Rolle spielen.
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Die technischen Hintergründe der Produktionsprobleme bei BOE sind unklar. Weder Apple noch BOE haben sich offiziell zu den Ausfällen geäußert. Branchenbeobachter vermuten Schwierigkeiten in spezifischen Fertigungsprozessen, die zu Stillständen in den Produktionslinien führen. Analysten gehen davon aus, dass Apple mittelfristig wieder stärker auf Samsung setzen wird, um die Versorgung mit hochwertigen OLED-Panels sicherzustellen.
(mki)
Künstliche Intelligenz
Vorstellung Volvo EX60: Ein nordischer Überflieger?
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Die als direkte Konkurrenten ausgemachten Gegner waren wieder einmal früher dran als Volvo: BMW iX3, Mercedes GLC EQ und Audi Q6 sind schon auf dem Markt. Das muss die Chancen des EX60 nicht zwangsläufig einschränken, sofern die Marke liefern kann. Denn wer jetzt einen BMW iX3 ordert, wird ihn wohl nur im Ausnahmefall auch in diesem Jahr noch bekommen. Trotz stolzer Preise kommen die Bayern derzeit mit der Produktion kaum hinterher. Sie haben deshalb auch keine Eile, etwas weniger teure Varianten nachzuschieben. Das eröffnet unter anderem dem Volvo EX60 die Chance, Interessenten zu überzeugen. Die Eckdaten sind jedenfalls vielversprechend.
Preise auf Höhe der Konkurrenz
Der XC60 mit Verbrennern gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Modellen der Marke. Ein Elektroauto von ähnlichem Zuschnitt und gewohnt konservativer Gestaltung sollte daran anknüpfen können. Ein gehobenes Preisniveau scheint die Zielgruppe nicht abzuschrecken: Ein mit den üblichen Extras versehener XC60 lag deutlich über 60.000 Euro Listenpreis, mit einem Plug-in-Hybrid waren es praktisch nur im Ausnahmefall weniger als 70.000 Euro. Beim Elektroauto EX60 orientiert sich Volvo an der Konkurrenz. Das vorläufige Angebot sieht wie folgt aus:
| P6 | P10 | P12 | |
| Leistung in kW | 275 | 375 | 500 |
| Drehmoment in Nm | 480 | 710 | 790 |
| Beschleunigung 0 bis 100 km/h in s | 5,9 | 4,6 | 3,9 |
| Höchstgeschwindigkeit in km/h | 180 | ||
| Antrieb | Heck | Allrad | |
| Batterie in kWh brutto / netto | 83 / 80 | 95 / 91 | 117 / 112 |
| AC-Ladeleistung in kW | 22 | ||
| DC-Ladeleistung in kW | 320 | 370 | |
| 10 auf 80 Prozent Laden in min | 18 | 19 | |
| Reichweite WLTP in km | 620 | 660 | 810 |
| Verbrauch WLTP in kWh/100 km | 14,7 | 15,7 | 16 |
| Preis Ausstattung „Plus“ | 62.990 | 65.990 | 71.990 |
| Preis Ausstattung „Ultra“ | 69.790 | 72.790 | 78.790 |
Damit ähnelt der EX60 seinen wichtigsten Konkurrenten und übertrifft sie im Detail auch leicht. Die durchschnittliche Nettoladeleistung zwischen 10 und 80 Prozent (entspricht 78,4 kWh netto) liegt beim Topmodell bei immerhin knapp 248 kW. Das Nachladen der Ladeverluste muss zu diesem Wert noch hinzugerechnet werden. Abgeschlossen soll das in 19 Minuten sein. Wir hatten noch nicht viele Elektroautos, die diese Zeit hätten unterbieten können: Smart #5 und Xpeng G6 gehörten dazu.
BMW nennt für das Schließen des 10-80-Prozent-Fensters 22 Minuten, in denen netto 76,3 kWh nachgeladen werden. Das ist also etwas weniger in ein paar Minuten mehr. In der Praxis dürfte das eine untergeordnete Rolle spielen. Klar sollte sein, dass sich solche Zeiten nur an entsprechend gerüsteter Ladeinfrastruktur erzielen lassen. Ladesäulen mit 300 kW sind momentan gerade entlang von Autobahnen häufig zu finden, Punkte mit deutlich mehr Ladeleistung noch eher selten.
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Dicke Säule
Optisch bleibt der EX60 weitgehend in den von Volvo erwartbaren Bahnen, besonders an der Front. Die D-Säule ist derart massiv geraten, dass die Rundumsicht ziemlich eingeschränkt sein dürfte. Einen sehr eigenen Weg geht Volvo bei den Türgriffen, die in der Schachtleiste zwischen Scheibe und Türblatt untergebracht sind. Noch lässt sich das nur aus der Ferne abschätzen, doch ich würde vermuten: Volvo hatte schon Türgriffe, die nach einem Unfall hilfreicher waren.

Volvo
)
Im Innenraum fällt die für die Marke typische Gestaltung auf, bei der sich fast die gesamte Bedienung von Funktionen auf den 15-Zoll-Bildschirm in der Mitte konzentriert. Darauf läuft Android Automotive, denn ein komplett in Eigenregie entwickeltes System ist für Volvo schon lange nicht mehr machbar. Die skalierbare Architektur des „Nvidia Drive AGX Orin“ soll eine kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglichen. Volvo lässt offen, welchen Zeitraum man dabei im Sinn hat.
CPU von Qualcomm
Aus dem unglücklichen Modellanlauf des größeren EX90 will Volvo gelernt haben. Dort war die anfangs eingebaute Hardware rasch zu schlapp für die Anwendungen. Die Angelegenheit war Volvo so peinlich, dass sie Käufern eines im Schnitt rund 100.000 Euro teuren E-SUV einen Tausch der Hardware anboten. Nun setzt Volvo auf eine 8255 CPU von Qualcomm, die eine „ultraschnelle Verarbeitung“ ermögliche und ein „KI-gestütztes Fahrerlebnis durch die Integration von Google Gemini“ schaffe, wie es in der Pressemitteilung dazu heißt. Es dürfte sich um einen Qualcomm SA8255P-Chip handeln, der je vier Cortex-A76 und Cortex-A55 besitzt.
Ein bisschen autonom
Die Anforderungen an die Rechenleistung dürften weiter steigen, allein schon im Bereich des assistierten Fahrens ist das absehbar. Über die geplante Laufzeit des EX60 werden Kunden mehr erwarten als das, was Volvo im ersten Schritt ankündigt. Das SUV kann auf Autobahnen bis 130 km/h selbstständig lenken. Kombiniert mit dem serienmäßigen Abstandstempomat könnte sich am Steuer durchaus das Gefühl einer gewissen Autonomie einstellen, doch der Fahrer bleibt hier stets allein voll in der Verantwortung. Er darf sich also nicht etwa anderen Dingen zuwenden. Da der Fortschritt in diesem Bereich rasant ist, wird das aber vermutlich in den kommenden Jahren nachgereicht. Volvo verspricht, eine Struktur geschaffen zu haben, die kontinuierliche Hardware- und Software-Verbesserungen ausgelegt ist.
Selbst dieser „Pilot Assist Plus“, der auf Autobahnen bis 130 km/h das Lenken übernehmen kann, ist bislang nur angekündigt. In der vorab veröffentlichten Preisliste findet sich ein „Pilot Assist-Paket“, das je nach Ausstattungslinie zwischen 1400 und 1900 Euro kostet. Es enthält unter anderem die 360-Grad-Perspektive und einen Assistenten fürs Einparken sowie einen Spurführungsassistenten, der bis 150 km/h beim Lenken unterstützt und dafür auf Daten des Navigationssystems zurückgreift.
Es ist zumindest vorerst abgesehen von der Metalliclackierung und einem Winterpaket die einzige Option. Volvo richtet sich damit nach den Wünschen chinesischer und amerikanischer Kunden, mit einem Bonus in eigener Sache. Denn weniger Auswahl bedeutet eine vereinfachte, sprich weniger teure Produktion. Für den Kunden kann das bedeuten, dass er schneller zu seinem Auto kommt. Die Chance, es bis in Einzelheiten individuell zu gestalten, ist damit natürlich dahin.

Volvo
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Üppige Serienausstattung
Trösten kann er sich vielleicht damit, dass schon die Grundausstattung „Plus“ ziemlich üppig ist. Matrix-Licht, festes Glasdach, Wärmepumpe, Bose-Soundsystem, elektrisch verstellbare Sitze vorn wie hinten und der Zugang via Smartphone sind immer dabei. Die Version „Ultra“ legt unter anderem ein nochmals besseres Soundsystem von Bowers & Wilkins, feiner auflösender Matrix-Licht, ein auf Knopfdruck elektrochromatisch zu verschattendes Dach und Akustikverglasung oben drauf. Der Zuschlag liegt bei knapp 7000 Euro. Wie eingangs erwähnt, scheint die Zielgruppe in dieser Hinsicht nicht allzu empfindlich.
Volvo hat im Vorfeld enorme Erwartungen geschürt. Die ersten Eckdaten des EX60 versprechen ein E-SUV, das technologisch mit den besten Konkurrenten mithalten kann. Keiner bietet momentan mehr Energiegehalt in der Traktionsbatterie, kaum einer lädt so schnell nach. Dass die anderen nun aber ohne Chance sind, wäre etwas zu hoch gegriffen, denn in beiden Punkten setzt sich der EX60 nur leicht ab – und das zudem auf einem Niveau, was nur die wenigsten als kaufentscheidend erachten werden. Dafür liegen die Konkurrenten technisch zu nah beieinander. Auch der beispielsweise gegenüber einem Mercedes GLC EQ etwas geringere Listenpreis des EX60, der bereits eine sehr üppige Ausstattung inkludiert, spielt bei der finalen Entscheidung für oder gegen ein Modell in dieser Klasse vermutlich kaum eine ausschlaggebende Rolle. Eher dürfte bestimmend sein, ob man die futuristische Einrichtung eines iX3 bevorzugt oder die etwas zurückhaltende Art des EX60.
Mehr zur Marke Volvo
(mfz)
Künstliche Intelligenz
Staatliche Malware kommt vor Verfassungsgerichtshof Österreichs
„Die Regierung nimmt es bewusst in Kauf, dass hochsensible Daten von Bürgern an Dritte abfließen können, und will bewusst Sicherheitsschwachstellen offenhalten, anstatt diese zu schließen”, ärgert sich der österreichische Abgeordnete Christian Hafenecker (FPÖ) über die sogenannte Messengerüberwachung mittels Bundestrojaner. „Wer Sicherheitslücken für Überwachungszwecke instrumentalisiert, setzt die Privatsphäre der Bevölkerung und die Sicherheit der staatlichen Infrastruktur leichtfertig aufs Spiel. Wir fordern die Rückkehr zu klaren rechtsstaatlichen Prinzipien und den Schutz unserer Grundfreiheiten“, sagt seine Kollegin Alma Zadić (Grüne). Gemeinsam bringen die beiden Oppositionsparteien die Novelle des Staatsschutz- und Nachrichtendienst-Gesetzes aus dem Vorjahr vor den österreichischen Verfassungsgerichtshof (VfGH).
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Dieser muss prüfen, ob das Gesetz verfassungskonform ist. Es erlaubt österreichischen Ermittlern, bald Malware heimlich in Geräte von Bürgern einzuschleusen, um diese zu überwachen. Unbeteiligte Dritte, darunter Betreiber von Messengerdiensten, sind gesetzlich dazu verpflichtet, an der Überwachung mitzuwirken. Den Verdacht einer Straftat verlangt das österreichische Gesetz nicht. Es reicht, wenn eine Person verdächtigt wird, in Zukunft eine schwere Straftat begehen zu wollen.
Die heimliche Überwachung funktioniert technisch nur, wenn es Sicherheitslücken gibt, seien es absichtlich eingebaute Hintertüren oder unabsichtliche Schwachstellen. Informationen dazu werden im Untergrund feilgeboten, wo die staatlichen Spione oder deren Lieferanten einkaufen müssten. Das Konzept geht also nur auf, wenn Steuergeld an organisierte Banden fließt und die Sicherheitslücken nicht geschlossen werden.
Herbe Kritik der Opposition
Damit gefährde die Regierung „die Cybersicherheit im ganzen Land, insbesondere der Kritischen Infrastruktur wie etwa von Krankenhäusern, Energieversorgung und Behörden”, meint Hafenecker, der auch Generalsekretär seiner Partei ist. Das von der Regierungspartei ÖVP ausgerufene Ziel der Bekämpfung islamistischen Terrors sei nur ein „Feigenblatt”. Tatsächlich stünden ”regierungskritische Bürger, die dafür nur mit der Punze ‚Verfassungsgefährder‘ abgestempelt werden müssen” im Visier. Er verweist auf Griechenland, Polen und Spanien, wo vergleichbarer Zugriff auf Mobiltelefone missbräuchlich verwendet worden ist.
„Wenn der Staat beginnt, sich Spionagesoftware zu bedienen, folgt unweigerlich der Missbrauch. In ganz Europa wurden bereits Journalisten und Oppositionelle sowie Zivilgesellschaft mit solchen Staatstrojanern überwacht”, bekräftigt der Grüne Netzpolitik-Sprecher Süleyman Zorba. „Die Frage ist nicht, ob es zum Missbrauch kommt, sondern wann.“ Zudem habe schon die Möglichkeit der Überwachung abträgliche Wirkung: „Allein das Wissen, dass der Staat mitlesen könnte, verändert unser Verhalten. Menschen kommunizieren nicht mehr frei, wenn sie mit einem digitalen Mitlauscher rechnen müssen.“
Seltene Drittelbeschwerde
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Das Gesetz kommt durch ein selten genutztes Verfahren vor den VfGH: Österreichisches Verfassungsrecht sieht vor, dass der Gerichtshof Bundesgesetze auf ihre Verfassungsmäßigkeit prüft, wenn ein Drittel der Abgeordneten einer der beiden Kammern des Parlaments (Nationalrat oder Bundesrat) dies verlangt. FPÖ und Grüne haben gemeinsam ausreichend Stimmen im Nationalrat und haben dort am Mittwoch die sogenannte Drittelbeschwerde ausgelöst.
2019 hat der VfGH eine 2018 von FPÖ und ÖVP beschlossene Gesetzesversion für Staatstrojaner sowie die verdeckte Erfassung und Speicherung von KFZ-Kennzeichen als verfassungswidrig aufgehoben (Az. G 72–74/2019 und G 181–182/2019). Damals prüfte der VfGH aufgrund zweier Drittelbeschwerden. Diese kamen von Sozialdemokraten (SPÖ) und Liberalen (NEOS); die damals oppositionellen Parteien bilden heute mit der rechtskonservativen ÖVP die Regierungskoalition und haben die neue Novelle im Juli mitbeschlossen.
SPÖ und ÖVP zeigten sich am Mittwoch von der „180-Grad-Wende“ der FPÖ irritiert. Als Innenminister habe FPÖ-Chef Herbert Kickl die Messenger-Überwachung noch vorangetrieben, und dabei deutlich mehr als nur Verfassungsgefährder überwachen wollen. Die neue Ausformulierung sei verfassungskonform. Die NEOS, obwohl nicht in Opposition, begrüßen die Prüfung durch den VfGH ausdrücklich.
(ds)
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