Mit dem Smart-TV hat der klassische Fernseher fast ausgedient: Leistungsstarke Chips hinter den großen Bildschirmen sorgen zusammen mit einem vollwertigen Betriebssystem für ganz neue Möglichkeiten. Das Unterhaltungsangebot, das in den bunten Oberflächen mit ihren zahlreichen Apps steckt, reicht vom klassischen Fernsehen, über Streaming bis hin zum Spielen – und weit darüber hinaus.
Auch die Hersteller der smarten Fernseher haben die Potenziale längst erkannt. Mit eigenen Apps und Diensten versuchen sie, den Funktionsumfang zu erweitern und ihrerseits Ökosysteme zu erschaffen, in denen dem Smart-TV eine größere Schlüsselrolle zufällt. Auf diese Weise erhoffen sich die Konzerne nicht zuletzt, neue Geschäftsmodelle zu erschließen und Umsätze zu steigern. Hisense ist dieser Aufwand offenbar zu groß. Der chinesische Branchenkrösus versucht stattdessen einfach, zusätzliche Werbung an weiteren Stellen unterzubringen.
Erst die Werbung, dann ein anderer Sender
Gänzlich neu sind solche Versuche nicht. Bereits 2022 fielen Nutzern im Auswahlmenü für die Eingänge der Smart-TVs Werbeanzeigen auf. Nun scheint Hisense die Möglichkeiten weiter ausreizen zu wollen, wie aus einem Bericht von Tom’s Hardware hervorgeht. Neben der Wahl des Inputs löst nun auch der Aufruf des Homescreens bei zahlreichen Nutzern der Geräte das Einspielen einer Anzeige aus. Gleiches gilt, wenn der Sender gewechselt wird.
Gegenüber dem Medium erklärt Hisense, dass es sich dabei um einen sogenannten Spot-Test in Spanien gehandelt habe. Mit diesem wollte der Hersteller Werbeformate testen, die sich für eine Verknüpfung mit kostenfreien Inhalten eignen. Warum die Anzeigen auch darüber hinaus und dazu in englischer und deutscher Sprache entdeckt wurden, bleibt unklar.
Auch Geräte anderer Hersteller betroffen
Und Hisense begrenzt die zusätzliche Werbung nicht nur auf die eigene Marke. Der chinesische Konzern arbeitet mit den Herstellern Akai, Loewe, Schneider und Toshiba zusammen und liefert diesen unter anderem OLED-Displays, aber auch das Vidaa-Betriebssystem.
Nutzer haben dennoch dem Bericht zufolge eine einfache Möglichkeit, sich gegen die weiteren Werbeeinspielungen zu wehren. Und dazu muss nicht die Verbindung zum Netz gekappt werden, auch wenn das die vermutlich sicherste Methode wäre. Dem Bericht zufolge genügt eine Mail mit der ID an eine – vermutlich – australische E-Mail-Adresse (service.tv.au@hisense.com). Danach bleibt die Werbung aus.