Datenschutz & Sicherheit

Roblox fordert User zur Altersüberprüfung auf


Die Online-Spieleplattform Roblox hatte bereits angekündigt, bis zum Jahresende 2025 stärkere Altersverifikationsmaßnahmen einzuführen. Nun erhalten Spielerinnen und Spieler sowie Erziehungsberechtigte von Roblox entsprechende Hinweis-E-Mails, dass für die Chat-Funktion eine Altersüberprüfung notwenig wird.

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Mittels Gesichtsscan, den Roblox „Video-Selfie“ nennt, will das Unternehmen sicherstellen, dass das Mindestalter von 13 Jahren eingehalten wird. User filmen dazu mit der Frontkamera des Smartphones das eigene Gesicht aus mehreren Blickwinkeln. Daraus leitet die Software biometrische Daten ab, die der externe Dienstleister Persona auswertet. Sollte die Erkennung fehlschlagen, gibt es zudem die Alternative, ein amtliches Ausweisdokument vorzulegen, dass das Alter bestätigt.

Die Daten sollen „unmittelbar nach der Verarbeitung gelöscht“ werden. Roblox ergänzt: „Die Altersüberprüfung ist völlig optional. Der Chat ist jedoch nur verfügbar, wenn eine solche Prüfung durchgeführt wurde.“ Für noch jüngere Kinder sieht Roblox weitere nötige Einwilligungen vor: „Wenn dein Kind unter 9 Jahre alt ist, benötigt es deine Erlaubnis, um die Chat-Funktionen nutzen zu können. In der Kindersicherung kannst du den Status der Altersüberprüfung deines Kindes einsehen, die Chat-Einstellungen deines Kindes aktualisieren und vieles mehr.“

Das Altersverifikationssystem hat Roblox bereits in der vergangenen Woche im internationalen Bereich scharf geschaltet. Spoiler-Alarm: Minderjährige ab hier bitte nicht weiterlesen! So effektiv wie dieser Hinweis stellt sich die Altersüberprüfung von Roblox laut Engadget dar. Demnach hat sich ein Kind einen Schnurrbart und Bartstoppeln ins Gesicht gemalt und das System so überlistet. Online-Videos sollen zeigen, wie Kinder das System glauben lassen, dass sie bereits erwachsen seien, indem sie Avatar-Bilder vor die Kamera hielten – in einem Fall reichte dafür laut dem Bericht ein Foto von Kurt Cobain.

Das allerdings würde auf wundersam schlechte Software hindeuten, die Roblox im Einsatz hat. Systeme zur Altersverifikation können deutlich besser funktionieren. Künstliche Intelligenz wertet dabei mehr Merkmale aus, als Bartstoppeln – etwa Augenringe, Konturen, Falten. Zudem muss ein Gesicht in der Regel von allen Seiten und in Bewegung gezeigt werden. Das wäre mit einem Foto nicht möglich.

Es gibt ebenfalls Berichte über Fehlklassifikationen in die andere Richtung, nämlich, dass Menschen jünger geschätzt wurden. Ein 23-Jähriger soll für 16 bis 17 Jahre gehalten worden sein und beschwerte sich, dass er nicht „mit verdammten Kindern chatten“ wolle. Zudem soll laut einem weiteren Bericht ein 18-Jähriger in die Alterskohorte 13 bis 15 gesteckt worden sein.

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Roblox hat das Altersverifikationssystem als Reaktion auf Vorwürfe erstellt, dass das Unternehmen ein Problem mit Kinderschändern im Chat hat.


(dmk)



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