Künstliche Intelligenz
„Meilenstein“: Erste europäische Batteriezelle aus Forschungsfabrik in Münster
Die Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) in Münster, ein zentrales Vorhaben der Hightech-Agenda Deutschlands, hat einen wesentlichen Schritt auf dem Weg zur Batteriezellproduktion „made in Germany“ vollzogen. Kürzlich wurde in der ersten Ausbaustufe, der Mitte 2024 eröffneten „FFB PreFab“, die erste elektrisch funktionsfähige Lithium-Ionen-Batteriezelle produziert. Das wurde laut den Beteiligten erstmals in einer durchgängigen Produktionskette realisiert, die ausschließlich auf europäischer Anlagentechnik basiert. Diese reiche von der Fertigung der Elektroden bis zur fertig geladenen Zelle.
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Der Schritt unterstreicht die Bestrebungen des Bundes und von Nordrhein-Westfalen (NRW), die technologische Souveränität Deutschlands und Europas in einer zentralen Schlüsselindustrie zu stärken. Solche Batterien gelten für die Transformation hin zu klimaneutraler Mobilität und Energieerzeugung als unerlässlich. Die FFB soll dabei als entscheidendes Bindeglied zwischen Grundlagenforschung und der großindustriellen Anwendung dienen, um den Transfer von Technologien aus dem Labor in die wirtschaftliche Fertigung („Lab to Fab“-Prinzip) zu beschleunigen.
Für Dorothee Bär (CSU), Bundesministerin für Forschung und Technologie, ist die Beherrschung der Batterietechnologie und die wettbewerbsfähige Herstellung von Batteriezellen unabdingbar, um sich im internationalen Wettbewerb behaupten zu können. Sie feierte die erste Zelle aus der PreFab als Meilenstein.
Wettbewerbsfähige Produktion angepeilt
NRW sieht sich durch die Forschungsfertigung als Standort für die Hightech-Industrie bestätigt. Die grüne Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur hob hervor, eine starke europäische Batterieproduktion sei zentral für wirtschaftlichen Erfolg und technologische Unabhängigkeit.
Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU) ergänzte, smarte Batterien stellten eine Schlüsseltechnologie des Alltags dar. Die FFB werde eine Sogwirkung auf dringend benötigte Fachkräfte und exzellente Wissenschaftler entfalten. Der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Holger Hanselka, hob hervor, dass der Forschungsverbund mit dem Fokus auf zukunftsrelevante Technologien die Souveränität und Innovationskraft Deutschlands stärke. Der Start der Pilotlinie sei ein Pfeiler auf dem Weg zu einer wettbewerbsfähigen Batterieproduktion.
Das Großprojekt zielt darauf ab, bis 2035 eine wettbewerbsfähige Batterieproduktion und -kreislaufführung in Deutschland im Rahmen eines europäischen Netzwerks aufzubauen. Die FFB bietet dafür laut ihren Machern eine weltweit einzigartige Forschungsinfrastruktur, die es kleinen und mittleren Unternehmen, Konzernen sowie akademischen Einrichtungen ermögliche, die Produktion neuer Batterietechnologien in einer digitalisierten, flexiblen und modularen Fertigungsumgebung zu erproben und zu optimieren. Künftig soll die Einrichtung Produktions- und Betriebskonzepte demonstrieren und dabei Kernbereiche der deutschen Industrie – Automobil, Maschinen- und Anlagenbau sowie Spezialchemie – zusammenführen.
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Deutliche Kostensteigerung
Für den Aufbau der Forschungsfabrik im Gigafactory-Maßstab, den Bund, NRW und Fraunhofer anstreben, sind erhebliche finanzielle Mittel nötig. Der Bund stellt für den Aufbau des Betriebs bis zu 750 Millionen Euro bereit. Ursprünglich sollten es 500 Millionen sein. Das Land investiert etwa 320 Millionen Euro in die Grundstücke und Forschungsgebäude. NRW ist für den Aufbau und die Finanzierung der Gebäude zuständig. Das Bundesforschungsministerium finanziert die Bereitstellung der Infrastruktur in der Fabrik, einschließlich der notwendigen Rein- und Trockenräume.
Der aktuell laufende zweite Bauabschnitt, die „FFB Fab“, soll künftig auf rund 20.000 Quadratmetern Produktionsforschung im Gigafactory-Maßstab für Wissenschaft und Industrie ermöglichen. Batteriezellproduktion ist derzeit ein globaler, hauptsächlich von asiatischen Anbietern aus China, Südkorea und Japan dominierter Markt. Die Beherrschung der gesamten Wertschöpfungskette, insbesondere des Maschinen- und Anlagenbaus, gilt als entscheidend für die technologische und wirtschaftliche Unabhängigkeit Europas.
Deutschland und Europa sind in diesem Bereich stark in der Grundlagenforschung und Materialentwicklung. Es fehlte aber lange Zeit eine Überführung dieser Erkenntnisse in die großindustrielle Fertigung.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Humanoider Roboter Optimus arbeitet nicht produktiv bei Tesla
Teslas Roboter Optimus ist doch nicht so nützlich, wie bisher immer behauptet. Das hat Tesla-Chef Elon Musk bei der Vorstellung der aktuellen Quartalszahlen zugegeben. Dennoch will Tesla in diesem Jahr die Serienfertigung des humanoiden Roboters starten.
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Im Sommer 2024 kündigte Musk an, den Roboter ab 2025 in der Produktion einzusetzen. Er hat eingestanden, dass er damit zu voreilig gewesen sei: Statt der Anfang 2025 versprochenen 10.000 Exemplare des Optimus hat Tesla deutlich weniger gebaut. Auch Musks Ankündigung, die Roboter würden nützliche Arbeiten in der Fabrik ausführen, war übertrieben.
Der Roboter werde derzeit nur in geringfügigem Maße in den Tesla-Fabriken eingesetzt und lerne noch, sagte Musk in der Telefonkonferenz mit Analysten und Anlegern. Eine große Hilfe für die Arbeiter waren sie dabei aber offensichtlich nicht: „Wir haben Optimus ein paar einfache Aufgaben in der Fabrik erledigen lassen.“
Optimus ordnet Akkuzellen ein
Damit scheint er nicht weiter zu als Mitte 2024: In einem Video, das Musk bei der Jahreshauptversammlung zeigte, war ein Optimus zu sehen, der Akkuzellen in eine Kiste einsortierte. Der Roboter stehe noch am Anfang, gab Musk zu. „Er ist noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase.“
Die aktuelle Optimus-Version 2.5, hat Probleme mit den Händen. Im ersten Quartal 2026 soll laut Musk der Nachfolger kommen. Optimus Gen 3 werde „große Upgrades“ bekommen. Dazu gehöre unter anderem eine neue Hand. Mit der Einführung von Gen 3 werde Tesla die älteren Roboter ausmustern.
Optimus Gen 3 ist dann auch die Version des humanoiden Roboters, die Tesla in Serie bauen will. Die Serienfertigung soll Ende des Jahres starten. Geplant sei, sagte Musk, eine Million Exemplare im Jahr zu bauen.
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Die Roboter sollen im Tesla-Stammwerk in Fremont im US-Bundesstaat Kalifornien gebaut werden. Dafür wird im zweiten Quartal 2026 die Produktion des Model S und des Model X beendet. Tesla hat im Jahr 2025 zum ersten Mal seit Jahren einen Umsatzrückgang verzeichnet: Der Gewinn lag um 46 Prozent unter dem des Vorjahres.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Russische Drohnen mit Starlink-Antennen: Ukraine nennt SpaceX Lösungsvorschläge
Nach vermehrten Berichten darüber, dass Russland für Angriffe auf die Ukraine genutzte Drohnen inzwischen über Starlink-Verbindungen fernsteuert, hat die Regierung in Kyjiw Gespräche mit SpaceX aufgenommen, um das Problem zu beheben. Das hat der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow auf Telegram publik gemacht und dabei auch Elon Musk persönlich gedankt. Der hat vorher den polnischen Außenminister beschimpft, nachdem dieser Gegenmaßnahmen gegen die Starlink-Nutzung durch das russische Militär gefordert hatte. Die Drohnenfernsteuerung über Starlink könnte für die Ukraine ohne Gegenmaßnahmen durch SpaceX zu einem erheblichen Problem werden.
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4/ Russian forces are increasingly using Starlink satellite systems to extend the range of BM-35 strike drones to conduct mid-range strikes against the Ukrainian rear.
— Institute for the Study of War (@thestudyofwar.bsky.social) 27. Januar 2026 um 02:44
Russischer Einsatz verstößt laut Musk gegen Nutzungsbedingungen
Dass Russland bei seinen Drohnenangriffen auf die Ukraine Starlink-Verbindungen nutzt, um die Drohnen auch noch in der Luft über der Ukraine steuern zu können, hat unter anderem der US-Think-Tank ISW (Institute for the Study of War) publik gemacht. Damit können fast überall in der Ukraine Ziele angegriffen werden, hieß es in einem Bericht. Ein Berater von Fedorow hat auf Telegram Fotos einer sichergestellten Starlink-Antenne öffentlich gemacht. Für die Ukraine ist das ein Problem, weil sich die Starlink-Verbindung nur schwer stören lässt. Genau deshalb ist Starlink beim ukrainischen Militär besonders beliebt, aber auch hinter der Front ermöglicht der Dienst einen Austausch, wo alle anderen Kommunikationsnetze unterbrochen sind.
Auf das Problem hat auch der polnische Außenminister Radosław Sikorski aufmerksam gemacht, auf dem Kurznachrichtendienst X hat er Starlink-Chef Elon Musk persönlich angesprochen. Geschrieben hat er dort, „Hey großer Mann […], Geschäfte mit Kriegsverbrechen könnten deine Marke beschädigen.“ Diese polemische Kritik wollte der US-Milliardär offensichtlich nicht auf sich sitzen, in einer Antwort hat er den Politiker als „sabbernden Idioten“ bezeichnet. Der wisse wohl nicht, dass Starlink das Rückgrat der ukrainischen Militärkommunikation sei. Weiter hat er geschrieben, dass die Nutzungsbedingungen von Starlink keine offensive militärische Nutzung erlauben würden. Wie er das russische Militär dazu bringen will, sich daran zu halten, hat er aber nicht ausgeführt.
Dass die Ukraine im Verteidigungskampf gegen den russischen Angriffskrieg besonders stark auf Starlink angewiesen ist, ist seit Jahren bekannt. Das Satelliteninternet hat längst einen großen Teil der Kommunikationsinfrastruktur ersetzt, die durch die Kämpfe zerstört wurde. Nicht nur die Truppen des Landes sind auf das Funktionieren der Technik angewiesen, sondern auch Krankenhäuser, Schulen und andere Einrichtungen kommunizieren darüber. Insgesamt hat die Ukraine laut einem Bericht aus dem Herbst seit den ersten Starlink-Antennen kurz nach dem russischen Einfall Anfang 2022 mehr als 50.000 weitere erhalten, mehr als die Hälfte davon wurde demnach von Polen gestellt.
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(mho)
Künstliche Intelligenz
Flughafen Frankfurt: Mit Auracast keine Ansage mehr verpassen
Am Flughafen Frankfurt können Passagiere Ansagen jetzt auch über Bluetooth-Kopfhörer oder kompatible Hörgeräte hören. Am Mittwoch fiel der Startschuss für eine zweimonatige Pilotphase, während der Flughafenbetreiber Fraport und das Frankfurter Unternehmen Sittig Technologies die Bluetooth-Technik Auracast an den Lufthansa-Gates A16 und A17 im Terminal 1 testen.
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Auracast ist Teil von Bluetooth LE Audio und ermöglicht Kopfhörern oder anderen Empfangsgeräten den Empfang von ungerichteten Audiostreams ohne vorheriges Pairing. So können mehrere Empfänger an einem Ort einen Stream empfangen. Die Kopfhörer oder Smartphones, die zum Empfang verwendet werden, müssen die Technik unterstützen.
Standard-Wirrwarr
Hersteller wie Earfun, Creative Labs, JBL, Samsung, Sennheiser und Sony bieten entsprechende Hardware schon länger an. Auch verschiedene Smartphones können das, Android 16 unterstützt es inzwischen nativ. Apple arbeitet dran. Teilweise ist es nicht ganz einfach herauszufinden, ob das eigene Gerät Auracast unterstützt. Mal heißt der Standard Shared Audio (Microsoft), mal Audio Sharing (Samsung, Google) oder auch nur Broadcast (Creative Labs).

Flughafen-Frankfurt: Das Telecoil-Logo mit dem „A“ weist auf Auracast hin. Den QR-Code können Android-Nutzer scannen.
(Bild: Andreas Sebayang/heise medien)
Öffentliche Ansagen sind ein Szenario, das die Bluetooth Special Interest Group (SIG) als typisches Einsatzfeld für Auracast-Technik sieht. Während es Bluetooth LE Audio schon eine Weile gibt, gibt es erst jetzt erste praktische Anwendungen.
Die Firma Sittig Technologies, die zahlreiche Flughäfen mit Ansagetechnik für Flugsteige und Terminals ausstattet, hat Auracast in der Anlage am Frankfurter Gate nachgerüstet. Unterstützt wurden sie dabei durch Google, die eigens zwei Entwickler aus den USA zur Präsentation schickten.
Samsung schickte Vertreter aus Südkorea nach Frankfurt – ungewöhnlich für den Start einer Bluetooth-Funktion. Die Südkoreaner stellen Smartphones und Kopfhörer für den Test. In Samsungs neuer Smartphone-Oberfläche One UI 8.5 ist Auracast einfach verfügbar.
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Hoffnungsträger für Barrierefreiheit
Auracast ist ein Hoffnungsträger im Bereich der Barrierefreiheit. Im Vergleich zu Telecoil-Anlagen (T-Spule) ist die Installation simpel und bauliche Gegebenheiten müssen kaum beachtet werden (Distanz Sender/Empfänger). Der Auracast-Sender kann einfach in eine existierende Sprechanlage integriert werden.
Auracast ist aber keine Technik, die nur für Menschen mit Höreinschränkungen genutzt werden soll, auch wenn die Hörgeräte-Industrie hier sehr weit ist: Vom klassischen Hörgerät bis zum vorbereiteten Cochlea-Implantat, dessen Audioprozessor irgendwann Auracast per Firmware-Update bekommt.
Bei der Veranstaltung zum Auftakt der Pilotphase am Mittwoch gab es kaum Probleme mit der Technik. Nur die Firmware von Sennheiser erwies sich als wackelig. Sittig Technologies empfiehlt daher, die Beta-Version der Sennheiser-Firmware zu nutzen.
Das Thema Barrierefreiheit wird an deutschen Flughäfen oft stiefmütterlich behandelt. Auracast wird von Fraport daher auch als Chance verstanden, hier etwas zu ändern. Es gibt Auracast aber nicht nur an Flughäfen oder Bahnhöfen. Die Berliner Philharmonie testet die Technik seit Herbst 2025 in zwei Sälen. Münchens neue S-Bahn der Baureihe 1420 wird Ansagen ebenfalls per Auracast ausstrahlen.
(vbr)
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