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RPG-Klassiker Ultima: Richard Garriott will „seine“ Serie mit Trick zurückholen

Richard Garriott will Ultima zurück. Das an sich ist nichts Neues, schließlich hat das Entwickler-Urgestein diese Absicht seit Jahren immer wieder vorgebracht. Nun hat er jedoch einen Trick in Form einer Besonderheit des US-amerikanischen Urheberrechts im Ärmel.
Richard Garriott gehört zur Riege der legendären Spiele-Designer der 1990er-Jahre und ist Schöpfer der Ultima-Serie, die zwischen 1982 und 1999 immerhin neun Rollenspiele hervorgebracht hat, wenn einmal von dem belanglosen 2013er Online-Actionrollenspiel Ultima Forever: Quest for the Avatar abgesehen wird. Sie umspannt damit stark textbasierte Titel für Atari und Commodore, 2D-RPGs und schließlich eines der ersten 3D-Rollenspiele. Das stark fehlerbehaftete und bei Erscheinen unglaublich ressourcenintensive Ultima 9 markierte schließlich das Ende der Reihe, die 1992 zum Portfolio von Electronic Arts gehört.
Ein exzentrischer Plan
Garriott steht nicht nur im Ruf, recht gute Videospiele zu entwickeln, sondern auch sich exzentrische Marotten zu leisten. In seinen Spielen taucht er nicht nur persönlich als Alter Ego „Lord British“ auf, sondern lebte zeitweilig auch in einem Haus im mittelalterlichen Stil, dem Britannia Manor mit Sternenwarte, einem Verlies und funktionionsfähiger altertümlicher Kanone.
In dieses Bild passt sein neues Vorhaben: Garriott, der seit Jahren versucht mit EA eine Fortsetzung zu entwickeln, will sich „seine“ Serie nun zurückholen. Der Schlüssel dazu ist Paragraph 203 des U.S. Copyright Act, das Autoren ein unveräußerliches(!) Fenster von fünf Jahren gewährt, sich Copyright-Rechte nach 35 Jahren zurückzuholen. Da der Verkauf von Ultima 34 Jahre zurückliegt, könnte sich Garriott das Copyright nächstes Jahr zurückzuholen versuchen.
Ein Ultima 10 wird es damit aber noch nicht geben, denn das Copyright umfasst lediglich Quellcode, Artworks, Charaktere, Dialoge und die Lore der Ultima-Spielwelt, nicht aber die Markenrechte selbst. Garriott könnte also ein Spiel in der Ultima-Welt Britannia inklusive ihres Herrschers Lord British entwickeln, dürfte es aber nicht Ultima nennen. Konkrete Pläne will Garriott im September enthüllen.
Erfolg muss sich zeigen
Zur Garriott-Geschichte gehört allerdings auch, dass nach Ultima kein großer Hit mehr aus seiner Feder stammt. Sowohl das MMORPG Tabula Rasa als auch ein Ultima-Nachfolger im Geiste, Shroud of the Avatar: Forsaken Virtues, blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Ob sein Plan klappt, bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit hat sich EA zwei neue Marken zu Ultima in den Kategorien „online computer game“ und „downloadable video game“ eintragen lassen.