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TSMC-Quartalszahlen: Neue Rekorde mit 28 Prozent Umsatzanteil mit 3-nm-Chips

Dass TSMC ein neues Rekordquartal verbuchen wird, war klar. Doch so stark, wie es erneut geworden ist, ist dann doch unerwartet. Der Umsatz kletterte erstmals auf knapp 1,05 Billionen New Taiwan Dollar (rund 33,7 Milliarden US-Dollar), die Hälfte davon war zudem Gewinn.
Viel N3 und N5 bei 15 Millionen Wafern
Die neuesten Fertigungsstufen werden für TSMC zur Cash Cow. Denn während der Umsatz im Jahresvergleich „nur“ um 20,5 Prozent stieg, wuchs der Nettogewinn um beachtliche 35 Prozent. Im gesamten Jahr 2025 hat TSMC einen Nettogewinn von über 55 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet.
Dabei half natürlich, dass 28 Prozent des Umsatzes im letzten Quartal bereits auf die 3-nm-Fertigung entfallen. Heruntergebrochen auf blanke Zahlen sind das fast 300 Milliarden New Taiwan Dollar – bis vor zwei Jahren war das ein ganz normales Quartal von TSMCs Gesamtumsatz. Im vierten Quartal hat TSMC wie im dritten Quartal 4 Millionen belichtete Wafer ausgeliefert. Im Gesamtjahr 2025 waren es über 15 Millionen Stück, vor einem Jahr noch 13 Millionen. Der größte Treiber war dabei das HPC-Geschäft, das AI-Beschleuniger einschließt. Da diese Produkte mit Abwandlungen von N5 gefertigt werden, ist dieser Prozess auf das Jahr gesehen auch der wichtigste gewesen.
Höhere Ausgaben für noch höheren Umsatz
Die Ausgaben wird TSMC im neuen Jahr weiter erhöhen, um die Nachfrage bedienen zu können. Anvisiert werden für das Jahr 2026 52 bis 56 Milliarden US-Dollar CAPEX, nach 40,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Schon im ersten Quartal des neuen Jahres soll der Umsatz weiter massiv ansteigen, erwartet werden bis zu 35,8 Milliarden US-Dollar – das wären 38 Prozent mehr als in Q1/2025. Vom früher einmal klassisch schwachen ersten Halbjahr dürfte 2026 wohl überhaupt nichts zu sehen sein. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet TSMC deshalb noch einmal eine Umsatzsteigerung von rund 30 Prozent.
N2, Packaging und Ausbau im Fokus
Und der Ausblick? „2 nm will be a bigger node than 3 nm from the start“ erklärte TSMC im Conference Call gegenüber Journalisten und Analysten. Das Unternehmen bestätigte dabei, dass N2 und dessen Abkömmlinge das Wachstum weiter treiben werden. Ob TSMC dabei die Nachfrage inklusive Packaging irgendwann bedienen kann? Der Frage weicht das Unternehmen quasi jedes Jahr aus, schiebt sie jetzt auf die Jahre 2028 bis 2029. Aber das ist mehr eine Hoffnung denn eine fixe Angabe.
Apropos Packaging. Der Anteil am CAPEX und Umsatz erhöht sich stetig, macht dennoch bisher erst acht Prozent aus. 2026 wird bei weiter steigendem Umsatz aber ein Anteil von zehn Prozent und mehr erwartet. Anteilsmäßig ist das wenig, dürfte letztlich aber auch rund 4 Milliarden US-Dollar bedeuten. Allerdings werden bis zu 20 Prozent der Investitionen ins Packaging fließen.
In vielen Fällen wird dabei ausgebaut, erklärte TSMC, wohl auch Arizona zählt dazu – offizielle Fakten nach den letzten Gerüchten liefert TSMC aber nicht. Der Großteil des Ausbaus der Kapazität wird in Taiwan umgesetzt. Hier bereitet TSMC vor allem die Energieversorgung Kopfzerbrechen, ein Thema, das ebenfalls alle Jahre wieder auftaucht. Denn die modernsten Fabriken werden zwar effizienter, schlucken jedoch stets noch mehr Energie als die vorangegangenen.