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16 statt 8 GB VRAM: Mehr Speicher für die GeForce RTX 3070 aus dem Hobbykeller

Kann man eine RTX 3070 mit 16 anstelle der normalen 8 Gigabyte bestücken? ComputerBase-Leser AssassinWarlord hat sich auf die Reise begeben und sie in seinem Leserartikel „Projekt: RTX3070 Umbau auf 16GB mit 8GB/16GB Schalter“ dokumentiert. Die Antwort ist ein eindeutiges „Ja“, allerdings nicht ohne unerwartete Hürden.
Zwei defekte Grafikkarten ergeben eine neue
Die Basis des Umbaus von AssassinWarlord lieferten zwei defekte Komponenten: Eine GeForce RTX 3070 Gaming von Gigabyte (Test) mit defektem Speicher und eine AMD Radeon RX 6900 XT mit beschädigter GPU. Das Motto lautete also: Aus zwei mach eins.
Das klingt einfacher, als es ist, denn der Leserartikel beschreibt eine ziemliche Reise, die mit dem Kauf einer AliExpress-Schablone mit selbst gebauter Halterung aus dem 3D-Druck begann. „Eigentlich gar nicht so schwer das ganze“, hält der Bericht trocken fest. Auch die RTX 3070 musste durch Ersetzen abgerissener Widerstände noch repariert werden, bevor der eigentliche Umbau beginnen konnte.
Umlöten alleine reicht nicht
Mit dem Austausch der Speicherchips durch die Exemplare der Radeon-Grafikkarte war es allerdings nicht getan. Der Karte muss auch mitgeteilt werden, welcher Speicher von welchem Hersteller in welcher Menge nun verbaut ist. Dies sei durch durchgesickerte Servicedokumente und den Umstand, dass es laut AssassinWarlord 16-GB-Karten als Prototypen gegeben haben muss, prinzipiell durch Ändern von Widerständen auf der Karte möglich: Sie aktivieren als eine Art Schalter verschiedene Speicher-Profile.
Ich konnte problemlos ein Benchmark laufen lassen, wenn es bis dahin kein Blackscreen gab. Unter Last also lief die Karte problemlos, auch 1h Furmark war kein Problem. Aber sobald man das Bench-Programm geschlossen hat, gab’s ein Crash. Auch Speicher Übertakten oder stark Untertakten änderte rein gar nichts.
AssassinWarlord
Dadurch wurde die RTX 3070 zwar als 16-GB-Karte erkannt, lief aber nicht stabil – zumindest nur unter Last im Furmark-Stresstest, nicht aber beim Wechsel von Lastzuständen. Für weitere Tests lötete AssassinWarlord deshalb einen Schalter auf die Karte, der die Konfiguration der Widerstände zwischen 8-GB- und 16-GB-Variante tauscht.
Einen wesentlichen Hinweis lieferte die Erkenntnis, dass ein festgesetzter Speichertakt Abstürze eliminierte, aber 10 bis 15 Prozent Leistung kostete. Im 8-GB-Modus lief die Karte hingegen ohne Abstürze und Software-Änderungen mit voller Regelleistung.
Ein intensiver Test im 8GB Modus zeigt – die Karte lief Stabil, also liegt es nicht an den Speicherchips, sondern muss etwas mit den Timings im Bios zu tun haben.
AssassinWarlord
Der Schuldige waren tatsächlich Timings, die für die hinterlegte 16-GB-Konfiguration offenbar nicht final seien, notiert der Tüftler im Leserartikel. Und sich nicht ändern lassen, da Änderungen am BIOS der Grafikkarte einen erfolgreichen Systemstart verhindern. Die Lösung: Das Heruntertakten des Speichers über ein Skript unter Windows zu verhindern, auf Kosten des Verbrauches im Leerlauf, der nun 70 Watt erreichte. Weil der Verbrauch damit ohnehin nicht mehr auf Effizienz getrimmt war, modifizierte der experimentierfreudige Leser die Karte gleich noch weiter, um das werksseitige Power-Limit von 220 auf 370 Watt anzuheben.
Alle spannenden Details und Benchmarks, die die Auswirkungen auf die Leistung von Übertaktung und Speicherverdopplung zeigen, finden sich im Leserartikel „Projekt: RTX3070 umbau auf 16GB mit 8GB/16GB Schalter“.
Feedback und Hinweise ausdrücklich erwünscht
Rückfragen, Anregungen sowie Lob und Kritik zum Leserartikel sind in den Kommentaren zu dieser Meldung sowie in dem entsprechenden Thread wie immer ausdrücklich erwünscht. Auch Hinweise zu weiteren Leserprojekten oder Erfahrungsberichten werden gerne entgegengenommen.