Künstliche Intelligenz

WLAN mit 1 Kilometer Reichweite: Neuer Wi-Fi-HaLow-Router von GL.iNet


Der chinesische Routerhersteller GL.iNet bietet neue Router für den weit reichenden WLAN-Standard IEEE 802.11ah alias „Wi-Fi HaLow“ an. Wi-Fi HaLow nutzt Funkfrequenzen unterhalb von 1 GHz, in Europa im Bereich zwischen 863 und 870 MHz, und hat dadurch wesentlich geringere Wegstreckendämpfung als WLANs bei 2,4, 5 oder 6 GHz.

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Der HaLowLink 2 geannte Router nutzt das HaLow-Chipset MM8108 von Morse Micro, das bis zu 43,3 Mbit/s Nettodatenrate erreichen soll und zwischen 750 und 950 MHz arbeiten kann. Übertragungen verschlüsselt es mit WPA3. Das Modem unterstützt die Kanalbreiten 1, 2, 4 und 8 MHz und funkt mit bis zu 26 dBm (400 mW) Sendeleistung. MIMO kann es nicht, die per SMA herausgeführte Antenne ist die einzige.

Der HaLowLink 2 hat sowohl einen Access-Point- als auch einen Station-Modus, sodass zwei Geräte größere Distanzen via HaLow überbrücken können oder eine einzelne Basis HaLow-fähige Endgeräte ans Netzwerk anbindet. GL.iNet gibt eine Reichweite von bis zu einem Kilometer an.

Als System-on-Chip nutzt GL.iNet den altbekannten Mediatek MT7621 (2 x 880 MHz MIPS1004K) mit 256 MByte DDR3-RAM und 32 MByte NAND-Flash. Dieser kommandiert nicht nur das HaLow-Modem, er bringt auch zwei Gigabit-Ethernet-Ports sowie Wi-Fi 4 (IEEE 802.11n, 2,4 GHz, 2 MIMO-Streams) mit. Der Router kann also ohne weitere Hardware eine Netzwerkverbindung per HaLow empfangen und am Installationsort per Netzwerkkabel oder WLAN auf 2,4 GHz an nicht-HaLow-fähige Geräte weitergeben. Die Spannungsversorgung des Routers läuft über USB-C mit 5 Volt.

Der HaLowLink 2 ist ab sofort im GL.iNet-Shop für 126 Euro einzeln oder für 217 Euro als Paar erhältlich. Oben drauf kommen aber laut Website zusätzlich Zoll und Einfuhrumsatzsteuer, sodass das Set am Ende mit etwa 260 Euro zu Buche schlägt.

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Dass das Set bei diesem Preis europäische Kunden locken kann, ist indes fraglich, denn der Bereich zwischen 863 und 870 MHz ist nur sehr eingeschränkt für schnelle, kontinuerliche Datenübertragungen tauglich. Datennetze dürfen nur in fünf Blöcken á 1 MHz Kanalbreite arbeiten und das Signal darf nicht über mehrere Kanäle ausgebreitet werden. Die Sendeleistung ist auf 14 dBm (25 mW) beschränkt.

Hinzu kommt eine stündlich bemessene Tastgradbeschränkung von 10% (360 Sekunden) für Access Points und 2,8 % für Clients (100,8 Sekunden). Nach dieser Sendezeit darf das Gerät für den Rest der Stunde nicht mehr senden. Bei 1 MHz Kanalbreite ergibt sich selbst bei bestem Empfang (4,4 Mbit/s) und ohne Störungen ein stündliches Datenvolumen von lediglich 55 MByte für Clients und etwa 200 MByte für den Access Point. Da Protokoll-Overheads, Wegstreckendämpfung und Mitnutzer des Frequenzbands Datenrate kosten, darf man in der Praxis mit der Hälfte rechnen.

Somit eignet sich das HaLowLink 2 auf dem europäischen Kontinent eher für speziellere, sehr schmalbandige Anwendungen wie Sensorik, Smart-Home-Aktoren oder gering auflösende IP-Kameras, die nur bei Bedarf einen Videostream senden.

Wer indes in einem Land lebt, in dem das 900-Mhz-Band allgemein zugeteilt ist (USA, Kanada, Australien et cetera), kann das Modem auf 8 MHz voll ausschöpfen und schätzungsweise 10 bis 35 Mbit/s erreichen. Das reicht für eine breite Palette an Anwendungen.


(amo)



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