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Umstrukturierung bei Ubisoft: Mitarbeiter äußern Frust und Unzufriedenheit mit Vaas


Intern wird bei Ubisoft Unzufriedenheit über jüngste Umstrukturierungsmaßnahmen geäußert. Sie zielen erneut darauf, kreativere, bessere Spiele zu entwickeln. Inhaltlich ist die Kritik alt und folgt grob der Kritik, die an den Spielen des Publishers geäußert wird.

Spätestens seit den Ghost-Recon-Spielen scheint Ubisoft häufig kaum aus der Durchschnittlichkeit herauszukommen. Blockbuster-Produktionen sind niemals schlecht, schaffen es aber auch nicht, richtig gut zu sein. Sie sind das Äquivalent zu einer Tiefkühlpizza, gelegentlich lecker, aber schwerlich kulinarische Highlights.

Neuausrichtung auf „Gamer“

Im Rahmen der Umstrukturierung, bei der nun einzelne Studios für einzelne Marken zuständig sind, wurden zahlreiche Projekte verschoben, einige eingestellt. Darunter waren neben dem Remake von Prince of Persia drei neue Marken. Ziel ist eine Verlagerung von Ressourcen, um neue, höhere Qualitätsansprüche erfüllen zu können, was auch bedeutet, dass weitere Spiele verschoben werden.

Die Neuausrichtung führe zu einer „gamer-zentrierten“ Produktkultur, bei der jedes Studio für die Beziehung zwischen Marke und Kunden verantwortlich ist. Dabei will man sich auf Open-World-Spiele und Live-Service-Produkte konzentrieren, die unter anderem stärker auf KI setzen. Im Grunde heißt das auch, dass die bisherige Strategie, die eher den Eindruck machte, als hätten Buchhalter das Gamedesign bestimmt, als gescheitert betrachtet wird.

Indirekte Kritik von außen

In einem Zeitalter, in dem es genug Blaupausen zwischen vollständigen Neuinterpretationen und relativ originalgetreuen Modernisierungen für erfolgreiche Remakes gibt, ist alleine das Scheitern von Prince of Persia bezeichnend. Aber auch anderswo läuft bei Ubisoft regelmäßig viel schief, etwa beim jahrelang verschobenen, mittelmäßigen Piraten-MMO Skull and Bones (Test), für das sicherheitshalber in völliger Realitätsfremde eine neue Gütekategorie erfunden wurde. Ein weiteres Beispiel ist das 2008 angekündigte Ewig-Projekt Beyond Good & Evil 2, das – zumindest laut Gerüchteküche – mehrfache Neuausrichtungen nach jeweils aktuellen Trends hinter sich hat. Dieses solle aber immer noch erscheinen und „bleibt eine Priorität für uns“, erklärte Ubisoft in einer Stellungnahme gegenüber Kotaku. Nach wie vor bleibt allerdings das Management das alte.

Dass von Investoren in Anbetracht dieser Situation die Zukunft nicht besonders positiv beurteilt wird, verrät der Aktienkurs, der nach der Ankündigung noch einmal deutlich nachgegeben hat und von etwa sechseinhalb auf gut vier Euro gesunken ist. Zum Vergleich: Anfang 2022 vor der jüngsten Kaskade von Problemen lag er noch bei gut 50 Euro, selbst das aber noch weniger als die Hälfte von EA und Activision, bei denen die Tendenz eher nach oben ging.

Kritik von Innen mit Vaas

Wenig Zuversicht äußern auch Angestellte. Schon vor Jahren war kreative Stagnation ein wesentlicher Grund für Abgänge, ähnlich äußern sich Mitarbeiter laut Informationen von Kotaku nun auf internen Nachrichtenboards. Sie versprechen sich von der Neustrukturierung keinen echten Wandel. Lippenbekenntnisse wurden dem Management schon beim Vorgehen gegen Belästigung vorgeworfen.

Darüber hinaus ärgert Angestellte, dass von Ubisoft-CEO Yves Guillemot im Alleingang jüngst ausgehandelte Home-Office-Optionen gestrichen werden. Wie bei der letzten Reform, bei der es zu Warnstreiks kam, entsteht das Gefühl, dass Entscheidungen des Managements durch Arbeitnehmer ausgebadet werden müssen, dass ihnen die Verantwortung für die jüngsten Fehlschläge zugeschoben wird. Guillemot wird dabei unter anderem vorgeworfen „senil“ zu sein und dafür zu sorgen, talentierte Mitarbeiter zur beruflichen Neuorientierung zu motivieren – anstatt an ernsthaften Problemlösungen zu arbeiten. Auch hier kritisieren Angestellte: Man müsse aufhören, Trends nachzulaufen oder in gesättigte Märkte zu drängen, was unter anderem auf die zahlreichen gescheiterten Free-to-Play-Shooter anspielt.

Im Grunde wiederholt sich damit alte Kritik, die schon in den vergangenen Krisen geäußert wurde. Ein Angestellter bringt das laut Kotaku pointiert durch ein Zitat aus der Ubisoft-Hochphase zum Ausdruck. Er zitiert „einen der größten Schurken der Videospielgeschichte“ Vaas aus Far Cry 3: „Wahnsinn ist, wenn man exakt dieselbe Scheiße immer und immer wieder macht und erwartet, dass sich etwas ändert. Das ist verrückt„.



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