Künstliche Intelligenz
Technaxx Wireless Carplay-Display für 50 Euro ist gar nicht schlecht
Günstig und kompakt: Mit dem Technaxx-Display (TX-320) rüstet man schnell und einfach Android Auto oder Carplay im Fahrzeug nach.
Das Technaxx Wireless Carplay & Android Auto Display TX-320 ermöglicht es ab 50 Euro, ältere Fahrzeuge einfach mit Carplay und Android Auto nachzurüsten. Der kompakte 7-Zoll-Monitor wird wie ein Navigationsgerät per Saugnapf am Armaturenbrett befestigt. Die Tonübertragung zum Autoradio erfolgt wahlweise per AUX-Kabel oder über einen FM-Transmitter. Der Funktionsumfang ist dabei bewusst schlank gehalten. Ob das Gerät zu diesem günstigen Preis überzeugen kann, klärt dieser Testbericht.
Display & Verarbeitung
Mit einer Auflösung von 1024 × 600 Pixeln stellt der 7-Zoll-Monitor sowohl das Kamerabild samt Einparkhilfslinien als auch die Oberflächen von Carplay und Android Auto dar. Übermäßig scharf ist das nicht, für den Einsatzzweck aber mehr als ausreichend. Der kapazitive Touchscreen reagiert unmittelbar auf Eingaben, wenn auch nicht ganz so flott wie bei einem Smartphone.
Die Anzeige ist hell genug, um auch tagsüber meistens ablesbar zu sein – bei starkem Sonnenschein kann es allerdings schwierig werden. Eine automatische Helligkeitsanpassung gibt es leider nicht. Praktisch ist aber die integrierte Sonnenblende. Spiegelungen sind sichtbar, halten sich aber verglichen mit anderen Mitbewerbern in Grenzen.
Wie bei den meisten Displays dieser Art ist die Verarbeitung schlicht gehalten – der Kunststoff wirkt etwas billig. Das Design erinnert an andere von uns getestete 7-Zoll-Modelle. Das Seitenverhältnis liegt bei annähernd 16:9 – nicht ganz ideal, denn trotz der geringen Breite von 19 cm erreicht das Gerät eine Höhe von 11 cm. In einem Kleinwagen kann das schon mal ins Sichtfeld ragen. Hier empfiehlt es sich, die Saugnapfhalterung so zu positionieren, dass der Monitor etwas weiter nach vorne und unten ragt.
An der linken Rückseite des Displays finden sich die Anschlüsse: ein AUX-Ausgang, ein USB-C-Anschluss zur Stromversorgung über das mitgelieferte 12-V-Netzteil, ein microSD-Kartenslot sowie ein AV-Eingang – etwa für eine kabelgebundene Rückfahrkamera.
Montage & Lieferumfang
Zur Befestigung liegt eine Saugnapfhalterung bei – diese kann man im Neigewinkel verstellen oder per Teleskoparm verlängern. Der Vorteil: Man kann die Saugnapfhalterung schnell befestigen und bei Bedarf auch einfacher entfernen als eine Lösung zum festen Ankleben. Allerdings zeigt unsere Erfahrung: Auf dem Armaturenbrett halten Saugnapflösungen schlecht – dabei wäre die Positionierung dort ideal. Am Fenster wiederum könnte der Monitor das Sichtfeld unter Umständen beeinträchtigen.
Technaxx legt allerdings eine vermeintliche Lösung bei: ein rundes, glattes Plättchen zum festen Ankleben auf dem Armaturenbrett. Der Saugnapf hält darauf fester als direkt auf den Armaturen – allerdings löste sich das Plättchen im Test leider. Am Ende klebten wir den Saugnapf dann doch direkt auf das Armaturenbrett. Aus unserer eigenen Erfahrung wissen wir aber, dass sich diese Halterung höchstwahrscheinlich mit der Zeit selbst lösen wird, speziell bei warmen Sommertemperaturen.
Die Schlitze auf der Rückseite sind genormt nach dem HR-4-Loch-Rastersystem wie bei den meisten anderen Carplay-Displays aus unserem Test – wer also ohnehin noch eine Halterung montiert hat, kann diese weiter nutzen. Das haben wir ebenfalls ausprobiert.
Neben der Halterung liegt ein Netzteil für den Zigarettenanzünder (12 V) bereit. Dieses steckt man über den USB-C-Anschluss in den Monitor. Am Adapter für den 12-V-Anschluss befindet sich zudem ein USB-A-Ausgang – praktisch, um etwa das Smartphone zu laden. Dazu kommt ein Klinke-auf-Klinke-Kabel (3,5 mm) für die Verbindung zwischen Monitor und AUX-In des Autoradios – falls vorhanden.
Bilder: Technaxx Wireless Carplay & Android Auto Display TX-320
Technaxx Wireless Carplay & Android Auto Display 7″ (TX-320): Plättchen zum Ankleben auf den Armaturen
Einrichtung
Ist der Bildschirm montiert und eingestöpselt, aktiviert man die Zündung. Der Monitor fährt binnen 20 Sekunden hoch und zeigt einen Startscreen mit Buttons für Carplay oder Android Auto. Wählt man einen davon, erscheint der Bluetooth-Name des Produkts auf dem Display. Nun koppelt man das Smartphone – steht die Verbindung, baut das Gerät anschließend ein lokales WLAN auf. Das klappte schnell und zuverlässig, erfreulich für ein so günstiges Produkt.
Die Verbindung zum Handy erfolgt über Bluetooth 5.0 in Kombination mit WLAN nach dem Standard IEEE 802.11 b/g/n/ac im 5-GHz- und 2,4-GHz-Band. Im Test war die Verbindung stets stabil und auch schnell aufgebaut – deutlich flotter sogar als bei manch teurerem Modell.
Der Bildschirm zeigt nach erfolgreicher Kopplung die Ansicht von Carplay oder Android Auto, sobald man das entsprechende Symbol auswählt. Die Darstellung ist wahlweise auch im Splitscreen möglich. Die Verbindung wird nach dem Fahrzeugstart automatisch wiederhergestellt. Ein runder Punkt rechts auf der Anzeige ermöglicht die Anpassung von Lautstärke und Bildschirmhelligkeit. Schade: Um den Android-Auto- oder Carplay-Modus zu verlassen, muss man umständlich in die Einstellungen – ein Home-Button wäre hier praktisch gewesen. Im Alltag verbleibt man allerdings ohnehin in diesem Modus, da es kaum Zusatzfeatures gibt.
Für die Tonübertragung gibt es nur zwei Wege: per AUX-Kabel, was ein Autoradio mit entsprechendem Eingang voraussetzt, oder per FM-Transmitter. Der Klang über die Kabelverbindung ist grundsätzlich gut, allerdings traten gelegentlich leichte Knackgeräusche auf, selbst unter Nutzung eines Entstörfilters. Erst nachdem wir das Kabel abermals sauber verlegt hatten, wurde es besser – hier scheint der AUX-Ausgang des Bildschirms einen leichten Wackelkontakt gehabt zu haben.
Mit dem FM-Transmitter wird das Audiosignal per Radiowelle über kurze Distanz übertragen. Dazu stellt man die Frequenz zunächst am Bildschirm ein, dann am Autoradio – idealerweise ein Band, das nicht von einem Sender belegt ist. Der Ton ist gut und kommt ohne Knacken aus, allerdings sind immer wieder leichtes Rauschen oder Überlagerungen mit anderen Sendern zu hören.
Eine Möglichkeit, den Monitor per Bluetooth mit dem Auto zu verbinden, gibt es nicht. Das bedeutet auch, dass im Betrieb über FM-Transmitter oder AUX-Kabel die Lenkradfernbedienung nicht nutzbar ist.
Funktionen
Der Startbildschirm erlaubt es, Hintergründe zu wechseln. Daneben gibt es einen Bereich namens „Apps“ – dort finden sich allerdings nur wenige Anwendungen, unter anderem ein Kalender sowie der FM-Transmitter. Einen Equalizer zur Anpassung des Sounds gibt es ebenfalls.
Teilt man sich das Gerät mit anderen, muss man es jedes Mal entkoppeln und neu mit einem anderen Smartphone verbinden. Fährt man allein, ist das kein Problem. Bei gemeinsamen Fahrten wird es lästig.
Der Bildschirm dient zugleich als Freisprechanlage für das per Bluetooth gekoppelte Smartphone. Ein Mikrofon steckt im Monitor. Die Tonqualität bleibt jedoch mäßig – der Gesprächspartner ist nicht immer gut zu verstehen. Über den microSD-Kartenslot kann man MP3s abspielen.
Preis
Die UVP des Herstellers liegt bei 100 Euro. Derzeit bekommt man das 7-Zoll-Display für Carplay und Android Auto bei Händlern wie Amazon schon ab 50 Euro.
Fazit
Das Technaxx Wireless Carplay & Android Auto Display TX-320 erfüllt als günstige Nachrüstlösung zuverlässig seinen Zweck. Die Kopplung mit Carplay und Android Auto gelang im Test problemlos und flott, der kompakte Formfaktor eignet sich besonders für kleinere Fahrzeuge.
Die Audioübertragung erfolgt per AUX-Kabel oder, falls das Autoradio keinen entsprechenden Eingang hat, per FM-Transmitter. Eine direkte Tonübertragung per Bluetooth ans Radio ist nicht möglich. Neben Carplay und Android Auto dient das Display auch als Freisprecheinrichtung oder zum Abspielen von Musik von einer microSD-Karte.
Das mitgelieferte Klebepad enttäuscht leider, da es sich im Test gelöst hatte. Leichte Knackgeräusche trübten den Eindruck. Auch eine automatische Helligkeitsanpassung fehlt, und Funktions- sowie App-Umfang fallen überschaubar aus. Das TX-320 bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist eine mehr als solide Nachrüstlösung.