Künstliche Intelligenz

Streit um KI-Klausel: Kommende Netflix-Originals ohne deutschen Ton?


Die deutsche Synchronsprecherin Vivien Faber hat auf der Social-Media-Plattform Threads einen Beitrag veröffentlicht, wonach sich deutsche Synchronsprecher und -sprecherinnen seit Anfang Januar weigern, für Netflix zu arbeiten. Auslöser des Streits soll eine neue KI-Trainingsklausel für kommende Projekte des Videostreamingdienstes sein.

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Laut Faber habe dies zur Folge, dass demnächst Filme und Serien auf Netflix ohne deutsche Synchronisation erscheinen. Konkret dreht es sich dabei um Eigenproduktionen (Originals) und Exklusivtitel, bei denen die Synchronisation in der Hand des Dienstes liegt. Zugekaufte Inhalte werden oftmals bereits mit deutscher Synchronfassung angeliefert.

Der Verband Deutscher Sprecher:innen (VDS) führt in einer aktuellen Mitteilung weiter aus, dass Netflix’ neue Klauseln unter anderem eine Rechteabtretung beinhalten, nach der der Dienst künftige Synchronaufnahmen für KI-Trainingszwecken nutzen dürfte, eine Vergütung dafür aber nicht regelt.

Auf Nachfrage teilte eine Sprecherin heise online zudem mit, dass man Netflix mehrfach signalisiert habe, für Verhandlungen bereitzustehen, um eine Lösung zu finden. Diese Kontaktaufnahmen seien bislang vom Dienst ignoriert worden. Die Forderung des VDS sei sehr klar: „Einwilligung zur Verarbeitung persönlicher Daten zu KI-Trainingszwecken muss freiwillig erfolgen und darf keine Voraussetzung für eine Beschäftigung sein“. Daher prüfe der VDS die Rechteabtretung unter allen juristischen Gesichtspunkten und unterstützen die Sprecher und Sprecherinnen in ihren Forderungen.

c’t hatte bereits Mitte vergangenen Jahres mit der Synchronsprecherin Ranja Bonalana ein Interview geführt, warum der Sprecherverband eine umfassende Regulierung für KI-Stimmen fordert. Dieser Beitrag ist nun frei abrufbar.

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Bonala hatte darin davon berichtet, dass Netflix beim Start auf dem deutschen Markt erst gar nicht synchronisieren wollte. Der Dienst habe gedacht, einfach alles im O-Ton veröffentlichen zu können und die Leute würden es trotzdem konsumieren. Damit sei er dann krachend gescheitert.

Der Verband hatte im April vergangenen Jahres die Petition „Schützt die Kunst vor KI“, für die mittlerweile über 90.000 Unterschriften zusammengekommen sind.


(nij)



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