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Schnellster Pitch der DHDL-Geschichte: Klemab räumt Deal mit Dümmel ab


47 Sekunden, ein vollgeklebtes Studio und ein Rekord-Pitch: Vick Manuel sichert sich mit seinem Klebemaßband Klemab den Deal mit Dümmel.

47 Sekunden, ein klebriges Chaos und ein Pitch, der sogar die Löwensessel festhält – Vick Manuel zeigt, wie man Rekorde klebt.
RTL / Bernd-Michael Maurer

47 Sekunden. So lange dauert es, bis Vick de Froz Jorge Manuel in der neuen Folge von „Die Höhle der Löwen“ den Rekord für den schnellsten Pitch in der Geschichte der Sendung aufstellt. Bevor überhaupt jemand richtig sitzt, ist das ganze Studio schon vollgeklebt, sogar die Löwensessel bleiben nicht verschont.

Das Produkt heißt Klemab und ist ein Klebemaßband – eine Idee, die bereits 2018 entstanden ist. Die Anwendung erklärt sich so schnell wie der Pitch selbst: Klebemaßband aufkleben, Maß nehmen, am Klemab markieren, zuschneiden und rückstandslos entfernen. Die Skala erlaubt theoretisch unendliches Messen, ohne dass sich beim Ziehen etwas verschiebt. Die Idee an sich gab es schon, aber laut Gründer hat es bislang niemand geschafft, die Standards so umzusetzen, dass das Band auf allen Untergründen hält und sich beim Arbeiten nicht verzieht. Für die Weiterentwicklung und den Schritt in den Handel bietet Jorge Manuel 50.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile an.

Vom Kochroboter zum Klebeband

Der 32-Jährige aus Leipzig ist Produktdesigner, gelernter BWL-er und arbeitet viel handwerklich, ist Schreiner, Heimwerker, Tüftler. Er ist einer, der weiß, wie nervig es sein kann, wenn das Maßband ständig verrutscht. Klemab soll genau dieses Problem lösen, ohne großes Umdenken.

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Jorge Manuel hat schon Erfahrungen im Gründen gemacht, da er bereits ein Startup in der Robotik aufgebaut hatte. „Ich habe die letzten Jahre ein Startup gegründet und war in der Food Robotic tätig und habe kochende Roboter gebaut. Wir waren eines von zwei deutschlandweiten Startups, die sowas gemacht haben“, erzählt er. Das Timing allerdings sei schwierig gewesen. „Mit der Corona-Pandemie ein passendes Investment zu finden war hart. Die Technologie in Europa war ebenfalls nicht so einfach. Die Mischung daraus hat das Startup nicht aufgehen lassen.“ Ausgerechnet aus dieser Erfahrung entstand jedoch die Idee für sein heutiges Produkt. „Ich brauchte Tools, mit denen man schnell arbeiten kann.“

Soft Launch statt TikTok-Hype

Seit einem Jahr ist das Produkt im Soft Launch online erhältlich. Rund 1000 Rollen wurden bislang verkauft, etwa 5000 Euro Umsatz stehen zu Buche. Eine volle Rolle mit 50 Metern kostet im Verkauf 7,90 Euro, der Einkauf liegt bei 1,20 Euro. Online habe er noch nicht so viel Gas gegeben. Warum eigentlich nicht, will Frank Thelen wissen: „Was ist da los? Ich empfinde dich als extrem sympathisch, und stelle mich dich auf TikTok vor. Da müssten doch ein paar Rollen rübergehen.“ Jorge Manuel sieht sich jedoch nicht in dem Feld: „Ich kann Produkte gut bauen und das ist das, was ich gerne mache. Ich habe da die größten Anforderungen an mich selbst.“

Vick Manuel und seine 1000 Rollen Klemab – noch nicht viral, aber schon ziemlich klebrig.
RTL / Bernd-Michael Maurer

Thelen zeigt sich grundsätzlich angetan: „Ich liebe einfache Produkte. Wenn du nichts kompliziert erklären musst. Das finde ich cool.“ Trotzdem sieht er sich nicht als passenden Partner. „Du bist ein toller Gründer. Starker Auftritt. Sehr eindrucksvoll. Aber was du brauchst, ist ein Vertrieb in den Baumärkten. Ich seh dich als Medienstar auf TikTok. Du siehst es aber nicht und willst in die großen Baumärkte. Dafür bin ich der falsche Löwe.“

Zwischen Baumarkt und Bauchgefühl

Der Gründer selbst wünscht sich vor allem Kontakte, Netzwerk und Unterstützung beim Schritt in den Handel. Genau da hakt es bei einigen. Judith Williams sagt: „Vick, du bist super sympathisch. Du kommst hier an mit einer genialen Idee. Aber ich bin geschäftlich kein Partner von Baumärkten. Nicht mein Business.“ Anne Lemke ist ebenfalls begeistert vom Produkt: „Das Band klebt sehr gut. Er kommt sehr gut rüber.“ Ihr Ehemann und Geschäftspartner Stefan Lemke ergänzt: „Du bist top, aber leider ist es kein richtiges Online-Produkt. Anne und ich sind einfach nicht die Richtigen.“ 

„Saudufter Typ“ holt sich den Deal

Carsten Maschmeyer bringt es mit einem Joke auf den Punkt: „KI würde in dem Fall heißen: Klebt intelligent.“, weiterhin sagt er: „Ich will dich hier nicht ohne Deal rauslassen. Ralf, hast du Interesse? Ich bin da auch nicht so zu Hause.“ Ralf Dümmel meldet sich zu Wort, und der Ton ist eindeutig. „Saustarker Auftritt. Menschlich bist du sensationell und super bodenständig. Du bist ein saudufter Typ. Das Produkt gehört in jeden Haushalt. Du stehst ganz am Anfang. Ich sag zu 50.000 Euro und 20 Prozent ja und glaube, ich bin der richtige Partner.“

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Dass aus dem TV-Handschlag mehr wird als nur Sendezeit, zeigt sich nach den Dreharbeiten: Die 50.000 Euro für 20 Prozent fließen tatsächlich, der Deal mit Dümmel geht in die Umsetzung. Für den Leipziger Gründer bedeutet das nicht nur Rückenwind, sondern vor allem Zugang zu genau dem Vertriebsnetz, das er sich gewünscht hat. Am Ende bleibt damit nicht nur ein Rekord in 47 Sekunden, sondern auch die Aussicht, dass aus einer klebrigen Studioaktion ein ernstzunehmender Baumarkt-Case werden könnte.





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