Künstliche Intelligenz
„Teutobots“: Autonome Roboter transportieren Waren und Gegenstände in Bielefeld
Die Hochschule Bielefeld (HSBI) testet im Projekt AQ-Shuttle im Bielefelder Quartier Lohmannshof, wie vier fahrende Bringbert-Lieferroboter, die „Teutobots“, Waren und Gegenstände etwa nach Hause transportieren können. Bei dem Pilotprojekt handelt es sich allerdings nicht um einen klassischen Lieferservice von Wareneinkäufen, sondern vielmehr um eine Roboter-gestützte Transporthilfe.
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Die vier Bringbert-Roboter stammen von dem Roboterhersteller Cartken, mussten also von den Forschern der HSBI nicht selbst entwickelt werden. Die sechsrädrigen Roboter weisen ein Ladevolumen von 83 cm x 51 cm x 62 cm auf und können Nutzlasten bis zu 20 kg transportieren. Die elektrisch angetriebenen Teutobots weisen dabei eine Laufzeit von mehr als 13 Stunden auf. Der fest montierte Ladecontainer ist über einen verschließbaren und mit einem Code zu entriegelnden Verschlussdeckel gesichert, damit während einer unbeaufsichtigten Transportfahrt nichts abhandenkommt.
Die Navigation von einem Ort zum anderen erfolgt autonom. Der Roboter musste dazu sein Einsatzgebiet im Quartier Lohmannshof durch Mapping erst kennenlernen. Dazu nutzte er gängige Kartendienste über eine Mobilfunkanbindung, die über zwei unabhängig voneinander funktionierende SIM-Karten unterschiedlicher Netzbetreiber den kontinuierlichen Zugriff garantierten. Über das Mapping des Einsatzbereiches haben die Wissenschaftler dem Roboter die wichtigsten stationären Hindernisse beigebracht. Auch das Verhalten an Ampeln und Fußgängerüberwegen müssen dem Roboter antrainiert werden. Der Roboter kann zusätzlich auf plötzlich auftauchende Hindernisse reagieren, fährt dann aus dem Weg auf vorher definierte Rastplätze oder stoppt. Zusätzlich sind Ladestationen und Nachtquartiere angelegt, an denen der Roboter geschützt untergebracht ist. Eine Genehmigung für den Betrieb auf Fußwegen hat die Stadt Bielefeld erteilt.
Transporthilfe zur Reduzierung des Individualverkehrs
Mit der kleinen Roboterflotte wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie gut sie als Transporthilfe taugen. So können sie etwa Einkäufe vom Supermarkt nach Hause bringen oder Gegenstände von A nach B transportieren. Ein Auto etwa muss dann dafür nicht mehr genutzt werden.
Die Buchung der derzeit kostenlos nutzbaren Teutobots erfolgt per QR-Code direkt an einer Mobilstation und einem Supermarkt im Quartierbereich, an der die Roboter abgestellt sind. Daraufhin erhält man eine PIN für die jeweilige Fahrt. Dann muss der Roboter nur noch beladen und das Ziel eingegeben werden, das er dann auf Knopfdruck anfährt. Nach Abschluss der Fahrt kehrt er selbstständig wieder zu seiner Ursprungsstation zurück.
Welche tatsächlichen Nutzungsszenarien in der bereits angelaufenen Praxisphase teilnehmende Bielefelderinnen und Bielefelder dann tatsächlich haben werden und ob die Roboter überhaupt Akzeptanz erfahren, ist noch unklar.
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Die HSBI sucht derzeit weitere Teilnehmer für das Projekt, die im Quartier Lohmannshof wohnen müssen. Interessierte können sich unter teutobots@hsbi.de melden. Eine Projektseite mit den wichtigsten Informationen haben die Forscher eingerichtet. Das Projekt wird vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen (MUNV) gefördert. Ziel ist es, Möglichkeiten zu erforschen, die den Individualverkehr durch den Einsatz eines Quartiershuttles reduzieren.
(olb)