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Santé im neuen Look – Design Tagebuch
Santé vollzieht aktuell ein Rebranding. Mit modernisiertem Markenauftritt, überarbeiteten Produktlinien und einer aufmerksamkeitsstarken Kampagne wird die Naturkosmetikmarke auf eine neue Generation von Konsumenten ausgerichtet.
Santé ist eine deutsche Naturkosmetikmarke, die 1975 gegründet wurde. Die Marke gehört zum Naturkosmetik-Unternehmen Logocos, zu dem auch Logona und Heliotrop gehören. Das Sortiment umfasst viele Pflegeprodukte wie Shampoos, Duschgels, Körperlotionen, Deos und Zahncremes sowie dekorative Kosmetik wie Mascara, Lippenstifte und Puder. Die Produkte sind teils durch BDIH, teils von Natrue zertifiziert und enthalten überwiegend Bio-Rohstoffe. 2023 wurde Logocos an den US-Investor Cobe Capital verkauft und agiert seitdem wieder unabhängig, nachdem der Naturkosmetikhersteller 2018 von L’Oréal übernommen worden war.
Derzeit wird ein neuer Markenauftritt von Santé mit überarbeiteten Produktlinien und jüngerer Ansprache unter dem Claim „JOY, POWERED BY NATURE“ ausgerollt. Ziel ist es, Naturkosmetik zeitgemäßer, zugänglicher und emotionaler zu präsentieren. In den Regalen in Supermärkten stehen derzeit Verpackungen mit altem und neuem Design nebeneinander (Foto). Begonnen hatte der Rollout bereits im Frühjahr 2026.

Im Rahmen des Rebrandings wurden nicht nur Rezepturkomponenten, Verpackungen und Produktlinien überarbeitet, sondern auch Logo, Markenschreibweise und Kommunikationsstrategie neu entwickelt. Aus „Sante“ wird „Santé“ – begleitet von einer feinjustierte Markenhaltung, die Lebensfreude, Leichtigkeit und Natürlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Das Markenlogo, weiterhin eine reine Wortmarke, ist künftig in einer Serifenschrift gesetzt, statt in einem Scriptfont. Als Headline-Schrift kommt anstelle des Script-Freefonts Edo-SZ die Futura-inspirierte RL Refusit (Regular Lines TF) zum Einsatz.
Die parallel zum Rebranding lancierte Kampagne (siehe Video oben) setzt auf Authentizität statt auf Perfektionsdruck. „Wir wollen der jüngeren Generation nicht noch mehr auf die Schultern packen, den gefühlten Perfektionszwang nicht noch weiter befeuern, Stichwort: aesthetic labour. Beauty soll wieder Freude bereiten, Energie geben statt zu rauben. Das ist unser Grundgedanke, dieser Ansatz spiegelt sich im gesamten Rebranding wider“, erklärt Lars Zirpins, Geschäftsführer der LOGOCOS Brands GmbH.
Mediengalerie
- Santé Brand Design – Promo, Headline gesetzt in der RL Refusit, Quelle: LOGOCOS Naturkosmetik, Amazon
- Santé Brand Design – Social Post, Quelle: LOGOCOS Naturkosmetik, Instagram
- Santé Logo – vorher und nachher, Bildquelle: LOGOCOS Naturkosmetik, DM
- Santé Logo, Quelle: LOGOCOS Naturkosmetik
- Santé Nail Color (07 flame) – vorher und nachher, Bildquelle: LOGOCOS Naturkosmetik, DM
- Santé Shampoo Glossy Shone 250ml Flasche – vorher und nachher, Bildquelle: LOGOCOS Naturkosmetik, DM
- Santé Brand Design – Social Post, Quelle: LOGOCOS Naturkosmetik, Instagram
- Santé Brand Design – Social Post, Quelle: LOGOCOS Naturkosmetik, Instagram
- Santé Brand Design – Campaign, Quelle: LOGOCOS Naturkosmetik, YouTube
- Santé Produkte im Supermarktregal (08/2026), Foto: Schaffrinna
Kommentar
Die letzten drei Buchstaben „nté“ wirken fetter als die ersten beiden Buchstaben „Sa“ – „nté“ beansprucht mehr Fläche, wirkt kräftiger. Die Wortmarke insgesamt wirkt unausgewogen. Die Ursache: Das Versal-S wurde auf nahezu X-Höhe der Minuskeln verkleinert; das S ist somit kleiner als die Achselhöhe des t. Das kann man gestalterisch so machen, sofern man auch die Strichstärke des S händisch anhebt, was in diesem Fall jedoch versäumt wurde.
Beim Versal-S ist der diagonale Strich (Spine) in aller Regel (leicht) fetter als die Stämme der Minuskeln. Bei Lettern mit ausgeprägten Strichstärkenkontrast, so wie hier, müsste also die Diagonale sichtbar fetter sein als die Stämme im n. In diesem Fall jedoch sind Spine und Stämme gleich fett, was in Verbindung mit den deutlich dünner gehaltenen Bögen im S dafür sorgt, dass das S als weniger kräftig erfasst und wahrgenommen wird als der Rest. Tropfen, im S und im a, hätten diesem Eindruck entgegenwirken können – doch die gewählte Schrift verfügt über keine. Auch das gewählte Kerning sorgt nicht dafür, diese Unausgewogenheit auszugleichen.
Ausgewogenheit ist bei einem Typologo nicht die einzige Prämisse. Stark unterschiedlich großen Zeichenzwischenräume und das bewusste Spiel mit Zeichen kann, wie etwa bei der Glaswarenmarke Iittala, auch ein intendiertes Gestaltungs- und Unterscheidungsmerkmal sein. Prägnanz ist bei einem Typologo also ebenso wichtig.
Prägnanter als die bisherige Wortmarke ist das neue Santé-Typologo schon – doch nicht so prägnant, gestalterisch überzeugend und formal-ästhetisch ansprechend wie es möglich gewesen wäre. #Typedesign
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