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Sensor Towers App Ranking: Die beliebtesten Apps des Jahres
Der State of Mobile 2026 von Sensor Tower zeigt: Wer auf Wachstumsraten schaut, landet bei generativer KI. Wer wissen will, wo Zeit, Aufmerksamkeit und Geld zusammenlaufen, muss auf Social Media schauen. Und eine App liegt überall vorn.
5,3 Billionen Stunden in Apps, fast 2,5 Billionen davon in Social Media. Wer jetzt an kollektives Scrollen bis zum Muskelgedächtnis denkt, liegt nicht ganz falsch – aber das ist eine andere Debatte. Diese Zahlen erzählen vor allem, wie fest Mobile inzwischen im Alltag verankert ist. Der Mobile-App-Markt hat sich 2025 weniger beschleunigt als neu sortiert. Generative KI war zwar die am stärksten wachsende App-Kategorie, zugleich aber blieb Social Media der Ort, an dem Reichweite, Aufmerksamkeit und Nutzungszeit gebündelt werden. Das zeigt der aktuelle Jahresreport State of Mobile 2026 des Marktforschungsunternehmens Sensor Tower.
ChatGPT auf Platz 1, Adobe integriert, Gen AI etabliert:
Was 2025 das Mobile Marketing geprägt hat
TikTok bleibt vorn, ChatGPT mit größter Wachstumsdynamik
ChatGPT stieg 2025 laut einer AppsFlyer-Analyse in den USA zur meistgeladenen iPhone App des Jahres auf. Betrachtet man jedoch den globalen Markt – also Downloads über alle Plattformen hinweg, In-App-Kauf-Umsätze und die gesamte Nutzungsdauer –, liegt weiterhin TikTok vorn. Das verdeutlicht auch die Auswertung der Top-App-Subgenres nach Downloads, Umsatz und Nutzungsdauer von Sensor Tower, in der TikTok mehrere Spitzenpositionen gleichzeitig belegt, während ChatGPT mit der größten Wachstumsdynamik in allen drei Kategorien punktet. Die App legte 2025 um 148 Prozent bei Downloads, 254 Prozent bei In-App-Umsätzen und 426 Prozent bei der Nutzungsdauer zu.
Insgesamt verbrachten Nutzer:innen fast 2,5 Billionen Stunden in Social Media Apps, im Schnitt mehr als 90 Minuten pro Tag. Zwar wächst Social Media prozentual langsamer als andere Kategorien, bleibt aber der mit Abstand wichtigste Ort gebündelter Aufmerksamkeit auf dem Smartphone. Gleichzeitig zeigt sich das dynamischste Wachstum bei KI-Anwendungen. Vor allem ChatGPT hebt sich ab. Die Apps, insbesondere ChatGPT, etablieren sich als Alltagswerkzeuge jenseits eines rein technikaffinen Publikums. Die beiden Entwicklungen widersprechen sich nicht, sondern verweisen auf unterschiedliche Ebenen der Nutzung: punktuelle Neugier auf KI auf der einen, dauerhaft gebundene Aufmerksamkeit auf der anderen.
KI wird Alltag, Kurzformate binden Zeit – und Nutzung wird selektiver
Neben KI-Diensten gewinnen auch Miniserien-Apps an Dynamik. Formate wie DramaBox oder ReelShort zählen laut Sensor Tower zu den drei Subgenres mit dem stärksten Wachstum bei Downloads und In-App-Käufen. Ihr Erfolgsprinzip ist einfach, aber wirksam: Inhalte werden seriell konsumiert, Aufmerksamkeit über kurze Episoden gehalten und anschließend über Abonnements, Creator-Modelle oder Zusatzfunktionen monetarisiert.
Dass auch die derzeit größte Entertainment-Plattform diesen Trend aufgreift, überrascht kaum. Mit PineDrama testet TikTok eine eigene Miniserien-App, die auf extrem kurze Folgen, Cliffhanger im Minutenformat und die vertraute Scroll-Logik setzt – und damit genau jene Nutzungsmuster weiter verdichtet, die den mobilen Alltag ohnehin prägen.
Aber wer greift eigentlich zu welchen Apps?
Die Nutzungsdaten zeigen, dass sich mobile Präferenzen nicht nur nach App-Typ, sondern auch nach Geschlecht unterscheiden. Während Social und Entertainment Apps weiterhin überwiegend bei Frauen dominieren, rückt ChatGPT bei männlichen Nutzer:innen in den USA in die Top Ten der meistgenutzten Apps vor. TikTok, Pinterest und Venmo finden sich dort hingegen ausschließlich in den vorderen Rängen bei Frauen.
Ein möglicher Grund liegt im Arbeitskontext. Eine Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass Männer Künstliche Intelligenz deutlich häufiger im Berufsalltag einsetzen als Frauen. In der aktuellen Beschäftigtenbefragung Digitalisierung und Wandel der Arbeit (DiWaBe) gaben Frauen signifikant seltener an, KI zu nutzen. Diese Unterschiede wirken sich nicht nur auf Kompetenzen, sondern auch auf Routinen aus – und spiegeln sich damit zunehmend auch in den App Rankings wider.
Utility schlägt Spieltrieb
Eine der markantesten Verschiebungen betrifft die Monetarisierung. Erstmals gaben Verbraucher:innen 2025 mehr Geld für Apps aus als für Mobile Games. Zwar stiegen die Spieleumsätze leicht, die Downloads gingen jedoch um sieben Prozent zurück. Das Wachstum verlagert sich weg vom klassischen Gaming hin zu Anwendungen, die Nutzen, Unterhaltung und Bezahlung enger miteinander verbinden.
Was der State of Mobile 2026-Report über den Wandel mobiler Routinen verrät
Der State of Mobile 2026-Report zeigt keinen kurzfristigen Ausschlag, sondern eine Verschiebung der Kräfteverhältnisse. Mobile Nutzung wird zweckorientierter, stärker personalisiert und zunehmend von KI geprägt. Der deutliche Anstieg bei Nutzungsdauer und Umsätzen zeigt, dass generative KI Teil alltäglicher Routinen geworden ist.
TikTok profitiert im Mobile-Markt von einer Sonderstellung: Die Plattform vereint Unterhaltung, Creator-Ökonomie und Commerce in einem Nutzungskontext und bindet Aufmerksamkeit über Formate hinweg. Parallel lösen sich KI-Apps von ihrem Experimentierstatus und etablieren sich als verlässliche Erlösquellen. Außerdem bleibt TikTok in den USA online. Vor diesem Hintergrund könnte TikTok sogar weiter an Macht gewinnen. Der Preis dafür ist jedoch ein umrissenes Set an politischen und regulatorischen Bedingungen. Berichten zufolge steht eine eigenständige US-Version der App im Raum, betrieben unter US-Aufsicht.