Datenschutz & Sicherheit
Stryker: IT-Systeme nach Cyberangriff vermutlich iranischer Akteure gelöscht
Der US-Medizingerätehersteller Stryker, mit einem Jahresumsatz von 25,1 Milliarden US-Dollar und 56.000 Mitarbeitern im Jahr 2025 ein recht großes und auch in Deutschland an mehreren Standorten aktives Unternehmen, wurde Opfer eines Cyberangriffs. Am Donnerstag dieser Woche bestätigt Stryker den von der im Iran verorteten Cyberbande Handala behaupteten Cyberangriff auf die IT-Systeme.
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Demnach hat ein Cyberangriff auf die Computersysteme von Stryker am Mittwoch dieser Woche zur weitreichenden Unterbrechung der Geschäftsprozesse geführt, einschließlich der Bestellbearbeitung, Produktion und dem Versand, berichtet Reuters. Die iranische Cybergang Handala behauptet, für den Angriff verantwortlich zu sein. Er erfolgte demnach als Vergeltung für einen Angriff auf eine Mädchenschule in Minab im Süden des Iran Ende Februar.
„Globale Störung der Microsoft-Umgebung“
Stryker hat gegenüber US-Medien am Mittwoch erklärt, eine „globale Störung in der Microsoft-Umgebung“ zu haben. Der IT-Journalist Brian Krebs konkretisiert, dass es sich um einen Wiper-Angriff handelt, bei dem mehr als 200.000 Systeme, Server und Mobilgeräte des Unternehmens gelöscht worden sein sollen. Ein Mitarbeiter des Unternehmens habe demnach dem Irish Examiner berichtet, dass alle zum Unternehmensnetz verbundenen Geräte „Down“ seien und jedes Gerät mit Microsoft Outlook darauf gelöscht wurde.
Die Login-Webseiten seien mit dem Logo der Gruppe Handala verunstaltet. Gegenüber Krebs habe eine anonyme, aber vertrauenswürdige Quelle angegeben, dass die Cyberkriminellen Microsofts Intune-Dienst für die Fernlöschung sämtlicher verbundener Geräte genutzt haben. Dabei handelt es sich um eine bekannte und weitverbreitete, cloudbasierte Netzwerk-, Software- und Geräteverwaltungssoftware von Microsoft.
Der Vorfall habe jedoch keine patientenbezogenen Dienste und damit verbundene Medizinprodukte getroffen, erklärte Stryker. Der volle Umfang und die finanziellen Folgen seien derzeit noch nicht absehbar. Die Untersuchungen laufen noch.
Auf Anfrage von heise online hat Stryker bislang noch nicht reagiert. Möglicherweise sind auch die deutschen Dependancen davon betroffen.
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(dmk)