Künstliche Intelligenz

Samsung fertigt künftig angeblich mehr Chips von AMD, BYD, Google und Tesla


Der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC aus Taiwan ist aufgrund des KI-Booms praktisch an seiner Kapazitätsgrenze, sodass immer mehr Großunternehmen ihre Chips auch anderswo produzieren lassen. Einem Bericht aus Asien zufolge ist Samsung dabei der erste Ansprechpartner. Laut mit diesen Angelegenheiten vertrauten Personen verzeichnet der südkoreanische Elektronikkonzern derzeit deutlich mehr Anfragen und Aufträge zur Chipfertigung von bestehenden und neuen Kunden. Dazu sollen neben AMD, Google und Tesla auch chinesische Konzerne wie der Elektroautohersteller BYD gehören.

Weiterlesen nach der Anzeige

Vor wenigen Tagen wurde bereits berichtet, dass Google zur Fertigung einer neuen TPU-Generation neben TSMC auch Samsung nutzen könnte. Zwar soll es sich dabei nur um einen Teil der für 2028 geplanten 10. TPU-Generation Googles handeln, aber auch dies wäre für Samsung ein großer Erfolg als Auftragsfertiger. Nun meldet Nikkei Asia, dass neben Google auch Chinas führender Hersteller von Elektrofahrzeugen, BYD, mit Samsung über die Produktion kommender Halbleiter spricht. Dabei handelt es sich demnach um Chips für autonomes Fahren.

„TSMC priorisiert die Fertigung in modernen Fertigungsverfahren nicht nur, weil dies die Technologieführerschaft und die langfristige Strategie des Unternehmens stärkt, sondern auch, weil diese Verfahren profitabler sind und weiterhin knapp verfügbar bleiben“, erklärt ein Manager eines chinesischen Entwicklers von Autochips, der ungenannt bleiben wollte. „Die Fertigungsausbeuten von Samsung liegen zwar weiterhin hinter denen von TSMC zurück, doch die Verfügbarkeit von Kapazitäten hat das Unternehmen zu einer zunehmend attraktiven Option gemacht.“

Einige chinesische Chipentwickler würden aufgrund der angespannten Auftragslage bei TSMC deshalb auch Samsung mit der Chipherstellung beauftragen, statt sich auf einen Auftragsfertiger zu verlassen. „Geopolitische Faktoren veranlassen auch einige US-amerikanische Kunden dazu, mehrere Auftragsfertiger für Chips zu beauftragen, sofern dies möglich ist“, fügte ein weiterer Manager aus der Chipbranche hinzu.

Weiterlesen nach der Anzeige

Das scheint die aktuelle Strategie der Branche zu sein. „Die Kapazitäten von TSMC für die Fertigung fortschrittlicher Chips sind voll ausgelastet, was es für chinesische Kunden mit geringerem Auftragsvolumen schwierig macht, neue Bestellungen zu platzieren“, erklärt eine Quelle aus der Führungsebene der Chipindustrie. „Daher haben sich einige von ihnen wegen künftiger Möglichkeiten an Samsung gewandt.“

Dazu gehört auch Tesla. Der US-amerikanische Elektroautohersteller lässt etwa den AI4 genannten Chip für Fahrzeuge und Roboter bei Samsung fertigen, der kommende AI5 wird dagegen von TSMC produziert. Doch bei der nächsten Generation greift Tesla wieder auf den südkoreanischen Konzern zurück und lässt die AI6-Chips im Wert von 16,5 Milliarden US-Dollar bei Samsung herstellen. Die Herstellung erfolgt dabei in einem neuen Halbleiterwerk in Texas.

Eine solche Strategie für die Chipfertigung können sich allerdings nur Großkonzerne leisten, denn die Chipentwicklung muss mit der Chipproduktion abgestimmt werden. Bei einem Wechsel des Auftragsfertigers sind deshalb enorme Investitionen erforderlich, etwa bei Forschung und Entwicklung sowie der Koordination der Lieferkette.

Für Nvidia und AMD, beides Großkunden von TSMC, dürften die Vorteile der Nutzung höherer Kapazitäten bei einem anderen Fertigungspartner den Aufwand rechtfertigen. So arbeitet AMD laut Nikkei Asia aufgrund der aktuellen Kapazitätsengpässe derzeit auch mit Samsung an verschiedenen Chipprojekten. Dabei soll es um künftige Prozessoren gehen, die ab 2028 vom südkoreanischen Konzern gefertigt werden sollen.

Auf Anfragen wollten die Unternehmen dies allerdings nicht bestätigen. Samsung erklärte, sich nicht zu Kunden zu äußern. BYD lehnte eine Stellungnahme ab. Google teilte mit, dass man die Einzelheiten der eigenen Lieferkette nicht kommentiert.

Lesen Sie auch


(fds)



Source link

Beliebt

Die mobile Version verlassen