Künstliche Intelligenz

Taktrekord: 9,2 GHz mit Intels 14900KF unter Helium


Mit einem gesondert ausgewählten Exemplar von Intels Core i9 14900KF (Raptor Lake) hat der chinesische Übertakter „wytiwx“ auf einem Kern einen Takt von 9206 MHz erzielt. Damit ist nach gut zwei Jahren der bisherige Weltrekord des Schweden „Elmor“ von 9118 MHz gebrochen. Elmor war es auch, der erstmals mit einer Intel-CPU die 9 GHz knackte, seine Werte galten lange als unüberbietbar. Zuvor hatten jahrelang ältere AMD-CPUs die Taktrekorde dominiert.

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Solche Frequenzen lassen sich nur mit verflüssigten Gasen erzielen, in der Regel kommt dafür Stickstoff mit einem Siedepunkt von minus 195 Grad Celsius zum Einsatz. Wytiwx setzte nun aber flüssiges Helium ein, das bei minus 269 Grad Celsius verdampft – nur gut 4 Kelvin vom absoluten Nullpunkt entfernt. Flüssiges Helium ist deutlich teurer als Stickstoff, und da es noch schneller in Gas übergeht, braucht man für die stundenlangen Overclocking-Sessions größere Mengen. Der rechnerische Temperaturvorteil lässt sich auch nicht immer in mehr Takt umsetzen, weil eine Vielzahl von anderen Faktoren bei der Kühlung eine Rolle spielen.

Dazu gehören der absolut plane Sitz des Kühlkörpers, wegen seiner Funktion hier „pot“, also „Topf“ genannt, und die Eisentwicklung im Pot. Verspannungen des Mainboards und anderer Komponenten durch die Temperaturunterschiede, und natürlich die Siliziumqualität des Prozessors, spielen auch eine Rolle. Das „golden sample“, das den höchsten Takt erreicht, wird aus Dutzenden, manchmal Hunderten CPUs ausgewählt. Und wenn der Testaufbau abstürzt, lässt er sich meist nicht sofort wieder einschalten, sondern muss erwärmt, neu gestartet, und langsam wieder abgekühlt werden.

Praxistauglich ist das alles natürlich nicht, es geht in der Overclocking-Szene vorwiegend um den Spaß am technisch Machbarem. Als „offiziell“ gelten die Ergebnisse, wenn sie auf der Webseite HWbot nach Kriterien der Szene verifiziert sind. Dazu gehört ein validiertes Ergebnis des Tools CPU-Z, das unter anderem Taktfrequenzen ausliest. Das ist beim Rekord von Wytiwx der Fall.

Bei der Jagd nach dem höchsten Takt ist der Rest weitgehend egal: Nur ein Kern muss kurz eine möglichst hohe Frequenz erreicht haben. Laut den Angaben bei HWbot waren von den acht P-Kernen des 14900KF nur sieben aktiv, einer erreichte die 9,2 GHz, die anderen nicht. Die E-Kerne waren offenbar ganz abgeschaltet. Da es nur um den Takt, nicht einen Benchmarkwert ging, war auch der DDR-5-Speicher mit effektiv 5792 MHz und CL32 vergleichsweise langsam.

Als Betriebssystem diente Windows 7 Ultimate, was bei Übertaktern beliebt ist: Hier lassen sich viele Hintergrunddienste abschalten, ohne die Stabilität zu beeinträchtigen. Wie hoch der Aufwand mit einem ganzen Team war, lässt sich auf einem Video der chinesischen Plattform Bilibili nachvollziehen. Auch wenn am Ende nur 87 MHz mehr standen, zeigt das Experiment doch, dass der durch Ausfälle berüchtigte 14900K(F) noch ein paar Reserven besitzt. Zumindest, wenn man ihn mit Stickstoff oder Helium kühlt.

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