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Künstliche Intelligenz

Trotz Verbesserungen: E‑Patientenakte für besonders sensible Daten ungeeignet


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Die Diskussionen um IT-Sicherheit und Datenschutz bei der elektronischen Patientenakte (ePA) reißen nicht ab. Zwar gab es zuletzt Verbesserungen beim Datenschutz für Informationen rund um den Medikationsprozess und künftig sollen auch Abrechnungsdaten nicht mehr automatisch für alle Leistungserbringer sichtbar sein, doch grundlegende Fragen bleiben offen. Das zeigt eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion „Die Linke“ (Drucksache 21/2238). Viel Verantwortung sieht die Regierung bei den Krankenkassen, etwa bei der Nutzerfreundlichkeit und Barrierefreiheit.

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Kritische Nachfragen zur Zusammenarbeit mit Unternehmen wie IBM und den Auswirkungen auf die digitale Souveränität wurden nur eingeschränkt beantwortet. Nach eigener Aussage hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) keine Kenntnis über die Verträge zwischen den Betreibern und den Krankenkassen. Es verweist stattdessen auf bestehende Sicherheitsvorkehrungen: Die ePA‑Daten würden verschlüsselt auf Servern in Deutschland gespeichert und seien ohne den Schlüssel der Versicherten nicht lesbar.

Eine eigene Überprüfung der Abhängigkeiten von nicht‑europäischen Anbietern plant die Bundesregierung nicht. Stattdessen verweist sie auf das Gesetz über das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSIG), das Schutzanforderungen für sogenannte kritische Infrastrukturen – darunter auch das Gesundheitswesen – festlegt. Nach § 9b BSIG kann das Bundesministerium des Innern (BMI) den Einsatz einer technischen Komponente untersagen, wenn deren Hersteller als nicht vertrauenswürdig gilt, etwa wegen staatlicher Kontrolle aus dem Ausland.

Laut Antwort sind derzeit keine Evaluationen zum Opt‑out‑Verfahren der elektronischen Patientenakte (ePA) vorgesehen, allerdings evaluiere die Gematik das Verfahren. „Abgestimmte Regelungen oder Vereinbarungen mit den Krankenkassen“ gebe es jedoch nicht. Die Bundesregierung betonte, in regelmäßigem Austausch mit Fachorganisationen und Verbänden zu stehen, die die Nutzer der ePA auf Seiten der Leistungserbringer und Versicherten vertreten, um das Verfahren zu beurteilen – eine systematische wissenschaftliche Überprüfung sei aber nicht geplant. Dabei scheint eine offizielle Evaluierung angesichts immer wieder trotz Widersprüchen angelegter Patientenakten angebracht.

Die Bundesregierung bestätigt zudem, dass Versicherte Zugriffsrechte in der ePA nur „institutionsbezogen“ vergeben oder entziehen können. Einzelne Dokumente lassen sich nicht gezielt nur für bestimmte Praxen oder Ärztinnen und Ärzte sperren oder freigeben – sie können ausschließlich vollständig verborgen werden, was dann für alle gilt. Diese Abschwächung des sogenannten „feingranularen Berechtigungsmanagements“, das es in der früheren Opt-in-Version der ePA noch gab, begründet die Bundesregierung mit mangelnder Praxistauglichkeit. Die alte ePA sei zu komplex gewesen und von zu wenigen Versicherten genutzt worden. Bisher verfügen rund 3,7 Millionen Versicherte über eine für die aktive Nutzung der ePA notwendige GesundheitsID.

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Wenn Dokumente wie Arztbriefe verborgen werden, gilt dies für alle Leistungserbringer, es kann derzeit nicht nur gezielt für einzelne gesperrt werden. Den Zeitraum, in welchem ein Leistungserbringer Einsicht hat, können Versicherte selbst festlegen oder vorzeitig beenden – entweder über die ePA‑App oder über die Ombudsstelle ihrer Krankenkasse. Ab dem 1. Januar 2030 soll zudem protokolliert werden, welche Personen auf die Daten zugegriffen haben, und nicht nur welche Einrichtung.

Laut einem Änderungsantrag (PDF) zum Gesetzentwurf zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege sollen künftig Abrechnungsdaten, die von den Krankenkassen in die elektronische Patientenakte eingestellt werden, nicht mehr automatisch für alle einsehbar sein. Das hatte das Bundesgesundheitsministerium gegenüber heise online bestätigt. Damit soll verhindert werden, dass Leistungserbringer, die an der jeweiligen Behandlung gar nicht beteiligt sind, Zugriff auf sensible Abrechnungsinformationen erhalten.

In Notfällen gelten dieselben Zugriffsregeln wie im regulären Behandlungsfall: Ärzte dürfen auf gespeicherte Daten zugreifen, wenn dies für Diagnose oder Behandlung erforderlich ist und keine ausdrückliche Ablehnung des Patienten vorliegt. Die Bundesregierung betont den potenziellen Nutzen der ePA für einen „medienbruchfreien Austausch“ zwischen ambulanten Praxen, Kliniken und psychiatrischen Einrichtungen. In der Praxis ist das bislang jedoch kaum Realität, da nur wenige Krankenhäuser die ePA technisch integriert und aktiv in die Abläufe eingebunden haben.

Besonders sensiblen Daten – etwa zu psychischen Erkrankungen, Schwangerschaftsabbrüchen oder sexuell übertragbaren Infektionen – misst die Bundesregierung zwar einen „besonderen Schutzbedarf“ bei. Ärzte müssen Patienten demnach vor der Speicherung solcher Daten ausdrücklich auf ihr Recht zum Widerspruch hinweisen. Dennoch sind darüber hinausgehende Schutzmechanismen nicht geplant.

Konkrete Hinweise auf Missbrauchsfälle mit ePA-Daten liegen der Bundesregierung derzeit nicht vor. Experten kritisieren jedoch seit Langem, dass gerade psychisch erkrankte Patientinnen und Patienten oft nicht in der Lage seien, komplexe Datenschutzentscheidungen selbst zu treffen. „Es gibt Patienten, die es vielleicht gar nicht schaffen, einer Datenspeicherung zu widersprechen, da sie die schriftlichen Hinweise in den Aufnahmeunterlagen aufgrund von Konzentrationsproblemen nicht vollständig lesen können“, sagte Susanne Berwanger vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen Ende 2024 gegenüber heise online. Und auch andere Themen lassen Wünsche von Datenschützern offen, etwa der fehlende Beschlagnahmeschutz.

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(mack)



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Schnelle Evolution: Neue Spezies erscheinen 2000 Jahre nach Chicxulub-Einschlag


Vor etwa 66 Millionen Jahren schlug ein Asteroid auf der Erde ein und löschte fast alles Leben aus, allen voran die Dinosaurier, die damals beherrschende Spezies. Danach hat sich das Leben wieder entwickelt – und zwar in atemberaubendem Tempo, wie Wissenschaftler herausgefunden haben.

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Der Asteroid hatte einen Durchmesser von 10 bis 15 Kilometern. Er schlug auf der heutigen Halbinsel Yucatan in Mexiko ein – damals war dort Wasser – und hinterließ einen der größten Einschlagkrater auf der Erde, mit einem Durchmesser von 180 Kilometern und einer Tiefe von 30 Kilometern. Dabei wurden immense Mengen Erdreich in die Luft geschleudert, wodurch sich das Klima extrem veränderte. Innerhalb kürzester Zeit starben 75 Prozent aller Arten aus. Es war das größte Massensterben der Erdgeschichte.

Dass sich das Leben wieder entwickelt hat, sehen wir heute. Der Neuanfang vollzog sich dabei in erdgeschichtlich sehr kurzer Zeit: Bereits nach weniger als 2000 Jahren seien neue Planktonarten aufgetaucht, berichtet ein Team des Instituts für Geophysik der University of Texas in der Fachzeitschrift Geology über seine Forschungen am Chicxulub-Krater in Mexiko. „Das ist unglaublich schnell“, sagte Chris Lowery. Normalerweise entwickeln sich neue Spezies über einen Zeitraum von etwa einer Million Jahre.

Lowerys Team hat jedoch schon früher an dem Einschlagskrater geforscht und herausgefunden, dass sich das Leben rasch nach der Katastrophe wieder erholte. Dennoch ging die Forschung davon aus, dass es mehrere Zehntausend Jahre dauerte, bis neue Arten auftauchten.

Als Indikator dafür gelten Sedimentansammlungen, also Lockermaterialien, die teilweise organischen Ursprungs sind. Die Annahme war, dass sich Sedimente nach dem Einschlag im gleichen Maß ansammelten wie vorher. Darauf basierten die Altersbestimmungen kleiner Fossilien in der Schicht, die als Kreide-Paläogen-Grenze (K/Pg-Grenze) bezeichnet wird.

Lowerys Team geht davon aus, dass Massensterben an Land und im Meer die Sedimentationsrate an der K/Pg-Grenze änderte. Es nutzte für die Datierung Helium-3 als Marker. Das Helium-Isotop lagert sich mit einer konstanten Geschwindigkeit im Sediment auf dem Meeresgrund ab. Lagert sich das Sediment langsam ab, ist darin viel Helium-3 enthalten. Lagert es sich hingegen schnell ab, ist der Helium-3-Gehalt entsprechend geringer.

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Das Team bestimmte anhand des Helium-3-Gehalts die Sedimentationsraten an sechs Fundorten der K/Pg-Grenze in Europa, Nordafrika und im Golf von Mexiko. Diese Daten nutzte es dann, um das Alter von Sedimenten zu bestimmen, in denen Parvularugoglobigerina eugubina auftritt. Das Vorkommen dieser Planktonart gilt als Hinweis auf eine Erholung nach dem Massensterben.

Parvularugoglobigerina eugubina tauchte im Zeitraum 3500 und 11000 Jahren nach dem Chicxulub-Einschlag auf – der genaue Zeitpunkt ist nach Standort unterschiedlich. Allerdings fanden die Forscher auch einige Planktonarten, die weniger als 2.000 Jahre nach dem Chicxulub-Einschlag auftraten und eine Erholung der Artenvielfalt einleiteten, die sich über 10 Millionen Jahre fortsetzte.

„Die Geschwindigkeit der Erholung zeigt, wie widerstandsfähig die Natur ist. Dass sich nach erdgeschichtlichem Maßstab in einem Herzschlag komplexes Leben wiederherstellt, ist wirklich erstaunlich“, sagte Timothy Bralower, einer der Autoren der Studie. „Angesichts der Bedrohung durch die anthropogene Zerstörung von Lebensräumen ist dies möglicherweise auch beruhigend für die Widerstandsfähigkeit moderner Arten.“


(wpl)



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OnePlus dementiert Gerüchte über das Aus des Unternehmens


Beim Smartphone-Hersteller OnePlus scheint es drunter und drüber zu gehen. Das Unternehmen dementiert zwar einen Bericht über das Ende der Marke, jedoch scheint die Konzernmutter Oppo Umstrukturierungen vorzunehmen, die auch OnePlus betreffen. Konkrete Fragen dazu beantwortet OnePlus bisher nicht.

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OnePlus ist ein Unternehmen der chinesischen BBK-Gruppe, das im Jahr 2021 von der BBK-Marke Oppo übernommen wurde. Laut einem Bericht des Magazins Android Headlines plant Oppo jetzt, die Marke OnePlus abzuwickeln. OnePlus kämpfe seit Jahren um Marktanteile und auch eine Ende 2022 angekündigte Finanzspritze von Oppo in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar (knapp 1,2 Milliarden Euro) habe nicht zu erhofften Verbesserungen geführt.

Nach enttäuschenden Ergebnissen in Indien und China versuche die Muttergesellschaft nun offenbar, die Verluste zu begrenzen, heißt es weiter. Marktzahlen von Omdia zufolge verlor OnePlus zwischen 2023 und 2024 mehr als 20 Prozent an Absatz, während Oppo selbst zulegen konnte. Ferner kursieren Gerüchte über die Einstellung des OnePlus 15s und des Foldables OnePlus Open 2 – angeblich Anzeichen dafür, dass OnePlus den Smartphone-Markt aufgeben könnte.

Eine erste Reaktion seitens OnePlus kam aus Indien, einem der wichtigsten Märkte der Marke: Robin Liu, CEO von OnePlus in Indien, wies die „Fehlinformationen“ in einem Beitrag auf X entschieden zurück und sagte, dass das Unternehmen nicht geschlossen werde. Zudem forderte er in seinem Beitrag „alle Beteiligten dringend auf, Informationen anhand offizieller Quellen zu überprüfen, bevor sie unbegründete Behauptungen weitergeben“.

Auch OnePlus Nordamerika veröffentlichte eine Stellungnahme, die einen weniger überzeugenden Tonfall hat: „OnePlus North America setzt seinen Betrieb fort und garantiert seinen Nutzern weiterhin umfassenden Kundendienst, Software-Updates und die Einhaltung ihrer Rechte.“

Eine ähnlich klingende Stellungnahme wurde uns auf Nachfrage von der europäischen Dependance des Unternehmens zugeschickt: „Die bestehenden Geschäftsaktivitäten von OnePlus Europa laufen weiterhin wie gewohnt weiter. Der Kundendienst, Software-Updates und Rechteverpflichtungen aller Nutzer sind vollständig gewährleistet.“

Auf eine weitere Nachfrage, ob man von OnePlus in Europa neue Produkte erwarten könnte, erhielten wir keine Antwort. Stattdessen betonte OnePlus abermals, dass „alle vorhandenen Geräte weiterhin Software-Updates und Kundendienstleistungen erhalten“ werden. „Derzeit können wir nur die oben genannte Erklärung abgeben.“

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Gerade der letzte Satz deutet an, dass OnePlus derzeit dabei sein könnte, sich umzustrukturieren, aber noch nicht bereit ist, es zu kommunizieren. Allerdings scheint es im Hinblick auf die Stellungnahme des Indienchefs nicht zu einem kompletten Aus der Marke zu kommen. Jedoch wäre es möglich, dass OnePlus seine Aktivitäten in einigen Regionen reduzieren oder einstellen könnte.

Dass Oppo beziehungsweise BBK seine Smartphonesparten neu aufstellt, zeigte sich schon Anfang des Jahres: Die eigenständige Smartphone-Marke Realme, die unter anderem in Indien, Südostasien und Europa aktiv ist, ist zu einer Untermarke von Oppo geworden. Wie Reuters berichtet, sollen die Ressourcen der beiden Unternehmen gebündelt werden, um Kosten zu senken.

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Ein weiterer Hinweis auf Änderungen der Markenausrichtungen zeigte sich bei der Vorstellung der Topsmartphones von Oppo und OnePlus: Auf dem High-End-Gerät Oppo Find X9 Pro prangte plötzlich ein Hasselblad-Logo, während dieses auf dem OnePlus 15 fehlte. Dabei hatte OnePlus mit dem OnePlus 9 und 9 Pro den schwedischen Kameraspezialisten erst in den Smartphonemarkt geholt. Zudem gelten die Kameras des aktuellen OnePlus-Topmodells als weniger gut als beim Oppo-Flaggschiff.

Bis Klarheit über die Zukunft von OnePlus herrscht, dürfte noch eine Weile vergehen. Die besten Zeiten könnte der Hersteller zumindest in Europa hinter sich haben. Schon seit der Rückkehr auf den hiesigen Markt nach einer mehrjährigen Zwangspause wegen Patentstreitigkeiten mit Nokia ist OnePlus nicht wieder mit voller Kraft nach Deutschland zurückgekehrt.


(afl)



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OpenAI und Gates Foundation: KI für den afrikanischen Gesundheitssektor


Die Gates Foundation und OpenAI gehen eine Partnerschaft ein, um den Zugang zu medizinischer Versorgung in afrikanischen Ländern mittels KI zu verbessern. Das geht aus Blogbeiträgen auf der Website von Bill Gates und OpenAI hervor. Im Rahmen des Projekts Horizon 1000 sollen gemeinsam 50 Millionen US-Dollar an Finanzmitteln, Technologie und technischem Support bereitgestellt werden.

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KI könne insbesondere in ärmeren Ländern eine entscheidende Rolle dabei spielen, den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung zu gewährleisten, erklärte Microsoft-Co-Gründer und Vorsitzender der Stiftung Bill Gates in einem Blogbeitrag zum Start der Initiative. Ziel von Horizon 1000 sei deshalb die Unterstützung mehrerer afrikanischer Länder bei der Integration von Künstlicher Intelligenz in die Systeme des Gesundheitssektors.

Gates zufolge soll der Einsatz von KI vor allem die gravierenden Mängel an medizinischem Fachpersonal in afrikanischen Ländern abfedern, aber auch die Gesundheitsinfrastruktur insgesamt verbessern. Allein im Bereich südlich der Sahara mangelt es an rund 5,6 Millionen Beschäftigten im Gesundheitswesen. Das schreibt der US-Konzern OpenAI zum Start von Horizon 1000 auf seiner Website. In der Praxis sollen KI-Anwendungen vor allem helfen, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren und dem medizinischen Personal mehr Zeit für die Patientenversorgung zu ermöglichen.

Laut Gates wird Ruanda als erstes Land Unterstützung im Rahmen von Horizon 1000 erhalten. In Ruanda komme derzeit nur eine medizinische Fachkraft auf 1000 Einwohner, was weit unter der Empfehlung von etwa vier Fachkräften liege, schreibt der Vorsitzende der Gates Foundation auf seinem Blog. Der ruandische Gesundheitsminister Dr. Sabin Nsanzimana habe deshalb ein KI-gestütztes Gesundheitszentrum für die Hauptstadt Kigali angekündigt, mittels dessen die begrenzten Ressourcen so effizient wie möglich verteilt werden sollen.

Derartige Projekte sollen im Rahmen von Horizon 1000 zukünftig unterstützt werden. Konkret geht es Gates zufolge vor allem um die Einführung von KI-Systemen in medizinische Einrichtungen wie Krankenhäusern und Arztpraxen, aber auch in Gemeinden und Privathaushalten. KI-Tools sollen medizinisches Personal jedoch nur unterstützen und nicht ersetzen, betonte der US-Multimilliardär.

Dennoch habe KI das Potenzial, das internationale Gesundheitswesen nach den massiven Kürzungen der internationalen Entwicklungshilfe im vergangenen Jahr wieder auf Kurs zu bringen. Das erklärte Gates der Nachrichtenagentur Reuters am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. „Mithilfe von Innovationen und KI können wir wieder auf den richtigen Weg kommen“, sagte er am Mittwoch in Davos. Die Technologie werde das Gesundheitswesen revolutionieren und sei insbesondere für die von den Kürzungen betroffenen Länder wertvoll.

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Große KI-Konzerne drängen vermehrt in den Gesundheitssektor vor. Nachdem OpenAI mit ChatGPT Health bereits einen KI-Gesundheitsassistenten eingeführt hatte, zog auch das US-Unternehmen Anthropic nach und veröffentlichte mit Claude for Healthcare einen eigenen KI-gestützten Gesundheitsassistenten.

Für die KI-Branche verspricht der Gesundheitssektor, lukrativ zu sein. Kritiker warnen allerdings vor möglichen Folgen des Einsatzes von KI im Gesundheitswesen. Systeme wie ChatGPT seien nicht als Medizinprodukte zugelassen und dürften daher nicht zur Behandlungsunterstützung eingesetzt werden, erklärte Jürgen Schröder, Leiter des Bereichs Vertragsarztrecht bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Außerdem verweisen Experten wie Manuel Hofmann von der Deutschen Aidshilfe auf die Diskrepanz zwischen Zukunftsfantasien und den herrschenden Realitäten von Gesundheitssystemen. Dass administrative Aufgaben wegfallen und mehr Zeit für die persönliche Betreuung bleibe, sei in Gesundheitssystemen, die auf veraltete Technik wie Faxgeräte angewiesen seien, eine Illusion. Am Beispiel der Krankheit HIV und angesichts des Rückzugs der USA aus internationalen HIV-Programmen zeige sich vor allem, woran es wirklich mangelt. Menschen würden an einer gut behandelbaren Krankheit sterben, weil ihnen die Medikamente fehlen, betonte Hofmann.


(rah)



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