Künstliche Intelligenz
„Walk My Walk“: KI-generierter Song erstmals an Spitze einer Billboard-Liste
In den USA hat erstmals ein KI-generierter Song den Spitzenplatz in einer Bestenliste erreicht: Der Titel mit dem Namen „Walk My Walk“ der Band Breaking Rust führt bei Billboard die Hitliste der Country-Songs mit den meisten Digitalverkäufen an. Dass es sich um eine KI-Schöpfung handelt, hört man dem Song weniger an. Es ist eher dem Artwork und den kurzen Videos anzusehen, mit denen der Song und andere derselben Gruppe auf Instagram beworben werden. Zudem hat Billboard erst vor wenigen Tagen selbst publik gemacht, dass es sich bei Breaking Rust um eine „KI-gestützte Country-Band“ handelt.
Weiterlesen nach der Anzeige
Obwohl die Titel sich enorm gleichen, hat die Gruppe davon gleich mehrere in den Charts. Wer dafür verantwortlich ist, ist unklar, Billboard verweist auf einen Songwriter namens Aubierre Rivaldo Taylor.
KI-Musik längst Teil der Charts
Als Billboard die KI-Herkunft von „Walk My Walk“ vergangene Woche publik machte, listete das US-Magazin noch weitere KI-generierte Titel auf, die bereits Chartplatzierungen erreicht haben. KI-Musik sei nicht länger eine Fantasie oder „eine Nischenkuriosität von Detektiven im Internet“, erklärte Billboard damals. Sie sei da und beginne sich auf die Charts auszuwirken. In dem Artikel wurden mehrere Projekte vorgestellt, bei denen vorgebliche Künstler oder Künstlerinnen eigentlich eine KI-Schöpfung sind. Gleichzeitig gestand Billboard ein, dass die Zuordnung zunehmend schwierig würde, die KI-Schöpfungen als solche zu enttarnen. Bei Breaking Rust wirkt das hingegen nicht schwierig, wenn man den zugehörigen Instagram-Account auch nur oberflächlich und kurz ansieht.
Das US-Musikmagazin Holler verweist angesichts des Erfolgs von „Walk My Walk“ darauf, dass man dem Titel seine Herkunft nicht direkt anhört. Gleichzeitig deute der Erfolg gerade auch deshalb auf eine „sehr dystopische Zukunft für die Musik“ hin. Auch wenn immer mehr Menschen behaupten würden, dass KI schon bald so akzeptiert werden würde, wie einst Autotune, so gebe es doch etwas, das sich bei dem Charterfolg von Breaking Rust jetzt einfach falsch anfühle. Der Titel sei zwar eingängig, aber auch extrem oberflächlich – vor allem, wenn man um die Herkunft wisse. Derweil legt Breaking Rust auf Instagram weiter nach, unterlegt sind die Clips mit austauschbaren KI-Aufnahmen einsamer Cowboys in Schwarz-Weiß-Bildern.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Ältere DSL-Tarife der Telekom werden teurer
Manche DSL-Kunden der Deutschen Telekom sollen ab April 2026 zwei Euro im Monat mehr bezahlen. Betroffen sind DSL-Verträge, die vor April 2023 abgeschlossen worden sind. Sie tragen Marketing-Bezeichnungen wie Call & Surf oder Magenta Zuhause. Der Telecom-Konzern hat damit begonnen, die jeweiligen Kunden über die Preiserhöhung in Kenntnis zu setzen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Betroffenen können entweder den höheren Preis bezahlen oder ihren Vertrag binnen dreier Monate außerordentlich kündigen. Laut heise online Tarifrechner gibt es Konkurrenzangebote ab zirka 19 Euro monatlich.
Die Deutsche Telekom begründet die Preiserhöhung mit gestiegenen Kosten. Neukunden des Marktführers müssen demnach noch höhere Preise hinnehmen, als die betroffenen Altkunden.
Kündigungstermin mit Bedacht wählen
Wer seinen DSL-Vertrag mit der Telekom innerhalb der Drei-Monats-Frist außerordentlich kündigt, ist an keine Kündigungsfrist gebunden. Allerdings sollte der Termin dem neuen Anbieter überlassen werden, um nicht ohne Internetzugang dazustehen. Ist der Anschluss einmal deaktiviert, kann ein Neuanschluss zusätzliche Kosten nach sich ziehen.
Internetanschlusstarife variieren je nach gewünschten Bandbreiten. Nicht alle Anbieter sind bundesweit tätig, also spielt auch der jeweilige Standort eine Rolle. Nicht zuletzt hängt der Preis von der gewünschten Zugangstechnik ab, ob es wieder DSL oder aber Glasfaser, TV-Kabel oder ein kabelloses Verfahren mit Funkverbindung sein soll.
DT dominiert
Weiterlesen nach der Anzeige
Die Zahl der DSL-Anschlüsse in Deutschland ist rückläufig. 2020 und 2021 gab es laut Erhebung der Bundesnetzagentur (BNetzA) den historischen Höchststand von 25,4 Millionen; Ende Juni 2025 waren es nur noch 23,2 Millionen.
Davon entfielen 13,5 Millionen auf die Deutsche Telekom sowie 8,2 Millionen auf Mitbewerber, die entweder die vollständige Leistung der Deutschen Telekom unter eigener Marke weiterverkaufen oder den von der Deutschen Telekom bereitgestellten Bitstream vermarkten. Die Tarife können sich dennoch wesentlich unterscheiden. Nur 1,5 Millionen DSL-Anschlüsse sind demnach von alternativen Anbietern realisiert, sei es vollständig oder unter Anmietung der Telekom-Anschlussleitung.
(ds)
Künstliche Intelligenz
Kann KI neue Mathe-Erkenntnisse liefern? Spitzenforscher machen den Test
Ob bei komplexen Berechnungen oder logischen Beweisen: Sprachmodelle wie ChatGPT und Gemini gelten mittlerweile als äußerst versiert in Mathematik. Weit weniger gewiss ist bisher, wie sie sich abseits bekannter Pfade schlagen. Sind sie in der Lage, durch eigene Kreativität ungelöste wissenschaftliche Fragestellungen zu bewältigen, oder sind sie nur gut darin, bereits Gelerntes zu reproduzieren?
Weiterlesen nach der Anzeige
Dieser Frage gehen zehn renommierte Mathematiker in einem Experiment nach. Dafür steuerten die Forscher jeweils eine Testfrage aus verschiedenen mathematischen Feldern bei, die ihrer eigenen, noch unveröffentlichten Forschung entspringt. Da es für diese Fragen noch keine Antworten im Netz oder aus anderen Quellen gibt, kann das Sprachmodell zur Lösung nicht auf bereits gelerntes Wissen zugreifen. Das Ziel ist es zu testen, wie weit eine KI über ihre Trainingsdaten hinausgehen und eigene Lösungsansätze entwickeln kann.
Dafür konfrontierte die Gruppe die Sprachmodelle ChatGPT 5.2 Pro von OpenAI sowie Gemini 3.0 Deep Think von Google mit den Forschungsfragen. Den KI-Systemen wurde dabei uneingeschränkter Zugriff auf die Internetsuche gewährt.
Sprachmodelle „wie ein schlechter Student“
In einem Interview mit der New York Times teilen die Forscher erste Eindrücke aus Vorabtests. Der Mathematiker Martin Hairer ist zwar beeindruckt davon, wie sicher und korrekt die KI eine Reihe bekannter Argumente samt dazwischenliegenden Berechnungen aneinanderreihen kann. Geht es jedoch darum, echte Forschungsarbeit zu leisten, bietet sich ein anderes Bild: Die Versuche der KI wirken laut Hairer wie die Arbeit eines schlechten Studenten, der zwar ungefähr wisse, wo er anfangen müsse und wo er hinwolle, aber keine wirkliche Ahnung habe, wie er dorthin gelangen solle.
„Ich habe bisher kein plausibles Beispiel dafür gesehen, dass ein Sprachmodell eine wirklich neue Idee oder ein grundlegend neues Konzept hervorgebracht hat“, sagt der Träger der Fields-Medaille, der prestigeträchtigsten Auszeichnung in der Mathematik. Hairer glaubt daher, dass die mathematische Forschung „ziemlich sicher“ vor einer Übernahme durch große Sprachmodelle sei.
Weiterlesen nach der Anzeige
Einige von Hairers Kollegen haben in ihren Tests ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Mathematikerin Tamara Kolda, die ebenfalls eine Frage beigesteuert hat, kritisiert, dass die KI keine eigene Meinung besitze und deshalb kein guter Partner für eine echte Zusammenarbeit sei. Ganz im Gegensatz zu ihren menschlichen Kollegen.
Hairer wiederum bemängelt, dass die KI zu selbstsicher auftrete. Es erfordere viel Mühe, sich davon zu vergewissern, ob die Antworten korrekt seien oder nicht. Auch hier dränge sich laut Hairer wieder der Vergleich mit einem Studenten auf, bei dem man nicht genau wisse, ob er wirklich brillant oder nur gut darin sei, „Bullshit“ zu produzieren.
Gegen den Mythos der „gelösten“ Mathematik
Das Experiment versteht sich als Versuch eines unabhängigen und öffentlichen KI-Benchmarks abseits der gängigen Testverfahren großer LLM-Anbieter. Über die rein technische Überprüfung hinaus arbeiten die Wissenschaftler damit auch gegen den Mythos an, dass Mathematik durch KI bereits „gelöst“ sei. Damit wirken sie der Befürchtung entgegen, dass eine akademische Karriere in diesem Bereich für Studierende überflüssig geworden sei.
Die zehn Fragen sind seit letzter Woche im Netz einsehbar. Ziel ist es, dass die Forschungsgemeinschaft mit den Aufgaben experimentieren und sich eine eigene Meinung bilden kann, bevor die Lösungen am 13. Februar veröffentlicht werden.
Damit ist das Experiment allerdings nicht beendet: Nach einer gewissen Reifezeit möchte die Gruppe in ein paar Monaten eine zweite Runde an Aufgaben formulieren. Diese sollen unter Berücksichtigung des eingeholten Feedbacks einen noch objektiveren KI-Benchmark ermöglichen.
(tobe)
Künstliche Intelligenz
Elektroautos: ACC will Batteriewerk in Kaiserslautern nicht mehr bauen
Das Gemeinschaftsunternehmen Automotive Cells Company (ACC) wird die geplante Großfabrik für Traktionsbatterien in Kaiserslautern nun doch nicht errichten. Die schon 2024 aufgeschobenen Planungen für die Standorte in Deutschland und Italien rechnen sich inzwischen nicht mehr, wie aus einer Stellungnahme des Gemeinschaftsunternehmens der Konzerne Stellantis, Mercedes-Benz und Total Energies hervorgeht. Der Standort Billy-Bercleau/Douvrin in Frankreich solle als „primärer Innovationshub“ bestehen bleiben.
Weiterlesen nach der Anzeige
Hintergrund ist die anhaltend schwache Nachfrage nach Elektroautos in Europa sowie der massive Kurseinbruch bei Stellantis. Der Volkswagen-Konkurrent gab in der vergangenen Woche Abschreibungen in Höhe von 22,2 Milliarden Euro bekannt und erlitt an der Börse einen beispiellosen Kurssturz.
Subventionen waren bereits zugesagt
Am Standort der Stellantis-Tochter Opel in Kaiserslautern sollten rund 2000 Arbeitsplätze entstehen. Deutschland und Frankreich sagten der ACC Fördermittel in Höhe von 1,3 Milliarden Euro zu. Allein das deutsche Werk sollte mit Steuergeld in Höhe von rund 437 Millionen Euro unterstützt werden. Einen entsprechenden Förderbescheid überreichten der damalige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) bereits.
Wie beim Partnerprojekt im italienischen Termoli will ACC nun mit den Gewerkschaften über die Einstellung der Projekte sprechen. Der Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef Jörg Köhlinger bezeichnete das Vorgehen als „irrational und verantwortungslos“. Widerstandsfähige Lieferketten entstünden so nicht. Jahrelang hätten sich Betriebsräte und IG Metall für die Ansiedlung eingesetzt, sagte der Gewerkschafter. „Wir haben innovative tarifliche Regelungen getroffen, mit denen wir dem Unternehmen weit entgegengekommen sind. Und jetzt will ACC den Abgesang einleiten.“
Lesen Sie auch
(fpi)
-
Entwicklung & Codevor 3 MonatenKommandozeile adé: Praktische, grafische Git-Verwaltung für den Mac
-
Künstliche Intelligenzvor 1 MonatSchnelles Boot statt Bus und Bahn: Was sich von London und New York lernen lässt
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenHuawei Mate 80 Pro Max: Tandem-OLED mit 8.000 cd/m² für das Flaggschiff-Smartphone
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenFast 5 GB pro mm²: Sandisk und Kioxia kommen mit höchster Bitdichte zum ISSCC
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommentar: Anthropic verschenkt MCP – mit fragwürdigen Hintertüren
-
Datenschutz & Sicherheitvor 2 MonatenSyncthing‑Fork unter fremder Kontrolle? Community schluckt das nicht
-
Social Mediavor 2 MonatenDie meistgehörten Gastfolgen 2025 im Feed & Fudder Podcast – Social Media, Recruiting und Karriere-Insights
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenWeiter billig Tanken und Heizen: Koalition will CO₂-Preis für 2027 nicht erhöhen
